Die drei Fragezeichen 101 - und das Hexenhandy (CD)
Plärr Witch Project - Die drei Fragezeichen 101 - und das Hexenhandy (CD) Audiobook / Hörbuch

Neuester Testbericht: ... Schulhefte mit Zeichnungen von Hexen und Monstern bemalt sind. Plötzlich hören die beiden Detektive ein fürchterliches Kichern, das ei... mehr

Plärr Witch Project
Die drei Fragezeichen 101 - und das Hexenhandy (CD)

Tut_Ench_Amun

Name des Mitglieds: Tut_Ench_Amun

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Die drei Fragezeichen 101 - und das Hexenhandy (CD)

Datum: 09.02.05, geändert am 31.01.09 (124 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: An sich gute und spannende Story | Gut aufgelegte Sprecher

Nachteile: Amanda Lear | Löcher in der Logik | Teils unpassende Soundeffekte

Nach der Triple-Jubiläumsfolge 100, handelt es sich beim "Hexen-Handy" mit der Nummer 101 schon wieder um einen "stinknormalen" Fall - quasi Business as usual bei den drei Detektiven. Seit die Serie ausschließlich im deutschsprachigen Raum weiter geführt wird, sind auch die Umgebungsvariablen sowie die Geschichten sukzessive immer mehr in Richtung Moderne verschoben worden. Handy, Computer & Internet haben schon länger bei den drei Fragezeichen Einzug gehalten. Im Jahre 2001 fühlte man sich berufen, die Problematik von Mobilfunk im Verbund mit speziell auf Kinder bzw. Jugendliche zugeschnittenem Zielgruppen-Marketing, zu thematisieren. Ob dieser warnende Finger tatsächlich Beachtung fand, ist nicht überliefert.

_Zur Story_
Peter und Bob zwingt eine Reifenpanne den Heimweg nach Rocky Beach durch ein Waldgebiet anzutreten. Am Wegesrand entdecken sie einen herrenlosen Schultornister, dessen Inhalt sie sich ansehen, um den Besitzer zu ermitteln. Sie wundern sich noch über die skurrilen Hexenzeichnungen in den Heften, die laut Aufschrift dem 9jährigen Jeremy gehören, als es aus der Tasche plötzlich hell zu kichern beginnt. Die Quelle ist ein abnormes Handy, und das makabere Kichern ist der Klingelton. Bob nimmt das Gespräch entgegen - es ist die verdutzte Mutter Jeremys, die sich Sorgen um den Verbleib ihres Sohnes macht. Bob muss ihr bedauernd mitteilen, dass sie zwar den Tornister in dieser düsteren Gegend gefunden haben, es von dem Jungen aber weit und breit keine Spur gibt.

Den Tornister geben sie den kurz darauf verständigten Cops mit, doch Bob vergisst in der Aufregung, dass er das seltsame Handy eingesteckt hat. Das schräge Mobiltelefon meldet sich noch einmal in Form eines saftigen Stromschlags zu Wort. Als Zeichen für eine eingegangene SMS, deren Inhalt es den Jungen Angst und Bange werden lässt: "666". Bekanntlich die symbolische Zahl des Teufels. Wie es sich für den Höllenfürsten geziemt, ohne Absenderkennung. Die beiden fühlen sich unangenehm beobachtet. Als es dann im Unterholz knirscht geben sie Fersengeld bis sie endlich aus dem Wald raus sind. Justus, der am nächsten Tag über die Vorgänge unterrichtet wurde, kann zumindest das Rätsel um das außergewöhnliche Handymodell aus dem Stand lösen.

