Mark Brandis: Die Vollstrecker 11 - Nikolai von Michalewsky (CD)
Vor dem Weltenbrand: Das Ende des homo sapiens? - Mark Brandis: Die Vollstrecker 11 - Nikolai von Michalewsky (CD) Audiobook / Hörbuch

Vor dem Weltenbrand: Das Ende des homo sapiens?
Mark Brandis: Die Vollstrecker 11 - Nikolai von Michalewsky (CD)

mmatzer

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Mark Brandis: Die Vollstrecker 11 - Nikolai von Michalewsky (CD)

Datum: 26.03.11

Bewertung:

Vorteile: spannend, unterhaltsam, engagiert, für erwachsene Menschen, professionell inszeniert

Nachteile: Inszenierung erinnert an gewisse Perry-Rhodan-Folgen, technisch etwas unplausibel

Man schreibt das Jahr 2127: Der rätselhafte Rücktritt des Ministers Tschou Fang-Wu hatte die Beziehungen zwischen der Union und den Republiken nach dem Bürgerkrieg erkalten lassen. Auf der Raumstation "Interplanar XII" soll nun die erste große Friedenskonferenz stattfinden. VEGA-Commander Mark Brandis ist für die Sicherheit der Delegationen verantwortlich. Doch ein Anschlag bringt die Großmächte an den Rand eines neuen Weltkriegs. Wer steckt diesmal dahinter?

Der Autor
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Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach Perry Rhodan) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart imm Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

Die Sprecher/Die Inszenierung
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Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u.a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.

Mehr Info: www.folgenreich.de.

Die Rollen und ihre Sprecher:

Prolog: Wolf Frass
Commander Mark Brandis: Michael Lott
Bordsystem CORA: Christine Mühlenhof
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Grigori Romen: David Nathan
VEGA-Direktor John Harris: Gerhart Hinze
Ruth O'Hara, Brandis' Gattin: Dorothea Anna Hagena
Cpt. Robert Monnier: Holger Umbreit
Lt. Konstantinos Simopulos: Gernot Endemann
Und weitere.
Mehr Info: www.markbrandis.de und www.interplanar.de.

Hintergrund und Vorgeschichte
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Die Mark Brandis - Hörspielreihe begann 2005-2007 mit Bordbuch Delta VII. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu "die Union" und "die Republiken" geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet - ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

* Computer müssen nicht jedesmal neu programmiert werden, sondern kümmern sich selbständig um ihre Aufgaben (daher kein "Technobabble"). Delta VII besitzt eine sprechende "Persönlichkeit" mit dem Namen CORA, die von jedem Ort im Schiff aus zu erreichen ist;
* Die Delta VII besteht aus Brücke, Aufenthaltsraum/Messe, Maschinenraum und den Quartieren, dazu noch zwei Schleusen (Hauptschleuse kielseits und Dingischleuse deckseits); sie ist außerdem kein raketenartiger Vertikalstarter mehr;
* Mark Brandis und Ruth O'Hara können sich "Videobriefe" schreiben; sog. Homeservice-Tapes (erinnert sich hier wer an "Das Arche Noah-Prinzip"?***) und sind bereits verheiratet.

VEGA

Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

Handlung
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Auf der Station "Interplanar 12" soll ein Gipfeltreffen zwischen den verfeindeten Blöcken der Union (EAAU) und den Republiken (VOR) stattfinden. Der Medienrummel ist entsprechend groß, die Sicherheit strikt. Doch die VEGA ist neutral, und deren Direktor John Harris begrüßt die beiden Parteien. Sein Offizier Mark Brandis ist für die Security zuständig und entsprechend angespannt. Wird alles gutgehen?

Da trifft ein neues Schiff der TIGER-Klasse von den VOR ein. Mark fällt sein forscher Anflug auf und warnt seine Truppe. Da sackt das Schiff durch und kracht auf die Landeplattform. Brandis rennt los und nimmt Simopoulos mit, um Überlebende zu retten. Doch drinnen sind alle Quartiere - doch auf der Brücke finden sie vier Leichen vor. Ein Countdown-Piepsen ist zu hören - eine Bombe? "Alle raus hier!", ruft Brandis. Ein Donnerschlag erdröhnt...

Später erstattet Brandis seinem Chef Bericht. Er selbst und Simopoulos überlebten die Explosion, doch 230 andere nicht. Ein Drittel der Station wurde zerfetzt. Stammte die Bombe von den VOR? John Harris, der einen Kriegsausbruch fürchtet, beauftragt Brandis damit, den Urheber des Anschlags ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Zuvor soll Brandis die "Hermes" auf der Erde verkaufen und den Gast Alexander Torgau zusammen mit einer Kiste dorthin transportieren.

