Marge hört Menschenraub in der Toskana-Idylle
Produkt:
Der Menschenräuber - Sabine Thiesler (CD)
Datum: 09.02.12
Bewertung:
Vorteile: Viel Spannung, bewegend
Nachteile: Krimiteil erst in der zweiten Hälfte, zu viele Zufälle
1. Infos zum Produkt
Verlag: Random House Audio; 2010
ISBN-13: 978-3837102932
24,95 Euro ist der reguläre Preis, gerade sah ich es bei Amazon für 12,95 Euro.
450 Minuten
2. Autorin
Sabine Thiesler, Jahrgang 157, studierte vor ihrer Autorenkarriere zunächst Germanistik und Theaterwissenschaften. Sie war als Schauspielerin im Fernsehen aktiv und schrieb verfasste Theaterstücke und Drehbücher fürs Fernsehen, dsarunter z. B. Folgen für die Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Bereits mit ihrem ersten Roman "Der Kindersammler" gelang ihr der Durchbruch als Autorin. Es folgten die Krimis "Hexenkind" und "Die Totengräberin".
3. Inhalt
Jonathan ist ein erfolgreicher Berliner Fotograf, dessen Leben durch zwei Dinge ausgefüllt ist: Seine Arbeit und seine Tochter. Sein Job hat ihn reich gemacht, die Ehe mit seiner Frau Jana kriselt zwar etwas, aber es geht aufwärts, als die ehemalige Primaballerina eine Balettschule eröffnet. Tochter Giselle war zwar damals ungeplant, doch das Mädchen ist heute der ganze Stolz des Vaters. Die Zwanzigjährige zeigte schon früh ein enormes künstlerisches Talent und ist inzwischen eine Kunststudentin, die eine große Zukunft vor sich hat.
Ein Autounfall aber zerstört die Harmonie der Familie für immer. Ein junger Mann überfährt Giselle unter Alkoholeinfluss auf dem Bürgersteig, die junge Frau hat keine Chance. Für ihre Eltern bricht die Welt zusammen. Zu allem Überfluss hat der einflussreiche Vater des Täters gute Kontakte zum zuständigen Richter, der den bisher unbescholtenen jungen Mann daher lediglich zu Sozialstunden und einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Jonathan ist fassungslos über das milde Urteil und den Tod seiner Tochter. Die Ehe mit Jana zerbricht, Jonathan flüchtet sich in die Toskana. Er mietet sich dauerhaft in einer abgelegenen Pension ein. Die blinde Tochter der Betreiber sieht Giselle zum Verwechseln ähnlich. Jonathan heiratet sie und baut die Pension zu einer beliebten Ferienwohnanlage aus. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und er will an dem Todesfahrer Rache nehmen ...
4. Meinung
Wie in in ihren früheren Kriminalromanen auch verbindet Sabine Thiesler hier erneut Deutschland mit der Toskana, die Handlung spielt sowohl hier als auch dort. Die Ausgangsidee des Krimis hat miur gut gefallen und sie bewegt den Hörer vor allem sehr: Die Gram und Verzweiflung von Jonathan über den Tod seiner geliebten Tochter und dann auch noch der Schlag durch das viel zu milde Urteil sind spürbar und gut nachvollziehbar. Giselle erscheint als sehr sympathische junge Frau, längst nicht nur wegen ihres unglaublichen Maltalentes, und ihr jäher Tod berührt. Die Hassgefühle des Vaters, seinen Zusammenbruch und seine Unfähigkeit, sein altes Leben fortzuführen, werden gut dargestellt. Auch Jana ist natürlich schwer getroffen vom Tod der Tochter, aber sie hat Giselle nie auf so fast schon besessene Weise vergöttert wie Jonathan und sie schafft es, ihr Leben wieder aufzunehmen. Jonathan nicht und ziellos irrt er umher, bis er sich in der Toskana wiederfindet. Der Krimiteil komt erst sehr spät, eigentlich erst in der zweiten Hälfte der Handlung, in Gang - dann nämlich, als sich die Wege von Jonathan und dem Richter, der den jungen Mann so milde verurteilte, zufällig in der Toskana wieder kreuzen. Der Richter ahnt nicht, wessen Bekanntschaft er da gemacht hat, die Verhandlung liegt schon einige Jahre zurück und selbst Jonathan braucht eine Weile, um den scheinbar fremden Mann einordnen zu können. Jetzt will er Rache nehmen an allen Beteiligten, die sein Leben zestörten. Diese Selbstjustiz kann man natürlich nicht gutheißen und doch kann man ein klein wenig verstehen, dass Jonathan durchdreht, nachdem ihm das Liebste genommen wurde.
