Einfach ungewohnt
Produkt:
Die neuen Fälle - Kommissar Beck ermittelt (CD)
Datum: 31.10.11, geändert am 30.04.12 (67 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Spannende Fälle
Nachteile: Nur schwer zu verfolgen
Die beste Ehefrau von allen ist Hörbuch-Fan. Und weil sie einen treusorgenden Gatten hat, versorgt der sie von Zeit zu Zeit immer wieder mit neuer Literatur fürs Ohr. Langsam allerdings wird es schwierig, das Passende für die Gattin zu finden, weil die absoluten Favoriten sich bereits allesamt in ihrem Besitz befinden. Zu diesen Favoriten gehören viele skandinavische Autoren, so dass doch eigentlich die CDs mit dem Obertitel "Kommissar Beck ermittelt" des Autoren-Duos Maj Sjöwall und Per Wahlöö genau das Richtige sein mussten - dachte ich zumindest. Aber lassen wir doch die Hörende selbst berichten, wobei sie natürlich ein wenig Hilfe von meiner Seite erhält.
Der Kauf
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"Die neuen Fälle" des Kommissars Beck wurden beim Internet-Anbieter buecher.de entdeckt, wo 19,99 Euro für 6 CDs mit einer Gesamt-Laufzeit von 341 Minuten, erschienen im Audio-Verlag, fällig waren. Angemerkt war in der Artikel-Beschreibung noch der Erscheinungstermin, nämlich das Jahr 2010.
Das Aussehen
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Das bestellte Paket enthielt also sechs CDs, alle jeweils in einer festen Hülle verpackt. Auf diesen sechs CDs gibt es gleich drei Romane, nämlich "Der Polizistenmörder" (3 CDs), "Die Terroristen" (2 CDs) und "Alarm in Sköldgatan" (1 CD). Die Hüllen sehen auf ihrer Vorderseite allesamt identisch aus und zeigen zwei offensichtlich skandinavische Holzhäuser an einer Küste mit Schnee bedeckten Hügeln dahinter.
Die Autoren
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Maj Sjöwall, geboren 1935 in Stockholm, verfasste zusammen mit ihrem Mann Per Wahlöö, geboren 1926, die Krimis um Kommissar Beck, die weltweit zu Bestsellern wurden. Sjöwall studierte Grafik und Journalismus, arbeitete danach für mehrere Zeitungen. 1961 lernte sie ihren Kollegen Per Wahlhöö kennen, den sie 1962 heiratete. Beide sind bzw. waren bekennende Marxisten.Die Bücher des Schriftsteller-Ehepaares wurden in diverse Sprachen übersetzt und für Kino und Fernsehen verfilmt sowie als Hörspiele bearbeitet. Sie gewannen zahlreiche Preise, unter anderem 1971 einen Edgar Award in der Kategorie "Best Novel" für den Roman "The Laughing Policeman" (deutsch: "Endstation für neun"). Nach dem Tod von Per Wahlöö 1975 schrieb Maj Sjöwall nur noch wenige Kriminalromane, die aber nicht an den Erfolg der Martin-Beck-Romane anknüpfen konnten, und arbeitet heute als Übersetzerin für Kriminalliteratur. Die Person des Kommissars Martin Beck wurde in einigen Fernsehfilmen nach Motiven von Sjöwall und Wahlöö fortgeführt.
Das Versprechen (CD-Hülle)
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Kommisar Beck - endlich komplett! Bis heute ziehen die Krimis des Autorenduos Sjöwall/Wahlöö weltweit Millionen Fans in ihren Bann. In den drei letzten Folgen des Krimizyklus um den Kultkommissar Martin Beck geht Schwedens bekanntester Ermittler erneut auf Verbrecherjagd. Er ist einem internationalen Terrornetzwerk auf der Spur, ermittelt im Autoschiebermilieu und verfolgt zwei jugendliche Diebe, die bei einer Schießerei einen seiner Kollegen getötet haben. Mörderische Geschichten, meisterhafte Inszenzierungen und hochkarätige Sprecher wie Christian Brückner und Hannelore Hoger garantieren Hörspielgenuss auf höchstem Niveau!
