Abenteuer-Fantasy, die auch im Hörspiel Spaß macht
Produkt:
Taran Box n 1 bis 5 - Lloyd Alexander (CD)
Datum: 31.12.11
Bewertung:
Vorteile: spannend, kurzweilig, actionreich, tolle Sprecher, wirkungsvolle Geräusche, schöne dezente Folkmusic
Nachteile: evtl. muss man sich die Zusammenhänge erarbeiten (oder das Buch lesen), , etwas zu leise aufgenommen
Die Romane des fünfbändigen Fantasy-Zyklus können es vielleicht nicht mit Tolkiens "Herr der Ringe" aufnehmen, greifen aber ebenso stark auf Mythen und Fantasythemen zurück. Und die Hauptfigur Taran, die im Laufe des Zyklus eindrucksvoll heranreift, lieferte wie Tolkiens "Herr der Ringe" die Vorlage zu einem Zeichentrickfilm.-
Die Abenteuer des jungen Taran und seinen Freunden in der Fantasiewelt Prydain enthalten Elemente aus walisischen Sagen, Mythen und Legenden. Der Zyklus gehört mit Tolkiens Werk zu den Meilensteinen des Fantasy-Genres und wurde weltweit mit zahllosen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem "Hans-Christian-Andersen-Preis" und dem "John-Newbery-Award". (Verlagsinfo)
Der Verlag die Hörspiele ab acht Jahren.
Der Autor
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Lloyd Alexander, geboren 1924, ist der Autor der "Chroniken von Prydain" (= Britannien). Ähnlich wie bei Tolkien, der mit "The Hobbit" (1937) zunächst eine Fantasy für Kinder schrieb, beginnt auch Alexander mit einer leichtfüßigen Kinder-Fantasy, um dann jedoch schnell auf tiefere, dunklere Themen zu sprechen zu kommen. Der erste und Teile des zweiten Bandes fanden Eingang in einen gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1985: "Taran und der Zauberkessel".
Der Taran-Zyklus "Chroniken von Prydain"
1. Das Buch der Drei = Taran - Das Zauberschwein
2. Der schwarze Kessel = Taran - Der Zauberkessel
3. Die Prinzessin von Llyr = Taran - Die Zauberkatze
4. Der Spiegel von Llunet = Taran - Der Zauberspiegel
5. Der Fürst des Todes = Taran - Das Zauberschwert
Die Sprecher, die Produktion
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"Das Buch der Drei" ist eine Produktion des Südwestrundfunks Baden-Baden aus dem jahr 2004. Die Hörspielbearbeitung besorgte Andrea Otte, die Musik trug "der deutung und das ro" bei, Regie führte Robert Schoen.
Die Namen der Sprecher sind mir leider nicht vertraut, eine Ausnahme bietet lediglich Tommi Piper. Doch die eine oder andere Stimme habe ich bereits in Fernsehproduktionen gehört.
Erzähler: Jürgen Hentsch
Taran (Waisenjunge): Tim Sander
Eilonwy (Prinzessin): Natalie Spinell (Aussprache: e'lónwi)
Dallben (Zauberer): Rolf Schult (Aussprache: da[stimmloses th]ben)
Coll (Kämpfer): Heinrich Giskes
Fflewdur Fflam (Barde): Jens Harzer (Aussprache: flodjir flam)
Fürst Gwydion (einer der Könige von Prydain): Tommi Piper
Gurgi (Waldwesen): Joachim Kaps
Doli (Zwerg): Michael Habeck (Aussprache: dolí)
Eiddileg (Zwergenkönig): Franz Josef Steffes (Aussprache (e[stimmhaftes th]íleg)
Achren (Zauberin): Anja Klein
1) Handlung von Teil 1: " Taran - Das Zauberschwein "
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Der Junge Taran lebt als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und einem Magier namens Dallben. Der Magier hütet das titelgebende "Buch der Drei", das Taran nicht anfassen darf, selbst wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder schlafend meditiert.
Der Findling Taran kennt seine Eltern nicht, was schon mal ein gutes Zeichen ist: So fangen Heldengeschichten an. Er denkt sich aber nichts dabei. Doch seine Aufgabe als Hilfshirt der Schweine stellt sich plötzlich als ziemlich wichtig heraus, denn Hen Wen, das weiße Hauptschwein, ist ein Orakel, wie er zu seiner größten Verblüffung erfährt. Auf seiner Jagd hinter dem ausgebrochenen Schwein gerät er tief in den Wald, stößt auf den bösen gehörnten König, wird aber von einem unscheinbaren Waldläufer vor dem Tod bewahrt.
Der Waldläufer entpuppt sich als Fürst Gwydion, der mindestens so berühmt ist wie der Hochkönig und der böse König der Anderswelt Anuvis, Arawn. Und der freundliche Gwydion klärt Taran auf, was es mit dem Orakelschwein Hen Wen auf sich hat und was er selbst, so fern von seiner heimatlichen Burg, im Wald zu suchen hat. Im schönen Prydain (= Britannien) sind die Zeiten rau geworden und es braut sich etwas zusammen.
Ein kleines Waldwesen namens Gurgi weist ihnen den weiteren Weg. Sie stoßen zwar nicht auf das Schwein, doch auch der Anblick des Heerlagers des Gehörnten Königs verschlägt ihnen den Atem: Hier sammelt sich eine Armee, um Prydain zu überfallen und alle zu unterjochen. Sogar untote "Kesselkrieger" sind zu sehen, und von denen werden die beiden Neugierigen gefangen genommen.
Wider Erwarten landen sie nicht bei dem beobachteten Heer, sondern in Spiral Castle, dem Schloss der Zauberin Achren, deren verführerische Schönheit Taran zunächst betört, aber Gwydion keineswegs. Wenig später findet er sich eingesperrt in einer Kerkerzelle wieder. Er hat schon mit dem Leben abgeschlossen, als ihm eine goldene Kugel durchs Fenster vor die Füße fällt und eine Mädchenstimme ihn auffordert, ihr den leuchtenden Ball zurückzugeben. Es ist die geschwätzige und aufgeweckte Eilonwy, die ehrliche Nichte der bösen Zauberin. Sie kennt nicht nur den Weg aus Tarans Gefängnis, sondern auch den zu seinem Herzen.
Aber das ahnen beide noch nicht, doch es wird ihnen rechtzeitig auffallen, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch was wird aus Prydain, das von der Bedrohung nichts ahnt?
Mein Eindruck
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Der erfundene Schauplatz ähnelt jenem mythischen Wales, das dem Fantasykenner aus der Geschichtensammlung des "Mabinogion" aus dem 14. Jahrhundert bekannt ist. Doch die Legenden beruhen auf mündlich überlieferten Erzählungen, die weit älter sind und noch aus der keltischen Kultur kommen.
Das Mabinogi
Insbesondere der vierte Zweig des Mabinogi mit dem Titel "Math Son of Mathonwy" bietet zahlreiche Referenzen, die der Autor verwendet. Dazu gehört der gesamte Komplex, der mit dem Recken Gwydion und seinem Onkel Math in Caer Dathyl zu tun hat. Math herrscht als Hochkönig über einen Großteil von Prydain. Sein Widersacher ist Arawn, der Fürst der Unterwelt Annuvis. Leider macht der Autor aus den vielschichtigen Vorlagen zu den Figuren Gwydion und Arawn nur ein schwarz-weißes Paar aus Gut und Böse. Der Autor vereinfacht, vielleicht zu Gunsten der kindlichen Verständnismöglichkeiten. Allerdings muss der junge Hörer auch den gehörnten König dem Fürsten der Unterwelt als Vasallen zuordnen.
Achterbahnfahrt
Die Handlung hat etwas von einer Achterbahnfahrt an sich. Der Held, der zunächst als "hässliches Entlein" vorgestellt und zwei mächtigen Gestalten, einem Schmied und einem Merlin-ähnlichen Zauberer, beschützt wird, erwirbt sich diverse Gefährten, die ihm helfen, wenn er sich mal wieder überschätzt hat. Insbesondere Eilonwy ist mit ihrer spitzen Zunge eine ständige Quelle von Freude und Witz, auch wenn sie einen Mann damit schnell in den Wahnsinn treiben könnte.
Auch Fflewdur Fflam, ein ehemaliger König, der jetzt als Barde durch die Lande zieht, ist interessant. Er hat vom Ober-Barden Wales', dem berühmten Taliessin, eine magische Harfe erhalten, doch ihre Saiten reißen, sobald ihr Besitzer auch nur die geringste "Verschönerung der Wahrheit und Wirklichkeit" erzählt - wozu Barden und Dichter von Natur aus neigen. Fflam hat also immer gut zu tun, seine Harfe in Schuss zu halten.
Das Waldwesen Gurgi weiß ebenfalls zu faszinieren. Dieser keltische Charakter, der auch in C.J. Cherryhs Kelten-Fantasien wie etwa "Der Baum der Träume und Juwelen" sowie "Faery in Shadow" zu finden ist, erweist sich im Laufe der Zeit als treuer und anhänglicher Gefährte, auch wenn er bisweilen ein wenig aufdringlich und in hygienischer Hinsicht abstoßend erscheint.
Die Feinde
Die Feinde sind nicht weniger einfallsreich gezeichnet. So verfügt der gehörnte König über einen schwarzen Kessel (der der Fortsetzung den Titel gibt), aus dem Zombiekrieger erzeugt werden können. Da sich diese nicht töten lassen, bilden sie für jeden einen furchteinflößenden Feind. Zum Glück ist ihr Aktionsradius abhängig von der Entfernung vom Kessel, so dass es eine Chance gibt, ihnen zu entkommen.
Auch die Lüfte sind nicht sicher. Ähnlich wie die schrecklichen Reittiere, die Tolkiens Ringgeister durch die schwarzen Lüfte von Mordor tragen, suchen gefräßige Vögel, die Gwythaint, wehrlose Wanderer wie Taran heim. Doch die Gwythaint sind nicht von Geburt an so, sondern werden von ihrem Herrn Arawn dazu erzogen und ausgebildet, Fleisch zu begehren und für ihn zu spionieren. Dass Taran einen jungen Gwythaint aus einer Dornenhecke befreit und sich der Gerettete revanchiert, wurde im Hörspiel gestrichen.