Überhaupt ist Jonathan eine zwiespältige und recht interessante Figur; einerseits ein Mann, der sehr gut Dinge in die Hand nehmen kann, sei es damals als gefragter Fotograf und Eventmanager oder jetzt als Pensionsbetreiber, der die Anlage aufwendig herrichtet und ausbaut. Auf der anderen Seite ist er besessen von seiner toten Tochter, wovon seine neue Frau und deren Eltern aber nichts ahnen. In manchen Momenten fühlt der Hörer mit ihm und in anderen wirkt er unheimlich und einfach nur psychisch gestört. Diese Unberechenbarkeit hat ihren Reiz und sorgt für Spannung, natürlich auch die Frage, wie weit er seinen Rachefeldzug treiben wird und ob es ihm auch gelingt, ihn durchzuführen. Desweiteren sind die Nebenfiguren teilweise interessant geraten, etwa die blinde Sophia, die so zurückgezogen lebt und von dem Interesse des deutschen Gastes verwirrt wird und ihr Vater, der zwar nicht viel sagt, aber ein gutes Gespür hat und eine diffuse Ahnung hat, dass mit dem neuen Gast und künftigen Schwiegersohn nicht alles koscher ist.
Was mir aber weniger gefallen hat, ist die Häufung der Zufälle und einige Klischees. Des Guten viel zu viel finde ich vor allem, dass die blinde Sophia wie ein Ebenbild seiner Tochter aussieht. Eine oberflächliche Ähnlichkeit hätte ich mir noch gefallen klassen, also wenn beide beispielsweise die gleiche Statur, die gleiche Haarfarbe, die gleiche Frisur haben und generell vom Typus ähnlich sind. Aber sie sieht ihr offenbar so ähnlich, dass sie nicht nur Schwestern sondern sogar fast Zwillinge sein könnten und das ist schon arg übertrieben - wie oft kommt es wohl vor, dass sich zwei nicht verwandte Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen und dann auch noch jemand, Jonathan, zu beiden eine Beziehung (Tochter und Ehefrau) hat? Dass diese Ähnlichkeit auch nicht nur von Jonathan interpretiert wird, also subjektiv ist, weiß man dadurch, dass Sophias Vater zufällig ein Selbstportäts von Giselle in Jonathans Wohnung findet und darauf sofort fälschlicherweise seine Tochter Sophia zu sehen glaubt. Auch sehr konstruiert ist die Tatsache, dass der Richter ausgerechnet bei Jonathan Urlaub macht und sich die Wege durch das Schicksal so kreuzen. Besser hätte ich es gefunden, wenn Jonathan es selbst so eingefädelt hätte, dass dieser Richter bei ihm Urlaub macht, indem er ihm extra Werbung zukommen lässt oder es gemeinsame Bekannte gibt, die den Vorschlag machen, irgendetwas hätte man da einbauen können, sodass es eben nicht reiner Zufall ist, der sie erneut zusammenführt.
