Sophie Scholl - Das Verhör - Anna Clarin
-###- Gehängt wegen Hochverrat -###- - Sophie Scholl - Das Verhör - Anna Clarin Audiobook / Hörbuch

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Kurzbeschreibung: Genre: Politik/ Jahr: 2006/ Oskar Verlag. / Das ergreifende Hördokument, gibt originalgetreu die Inhalte des historischen Dokuments der Vernehmung der Sophie Scholl durch Robert Mohr, Kriminalobersekretär der Gestapoleitstelle in München wieder.

 
 

-###- Gehängt wegen Hochverrat -###-

Produkt:

Sophie Scholl - Das Verhör - Anna Clarin

Datum: 12.08.06

Bewertung:

Vorteile: gut verständliche, klasse umgesetzte Dialoge

Nachteile: viele Daten, mit denen man erst mal nichts anfangen kann

Ich möchte euch jetzt „SOPHIE SCHOLL – Das Verhör“ vorstellen. Es handelt sich um ein Hörbuch. Erst war ich ein wenig skeptisch, aber mir wurde während des Hörens klar, wie widersinnig die Verurteilung und das Strafmaß waren, aber zu dieser Zeit wohl eher normal. Dies und die Taktik Sophies und ihrem Bruder Hans machte das Hören interessant, und lehrreich.
Zunächst mal zu den Vernehmungsprotokollen selbst: Sie waren lange Zeit in den Stasi-Akten der DDR verschollen.
Hier hier liegen sie nun in ungekürzter Form als Hörbuch vor. Das Hören macht Spaß auch wenn es sich erst mal nicht danach anhört. Schon weil es in Dialogform gehalten ist, wirkt es antiquiert und zugleich unterhaltsam. Hier erst mal ...


Der Inhalt:
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Die „Weiße Rose“ oder Sophie Scholl als Person sind weitgehend bekannt. Deshalb werde ich den Verlauf des Verhörs nur anschneiden, da das Nennen stupider Daten an dieser Stelle keinen Sinn macht. Das ändert nichts am Unterhaltungswert dieses Hörbuchs. Wer sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus beschäftigt, oder sich grob dafür interessiert ist hier sicher gut beraten. Nicht zuletzt durch die in Dialogform dargestellten Verhörsituationen zwischen Sophie, gesprochen von Anna Clarin, die als Schauspielerin bekannt sein dürfte, und Robert Mohr, Kriminalobersekretär der Gestapoleitstelle in München, gesprochen von Konstantin Wecker.

Die Einleitung, darunter den Inhalt des, ich meine 6. Flugblattes von Sophie Scholl und ihrem Bruder Hans Scholl und die Zwischensequenzen zu den Verhörtagen Sophies werden von Gerhard Jilka gesprochen, dessen Stimme einigen bekannt sein dürfte. Hier erst einmal das Flugblatt, dass auch oft Gegenstand des Verhörs war, und eines der wichtigsten, neben dem mit der Überschrift „An alle Studentinnen und Studenten“, dass seinen Ursprung bei der Vervielfältigungsmaschine hatte, welche oft kaputt ging, sodass die Presse neu beschriftet werden musste:

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„Kommilitoninnen! Kommilitonen!
Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. Dreihundertdreißigtausend deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer wir danken dir!
Es gärt im deutschen Volk: Wollen wir weiter einem Dilettanten das Schicksal unserer Armeen anvertrauen? Wollen wir den niedrigsten Machtinstinkten einer Parteiclique den Rest unserer deutschen Jugend opfern?
Nimmermehr! Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigen Tyrannis, die unser Volk erduldet hat. Im Namen des ganzen deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück , um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen. In einem Staat rücksichtsloser Knebelung jeder freien Meinungsäußerung sind wir aufgewachsen. HJ, SA und SS haben uns in den fruchtbarsten Bildungsjahren unseres Lebens zu uniformieren, zu revolutionieren, zu narkotisieren versucht...
Der deutsche Name bleibt für immer geschändet, wenn nicht die deutsche Jugend endlich aufsteht, rächt und sühnt zugleich, ihre Peiniger zerschmettert und ein neues geistiges Europa aufrichtet. Studentinnen! Studenten! Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. Beresina und Stalingrad flammen im Osten auf, die Toten von Stalingrad beschwören uns!
Frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen!
Unser Volk steht im Aufbruch gegen die Verknechtung Europas durch den Nationalsozialismus, im neuen gläubigen Durchbruch von Freiheit und Ehre.“

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Darauf folgt:

die „Hauptverhandlungstermin, 22.02.1943

Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof in München: Strafsache gegen Sophia Magdalena Scholl wegen Hochverrats und Feindbegünstigung.“

Soweit ihr Urteil!