Aber auch die Zwerge, das Kleine Volk, dürfen nicht fehlen. Durch einen Zauber lockt König Eiddileg ahnungslose Wanderer in sein unterirdisches Reich. Doch bei Taran & Co. gerät er an die Falschen. Er muss ihn ziehen lassen und gibt ihm einen Führer, Doli, mit. Denn Doli taugt in Zwergenaugen nicht: Er vermag sich nicht unsichtbar zu machen, zumindest nicht auf Kommando.
Die böse Zauberin, die Taran und den Recken Gwydion gefangennimmt, heißt Achren und ähnelt einer weiteren Figur aus dem Mabinogion: Arianrhod, was "Silberrad" (= Mond) bedeutet. Leider setzt sie sich kaum mit dem jungen Taran auseinander. Doch im Hörspiel wird ihre verführerische Konfrontation Gwydions ganz direkt geschildert. Sie ist offensichtlich ganz schön durchgeknallt.
Der Auftritt Eilonwys entschädigt dafür mehr als reichlich. Sie ist nicht nur selbst eine Schülerin der Magie - weshalb sie ja ihre Tante Achren besucht -, sondern findet in den Felsenhallen unter dem Spiral Castle ein superwichtiges Zauber- und Königsschwert, Durinwyn. Selbstverständlich wird es eine entscheidende Rolle spielen.
Handlung von Teil 2: "Taran - Der Zauberkessel"
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Der Waisenjunge Taran lebt als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und einem Magier namens Dallben. Der Magier hütet das magische "Buch der Drei", das Taran nicht anfassen darf, selbst wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder schlafend meditiert.
Doch die friedlichen Jahre, die auf das Ende seines ersten Abenteuers folgten, haben jäh ein Ende, als sich verschiedene hohe Herrschaften auf dem Gehöft von Dallben und Taran einfinden. Fürst Gwydion hat eine Ratsversammlung beim zauberer Dallben einberufen. Der Feldherr von Hochkönig Math fordert die anderen Fürst auf, auf eine gefährliche Mission ins Reich Annuvin des Todesfürsten Arawn zu ziehen. Solange Arawn mit Hilfe des magischen schwarzen Kessels weiterhin Zombiekrieger erzeugen könne, werde Prydain nicht sicher sein vor seinem Angriff. Und in letzter Zeit sei Arawn sogar dazu übergegangen, nicht nur Tote zu Kesselkriegern zu machen, sondern auch Lebende, die er einfangen und töten lasse.
Auf dem Feldzug gerät Taran ständig mit dem hochmütigen Prinzen Ellidyr aneinander, der es wirklich auf den "Schweinejungen" abgsehen hat. Nur Adaon, der Sohn des obersten Barden Taliessin, hilft den Gefährten. Und auch um den Feldzug ist es nicht gut bestellt, denn als Doli, der Zwerg, der sich unsichtbar machen kann, vom Dunklen Tor, dem Eingang zu Annuvins, zurückkehrt, berichtet er, der schwarze Kessel sei gar nicht dort, wo man ihn erwartet habe. Er ist weg!
Doch ein weiterer Zwerg namens Gwystyl beziehungsweise dessen Rabe Kaw wissen, wo sich der Kessel jetzt befindet: in den Marschen von Morva. Und wer wohnt dort? Drei alte Hexen namens Orddu, Orgoch und Orwen, die über Zauberkräfte verfügen. Tarans Gefährten und er selbst entgehen erst dann dem traurigen Schicksal, gefressen oder als Kröten zertreten zu werden, als Taran erwähnt, dass er in der Obhut des Zauberers Dallben lebt. Die drei Hexen erinnern sich sehr gut an das Knäblein Dallben: Sie haben es selbst aufgezogen.
Zwar entdecken die Gefährten den schwarzen Kessel tatsächlich auf dem Grund und Boden der Hexen, doch das nützt ihnen gar nichts. Sie bekommen ihn nur gegen einen hohen Kaufpreis: Taran muss die Spange des Wissens hergeben, die ihm der Barde Adaon in Verwahrung gegeben hatte, als er nach der Schlacht starb.
Doch das ist noch gar nichts gegen den Preis, den der schwarze Kessel für seine Zerstörung fordert: Ein lebendiger Mensch muss freiwillig in den Kessel springen, dieser werde daraufhin zerbersten. Tatsächlich: Hämmer und Stangen richten gegen das magische Monstrum nichts aus, und so müssen ihn die Gefährten durch die Lande zu Fürst Gwydion schleppen, denn der werde schon Rat wissen.
Allerdings haben sie die Rechnung ohne den Ehrgeiz des Prinzen Ellidyr gemacht.
Mein Eindruck
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Das Hörbuch lässt sich knapp einer Stunde anhören, und doch hat das Gefühl, eine ausgewachsene, tiefgehende Geschichte erfahren zu haben. Das liegt daran, dass es hier nicht mehr darum geht, Wissen und Gefährten zu erwerben, um schließlich damit den eindeutig erkennbaren Gegner von der Gegenseite zu überwinden.
Diesmal sind die Gegner in den eigenen Reihen zu finden: falscher Ehrgeiz, Ruhmsucht und mehrfacher Verrat vereiteln um ein Haar den Erfolg der Guten, die auf der Seite von Recht und Gesetz stehen. Fürst Arawn tritt überhaupt nicht in Erscheinung, allenfalls seine Häscher, die Kesselkrieger. Und so müssen schon bald die Besten dafür büßen, unter ihnen der kluge, seherisch begabte Adaon. Und obwohl er die nahe Zukunft kennt, überlässt er Taran die Entscheidung, wie man weitermachen will: zurück zu Fürst Gwydion oder doch in die Marschen von Morva?
Dieses Taran-Abenteuer ist sowohl sehr spannend als auch anrührend. Das Fazit, das Gwydion und Taran am Schluss ziehen, ist relativ niederschmetternd: Dies ist also die Welt eines Mannes, eine Welt aus Verrat, Blut, Niedertracht und falschem Ehrgeiz. Kann dies alles sein? Nicht wenn man dem Pfad der Ehre und der Wahrheit und der Liebe folgt, sagt Gwydion.
Doch Liebe hat Taran noch nicht kennengelernt, allenfalls indirekt durch Adaon. Der war nämlich mit Prinzessin Arian Llyr verlobt, und das Unterpfand ihrer Liebe war eben jene Spange, die Taran für den Zauberkessel hergeben musste und die ihrem Träger seherische Kraft verlieh.
So erwirbt ein Symbol der Liebe ein Werk des Bösen, um dieses der Vernichtung zuführen zu können. Nur ein weiteres Opfer kann die Vernichtung dann auch tatsächlich vollbringen. Doch die Wahl des Freiwilligen fällt ganz anders aus als erwartet.
Handlung von Teil 3: "Taran - Die Zauberkatze"
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Diesmal dreht sich alles um Prinzessin Eilonwy, Tochter von Angharad aus dem Hause Llyr, einer Sippe von Zauberinnen. Seit dem ersten Abenteuer in "Das Buch der Drei" wissen wir, dass Eilonwy ein besonderes Spielzeug hat: eine goldene Kugel, die in ihrer Hand leuchten kann. Welche Bewandtnis es damit auf sich hat, wird uns in diesem Hörspiel enthüllt.
Aber warum sollte Eilonwy überhaupt das heimelige Caer Dallben verlassen? Nun ja, sie kann ja nicht ewig eine schwertschwingende Küchenmagd bleiben, sondern muss auch mal mit den Feinheiten der Kultur vertraut gemacht werden, findet Magier Dallben. Der Hilfsschweinehirt Taran und das Waldwesen Gurgi eskortieren das an die Küste ziehende Frauenzimmer. Dort empfängt sie ein Schiff, das von einem tolpatschigen Prinzen namens Rhun kommandiert wird. Eigentlich ignoriert die Besatzung seine Befehle, aber den Prinzen ficht das nicht an. Er hat ein gesundes Selbstvertrauen. Er ist dem ungeduldigen und eifersüchtigen Taran auf Anhieb unsympathisch.
Nach einer stürmischen Überfahrt zur Insel Mona, dem heutigen Anglesey, kommen sie endlich im Schloss Dinas Rhydnant an, wo man sie sogleich neu einkleidet. Auch der altbekannte Barde Flewdur Fflam ist hier, worüber sich zumindest Taran freut, denn der Sänger ist aus dem Haupthaus wegen schlechten Gesangs verbannt worden.
Der "Schumacher" stellt sich zu Tarans höchstem Erstaunen als der verkleidete Fürst Gwydion heraus. Er warnt Taran, dass das Leben der Prinzessin in Gefahr sei und seines, Tarans, wohl auch. Der Haushofmeister des Schlosses stehe in Diensten der vertriebenen Zauberin Achren (siehe "Buch der Drei") und habe sicher üble Pläne.
Tatsächlich beobachten Taran und Gwydion der Haushofmeister Magg beim Geben eines Signals - mitten in der Nacht. Ein Schiff auf hoher See antwortet. Am nächsten Morgen sind Magg und Eilonwy wie vom Erdboden verschluckt, nachdem Taran auf seiner Wache kurz eingenickt war. Die Verfolgungsjagd der Gefährten, die in Begleitung Prinz Rhuns aufbrechen, ist zunächst erfolglos.
Nachdem sie einer Riesenkatze mit dem hübschen Namen Llyan ebenso wie einem Höhlenriesen namens Glew - einem Zauberer, der noch übt - entkommen sind, setzen sie zum verfallenen Stammsitz des Hauses Llyr über. Dort wartet schon die Zauberin Achren auf sie, die Eilonwy in ihrer Gewalt hat. Gelingt es Achren, die Zaubermacht der Llyrs in die Hand zu bekommen, würde das den Untergang Prydains bedeuten.