Das Gerät ist quasi in aller Munde und findet, eben wegen der abgefahrenen Ausstattung, unter Jugendlichen grade reißenden Absatz. Von Jeremys Mutter erfahren sie, dass dieser zwischenzeitlich unverletzt im Wald aufgefunden wurde. Eine leibhaftige Hexe habe ihn gefangen genommen, zuvor erhielt er eine SMS, welche ihm einen Preis von der Herstellerfirma versprach, da er angeblich der 1000. Kunde sei. Am angegebenen Treffpunkt wartete, statt eines Preises, die ominöse Hexe. Jeremy ist kein Einzelfall, die Medien berichten von 3 weiteren verschwundenen Kindern, alle sind Besitzer eines Hexen-Handys. Ein Marketing Gag der Telefonfirma, um in die Schlagzeilen zu kommen? Und wer ist das grüngesichtige Fräulein von der Nasenwarzen-Fraktion, das sich höchst daselbst und mit allerhand Pyrotechnik anschickt mit den drei ??? die Besen zu kreuzen?

_Eindrücke_
Die Folge fängt überzeugend an, lässt aber im Laufe des Geschehens zusehends nach. Zu stark sind die Ungereimtheiten, vor allem in Sachen Technik und Logik, in der Tat ist "Hexen-Handy" auf der nach unten offenen Plausibilität-wo-bist-du-Skala eine der schlimmsten Folgen der Serie. So richtig grottenschlecht ist der Fall nun nicht, doch kommt hier eins zum anderen, mit der überzogenen Story kann man noch leben. Die weiter unten etwas ausführlicher aufgeführten Macken sind für sich allein genommen auch nicht mal so gravierend. In der Summe aber, wüten die kleinen Verfehlungen an der ansonsten durchdachten und spannenden Story, wie die Axt im Walde. Wie sagte schon Tramitz in "Der Schuh des Manitu" so trefflich?: "Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!"

Allerlei namhafte Gestalten tummeln sich hier in der Sprecherliste. Als da wären: Hansi Jochmann (die deutsche Stimme von Jodie Foster), Comedian Bastian Pastewk und Sängerin/Moderatorin Amanda Lear. Große Namen, in der Tat. Doch ausgerechnet Letztere ist ein absoluter Fehlgriff für ein Hörspiel und bei weitem kein Ausrutscher nur in dieser Folge, denn sie beehrt uns mit ihrer tief-rauchigen und akzentbeladenen Stimme ein weiteres Mal in Folge 106 "Der Mann ohne Kopf" (wiederum als Monique Carrera). Mit ähnlich desaströsem Ergebnis. Bei allem Respekt für die Grande Dame aus längst vergangenen Zeiten: Die Figur will mit ihrem schwer schleppenden, radebrechenden, falsch betonten und zuweilen dauernervigen Genuschel einfach nicht gefallen. Nein. Korrektur: Sie geht einem sogar unendlich auf den Sack. Sofern vorhanden.

Doch wollen wir nicht eine einzige miese Sprecherleistung gleich auf alle ausdehnen und in Sippenhaft nehmen. Neben den souveränen Hauptsprechern gibt es durchaus auch noch andere Lichtblicke, bei denen man das Talent eindeutig auch mit Können untermauert. Bastian Pastewka weiß zu gefallen und erweist sich stimmlich sowie darstellerisch als der extrem wandelbare Tausendsassa, den wir aus unzähligen TV-Auftritten kennen. Leider wird sein Hexenauftritt durch den Effektmenschen im Studio etwas vergeigt. Die die Hexe begleitenden Töne hören sich nach Pistolenschüssen mit Querschläger an, aber nicht nach "Lichtblitzen". Tatsächlich wird exakt dieses Geräusch häufiger bei anderen Produktionen von EUROPA eingesetzt - als Pistolenschuss.