Nicht ganz überzeugt bin ich außerdem vom Ende. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es wirkt so, als würden sich die Dinge von selbst klären und als würde dem Ende nichts mehr nachkommen, alles so bleiben, wie es zu dem Zeitpunkt ist. Das ist aber schon aus rein behördlicher Sicht unwahrscheinlich und es ist eigentlich nicht anders denkbar, als dass von Deutschland aus schon bald Spuren in die Toskana verfolgt werden - und was dann passiert, wäre eigentlich interessant, wird aber eben nicht mehr erzählt. Das Ende setzt also für meine Begriffe zu früh ein und man erfährt nicht, wie die Ermittlungen weiter verlaufen und dass sie eben im Sande verlaufen, ist anhand der Vielzahl an Hinweisen nicht denkbar. Wirkt für mich ein bisschen, als wenn ein Krimi abbricht, kurz bevor die Polizei an die Wohnung des Täters klopft, um es mal überspitzt zu formulieren. bei den Klischees stört mich ein bisschen das übertriebene Familienverhältnis zwischen Jonathan, Giselle und Jana. Jana war gerade eine erfolgreiche Primaballerina, als sie von der Schwangerschaft erfuhr und wegen des Kindes daraufhin ihre Karriere beenden musste. Das nagt immer noch an ihr und auch deswegen hat sie wohl nmie diese enge Bindung zu ihrer Tochter aufbauen können. Dass Jonathan im gegenzug seine Tochter vergöttert, sie auf ein Podest stellt und es sogar zu Eifersüchteleien von seiner Frau deswegen kommt, ist etwas dick aufgetragen und zu schwarz weiß gemalt.
Positiv ist dagegen wieder der Vortrag durch die Autorin selbst. Sabine Thiesler hat früher viel als Schauspielerin im fernsehen und im Theater gearbeitet, ich kenne sie zudem noch als die erste Sprecherin der Hexe Schubia aus den Bibi Blocksberg-Hörspielen. Daher ist sie natürlich erfahren im Umgang mit solchen Vorträgen und liest das Hörbuch sehr souverän. Ihre Stimme klingt auffallend jung, obwohl sie bereits über fünfzig ist, könnte sie stimmlich auch locker in den Dreißigern sein. Sie spricht ruhig und etwas melancholisch, passend zu der überwiegend traurigen und bewegenden Handlung.
5. Fazit
Ein durchaus bewegendes Roman mit einer reizvollen Grundthematik, der sich allerdings erst in der zweitgen Hälfte zu einem Krimi entwickelt. Schade sind die gehäuften Zufälle und das etwas fragwürdige Ende, das zu viel offen lässt. Auf der anderen Seite gibt es interessante Charaktere und die Geschichte ist recht spannend und die Autorin eine gute Sprecherin. Insgesamt drei Sterne und eine eingeschränkte Empfehlung - es ist eines der schwächeren Werke von Sabine Thiesler, aber trotzdem ganz gute Unterhaltung.
Verlag: Random House Audio; 2010
ISBN-13: 978-3837102932
24,95 Euro ist der reguläre Preis, gerade sah ich es bei Amazon für 12,95 Euro.
450 Minuten
2. Autorin
Sabine Thiesler, Jahrgang 157, studierte vor ihrer Autorenkarriere zunächst Germanistik und Theaterwissenschaften. Sie war als Schauspielerin im Fernsehen aktiv und schrieb verfasste Theaterstücke und Drehbücher fürs Fernsehen, dsarunter z. B. Folgen für die Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Bereits mit ihrem ersten Roman "Der Kindersammler" gelang ihr der Durchbruch als Autorin. Es folgten die Krimis "Hexenkind" und "Die Totengräberin".
3. Inhalt
Jonathan ist ein erfolgreicher Berliner Fotograf, dessen Leben durch zwei Dinge ausgefüllt ist: Seine Arbeit und seine Tochter. Sein Job hat ihn reich gemacht, die Ehe mit seiner Frau Jana kriselt zwar etwas, aber es geht aufwärts, als die ehemalige Primaballerina eine Balettschule eröffnet. Tochter Giselle war zwar damals ungeplant, doch das Mädchen ist heute der ganze Stolz des Vaters. Die Zwanzigjährige zeigte schon früh ein enormes künstlerisches Talent und ist inzwischen eine Kunststudentin, die eine große Zukunft vor sich hat.
Ein Autounfall aber zerstört die Harmonie der Familie für immer. Ein junger Mann überfährt Giselle unter Alkoholeinfluss auf dem Bürgersteig, die junge Frau hat keine Chance. Für ihre Eltern bricht die Welt zusammen. Zu allem Überfluss hat der einflussreiche Vater des Täters gute Kontakte zum zuständigen Richter, der den bisher unbescholtenen jungen Mann daher lediglich zu Sozialstunden und einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Jonathan ist fassungslos über das milde Urteil und den Tod seiner Tochter. Die Ehe mit Jana zerbricht, Jonathan flüchtet sich in die Toskana. Er mietet sich dauerhaft in einer abgelegenen Pension ein. Die blinde Tochter der Betreiber sieht Giselle zum Verwechseln ähnlich. Jonathan heiratet sie und baut die Pension zu einer beliebten Ferienwohnanlage aus. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und er will an dem Todesfahrer Rache nehmen ...