Mein Eindruck
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Auch dieses Hörspiel habe ich genossen, die Handlung ist flott erzählt. Zunächst erscheint die Geschichte wie ein heiteres Fliegengewicht gegenüber dem düsteren Band "Der schwarze Kessel". Diesmal haben die Abenteuer mit Llyan und Glew einen grotesk-humorvollen Charakter. Zunächst sieht es nicht so aus, als hätten sie etwas mit der Entführung von Prinzessin Eilonwy zu tun.
Nützliche Umwege
Doch im Finale erweist sich, dass die bei der Verfolgungsjagd gemachten Erfahrungen und erworbenen Erkenntnisse über die Zaubermacht des Hauses Llyr von zentraler Bedeutung sind. Manchmal muss man eben einen Umweg machen, um zum Ziel zu gelangen. Und Prinz Rhun erweist sich bei dieser Gelegenheit als doch kein so großer Vollidiot, wie Taran zunächst angenommen hatte. Er und Eilonwy sollen heiraten, um über die Insel Mona (= Anglesey) zu herrschen. Das macht Taran natürlich eifersüchtig, denn er ist selbst der heißeste Verehrer der blonden Schönheit mit dem schnellen Mundwerk. Aber alles renkt sich wieder ein, wenn auch etwas anders als erwartet.
Noch nützlichere Tiere
Es ist immer wieder verblüffend, welch bedeutende Rolle Tiere in diesen Geschichten haben. Diesmal ist es der Rabe Kaw, den Taran vom Zwerg Gwystyl (in "Der schwarze Kessel") geschenkt bekommen hat, der sich als nützlicher Späher und eloquenter Auskunftgeber erweist. Dieser Vogel, der eine tiefe Zuneigung zu Taran gefasst hat, weist alle positiven Eigenschaften auf, die ihm die Legenden der Menschen zuschreiben.
Ganz anders dagegen die Riesenkatze Llyan. Sie ist das Ergebnis eines magischen Experiments, das der Riese Glew, ein echter Amateur in Sachen Wissenschaft, mit seinen Zaubertränken geschaffen hat. Leider fehlte es ihm dabei an Voraussicht, um die Folgen abzusehen. Jedenfalls musste er vor seinem Frankenstein-Geschöpf unter die Erde flüchten. Die Gefährten Tarans haben einen Heidenrespekt vor dem Riesenkater, doch der Zufall kommt ihnen zu Hilfe: Die Mieze reagiert auf Fflams Harfenklänge äußerst positiv und fängt schon bald zu schnurren an wie ein braves Kätzchen - Fflam, der moderne Orpheus. Später zeigt sich, wie nützlich anhängliche Tiere sein können.
4) Handlung von Teil 4: "Taran - Der Zauberspiegel"
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Endlich will sich Taran auf die Socken machen, um herauszufinden, wer seine Eltern sind. Das wurde aber auch höchste Zeit, denn Prinzessin Eilonwy, seine Angebetete, wird sicherlich keinen Hilfsschweinehirten zum Mann haben wollen. Taran hofft daher auf eine edle Abkunft. Auf dieser Wanderung begleitet ihn zunächst lediglich der freundliche Tiermensch Gurgi, der sein treuster Begleiter geworden ist. Zunächst zieht Taran zu Gurgis Entsetzen zu den drei weisen Frauen, die in den Marschen von Morva leben. Orddu rät ihm, sich selbst im "Spiegel von Llunet" (ausgesprochen: lünet) selbst zu erkennen, der im östlichen Gebirge zu finden sei.
Zusammen gelangen sie an König Smoits Burg, den wir schon aus Band 2, "Der schwarze Kessel", kennen: ein Bär von einem Mann, aber nicht einer der hellsten Köpfe. Hier trifft Taran auch Fflewdur Fflam (ausgesprochen "flodir flam") wieder, den Barden mit der wahrheitsliebenden Harfe und der Riesenmiezekatze Llyan.
An einem Sumpf fängt Llyan einen Frosch von sonderbarer Größe. Es ist Dolí, der Zwerg. Und er ist untröstlich! Denn Morda, ein Möchtegern-Weltbeherrscher, hat den Unterirdischen ein magisches Kleinod aus dem Haus der Zauberer von Llyr gestohlen und Doli in einen Frosch verwandelt. Beim Versuch, dem durchgeknallten Morda das Handwerk zu legen, werden Fflewdur und Gurgi verwandelt, doch an Taran scheitert der Irre. Warum nur? Das sei hier nicht verraten.
In einer Bergschlucht stoßen Taran, Fflewdur und Gurgi auf einen verkrüppelten Schafhirten namens Craddoc, der behauptet, Tarans Vater zu sein, denn er habe seinen Sohn einem heilenden Wanderer namens Dallben mitgegeben. Und Dallben ist bekanntlich Tarans Mentor in seinem heimatlichen Caer.
Diese Verwandtschaft kann Taran mangels Geburtsurkunde natürlich nicht widerlegen, und so hilft er dem Alten, seine verfallene Hütte, seine Herde und seine Weiden wieder auf Vordermann zu bringen. Taran schickt Fflewdur zu Dallben, um die Geschichte bestätigen zu lassen, doch Fflewdur kehrt unverrichteter Dinge zurück: Er kommt im Schnee nicht mehr weiter.
Craddoc stöhnt - wie viele andere Reisebekanntschaften - über die Verluste, die Arawn, der Fürst der Unterwelt, in Prydain verursacht hat. Doch als Craddoc schwer stürzt, ertappt sich Taran bei dem Wunsch, der Alte, der ihn hier ein halbes Jahr festgehalten hat, möge sterben, damit Taran wieder frei sein und weiter wandern könne. Ein magisches Geschenk Eilonwys, ein Horn der Zwerge, ruft Hilfe herbei...
Als wichtigste Station erweist sich jedoch das Land der "Freien Commots". Diese Menschen regieren sich selbst und helfen einander, um in Wohlstand und Zuefriedenheit zu leben. Taran lernt, Glück zu erkennen, ein neues Schwert zu schmieden, einen neuen Mantel zu weben und eine Schale zu töpfern. Es sind Wege, die Welt zu erkennen, aber auch sich selbst. Bei einem Ritt zum "Spiegel von Llunet", einem schönen, spiegelnden See, erkennt Taran schließlich sich selbst.
Mein Eindruck
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Das Buch hat eine ganz andere Struktur als die vorhergehende Trilogie: Es besteht aus Episoden. Die Kämpfe sind in der Mehrzahl nicht heroischer Natur, sondern dienen dazu, Taran mehr über sein Inneres mitzuteilen. Der Hilfsschweinehirt erfährt nun, wo sein Platz in der Gesellschaft ist und wozu er alles fähig beziehungsweise nicht fähig ist. Der Zweck der Wanderung ist also ein zweifacher: Selbsterfahrung und Erfahrung der Welt.
Und um diese Welt ist es nicht gut bestellt. Es ist eine Welt unter dem Schatten des Todesfürsten Arawn, der ihr Wissen und Kraft aussaugt und diese Beute für sich selbst hortet. Arawn ist der negative Pol der Schöpfung, und es sieht so aus, als stünde seinem Ent-Wirken keine positive Kraft entgegen. Die menschlichen Herrscher sind untereinander zerstritten oder pervertieren Werte. Taran weiß es noch nicht, doch das HEILEN der Welt ist seine Aufgabe. Diese wird er im nächsten, dem letzten Band der Chroniken von Prydain, erfüllen. Und wie immer ist der Preis für den Erfolg sehr hoch. Darin gleicht Taran Frodo Beutlin bei Tolkien sowie Alvin Maker bei Orson Scott Card.
Einen gangbaren Weg in ein geheiltes Prydain bieten die Freien Commots an: Hier verwirklicht jeder Handwerker, was seine Gabe ist, sei es das Schmieden von Schwertern, das Weben oder das Töpfern. Und da andere Menschen die Erzeugnisse aus diesem Handwerk benötigen, entwickelt sich ein freier Handel. Zunächst scheint allerdings bei diesem Warenhandel eher an Tausch gedacht, denn niemand scheint auf Profit bedacht zu sein. Alle sind gleich arm und gleich bescheiden.
Im Hörspiel fehlen wichtige Aspekte: Diese Genossenschaften der Commots sind natürlich Ziele der Banditen. Und der Überfall, der im Buch das Finale der Handlung bildet, fehlt im Hörspiel völlig. Das bedeutet, dass der Aspekt der sozailen Auseinandersetzung fast völlig unter den Tisch fällt, Nur in der Craddoc-Szene klingt an, dass es Leute gibt, die anderen Land wegnehmen und es deswegen zu Kämpfen und einem Exodus gekommen ist.
5) Handlung von Teil 5: " Taran - Das Zauberschwert"
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Der Zyklus geht nun in die Zielgerade. Aber es sieht gar nicht gut aus für Taran und seine Gefährten. Denn die Existenz Prydains selbst ist gefährdet. Fürst Gwydion wurde überfallen und seines magischen Schwertes Dyrnwyn beraubt. Dieses bereichert nun sicher bereits den Schatz des Todesfürsten Arawn, denn es hat die Macht, die unverletzbaren Kesselkrieger Arawns vom Scheinleben zum Tode zu befördern. Mit anderen Worten: Prydain ist nun den Angriffen von Arawns Kessekriegern wehrlos ausgeliefert.
Wirklich wehrlos? Gwydion und Tarans Gefährten wollen Hilfe bei König Smoit holen, doch als sie kurz davor im Wald lagern, berichtet ihnen ein verletzt zu ihnen stoßender Kämpfer, dass Kesselkrieger die Burg mit einer List eingenommen hätten. (Hier gibt eine starke Abweichung vom Buch, in dem diese Episode einen viel größeren Raum einnimmt.)
Als nächste Station peilen Gwydion & Co. das prächtige Schloss des Hochkönig Math an, Caer Dathyl. Die erste Schlacht gegen Arawns Kesselkrieger und ihre Generäle verläuft nicht schlecht, zumal es Taran gelungen ist, aus den Dörfern der Freien Commots Kämpfer auszuheben. Doch Hochkönig Math stirbt in den Kämpfen.