Commander Georg Romen führt Torgau herum. Dieser informiert ihn, dass es immer noch 40.000 Klone vom Typ Homo factus gebe. Was soll man mit ihnen in der VEGA anfangen? Romen könnte sie sich im Katastrophenschutz und dergleichen vorstellen. Als sie in Metropolis landen, dem Venedig des 22. Jahrhunderts, genehmigen sich Brandis und Romen erst einmal ein Currywurst nach Berliner Art. Da hören sie eine interessante Durchsage: Die "Vollstrecker" kündigen an, das nahe Puschkin-Theater in die Luft zu jagen, weil ein Ultimatum, das sie gestellt haben, verstrichen sei. Die beiden Besucher werfen sich gerade noch rechtzeitig in einen der Brunnen, als eine Explosion donnert...

Das Theater ist nur noch ein Trümmerhaufen. Brandis fliegt sofort zum Hauptquartier der VEGA, um herauszufinden, wer diese "Vollstrecker" sind. Sind sie auch für den Anschlag auf Interplanar-12 verantwortlich? Es gibt zwar noch keine Kriegserklärung seitens der VOR, aber die Mobilmachung ist bestimmt schon im Gange.

Da erhalten er und Harris die Holo-Meldung, dass die ARES mitsamt der Crew von den "Vollstreckern" entführt wurde. Ausgerechnet! Die ARES besitzt eine neue Tarnvorrichtung, die sie unsichtbar macht. An Bord befindet sich ein alter Freund von Brandis: Robert Monnier. Steckt er mit den Terroristen unter einer Decke? Brandis macht sich mit Romen daran, das herauszufinden und die ARES wiederzubeschaffen. Sie fliegen zuerst zum Mond...

Mein Eindruck
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Mark Brandis muss mal wieder Feuerwehr spielen, ähnlich wie James Bond. Nur, dass sein Betätigungsfeld das innere Sonnensystem ist und seine Vehikel etwas exotischer sind. Die HERMES beispielsweise haben wir bereits in vorhergehenden Episoden als superschnell kennengelrnt. Nun kommt die ARES als Gegner hinzu, die sich raffiniert tarnen kann, als wäre sie ein Schiff der Klingonen (oder waren's die Romulaner?).

Wie auch immer: Die Sache ist ernst. Brandis muss den Kriegsausbruch verhindern. Schon der gerade bewältigte Bürgerkrieg hat Millionen Opfer gefordert (siehe den Anfang der Serie). Das darf nicht noch einmal passieren. Doch wer sind diese terroristischen "Vollstrecker"? Warum haben sie einen so martialischen Namen und was wollen sie?

Es sieht ganz so aus, erfährt Brandis, als hätten diese Terroristen den "Weltenbrand" im Sinn, bei dessen Ausbruch die gesamte menschliche Zivilisation auf allen Planeten und Stationen zusammenbrechen soll. Auf der "tabula rasa" könne man dann einen Neuanfang wagen. So zumindest die Theorie (die in der Praxis meist völlig anders aussieht).

Das Verfahren des Aufeinanderhetzens von Gegnern ist schon bei den ollen Römern unter dem Etikett "divide et impera" (teile und herrsche) eingeführt worden. Mit dem gewichtigen Unterschied, dass die Römer die so unterworfenen Völker nicht, wie einst die Nazis, auslöschen, sondern als Sklaven und Vasallen ausbeuten wollten. Ein weitaus produktiveres Verfahren, das sich fast überall bewährte, sogar im Germanien der ollen Römer - bis es dann bekanntlich zur Schlacht im Teutoburger Wald kam.

Der Hörer fragt sich allerdings, wieso dieser rätselhafte Alexander Torgau erwähnt wird. Das erklärt erst die zweite Hälfte. Und warum weiß er so viel über den "homo factus", den gemachten Menschen, also die Klone? Hätten sich die Herren Brandis und Harris mal etwas eingehender mit diesen Fragen beschäftigt, wäre das kommende Desaster vielleicht vermieden worden.

Recht interessant ist die Ermittlung auf dem Mond: Sie führt Brandis und Romen in einen Rotlichtbezirk namens Las Lunas (in Anlehnung an "Las Vegas"), wie man ihn bislang in der Serie noch nicht zu hören bekommen hat. Sofort werden die beiden Gentlemen angemacht, doch sie haben dringendere Geschäfte zu erledigen. Diese führen sie zu einer geheimnisvollen "Schnittstelle", einer Art Orakel - und in höchste Lebensgefahr!