Danach folgen die Personalien zu Sophie:

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„Vorgeführt erscheint Sophia Magdalena Scholl.

Zur Person:

Familienname: Scholl,
Vorname: Sophia Magdalena,
Beruf: Studentin der Naturwissenschaften und Philosophie,
Einkommensverhältnisse: 150 Reichsmark pro Monat und Unterstützung durch die Eltern,
Geboren: 09.05.1921 in Forchtenberg, ...,
Wohnung oder letzter Aufenthalt in München „23“, Franz Joseph Str. 13, ...,
Staatsangehörigkeit: Deutsches Reich
Religion: evangelisch,
sind Eltern und Großeltern deutschblütig: Ja, ...“

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Dann spricht Anna Clarin als Sophie und bestätigt die eben genannten Angaben zu ihrer Person und fügt ihren Lebenslauf hinzu. Erst danach beginnt das eigentliche Verhör. Sie zieht zu ihrem Bruder nach München und zählt alle ihr bekannten Personen. Danach beschreibt sie, wie sie mit ihrem Bruder in die Uni gegangen ist, dass sie die Flugblätter auf der Treppe zum zweiten Stock entdeckt haben und oben am Geländer des Lichthofs welche runter gestoßen haben, die ihnen ausdrücklich nicht gehörten. Sie gab an einen leeren Koffer mitgenommen zu haben, was meines Erachtens etwas merkwürdig war.

Der Kriminalobersekretär fragt sie dann über den Inhalt ihres Briefkastens und über den Kauf von Briefmarken aus, was einem erst mal merkwürdig vorkommt. Später aber wird einem das Ganze klar. Auf die Andeutung der Beweise hin sagt Sophie:

„Trotz ernster Vorhaltung und Ermahnungen muss ich nach wie vor bestreiten sowohl mit der Herstellung als auch mit der Verbreitung der in Frage stehenden Flugblätter auch nur das Geringste zu tun zu haben!“

Fortsetzung der Vernehmung:

Ihr Bruder Hans hat sein Geständnis abgelegt. Daraufhin möchte sie es ihm gleich tun. Sie führt eine Rechtfertigung an, in der sie die vielen sinnlosen Toten von Stalingrad nennt. Im Sommer '42 kamen die beiden auf das Gespräch und wollten nur vertraute Bekannte einweihen, denen sie ihre Abneigung gegen die Staatsform entgegenbrachten. Das reichte ihnen nicht. Sie suchten nach neuen Wegen, um auf eine breite Masse von Menschen einzuwirken. Da kamen ihnen auch zum ersten mal die Flugblätter in den Sinn.
Sie borgten sich die Schreibmaschine ihrer Wohnungsgeberin und einen Vervielfältigungsapparat mit dem es erst möglich war Flugblätter in diesen Massen herzustellen. Einige Eingeweihte werden genannt. Unter anderem Schmorel, der den Geschwistern Scholl eine Schreibmaschine gab und ihnen beim zukleben der Briefe half.

München, den 20.02.'43

Graf wird genannt, Frontsoldat, der sich in Gesprächen mit Sophie und Hans verlor, aber nach Angaben Sophies nicht an den Aktionen beteiligt war. Flugblätter wurden sogar in Wien, Linz oder Salzburg verlegt. Sophie reiste in entsprechende Städte und warf die adressierten Briefe in dortige Briefkästen. Deshalb auch die anfänglichen Fragen über ihren Briefkasten und Briefmarken, die sie gekauft hat. Durch diese Taktik gelingt es ihnen den Nationalsozialisten verschiedene widerständische Gruppierungen in vielen verschiedenen Städten gleichzeitig vorzugaukeln.
Hans besorgt sich später Farbe und beschmiert Hauswände mittels Schablonen. Sophie erfährt zufällig davon. Beiden droht die Todesstrafe.

Soviel zum Inhalt. Vielleicht viel zu viel, aber das soll nur deutlich machen, dass das Verhör aufgrund seines befragenden Ablaufs keinesfalls an Spannung verliert.