Bei der winterlichen Verfolgung der nach Annwyn zurückkehrenden Kesselkrieger teilen sich Gwydion und Taran die Aufgabe und ihre Truppen: Gwydion nimmt den Seeweg, Taran zieht über die Roten Brachlande und die angrenzenden Berge, ständig in Scharmützel mit den Kesselkriegern verstrickt. Er verliert sogar Eilonwy und Gurgi aus den Augen, nur um dafür die Hilfe der Zwerge zu erhalten, allen voran der alte Gefährte Doli. Mit einer List der Zwerge gelingt es ihnen, die Truppe Kesselkrieger in die Flucht zu schlagen.
Als Ex-Königin Achren ihnen den rechten Weg zum Drachenberg zeigt, gelangen Tarans Mannen gerade noch rechtzeitig zur Burg Arawns, um eingreifen zu können. Dort tobt bereits die Schlacht, und die Kesselkrieger werden auf den wehrlosen Taran aufmerksam. Nun kann ihm nur noch ein Wunder helfen. Und das Wunder geschieht...
Mein Eindruck
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Dieser Roman hat 1968 den wichtigsten Preis der USA für Kinder- und Jugendbuchliteratur erhalten, und man merkt auch schnell, warum. Anders als die vorhergehenden Bücher ist diese Geschichte von einem ernsten Unterton, den die vielen humorvollen und ironischen Kabbeleien zwischen den Gefährten Tarans nur unzulänglich übertünchen können. Die Hoffnung der Verteidiger wird, ähnlich wie im zweiten und dritten Band des "Herrn der Ringe" auf eine harte Belastungsprobe gestellt, und mehrmals steht Taran, der seine Truppe anführt, kurz davor zu verzweifeln.
Selbst dann noch, als alles vorüber ist, gönnt der Autor seinem Helden keine Ruhe. Taran könnte mit den anderen Fürsten und dem Zauberer Dallben in die Sommerlande segeln und dort ein unsterbliches und sorgenfreies Leben genießen. Und er könnte sogar Eilonwy, die sogar mitfahren muss, weil sie eine Zauberin ist, mitnehmen. Doch er müsste dafür alles aufgeben, was er in Prydain erreicht hat: die Gefolgschaft der Freien Commots und den Wiederaufbau des Landes, das von Arawns Treiben immer noch verheert und krank ist. Soll er einfach abdüsen und sich einen faulen Lenz machen, während Prydain vor die Hunde geht? Wohl kaum. Im Traum wird ihm eine Lösung aufgezeigt, doch wählen muss er selbst. Wird Eilonwy an seiner Seite bleiben?
Recht interessant ist die Erwähnung der Sommerlande, die auch im Hörspiel nicht zu kurz kommt. Aus den Sommerlanden, die vielleicht für das versunkene Atlantis oder andere ferne Gestade stehen, kamen einst, so der Mythos, die Söhne Donns - allesamt Magier, die in Prydain mit ihrem Wirken Frieden brachten, weil sie Arawn bekämpften. Nun, nach Arawns Tod, ist ihre Zeit um, und sie müssen fort. Die Menschen müssen sich selbst um ihr Wohlergehen sorgen, und Taran hat zu wählen: Sommerlande oder Prydain. Dreimal darf man raten, wer zum neuen Hochkönig ernannt wird.
Die Sprecher, die Produktion
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Ich bespreche hier stellvertretend für alle 5 Folgen das erste Hörspiel.
Zur Einstimmung beginnt das erste Hörspiel mit einem keltisch anmutenden, möglicherweise walisischen Volkslied. Es wird noch des öfteren im Hintergrund angespielt (und stammt von einem mit einem bemerkenswerten Namen: "der deutung und das ro"). Der Zuhörer mit ein wenig Erfahrung in keltisch inspirierter Folk-Musik fühlt sich sofort in selige Zeiten von Clannad-Konzerten zurückversetzt. Wo immer man in Irland, Schottland oder Wales als Tourist hingelangt, kann man diese Art von Musik finden. Denn diese Musik ist nicht einfach Touristenattraktion, sondern ein integraler Teil der Identität der keltischen Völker.
Wir sind also schon mal auf der richtigen Baustelle. Dann erklingt das helle "Ping!" aus der Schmiede von Coll. Sofort entspinnt sich der erste Dialog zwischen Taran, Coll und dem Magier Dallben. Wenig später tragen die Abenteuer Taran hinfort, bis zum glücklichen Ausgang. Mehr darf nicht verraten werden. Doch bei den walisischen Namen sollte man die Ohren spitzen. Sie sind für unsere Hörgewohnheiten doch recht ungewöhnlich. Siehe dazu meine Aussprachehinweise oben.
Die Stimmen der Sprecher finde ich sehr passend und angemessen. Es gibt kein Zögern, keine falschen Töne, so dass die Sätze ganz natürlich klingen und nicht, als hätte man sie ein Dutzend mal geübt. Ich war erstaunt, dass Tommi Piper, der mit einer Fernsehserie in den 70ern oder 80ern bekannt wurde, inzwischen eine derart tiefe und raue Stimme hat, dass er ohne weiteres die Autorität ausstrahlt, die einem Fürsten wie Gwydion gebührt. Am lustigsten ist sicher die Stimme der quicklebendigen Prinzessin Eilonwy, die Taran in Grund und Boden plappert.
Da dies ein Hörspiel ist, gibt es nicht nur Stimmen, sondern auch Geräusche. Dazu gehören grunzende, quiekende Schweine ebenso wie reißende Harfensaiten. Am eindrucksvollsten sind jedoch das Erdbeben unter dem Spiral Castle und die finale Schlacht gegen den Gehörnten König: Blitz und Donner kommen hier in einer beeindruckenden Kombination zusammen. Die Tonregie hat hier saubere Arbeit geleistet.
Unterm Strich
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Insgesamt bietet die Hörspiele von Tarans Abenteuern ein enorm hohes Maß an kuriosen Einfällen und sehr viel Kurzweil für junge Hörer. Die Action ist nicht zu brutal und keiner der Gefährten Tarans muss sterben oder ein größeres Opfer bringen. (Das ändert sich in den späteren Folgen.) Jede Folge ist etwa 54 oder 55 Minuten lang, denn sie wurden alle für den Rundfunk produziert, und dessen Stunden haben nun mal bloß 55 Minuten (weil der Rest für Werbung und Ansagen verwendet wird).
CD #1
Das Hörspiel, das vom Sender SWR selbst als "Taran und das Zauberschwein" angekündigt wird, ist eine professionelle Produktion ohne irgendwelche Ausfälle oder Mängel. Vielmehr bereitet die schnelle Abfolge der Begegnungen und Abenteuer unterhaltsame Kurzweil für junge Hörer. Es mag sich aber als hilfreich erweisen, das Buch zu lesen, um die Zusammenhänge ein wenig besser zu durchschauen. Man kann aber alternativ das Hörspiel mehr als einmal anhören und sich so die Zusammenhänge selbst erarbeiten. Denn was dafür nötig ist, ist vollständig vorhanden.
CD #2
Auch diese Hörspiel-Folge besticht wieder durch Professionalität, spannende Unterhaltung und sehr gute Audio-Ausstattung. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Ausstattung der CD: Lediglich ein dünnes Faltblatt liegt bei, das uns mit Informationen versorgt. Wahrscheinlich hat der Verlag zugunsten eines neidrigen Verkaufspreises gespart. Das Titelbild ist aber ebenso schön wie das des Buches (es stammt von Geoff Taylor).
CD #3
Dieses dritte Hörspiel in der fünfteiligen Taran-Reihe beginnt wie ein ganz gewöhnlicher Entführungsfall, doch die zahlreichen heiteren und erheiternden Zwischenfälle auf der Jagd nach der Gekidnappten stellen sich als durchaus hilfreich und keineswegs als vergeudete Zeit heraus. Das Finale lässt an Dramatik nichts zu wünschen übrig.
So, nun wissen wir zwar, von welch edler und magischer Abkunft die werte Prinzessin Eilonwy ist, aber Taran ist immer noch der Meinung, dass er ihr als Hilfsschweinehirt nicht das Wasser reichen kann. Das findet Eilonwy allerdings auch. Und deshalb ist es nun allerhöchste Eisenbahn, mehr über Tarans Herkunft herauszufinden. Das passiert im nächsten Hörspiel, das den Titel "Der Zauberspiegel" trägt. Hoffentlich finden die beiden bald zueinander.
CD #4
Die Geschichte ist in diesem Band wieder Erwarten nicht weniger spannend als in den Vorgängerbänden. Der Schwerpunkt scheint nun allerdings auf die innere Entwicklung der Hauptfigur verlagert zu sein. Das aber geht nicht ohne dramatische Szenen vor sich, die das Anhören lohnenswert machen. Wie in Band 3 gibt es auch hier wieder Auflockerung in Form von heiteren Szenen.
CD #5
Die Endschlacht ist das Thema dieses krönenden fünften Teils des TARAN-Zyklus. Diesmal kämpft Taran um die Zukunft Prydains in der Endschlacht gegen Arawn, den Herrn des dunklen Landes Annwyn. Denn Dyrnwyn, das Zauberschwert, ist in die Hände des Feindes gefallen und muss zurückgeholt werden.
Alle Hörspiele bestechen durch Professionalität, spannende Unterhaltung und sehr gute Audio-Ausstattung. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Ausstattung der CD-Box: Lediglich ein dünnes Faltblatt liegt bei, das uns mit Informationen versorgt. Das Titelbild ist aber ebenso schön wie das des Buches (es stammt von Geoff Taylor).
Für wen sich die Hörspiele eignen
Der gesamte Zyklus eignet sich für junge Zuhörer. Obwohl bei Lübbe grundsätzlich Altersempfehlungen fehlen, würde ich sagen, dass man dieses Hörspiel durchaus schon ab zehn Jahren verstehen kann. Es fehlt zudem gänzlich an körperlicher Gewalt und spannend ist vor allem der Showdown im Finale.
Mein Fazit daher: eine hundertprozentige Empfehlung für alle 5 Hörspiele.