Die Sprecher/Die Inszenierung
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Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa die Triebwerke der Delta VII oder das Öffnen und Schließen ihrer Luken und Schleuse. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Ungewöhnlich sind eher Sounds, die an das Brutzeln von Eier erinnern, an stockende Sounds - das lässt aufhorchen. Hier haben die Macher dazugelernt. Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Ich fand es beispielsweise ungewöhnlich, eine Episode ohne jedes Wort beginnen zu lassen, sondern eine Minute lang Töne zu kombinieren, so etwa Delphinpfeifen, Walgesänge, Gluckern und ähnliches. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern - faszinierend.

Die meisten SF-Serien wie etwa "Classic Star Trek" oder "Raumpatrouille Orion" sind viel zu alt für solchen Sound, und "Babylon 5" oder "Andromeda" klingen zwar toll, spielen aber in abgelegenen Raumgegenden, wo irdische Ereignisse kaum eine Rolle spielen. Dadurch hebt sich MARK BRANDIS im Hörspiel bemerkenswert von solchen TV-Produktionen ab, von SF-Hörspielen ganz zu schweigen. Nur Lübbes "Perry Rhodan" kann in dieser Liga mitspielen. Es gibt noch viele weitere Episoden, auf die sich der MARK BRANDIS-Sammler freuen kann.

Die Sprecher

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder nicht-human klingende Sprecher. (Einen Klon alias Homo factus als "Mensch" zu bezeichnen, lässt einen erstmal zögern.)

Musik

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch - ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Sehr ungewöhnlich klingt der Walzer "An der schönen blauen Donau". Wie jeder SF-Filmfan weiß, spielt dieser Walzer in Stanley Kubricks Meisterwerk "2001 - Odyssee im Weltraum" eine ganz besondere Rolle. Er ertönt, als die erste Raumstation in Sicht kommt: Die Objekte im Raum vollführen ihren Tanz gemäß den Newtonschen Gesetzen.

Ganz am Schluss erklingt ein flottes Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsam Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden. Den Abschluss bildet der Hinweis auf die nächste Folge mit dem Titel "Pilgrim 2000".

Das Booklet
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Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Darüber hinaus gibt es jeweils Zusatzinformationen, so etwa über Metropolis, die Hauptstadt der Union, das "Venedig des 22. Jahrhunderts". Erklärt werden auch die Begriffe "Homo factus" (Klone), "Las Lunas" (Spielkasino auf dem Mond) und "StellaVision" (multimediales Informationsunternehmen mit Zugang zum Hochsicherheitsnetz).

Unterm Strich
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Ähnlich wie manche Handlungsstränge der "Perry Rhodan"-Hörspiele greift auch die Mark-Brandis-Serie politische Themen auf statt nun auf die Karte der abenteuerlichen Erforschung fremder Welten zu setzen. Das finde ich schon mal sehr löblich, denn so kann der Hörer die gezeigten Vorgänge mit seinen eigenen sozialen und politischen Verhältnissen vergleichen und sie, mit etwas Verstand, auch kritisch bewerten.

In "Die Vollstrecker 01" wird der Grundstein für den zweiten Teil gelegt - logisch. Mysteriöse Terroristen wollen offenbar die ehemaligen gener aufeinanderhetzen und schrecken dabei vor keiner Gewalttat zurück. Fies, dass sie sich dabei eines getarnten Schiffs bedienen können, das sie unsichtbar macht. Sie können quasi aus dem Nichts zuschlagen.

Das ist etwas unplausibel, wenn man annimmt, dass es Anfang des 22. Jahrhunderts schon wesentlich fortgeschrittenere Aufspürtechniken geben müsste als heute. Dann müssten auch Massenverschiebungen oder Düsenstrahlrückstände zu detektieren sein. So plausibel ist die Unsichtbarkeit also keineswegs. Aber sie ist allemal wirksam für die Dramaturgie.

Das Hörspiel

"Mark Brandis" ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit "Perry Rhodan" setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.

Gut finde ich, dass Universal Music jetzt den Vertrieb übernommen hat. Dadurch ist der Fortbestand der Serie wohl gesichert. Und nun kann man sich mit David Nathan (bekannt als "Johnny Depp"), Detlef Bierstedt (bekannt als "George Clooney") und Frank Glaubrecht auch namhafte Synchronsprecher leisten, die ein wenig (?) mehr kosten als die bisher eingesetzten. Das kommt dem Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert der Serie nur zugute. Davon profitieren wiederum Sammler.

Fazit: vier von fünf Sternen (zweite Hälfte folgt).

Fortsetzung: Die Vollstrecker, Teil 2".

Michael Matzer © 2011ff

Info: Folgenreich, Universal Music Family Entertainment 2010; 1 CD, ca. 60 Minuten, EU 8,99, ISBN 978-3-8291-2376-1

Fazit: empfehlenswert für Abenteuerfreunde