_*SPOILERWARNUNG*_
"Hexen-Handy" ist mit Patzern gespickt, wie ein Nadelkissen. Diese sind sowohl technischer als auch logischer Natur. Die schlimmsten und dicksten Dinger betreffen auf jeden Fall die Rubrik "Mobilfunk", welche hier exemplarisch aufgeführt sein sollen - es sind beileibe nicht die einzigen Missgriffe:

Die vermeintliche SMS von Jeremy, hätte die drei stutzig machen müssen - mit welchem Handy sollte die SMS eigentlich gesendet worden sein, wenn die drei ??? seins doch haben? Darüber hinaus: war diese auch ohne Nummer? Das wäre dann noch verdächtiger gewesen. Seltsam, dass nach all den Fake-SMS nicht mal Justus auf den Absender schaut. Sieht ihm gar nicht ähnlich.

Die ansonsten doch technisch so versierte Hexe ist nachlässig: Um das Telefon Jeremys zu finden, dass sie so verzweifelt sucht, hätte sie es auch ganz einfach anrufen können (die Nummer hat sie ja), das typische Kichern eines Hexenhandys hätte es ihr verraten, wo es sich befindet - auch ohne Peter zu filzen und gewaltsam unter Druck zu setzen.

Es nicht nötig ein Handy zu verwanzen, man kann ein eingeschaltetes Mobiltelefon auch so abhören, dieser Kunstgriff ist also für das Aufgehen der Lösung des Falles im Prinzip überflüssig, zumal die fragliche Person hervorragend mit der Technik eines Handys vertraut ist. Besser als jede andere sozusagen.

Dass eine Handy statt eines Klingeltons dem Besitzer absichtlich einen elektrischen Schlag mit der Intensität eines "elektrischen Zauns" verpasst, ist unrealistisch und arg dick aufgetragen. Amerika ist zwar das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, doch fragt man sich wie das technisch generell gehen soll. In der Tasche hat es z.B. keinen Kontakt zur Haut, somit kann dieses Feature also nicht funktionieren. Weder in den USA noch sonst wo.

Das Versenden von anonymen SMS ist nicht so leicht, wie von Justus dargestellt. Beim Versenden über "Modem" (O-Ton) wird wohl eher ein SMS-Gateway eines Providers benutzt worden sein. Diese schicken aber wenigstens deren Kennung dennoch mit, womit eine Eingrenzung des Absenders grob möglich wird. Wenigstens steht dann fest, dass eine SMS nicht über ein Mobiltelefon sondern über PC/Internet versandt wurde. Die im Hörspiel angebotene Lösung ist so nicht ganz korrekt. Zumindest stark simplifiziert.

_Fazit_
Einerseits ist es löblich, dass die Serie endlich im Computer- und Handyzeitalter angekommen ist und man versucht aktuellere Themen zu besetzen. Andererseits ging das Konzept hier unter anderem dank technischer Unglaubwürdigkeiten daneben. Dabei ist die Folge im Prinzip gar nicht mal übel und durchaus hörbar bzw. auch spannend erzählt. Trotzdem trüben die vielen gröberen und kleineren Fehler, die nicht hätten sein müssen, den Hörspaß. Amanda Lears unterirdische Performance allem voran. Entschädigt wird man mit einem glänzend aufgelegten Bastian Pastewka, der zusammen mit den Stammsprechern das Hörspiel vor dem Absturz bewahrt und eine mittlere Bewertung rettet. Knapp.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_
Titel: "Die drei ??? und das Hexen-Handy" - Folge 101
Erzählt von André Minninger, Franckh-Kosmos 2001
EUROPA (Sony BMG), 2001
Lauflänge: ca. 72 Minuten
Buch & Effekte: André Minninger
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Design: Silvia Christoph

Die Figuren und ihre Sprecher:
Erster Detektiv - Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv - Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv - Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Jeremy Scott: Woody Mues
Mrs. Melanie Scott: Hansi Jochmann
Oma Scott: Apollonia Minninger
Mr. Acer: Thomas Schlüter
Monique Carrera: Amanda Lear
Mrs. Jones: Marianne Kehlau
Jenny Collins: Anja Topf
Giorgio Cade: Bastian Pastewka

Fazit: Kein Ruhmesblatt für die Serie

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