Michael Matzer (c) 2012ff
Info: The Book of Three, 1964; The black cauldron, 1965; The castle of Llyr, 1966; Taran Wanderer, 1967; The High King, 1968. Laufzeit: 271 Minuten. Lübbe Audio, Bergisch Gladbach, 2007; 5 CDs, EU 19,99, ISBN 3-7857-3354-2
Die Abenteuer des jungen Taran und seinen Freunden in der Fantasiewelt Prydain enthalten Elemente aus walisischen Sagen, Mythen und Legenden. Der Zyklus gehört mit Tolkiens Werk zu den Meilensteinen des Fantasy-Genres und wurde weltweit mit zahllosen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem "Hans-Christian-Andersen-Preis" und dem "John-Newbery-Award". (Verlagsinfo)
Der Verlag die Hörspiele ab acht Jahren.
Der Autor
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Lloyd Alexander, geboren 1924, ist der Autor der "Chroniken von Prydain" (= Britannien). Ähnlich wie bei Tolkien, der mit "The Hobbit" (1937) zunächst eine Fantasy für Kinder schrieb, beginnt auch Alexander mit einer leichtfüßigen Kinder-Fantasy, um dann jedoch schnell auf tiefere, dunklere Themen zu sprechen zu kommen. Der erste und Teile des zweiten Bandes fanden Eingang in einen gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1985: "Taran und der Zauberkessel".
Der Taran-Zyklus "Chroniken von Prydain"
1. Das Buch der Drei = Taran - Das Zauberschwein
2. Der schwarze Kessel = Taran - Der Zauberkessel
3. Die Prinzessin von Llyr = Taran - Die Zauberkatze
4. Der Spiegel von Llunet = Taran - Der Zauberspiegel
5. Der Fürst des Todes = Taran - Das Zauberschwert
Die Sprecher, die Produktion
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"Das Buch der Drei" ist eine Produktion des Südwestrundfunks Baden-Baden aus dem jahr 2004. Die Hörspielbearbeitung besorgte Andrea Otte, die Musik trug "der deutung und das ro" bei, Regie führte Robert Schoen.
Die Namen der Sprecher sind mir leider nicht vertraut, eine Ausnahme bietet lediglich Tommi Piper. Doch die eine oder andere Stimme habe ich bereits in Fernsehproduktionen gehört.
Erzähler: Jürgen Hentsch
Taran (Waisenjunge): Tim Sander
Eilonwy (Prinzessin): Natalie Spinell (Aussprache: e'lónwi)
Dallben (Zauberer): Rolf Schult (Aussprache: da[stimmloses th]ben)
Coll (Kämpfer): Heinrich Giskes
Fflewdur Fflam (Barde): Jens Harzer (Aussprache: flodjir flam)
Fürst Gwydion (einer der Könige von Prydain): Tommi Piper
Gurgi (Waldwesen): Joachim Kaps
Doli (Zwerg): Michael Habeck (Aussprache: dolí)
Eiddileg (Zwergenkönig): Franz Josef Steffes (Aussprache (e[stimmhaftes th]íleg)
Achren (Zauberin): Anja Klein
1) Handlung von Teil 1: " Taran - Das Zauberschwein "
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Der Junge Taran lebt als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und einem Magier namens Dallben. Der Magier hütet das titelgebende "Buch der Drei", das Taran nicht anfassen darf, selbst wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder schlafend meditiert.
Der Findling Taran kennt seine Eltern nicht, was schon mal ein gutes Zeichen ist: So fangen Heldengeschichten an. Er denkt sich aber nichts dabei. Doch seine Aufgabe als Hilfshirt der Schweine stellt sich plötzlich als ziemlich wichtig heraus, denn Hen Wen, das weiße Hauptschwein, ist ein Orakel, wie er zu seiner größten Verblüffung erfährt. Auf seiner Jagd hinter dem ausgebrochenen Schwein gerät er tief in den Wald, stößt auf den bösen gehörnten König, wird aber von einem unscheinbaren Waldläufer vor dem Tod bewahrt.
Der Waldläufer entpuppt sich als Fürst Gwydion, der mindestens so berühmt ist wie der Hochkönig und der böse König der Anderswelt Anuvis, Arawn. Und der freundliche Gwydion klärt Taran auf, was es mit dem Orakelschwein Hen Wen auf sich hat und was er selbst, so fern von seiner heimatlichen Burg, im Wald zu suchen hat. Im schönen Prydain (= Britannien) sind die Zeiten rau geworden und es braut sich etwas zusammen.
Ein kleines Waldwesen namens Gurgi weist ihnen den weiteren Weg. Sie stoßen zwar nicht auf das Schwein, doch auch der Anblick des Heerlagers des Gehörnten Königs verschlägt ihnen den Atem: Hier sammelt sich eine Armee, um Prydain zu überfallen und alle zu unterjochen. Sogar untote "Kesselkrieger" sind zu sehen, und von denen werden die beiden Neugierigen gefangen genommen.
Wider Erwarten landen sie nicht bei dem beobachteten Heer, sondern in Spiral Castle, dem Schloss der Zauberin Achren, deren verführerische Schönheit Taran zunächst betört, aber Gwydion keineswegs. Wenig später findet er sich eingesperrt in einer Kerkerzelle wieder. Er hat schon mit dem Leben abgeschlossen, als ihm eine goldene Kugel durchs Fenster vor die Füße fällt und eine Mädchenstimme ihn auffordert, ihr den leuchtenden Ball zurückzugeben. Es ist die geschwätzige und aufgeweckte Eilonwy, die ehrliche Nichte der bösen Zauberin. Sie kennt nicht nur den Weg aus Tarans Gefängnis, sondern auch den zu seinem Herzen.
Aber das ahnen beide noch nicht, doch es wird ihnen rechtzeitig auffallen, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch was wird aus Prydain, das von der Bedrohung nichts ahnt?
Mein Eindruck
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Der erfundene Schauplatz ähnelt jenem mythischen Wales, das dem Fantasykenner aus der Geschichtensammlung des "Mabinogion" aus dem 14. Jahrhundert bekannt ist. Doch die Legenden beruhen auf mündlich überlieferten Erzählungen, die weit älter sind und noch aus der keltischen Kultur kommen.
Das Mabinogi
Insbesondere der vierte Zweig des Mabinogi mit dem Titel "Math Son of Mathonwy" bietet zahlreiche Referenzen, die der Autor verwendet. Dazu gehört der gesamte Komplex, der mit dem Recken Gwydion und seinem Onkel Math in Caer Dathyl zu tun hat. Math herrscht als Hochkönig über einen Großteil von Prydain. Sein Widersacher ist Arawn, der Fürst der Unterwelt Annuvis. Leider macht der Autor aus den vielschichtigen Vorlagen zu den Figuren Gwydion und Arawn nur ein schwarz-weißes Paar aus Gut und Böse. Der Autor vereinfacht, vielleicht zu Gunsten der kindlichen Verständnismöglichkeiten. Allerdings muss der junge Hörer auch den gehörnten König dem Fürsten der Unterwelt als Vasallen zuordnen.
Achterbahnfahrt
Die Handlung hat etwas von einer Achterbahnfahrt an sich. Der Held, der zunächst als "hässliches Entlein" vorgestellt und zwei mächtigen Gestalten, einem Schmied und einem Merlin-ähnlichen Zauberer, beschützt wird, erwirbt sich diverse Gefährten, die ihm helfen, wenn er sich mal wieder überschätzt hat. Insbesondere Eilonwy ist mit ihrer spitzen Zunge eine ständige Quelle von Freude und Witz, auch wenn sie einen Mann damit schnell in den Wahnsinn treiben könnte.
Auch Fflewdur Fflam, ein ehemaliger König, der jetzt als Barde durch die Lande zieht, ist interessant. Er hat vom Ober-Barden Wales', dem berühmten Taliessin, eine magische Harfe erhalten, doch ihre Saiten reißen, sobald ihr Besitzer auch nur die geringste "Verschönerung der Wahrheit und Wirklichkeit" erzählt - wozu Barden und Dichter von Natur aus neigen. Fflam hat also immer gut zu tun, seine Harfe in Schuss zu halten.
Das Waldwesen Gurgi weiß ebenfalls zu faszinieren. Dieser keltische Charakter, der auch in C.J. Cherryhs Kelten-Fantasien wie etwa "Der Baum der Träume und Juwelen" sowie "Faery in Shadow" zu finden ist, erweist sich im Laufe der Zeit als treuer und anhänglicher Gefährte, auch wenn er bisweilen ein wenig aufdringlich und in hygienischer Hinsicht abstoßend erscheint.
Die Feinde
Die Feinde sind nicht weniger einfallsreich gezeichnet. So verfügt der gehörnte König über einen schwarzen Kessel (der der Fortsetzung den Titel gibt), aus dem Zombiekrieger erzeugt werden können. Da sich diese nicht töten lassen, bilden sie für jeden einen furchteinflößenden Feind. Zum Glück ist ihr Aktionsradius abhängig von der Entfernung vom Kessel, so dass es eine Chance gibt, ihnen zu entkommen.
Auch die Lüfte sind nicht sicher. Ähnlich wie die schrecklichen Reittiere, die Tolkiens Ringgeister durch die schwarzen Lüfte von Mordor tragen, suchen gefräßige Vögel, die Gwythaint, wehrlose Wanderer wie Taran heim. Doch die Gwythaint sind nicht von Geburt an so, sondern werden von ihrem Herrn Arawn dazu erzogen und ausgebildet, Fleisch zu begehren und für ihn zu spionieren. Dass Taran einen jungen Gwythaint aus einer Dornenhecke befreit und sich der Gerettete revanchiert, wurde im Hörspiel gestrichen.
Aber auch die Zwerge, das Kleine Volk, dürfen nicht fehlen. Durch einen Zauber lockt König Eiddileg ahnungslose Wanderer in sein unterirdisches Reich. Doch bei Taran & Co. gerät er an die Falschen. Er muss ihn ziehen lassen und gibt ihm einen Führer, Doli, mit. Denn Doli taugt in Zwergenaugen nicht: Er vermag sich nicht unsichtbar zu machen, zumindest nicht auf Kommando.