Die Sprecher:
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..., wie erwähnt sind Gerhard Jilka, der den Spannungsbogen hält, Anna Clarin als Sophie Scholl, die in den aktuellen Spielfilmen „Giganten: Ludwig van Beethoven“, „Zwei am großen See“ und „Forsthaus Falkenau“ zu sehen ist und im visuellen Hörspiel "Schneewittchen", dieser ihre Stimme lieh und, Konstantin Wecker als der Kriminalobersekretär Robert Mohr. Beide Sprecher können mit bayrischem Dialekt auftrumpfen, was den Eindruck eines wirklichen Dialogs vermittelt. Zudem wirkt Anna Clarins Stimme zu Beginn des Verhörs ein wenig weinerlich, als hätte Sophie Scholl Angst, dahinzu kommen kleine Versprecher, die nicht gesetzt klingen und dem Ganzen noch ein wenig mehr Realismus verleihen. Wirklich gut gesprochen.


Der Preis/Kauf:
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Erwerben könnt ihr das Hörspiel als MP3-Version ( ? kBit/s, z.B. unter soforthoeren.de) mit einer Gesamtgröße von 82 MB oder in anderen Formaten (audible-Formate 2-4) mit etwa 5-19 MB (Abspielbar im Media-Player, Quicktime-Player und entsprechenden MP3-Playern oder PDA's). Auch in CD-Form ist sie zu bekommen. Die Preise sind recht unterschiedlich, aber hauen einen nicht aus den Socken. 14,95 € für die CD ist bei einer Spieldauer von 1:19 h wirklich fair. Günstiger wird es allerdings in digitaler Variante, hier nur 12,90 € oder 10,95 € in letzterer Reihenfolge. Also doch erträglich.


Fazit:
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Absolut interessant. Vielleicht nicht für jeden was. Da aber ein gewisser Unterhaltungsfaktor vorhanden ist, denke ich eignet sich „Das Verhör“ auch als Bett- und Abendlektüre. Ob dieses Hörbuch auch schriftlich zu erwerben ist, weiß ich leider nicht. Es gibt aber viele Bücher die sich mit dem Thema beschäftigen, die auch unter Ciao.de zu finden sind. Wem auch das noch zu viel ist, der sollte sich den Film „Sophie Scholl“ anschauen. Dessen Drehbuch beruht auf den oben beschriebenen Verhörprotokollen.

Interessant sind auch die kleinen Details, die ich noch nicht kannte. So begründet Sophie zu Anfang des Protokolls ihren Ausstieg bei den BDM (Bund Deutscher Mädel) mit Langeweile und der Unrichtigkeit dieses Verbundes aus pädagogischer Sicht. Zudem ist ihre Abneigung gegen den BDM und den Nationalsozialismus durch die Verhaftung ihrer Geschwister (10 Jahre und jünger) wegen „Bündiger Umtriebe“ und ihrem Hauptgrund: „die Einschränkung der geistigen Freiheit des Menschen, in einer Weise, die ihrem inneren Wesen widerspricht“, so Sophie, zurückzuführen. Sie gehörten zweifellos zum Widerstand, der sich außerdem in den Attentaten zeigte, und in vielen Formen anzutreffen waren. „Die Weiße Rose“ wie auch die Flugblätter selbst sind ein Symbol für Freiheit und die freie Meinungsäußerung. Wo es Flugblätter, gibt es Pressefreiheit. Der Einsatz der Geschwister Scholl, die dafür ihr Leben geben mussten, und mit dieser Angst lebten, von dem Regime erwischt zu werden, ist beispielhaft.
Inklusive ist übrigens ein Bonustrack am Ende des Hörspiels, welcher nicht so nach meinem Geschmack ist. Na, ja aber es ist wohl selbst komponiert worden von Konstantin Wecker im Jahre 1982. Michael Verhoeven, der den gleichnamigen Film „Die weiße Rose“ mit der Hauptdarstellerin Lena Stolze, machte bekam zahlreiche Preise und nahm das Lied als Titelsong.

Ich kann das Hörbuch wärmstens empfehlen.


Die Daten:
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Sprecher: Gerhard Jilka, Anna Clarin, Konstantin Wecker
Verlag: O.SKAR Verlag GmbH
ISBN: 3938389117
Format: CD, MP3, Audible
Beigaben zur CD: keine
Spieldauer: 1:19 h

*SMILY*

Fazit: weiter oben ;)

Name des Mitglieds: tishy1