Die drei Fälle (Inhalt)
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Der Polizistenmörder: Eine Frau ist verschwunden. Ist Folke Bengtsson, ein entlassener Sexualverbrecher, der Täter? Die Polizei gräbt sein Grundstück komplett um - ohne Ergebnis. Hat Bengtsson sie woanders verscharrt? Martin Beck zweifelt immer mehr an Bengtssons Schuld. Dann stirbt nach einer Schießerei ein Polizist, ein jugendlicher Dieb entkommt. Und nun fahnden Presse und Polizei im ganzen Land nach dem Polizistenmörder.
Die Terroristen: Kommissar Beck und seine Kollegen im Kampf gegen Terroristen: Ein amerikanischer Politiker wird bedroht. Die Polizisten nutzen die Presse, um eine falsche Fährte zu legen. Doch dann nimmt die Geschichte einen unvorhersehbaren Lauf.
Alarm in Sköldgatan: In der Sköldgatan explodiert ein Haus - offensichtlich Selbstmord durch Gas. Nur Martin Beck glaubt nicht daran, denn der vermeintliche Selbstmörder hatte sich als Zeuge gegen eine Autoschieber-Bande angeboten. Als dann auch Reste eines Selbstzünders in einer Matratze gefunden werden, setzen Kommissar Beck und seine Kollegen alles daran, das Verbrechen zu klären.
Meine Meinung
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Das war ja wieder einmal etwas für mich! Gut fünf Stunden Hörgenuss warteten auf mich. Ein skandinavischer Krimi ist ohnehin immer in Ordnung - und vom Autorenduo sowie Kommissar Beck hatte ich zuvor auch schon etwas gehört und gesehen, wobei ich mich daran nicht mehr so recht erinnern konnte. Also wurden des Abends im Bett erwartungsfroh die Kopfhörer aufgesetzt und die erste CD eingelegt. Was folgte, war Verwirrung. Ich hatte die CD-Cover nicht ganz genau gelesen und erwartete ein Hörbuch - doch mich erwarteten drei Hörspiele. Und die empfand ich als verwirrend, vor allem anfangs, denn es fiel sehr schwer, die Stimmen einzelnen handlenden Personen zuzuordnen, zumal auch kein Erzähler Erläuterungen lieferte. Zudem scheint mir die Aussteuerung nicht gerade optimal zu sein, manches Hintergrund-Geräusch übertönte nahezu die Dialoge. Ja, es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich halbwegs in die Handlung hinein versetzen konnte - und auch die ließ mich ein wenig staunen. Dass nämlich die Aufnahmen zu diesen Hörspielen schon einige Jahre alt sind, erfuhr ich auch erst später. Die Roman-Vorlage entstand bereits 1969, die Hörspiele wurden wohl 1995 produziert. Das alles hätte ich besser vorher wissen müssen.
Die Fälle des Kommissar Beck indes erwiesen sich als durchaus spannend, meiner Meinung nach sind sie in dieser Hörspiel-Fassung, die ausschließlich aus Dialogen besteht, allerdings nicht so gut zu verfolgen wie sie das sicherlich in der Roman-Vorlage sind. Und dass jeder der drei Fälle unterschiedliche Sprecher hat (im letzten hat sogar die Hauptperson eine neue Stimme bekommen), macht die ganze Sache für den unbedarften Zuhörer auch nicht gerade leichter. In der Summe habe ich mir zwar alle sechs CDs angehört, aber ihren eigentlichen Zweck (nämlich Entspannung vor dem Schlaf) erfüllten sie nicht, weil sie zu viel Aufmerksamkeit verlangten. Erschienen sind weitere CD-Boxen mit Fällen des Kommissars Beck - darauf allerdings möchte ich verzichten, weil für mich persönlich ein Hörbuch doch wesentlich entspannter zu verfolgen ist als diese Hörspiele. Daran änderen auch prominente Sprecher wie Charles Brauer und Hannelore Hoger nichts. In der Summe also war ich von diesem sicher gut gemeinten Geschenk doch eher enttäuscht.
Fazit: Nicht das Richtige für mich!
Name des Mitglieds: dik1609




31.10.11
kv und glg