Die böse Zauberin, die Taran und den Recken Gwydion gefangennimmt, heißt Achren und ähnelt einer weiteren Figur aus dem Mabinogion: Arianrhod, was "Silberrad" (= Mond) bedeutet. Leider setzt sie sich kaum mit dem jungen Taran auseinander. Doch im Hörspiel wird ihre verführerische Konfrontation Gwydions ganz direkt geschildert. Sie ist offensichtlich ganz schön durchgeknallt.
Der Auftritt Eilonwys entschädigt dafür mehr als reichlich. Sie ist nicht nur selbst eine Schülerin der Magie - weshalb sie ja ihre Tante Achren besucht -, sondern findet in den Felsenhallen unter dem Spiral Castle ein superwichtiges Zauber- und Königsschwert, Durinwyn. Selbstverständlich wird es eine entscheidende Rolle spielen.
Handlung von Teil 2: "Taran - Der Zauberkessel"
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Der Waisenjunge Taran lebt als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und einem Magier namens Dallben. Der Magier hütet das magische "Buch der Drei", das Taran nicht anfassen darf, selbst wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder schlafend meditiert.
Doch die friedlichen Jahre, die auf das Ende seines ersten Abenteuers folgten, haben jäh ein Ende, als sich verschiedene hohe Herrschaften auf dem Gehöft von Dallben und Taran einfinden. Fürst Gwydion hat eine Ratsversammlung beim zauberer Dallben einberufen. Der Feldherr von Hochkönig Math fordert die anderen Fürst auf, auf eine gefährliche Mission ins Reich Annuvin des Todesfürsten Arawn zu ziehen. Solange Arawn mit Hilfe des magischen schwarzen Kessels weiterhin Zombiekrieger erzeugen könne, werde Prydain nicht sicher sein vor seinem Angriff. Und in letzter Zeit sei Arawn sogar dazu übergegangen, nicht nur Tote zu Kesselkriegern zu machen, sondern auch Lebende, die er einfangen und töten lasse.
Auf dem Feldzug gerät Taran ständig mit dem hochmütigen Prinzen Ellidyr aneinander, der es wirklich auf den "Schweinejungen" abgsehen hat. Nur Adaon, der Sohn des obersten Barden Taliessin, hilft den Gefährten. Und auch um den Feldzug ist es nicht gut bestellt, denn als Doli, der Zwerg, der sich unsichtbar machen kann, vom Dunklen Tor, dem Eingang zu Annuvins, zurückkehrt, berichtet er, der schwarze Kessel sei gar nicht dort, wo man ihn erwartet habe. Er ist weg!
Doch ein weiterer Zwerg namens Gwystyl beziehungsweise dessen Rabe Kaw wissen, wo sich der Kessel jetzt befindet: in den Marschen von Morva. Und wer wohnt dort? Drei alte Hexen namens Orddu, Orgoch und Orwen, die über Zauberkräfte verfügen. Tarans Gefährten und er selbst entgehen erst dann dem traurigen Schicksal, gefressen oder als Kröten zertreten zu werden, als Taran erwähnt, dass er in der Obhut des Zauberers Dallben lebt. Die drei Hexen erinnern sich sehr gut an das Knäblein Dallben: Sie haben es selbst aufgezogen.
Zwar entdecken die Gefährten den schwarzen Kessel tatsächlich auf dem Grund und Boden der Hexen, doch das nützt ihnen gar nichts. Sie bekommen ihn nur gegen einen hohen Kaufpreis: Taran muss die Spange des Wissens hergeben, die ihm der Barde Adaon in Verwahrung gegeben hatte, als er nach der Schlacht starb.
Doch das ist noch gar nichts gegen den Preis, den der schwarze Kessel für seine Zerstörung fordert: Ein lebendiger Mensch muss freiwillig in den Kessel springen, dieser werde daraufhin zerbersten. Tatsächlich: Hämmer und Stangen richten gegen das magische Monstrum nichts aus, und so müssen ihn die Gefährten durch die Lande zu Fürst Gwydion schleppen, denn der werde schon Rat wissen.
Allerdings haben sie die Rechnung ohne den Ehrgeiz des Prinzen Ellidyr gemacht.
Mein Eindruck
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Das Hörbuch lässt sich knapp einer Stunde anhören, und doch hat das Gefühl, eine ausgewachsene, tiefgehende Geschichte erfahren zu haben. Das liegt daran, dass es hier nicht mehr darum geht, Wissen und Gefährten zu erwerben, um schließlich damit den eindeutig erkennbaren Gegner von der Gegenseite zu überwinden.
Diesmal sind die Gegner in den eigenen Reihen zu finden: falscher Ehrgeiz, Ruhmsucht und mehrfacher Verrat vereiteln um ein Haar den Erfolg der Guten, die auf der Seite von Recht und Gesetz stehen. Fürst Arawn tritt überhaupt nicht in Erscheinung, allenfalls seine Häscher, die Kesselkrieger. Und so müssen schon bald die Besten dafür büßen, unter ihnen der kluge, seherisch begabte Adaon. Und obwohl er die nahe Zukunft kennt, überlässt er Taran die Entscheidung, wie man weitermachen will: zurück zu Fürst Gwydion oder doch in die Marschen von Morva?
Dieses Taran-Abenteuer ist sowohl sehr spannend als auch anrührend. Das Fazit, das Gwydion und Taran am Schluss ziehen, ist relativ niederschmetternd: Dies ist also die Welt eines Mannes, eine Welt aus Verrat, Blut, Niedertracht und falschem Ehrgeiz. Kann dies alles sein? Nicht wenn man dem Pfad der Ehre und der Wahrheit und der Liebe folgt, sagt Gwydion.
Doch Liebe hat Taran noch nicht kennengelernt, allenfalls indirekt durch Adaon. Der war nämlich mit Prinzessin Arian Llyr verlobt, und das Unterpfand ihrer Liebe war eben jene Spange, die Taran für den Zauberkessel hergeben musste und die ihrem Träger seherische Kraft verlieh.
So erwirbt ein Symbol der Liebe ein Werk des Bösen, um dieses der Vernichtung zuführen zu können. Nur ein weiteres Opfer kann die Vernichtung dann auch tatsächlich vollbringen. Doch die Wahl des Freiwilligen fällt ganz anders aus als erwartet.
Handlung von Teil 3: "Taran - Die Zauberkatze"
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Diesmal dreht sich alles um Prinzessin Eilonwy, Tochter von Angharad aus dem Hause Llyr, einer Sippe von Zauberinnen. Seit dem ersten Abenteuer in "Das Buch der Drei" wissen wir, dass Eilonwy ein besonderes Spielzeug hat: eine goldene Kugel, die in ihrer Hand leuchten kann. Welche Bewandtnis es damit auf sich hat, wird uns in diesem Hörspiel enthüllt.
Aber warum sollte Eilonwy überhaupt das heimelige Caer Dallben verlassen? Nun ja, sie kann ja nicht ewig eine schwertschwingende Küchenmagd bleiben, sondern muss auch mal mit den Feinheiten der Kultur vertraut gemacht werden, findet Magier Dallben. Der Hilfsschweinehirt Taran und das Waldwesen Gurgi eskortieren das an die Küste ziehende Frauenzimmer. Dort empfängt sie ein Schiff, das von einem tolpatschigen Prinzen namens Rhun kommandiert wird. Eigentlich ignoriert die Besatzung seine Befehle, aber den Prinzen ficht das nicht an. Er hat ein gesundes Selbstvertrauen. Er ist dem ungeduldigen und eifersüchtigen Taran auf Anhieb unsympathisch.
Nach einer stürmischen Überfahrt zur Insel Mona, dem heutigen Anglesey, kommen sie endlich im Schloss Dinas Rhydnant an, wo man sie sogleich neu einkleidet. Auch der altbekannte Barde Flewdur Fflam ist hier, worüber sich zumindest Taran freut, denn der Sänger ist aus dem Haupthaus wegen schlechten Gesangs verbannt worden.
Der "Schumacher" stellt sich zu Tarans höchstem Erstaunen als der verkleidete Fürst Gwydion heraus. Er warnt Taran, dass das Leben der Prinzessin in Gefahr sei und seines, Tarans, wohl auch. Der Haushofmeister des Schlosses stehe in Diensten der vertriebenen Zauberin Achren (siehe "Buch der Drei") und habe sicher üble Pläne.
Tatsächlich beobachten Taran und Gwydion der Haushofmeister Magg beim Geben eines Signals - mitten in der Nacht. Ein Schiff auf hoher See antwortet. Am nächsten Morgen sind Magg und Eilonwy wie vom Erdboden verschluckt, nachdem Taran auf seiner Wache kurz eingenickt war. Die Verfolgungsjagd der Gefährten, die in Begleitung Prinz Rhuns aufbrechen, ist zunächst erfolglos.
Nachdem sie einer Riesenkatze mit dem hübschen Namen Llyan ebenso wie einem Höhlenriesen namens Glew - einem Zauberer, der noch übt - entkommen sind, setzen sie zum verfallenen Stammsitz des Hauses Llyr über. Dort wartet schon die Zauberin Achren auf sie, die Eilonwy in ihrer Gewalt hat. Gelingt es Achren, die Zaubermacht der Llyrs in die Hand zu bekommen, würde das den Untergang Prydains bedeuten.
Mein Eindruck
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Auch dieses Hörspiel habe ich genossen, die Handlung ist flott erzählt. Zunächst erscheint die Geschichte wie ein heiteres Fliegengewicht gegenüber dem düsteren Band "Der schwarze Kessel". Diesmal haben die Abenteuer mit Llyan und Glew einen grotesk-humorvollen Charakter. Zunächst sieht es nicht so aus, als hätten sie etwas mit der Entführung von Prinzessin Eilonwy zu tun.