4. Meinung
Wie in in ihren früheren Kriminalromanen auch verbindet Sabine Thiesler hier erneut Deutschland mit der Toskana, die Handlung spielt sowohl hier als auch dort. Die Ausgangsidee des Krimis hat miur gut gefallen und sie bewegt den Hörer vor allem sehr: Die Gram und Verzweiflung von Jonathan über den Tod seiner geliebten Tochter und dann auch noch der Schlag durch das viel zu milde Urteil sind spürbar und gut nachvollziehbar. Giselle erscheint als sehr sympathische junge Frau, längst nicht nur wegen ihres unglaublichen Maltalentes, und ihr jäher Tod berührt. Die Hassgefühle des Vaters, seinen Zusammenbruch und seine Unfähigkeit, sein altes Leben fortzuführen, werden gut dargestellt. Auch Jana ist natürlich schwer getroffen vom Tod der Tochter, aber sie hat Giselle nie auf so fast schon besessene Weise vergöttert wie Jonathan und sie schafft es, ihr Leben wieder aufzunehmen. Jonathan nicht und ziellos irrt er umher, bis er sich in der Toskana wiederfindet. Der Krimiteil komt erst sehr spät, eigentlich erst in der zweiten Hälfte der Handlung, in Gang - dann nämlich, als sich die Wege von Jonathan und dem Richter, der den jungen Mann so milde verurteilte, zufällig in der Toskana wieder kreuzen. Der Richter ahnt nicht, wessen Bekanntschaft er da gemacht hat, die Verhandlung liegt schon einige Jahre zurück und selbst Jonathan braucht eine Weile, um den scheinbar fremden Mann einordnen zu können. Jetzt will er Rache nehmen an allen Beteiligten, die sein Leben zestörten. Diese Selbstjustiz kann man natürlich nicht gutheißen und doch kann man ein klein wenig verstehen, dass Jonathan durchdreht, nachdem ihm das Liebste genommen wurde.
Überhaupt ist Jonathan eine zwiespältige und recht interessante Figur; einerseits ein Mann, der sehr gut Dinge in die Hand nehmen kann, sei es damals als gefragter Fotograf und Eventmanager oder jetzt als Pensionsbetreiber, der die Anlage aufwendig herrichtet und ausbaut. Auf der anderen Seite ist er besessen von seiner toten Tochter, wovon seine neue Frau und deren Eltern aber nichts ahnen. In manchen Momenten fühlt der Hörer mit ihm und in anderen wirkt er unheimlich und einfach nur psychisch gestört. Diese Unberechenbarkeit hat ihren Reiz und sorgt für Spannung, natürlich auch die Frage, wie weit er seinen Rachefeldzug treiben wird und ob es ihm auch gelingt, ihn durchzuführen. Desweiteren sind die Nebenfiguren teilweise interessant geraten, etwa die blinde Sophia, die so zurückgezogen lebt und von dem Interesse des deutschen Gastes verwirrt wird und ihr Vater, der zwar nicht viel sagt, aber ein gutes Gespür hat und eine diffuse Ahnung hat, dass mit dem neuen Gast und künftigen Schwiegersohn nicht alles koscher ist.