Nützliche Umwege
Doch im Finale erweist sich, dass die bei der Verfolgungsjagd gemachten Erfahrungen und erworbenen Erkenntnisse über die Zaubermacht des Hauses Llyr von zentraler Bedeutung sind. Manchmal muss man eben einen Umweg machen, um zum Ziel zu gelangen. Und Prinz Rhun erweist sich bei dieser Gelegenheit als doch kein so großer Vollidiot, wie Taran zunächst angenommen hatte. Er und Eilonwy sollen heiraten, um über die Insel Mona (= Anglesey) zu herrschen. Das macht Taran natürlich eifersüchtig, denn er ist selbst der heißeste Verehrer der blonden Schönheit mit dem schnellen Mundwerk. Aber alles renkt sich wieder ein, wenn auch etwas anders als erwartet.
Noch nützlichere Tiere
Es ist immer wieder verblüffend, welch bedeutende Rolle Tiere in diesen Geschichten haben. Diesmal ist es der Rabe Kaw, den Taran vom Zwerg Gwystyl (in "Der schwarze Kessel") geschenkt bekommen hat, der sich als nützlicher Späher und eloquenter Auskunftgeber erweist. Dieser Vogel, der eine tiefe Zuneigung zu Taran gefasst hat, weist alle positiven Eigenschaften auf, die ihm die Legenden der Menschen zuschreiben.
Ganz anders dagegen die Riesenkatze Llyan. Sie ist das Ergebnis eines magischen Experiments, das der Riese Glew, ein echter Amateur in Sachen Wissenschaft, mit seinen Zaubertränken geschaffen hat. Leider fehlte es ihm dabei an Voraussicht, um die Folgen abzusehen. Jedenfalls musste er vor seinem Frankenstein-Geschöpf unter die Erde flüchten. Die Gefährten Tarans haben einen Heidenrespekt vor dem Riesenkater, doch der Zufall kommt ihnen zu Hilfe: Die Mieze reagiert auf Fflams Harfenklänge äußerst positiv und fängt schon bald zu schnurren an wie ein braves Kätzchen - Fflam, der moderne Orpheus. Später zeigt sich, wie nützlich anhängliche Tiere sein können.
4) Handlung von Teil 4: "Taran - Der Zauberspiegel"
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Endlich will sich Taran auf die Socken machen, um herauszufinden, wer seine Eltern sind. Das wurde aber auch höchste Zeit, denn Prinzessin Eilonwy, seine Angebetete, wird sicherlich keinen Hilfsschweinehirten zum Mann haben wollen. Taran hofft daher auf eine edle Abkunft. Auf dieser Wanderung begleitet ihn zunächst lediglich der freundliche Tiermensch Gurgi, der sein treuster Begleiter geworden ist. Zunächst zieht Taran zu Gurgis Entsetzen zu den drei weisen Frauen, die in den Marschen von Morva leben. Orddu rät ihm, sich selbst im "Spiegel von Llunet" (ausgesprochen: lünet) selbst zu erkennen, der im östlichen Gebirge zu finden sei.
Zusammen gelangen sie an König Smoits Burg, den wir schon aus Band 2, "Der schwarze Kessel", kennen: ein Bär von einem Mann, aber nicht einer der hellsten Köpfe. Hier trifft Taran auch Fflewdur Fflam (ausgesprochen "flodir flam") wieder, den Barden mit der wahrheitsliebenden Harfe und der Riesenmiezekatze Llyan.
An einem Sumpf fängt Llyan einen Frosch von sonderbarer Größe. Es ist Dolí, der Zwerg. Und er ist untröstlich! Denn Morda, ein Möchtegern-Weltbeherrscher, hat den Unterirdischen ein magisches Kleinod aus dem Haus der Zauberer von Llyr gestohlen und Doli in einen Frosch verwandelt. Beim Versuch, dem durchgeknallten Morda das Handwerk zu legen, werden Fflewdur und Gurgi verwandelt, doch an Taran scheitert der Irre. Warum nur? Das sei hier nicht verraten.
In einer Bergschlucht stoßen Taran, Fflewdur und Gurgi auf einen verkrüppelten Schafhirten namens Craddoc, der behauptet, Tarans Vater zu sein, denn er habe seinen Sohn einem heilenden Wanderer namens Dallben mitgegeben. Und Dallben ist bekanntlich Tarans Mentor in seinem heimatlichen Caer.
Diese Verwandtschaft kann Taran mangels Geburtsurkunde natürlich nicht widerlegen, und so hilft er dem Alten, seine verfallene Hütte, seine Herde und seine Weiden wieder auf Vordermann zu bringen. Taran schickt Fflewdur zu Dallben, um die Geschichte bestätigen zu lassen, doch Fflewdur kehrt unverrichteter Dinge zurück: Er kommt im Schnee nicht mehr weiter.
Craddoc stöhnt - wie viele andere Reisebekanntschaften - über die Verluste, die Arawn, der Fürst der Unterwelt, in Prydain verursacht hat. Doch als Craddoc schwer stürzt, ertappt sich Taran bei dem Wunsch, der Alte, der ihn hier ein halbes Jahr festgehalten hat, möge sterben, damit Taran wieder frei sein und weiter wandern könne. Ein magisches Geschenk Eilonwys, ein Horn der Zwerge, ruft Hilfe herbei...
Als wichtigste Station erweist sich jedoch das Land der "Freien Commots". Diese Menschen regieren sich selbst und helfen einander, um in Wohlstand und Zuefriedenheit zu leben. Taran lernt, Glück zu erkennen, ein neues Schwert zu schmieden, einen neuen Mantel zu weben und eine Schale zu töpfern. Es sind Wege, die Welt zu erkennen, aber auch sich selbst. Bei einem Ritt zum "Spiegel von Llunet", einem schönen, spiegelnden See, erkennt Taran schließlich sich selbst.
Mein Eindruck
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Das Buch hat eine ganz andere Struktur als die vorhergehende Trilogie: Es besteht aus Episoden. Die Kämpfe sind in der Mehrzahl nicht heroischer Natur, sondern dienen dazu, Taran mehr über sein Inneres mitzuteilen. Der Hilfsschweinehirt erfährt nun, wo sein Platz in der Gesellschaft ist und wozu er alles fähig beziehungsweise nicht fähig ist. Der Zweck der Wanderung ist also ein zweifacher: Selbsterfahrung und Erfahrung der Welt.
Und um diese Welt ist es nicht gut bestellt. Es ist eine Welt unter dem Schatten des Todesfürsten Arawn, der ihr Wissen und Kraft aussaugt und diese Beute für sich selbst hortet. Arawn ist der negative Pol der Schöpfung, und es sieht so aus, als stünde seinem Ent-Wirken keine positive Kraft entgegen. Die menschlichen Herrscher sind untereinander zerstritten oder pervertieren Werte. Taran weiß es noch nicht, doch das HEILEN der Welt ist seine Aufgabe. Diese wird er im nächsten, dem letzten Band der Chroniken von Prydain, erfüllen. Und wie immer ist der Preis für den Erfolg sehr hoch. Darin gleicht Taran Frodo Beutlin bei Tolkien sowie Alvin Maker bei Orson Scott Card.
Einen gangbaren Weg in ein geheiltes Prydain bieten die Freien Commots an: Hier verwirklicht jeder Handwerker, was seine Gabe ist, sei es das Schmieden von Schwertern, das Weben oder das Töpfern. Und da andere Menschen die Erzeugnisse aus diesem Handwerk benötigen, entwickelt sich ein freier Handel. Zunächst scheint allerdings bei diesem Warenhandel eher an Tausch gedacht, denn niemand scheint auf Profit bedacht zu sein. Alle sind gleich arm und gleich bescheiden.
Im Hörspiel fehlen wichtige Aspekte: Diese Genossenschaften der Commots sind natürlich Ziele der Banditen. Und der Überfall, der im Buch das Finale der Handlung bildet, fehlt im Hörspiel völlig. Das bedeutet, dass der Aspekt der sozailen Auseinandersetzung fast völlig unter den Tisch fällt, Nur in der Craddoc-Szene klingt an, dass es Leute gibt, die anderen Land wegnehmen und es deswegen zu Kämpfen und einem Exodus gekommen ist.
5) Handlung von Teil 5: " Taran - Das Zauberschwert"
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Der Zyklus geht nun in die Zielgerade. Aber es sieht gar nicht gut aus für Taran und seine Gefährten. Denn die Existenz Prydains selbst ist gefährdet. Fürst Gwydion wurde überfallen und seines magischen Schwertes Dyrnwyn beraubt. Dieses bereichert nun sicher bereits den Schatz des Todesfürsten Arawn, denn es hat die Macht, die unverletzbaren Kesselkrieger Arawns vom Scheinleben zum Tode zu befördern. Mit anderen Worten: Prydain ist nun den Angriffen von Arawns Kessekriegern wehrlos ausgeliefert.
Wirklich wehrlos? Gwydion und Tarans Gefährten wollen Hilfe bei König Smoit holen, doch als sie kurz davor im Wald lagern, berichtet ihnen ein verletzt zu ihnen stoßender Kämpfer, dass Kesselkrieger die Burg mit einer List eingenommen hätten. (Hier gibt eine starke Abweichung vom Buch, in dem diese Episode einen viel größeren Raum einnimmt.)
Als nächste Station peilen Gwydion & Co. das prächtige Schloss des Hochkönig Math an, Caer Dathyl. Die erste Schlacht gegen Arawns Kesselkrieger und ihre Generäle verläuft nicht schlecht, zumal es Taran gelungen ist, aus den Dörfern der Freien Commots Kämpfer auszuheben. Doch Hochkönig Math stirbt in den Kämpfen.
Bei der winterlichen Verfolgung der nach Annwyn zurückkehrenden Kesselkrieger teilen sich Gwydion und Taran die Aufgabe und ihre Truppen: Gwydion nimmt den Seeweg, Taran zieht über die Roten Brachlande und die angrenzenden Berge, ständig in Scharmützel mit den Kesselkriegern verstrickt. Er verliert sogar Eilonwy und Gurgi aus den Augen, nur um dafür die Hilfe der Zwerge zu erhalten, allen voran der alte Gefährte Doli. Mit einer List der Zwerge gelingt es ihnen, die Truppe Kesselkrieger in die Flucht zu schlagen.