Was mir aber weniger gefallen hat, ist die Häufung der Zufälle und einige Klischees. Des Guten viel zu viel finde ich vor allem, dass die blinde Sophia wie ein Ebenbild seiner Tochter aussieht. Eine oberflächliche Ähnlichkeit hätte ich mir noch gefallen klassen, also wenn beide beispielsweise die gleiche Statur, die gleiche Haarfarbe, die gleiche Frisur haben und generell vom Typus ähnlich sind. Aber sie sieht ihr offenbar so ähnlich, dass sie nicht nur Schwestern sondern sogar fast Zwillinge sein könnten und das ist schon arg übertrieben - wie oft kommt es wohl vor, dass sich zwei nicht verwandte Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen und dann auch noch jemand, Jonathan, zu beiden eine Beziehung (Tochter und Ehefrau) hat? Dass diese Ähnlichkeit auch nicht nur von Jonathan interpretiert wird, also subjektiv ist, weiß man dadurch, dass Sophias Vater zufällig ein Selbstportäts von Giselle in Jonathans Wohnung findet und darauf sofort fälschlicherweise seine Tochter Sophia zu sehen glaubt. Auch sehr konstruiert ist die Tatsache, dass der Richter ausgerechnet bei Jonathan Urlaub macht und sich die Wege durch das Schicksal so kreuzen. Besser hätte ich es gefunden, wenn Jonathan es selbst so eingefädelt hätte, dass dieser Richter bei ihm Urlaub macht, indem er ihm extra Werbung zukommen lässt oder es gemeinsame Bekannte gibt, die den Vorschlag machen, irgendetwas hätte man da einbauen können, sodass es eben nicht reiner Zufall ist, der sie erneut zusammenführt.
Nicht ganz überzeugt bin ich außerdem vom Ende. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es wirkt so, als würden sich die Dinge von selbst klären und als würde dem Ende nichts mehr nachkommen, alles so bleiben, wie es zu dem Zeitpunkt ist. Das ist aber schon aus rein behördlicher Sicht unwahrscheinlich und es ist eigentlich nicht anders denkbar, als dass von Deutschland aus schon bald Spuren in die Toskana verfolgt werden - und was dann passiert, wäre eigentlich interessant, wird aber eben nicht mehr erzählt. Das Ende setzt also für meine Begriffe zu früh ein und man erfährt nicht, wie die Ermittlungen weiter verlaufen und dass sie eben im Sande verlaufen, ist anhand der Vielzahl an Hinweisen nicht denkbar. Wirkt für mich ein bisschen, als wenn ein Krimi abbricht, kurz bevor die Polizei an die Wohnung des Täters klopft, um es mal überspitzt zu formulieren. bei den Klischees stört mich ein bisschen das übertriebene Familienverhältnis zwischen Jonathan, Giselle und Jana. Jana war gerade eine erfolgreiche Primaballerina, als sie von der Schwangerschaft erfuhr und wegen des Kindes daraufhin ihre Karriere beenden musste. Das nagt immer noch an ihr und auch deswegen hat sie wohl nmie diese enge Bindung zu ihrer Tochter aufbauen können. Dass Jonathan im gegenzug seine Tochter vergöttert, sie auf ein Podest stellt und es sogar zu Eifersüchteleien von seiner Frau deswegen kommt, ist etwas dick aufgetragen und zu schwarz weiß gemalt.
Positiv ist dagegen wieder der Vortrag durch die Autorin selbst. Sabine Thiesler hat früher viel als Schauspielerin im fernsehen und im Theater gearbeitet, ich kenne sie zudem noch als die erste Sprecherin der Hexe Schubia aus den Bibi Blocksberg-Hörspielen. Daher ist sie natürlich erfahren im Umgang mit solchen Vorträgen und liest das Hörbuch sehr souverän. Ihre Stimme klingt auffallend jung, obwohl sie bereits über fünfzig ist, könnte sie stimmlich auch locker in den Dreißigern sein. Sie spricht ruhig und etwas melancholisch, passend zu der überwiegend traurigen und bewegenden Handlung.
5. Fazit
Ein durchaus bewegendes Roman mit einer reizvollen Grundthematik, der sich allerdings erst in der zweitgen Hälfte zu einem Krimi entwickelt. Schade sind die gehäuften Zufälle und das etwas fragwürdige Ende, das zu viel offen lässt. Auf der anderen Seite gibt es interessante Charaktere und die Geschichte ist recht spannend und die Autorin eine gute Sprecherin. Insgesamt drei Sterne und eine eingeschränkte Empfehlung - es ist eines der schwächeren Werke von Sabine Thiesler, aber trotzdem ganz gute Unterhaltung.
Fazit: War ganz unterhaltsam, aber die anderen Werke der Autorin sind besser.
Name des Mitglieds: Homer_und_Marge




18.02.12
Gut berichtet, passende Krone