Als Ex-Königin Achren ihnen den rechten Weg zum Drachenberg zeigt, gelangen Tarans Mannen gerade noch rechtzeitig zur Burg Arawns, um eingreifen zu können. Dort tobt bereits die Schlacht, und die Kesselkrieger werden auf den wehrlosen Taran aufmerksam. Nun kann ihm nur noch ein Wunder helfen. Und das Wunder geschieht...
Mein Eindruck
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Dieser Roman hat 1968 den wichtigsten Preis der USA für Kinder- und Jugendbuchliteratur erhalten, und man merkt auch schnell, warum. Anders als die vorhergehenden Bücher ist diese Geschichte von einem ernsten Unterton, den die vielen humorvollen und ironischen Kabbeleien zwischen den Gefährten Tarans nur unzulänglich übertünchen können. Die Hoffnung der Verteidiger wird, ähnlich wie im zweiten und dritten Band des "Herrn der Ringe" auf eine harte Belastungsprobe gestellt, und mehrmals steht Taran, der seine Truppe anführt, kurz davor zu verzweifeln.
Selbst dann noch, als alles vorüber ist, gönnt der Autor seinem Helden keine Ruhe. Taran könnte mit den anderen Fürsten und dem Zauberer Dallben in die Sommerlande segeln und dort ein unsterbliches und sorgenfreies Leben genießen. Und er könnte sogar Eilonwy, die sogar mitfahren muss, weil sie eine Zauberin ist, mitnehmen. Doch er müsste dafür alles aufgeben, was er in Prydain erreicht hat: die Gefolgschaft der Freien Commots und den Wiederaufbau des Landes, das von Arawns Treiben immer noch verheert und krank ist. Soll er einfach abdüsen und sich einen faulen Lenz machen, während Prydain vor die Hunde geht? Wohl kaum. Im Traum wird ihm eine Lösung aufgezeigt, doch wählen muss er selbst. Wird Eilonwy an seiner Seite bleiben?
Recht interessant ist die Erwähnung der Sommerlande, die auch im Hörspiel nicht zu kurz kommt. Aus den Sommerlanden, die vielleicht für das versunkene Atlantis oder andere ferne Gestade stehen, kamen einst, so der Mythos, die Söhne Donns - allesamt Magier, die in Prydain mit ihrem Wirken Frieden brachten, weil sie Arawn bekämpften. Nun, nach Arawns Tod, ist ihre Zeit um, und sie müssen fort. Die Menschen müssen sich selbst um ihr Wohlergehen sorgen, und Taran hat zu wählen: Sommerlande oder Prydain. Dreimal darf man raten, wer zum neuen Hochkönig ernannt wird.
Die Sprecher, die Produktion
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Ich bespreche hier stellvertretend für alle 5 Folgen das erste Hörspiel.
Zur Einstimmung beginnt das erste Hörspiel mit einem keltisch anmutenden, möglicherweise walisischen Volkslied. Es wird noch des öfteren im Hintergrund angespielt (und stammt von einem mit einem bemerkenswerten Namen: "der deutung und das ro"). Der Zuhörer mit ein wenig Erfahrung in keltisch inspirierter Folk-Musik fühlt sich sofort in selige Zeiten von Clannad-Konzerten zurückversetzt. Wo immer man in Irland, Schottland oder Wales als Tourist hingelangt, kann man diese Art von Musik finden. Denn diese Musik ist nicht einfach Touristenattraktion, sondern ein integraler Teil der Identität der keltischen Völker.
Wir sind also schon mal auf der richtigen Baustelle. Dann erklingt das helle "Ping!" aus der Schmiede von Coll. Sofort entspinnt sich der erste Dialog zwischen Taran, Coll und dem Magier Dallben. Wenig später tragen die Abenteuer Taran hinfort, bis zum glücklichen Ausgang. Mehr darf nicht verraten werden. Doch bei den walisischen Namen sollte man die Ohren spitzen. Sie sind für unsere Hörgewohnheiten doch recht ungewöhnlich. Siehe dazu meine Aussprachehinweise oben.
Die Stimmen der Sprecher finde ich sehr passend und angemessen. Es gibt kein Zögern, keine falschen Töne, so dass die Sätze ganz natürlich klingen und nicht, als hätte man sie ein Dutzend mal geübt. Ich war erstaunt, dass Tommi Piper, der mit einer Fernsehserie in den 70ern oder 80ern bekannt wurde, inzwischen eine derart tiefe und raue Stimme hat, dass er ohne weiteres die Autorität ausstrahlt, die einem Fürsten wie Gwydion gebührt. Am lustigsten ist sicher die Stimme der quicklebendigen Prinzessin Eilonwy, die Taran in Grund und Boden plappert.
Da dies ein Hörspiel ist, gibt es nicht nur Stimmen, sondern auch Geräusche. Dazu gehören grunzende, quiekende Schweine ebenso wie reißende Harfensaiten. Am eindrucksvollsten sind jedoch das Erdbeben unter dem Spiral Castle und die finale Schlacht gegen den Gehörnten König: Blitz und Donner kommen hier in einer beeindruckenden Kombination zusammen. Die Tonregie hat hier saubere Arbeit geleistet.
Unterm Strich
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Insgesamt bietet die Hörspiele von Tarans Abenteuern ein enorm hohes Maß an kuriosen Einfällen und sehr viel Kurzweil für junge Hörer. Die Action ist nicht zu brutal und keiner der Gefährten Tarans muss sterben oder ein größeres Opfer bringen. (Das ändert sich in den späteren Folgen.) Jede Folge ist etwa 54 oder 55 Minuten lang, denn sie wurden alle für den Rundfunk produziert, und dessen Stunden haben nun mal bloß 55 Minuten (weil der Rest für Werbung und Ansagen verwendet wird).
CD #1
Das Hörspiel, das vom Sender SWR selbst als "Taran und das Zauberschwein" angekündigt wird, ist eine professionelle Produktion ohne irgendwelche Ausfälle oder Mängel. Vielmehr bereitet die schnelle Abfolge der Begegnungen und Abenteuer unterhaltsame Kurzweil für junge Hörer. Es mag sich aber als hilfreich erweisen, das Buch zu lesen, um die Zusammenhänge ein wenig besser zu durchschauen. Man kann aber alternativ das Hörspiel mehr als einmal anhören und sich so die Zusammenhänge selbst erarbeiten. Denn was dafür nötig ist, ist vollständig vorhanden.
CD #2
Auch diese Hörspiel-Folge besticht wieder durch Professionalität, spannende Unterhaltung und sehr gute Audio-Ausstattung. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Ausstattung der CD: Lediglich ein dünnes Faltblatt liegt bei, das uns mit Informationen versorgt. Wahrscheinlich hat der Verlag zugunsten eines neidrigen Verkaufspreises gespart. Das Titelbild ist aber ebenso schön wie das des Buches (es stammt von Geoff Taylor).
CD #3
Dieses dritte Hörspiel in der fünfteiligen Taran-Reihe beginnt wie ein ganz gewöhnlicher Entführungsfall, doch die zahlreichen heiteren und erheiternden Zwischenfälle auf der Jagd nach der Gekidnappten stellen sich als durchaus hilfreich und keineswegs als vergeudete Zeit heraus. Das Finale lässt an Dramatik nichts zu wünschen übrig.
So, nun wissen wir zwar, von welch edler und magischer Abkunft die werte Prinzessin Eilonwy ist, aber Taran ist immer noch der Meinung, dass er ihr als Hilfsschweinehirt nicht das Wasser reichen kann. Das findet Eilonwy allerdings auch. Und deshalb ist es nun allerhöchste Eisenbahn, mehr über Tarans Herkunft herauszufinden. Das passiert im nächsten Hörspiel, das den Titel "Der Zauberspiegel" trägt. Hoffentlich finden die beiden bald zueinander.
CD #4
Die Geschichte ist in diesem Band wieder Erwarten nicht weniger spannend als in den Vorgängerbänden. Der Schwerpunkt scheint nun allerdings auf die innere Entwicklung der Hauptfigur verlagert zu sein. Das aber geht nicht ohne dramatische Szenen vor sich, die das Anhören lohnenswert machen. Wie in Band 3 gibt es auch hier wieder Auflockerung in Form von heiteren Szenen.
CD #5
Die Endschlacht ist das Thema dieses krönenden fünften Teils des TARAN-Zyklus. Diesmal kämpft Taran um die Zukunft Prydains in der Endschlacht gegen Arawn, den Herrn des dunklen Landes Annwyn. Denn Dyrnwyn, das Zauberschwert, ist in die Hände des Feindes gefallen und muss zurückgeholt werden.
Alle Hörspiele bestechen durch Professionalität, spannende Unterhaltung und sehr gute Audio-Ausstattung. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Ausstattung der CD-Box: Lediglich ein dünnes Faltblatt liegt bei, das uns mit Informationen versorgt. Das Titelbild ist aber ebenso schön wie das des Buches (es stammt von Geoff Taylor).
Für wen sich die Hörspiele eignen
Der gesamte Zyklus eignet sich für junge Zuhörer. Obwohl bei Lübbe grundsätzlich Altersempfehlungen fehlen, würde ich sagen, dass man dieses Hörspiel durchaus schon ab zehn Jahren verstehen kann. Es fehlt zudem gänzlich an körperlicher Gewalt und spannend ist vor allem der Showdown im Finale.
Mein Fazit daher: eine hundertprozentige Empfehlung für alle 5 Hörspiele.
Michael Matzer (c) 2012ff
Info: The Book of Three, 1964; The black cauldron, 1965; The castle of Llyr, 1966; Taran Wanderer, 1967; The High King, 1968. Laufzeit: 271 Minuten. Lübbe Audio, Bergisch Gladbach, 2007; 5 CDs, EU 19,99, ISBN 3-7857-3354-2
Fazit: empfehlenswert für Hörspiel-Freunde
Name des Mitglieds: mmatzer




11.01.12
Schöne Krone.