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Kurzbeschreibung: Autor: Ingeborg Bachmann Medien / Regie: Gert Westphal / Sprecher: Martin Benrath, Charles Regnier, Gustl Halenke, u.v.a. / 1 Audio-Kassett
Hörspiel in Buchfassung
Produkt:
Der gute Gott von Manhattan
Datum: 13.01.12
Bewertung:
Vorteile: hintergründig und mit viel Inhalt
Nachteile: nichts
Ingeborg Bachmann ist die Schöpferin des modernen Hörspiels. Dieses ist eine literarische Form. Bachmann ist durch "Der gute Gott von Manhattan" berühmt geworden. Das Hörspiel entstand im Jahr 1957. Schon 1959 bekam es den Hörspielpreis der Kriegsblinden verliehen.
Der gute Gott von Manhattan ist ein modernes Gleichnis. Das vorliegende Hörspiel in Buchform ist das letzte von Ingeborg Bachmann und ist die thematische Fortsetzung von Ein Geschäft mit Träumen aus dem Jahr 1952 und Die Zikaden aus 1955. Das heißt aber nicht, dass man das Buch nicht separat lesen könnte. Es geht lediglich um das Thematische. Grob gesagt geht es um Utopie und der Liebe zwischen den Welten in der Utopie.
Die Polyphonie - also die Mehrstimmigkeit - ist für dieses Hörspiel charakteristisch.
Frau Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren. Sie ist Erzählerin, Lyrikerin und Essayistin. 1952 fand ihre erste Lesung bei der Gruppe 47 statt. Sie erhielt viele Preise. Viele Jahre lebte sie in Rom. Im Oktober des Jahres 1973 verstarb sie.
Daten zum Buch:
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* Taschenbuch: 96 Seiten
* Verlag: Piper Taschenbuch (Juni 2011)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 3492272126
* ISBN-13: 978-3492272124
* Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1 cm
PREIS: 8,95 Euro
handelnde Personen:
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der gute Gott
Richter
Jan - junger Mann aus alter Welt
Jennifer - junges Mädchen aus neuer Welt
Billy und Frankie die zwei Eichhörnchen
Wärter
Gerichtsdiener
Zigeunerin
Bettler
Frau
Portier
Liftboy
Zeitungsverkäufer
Polizist
Zwei Kinder
Barmann
geschlechtslose Stimmen
Inhalt und Gliederung:
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Wir befinden uns in den fünfziger Jahren in New York, als sich per Zufall Jan und Jennifer kennen lernen. Einige leidenschaftliche Tage in Manhatten verbringen die beiden. Sie wissen wohl, dass es nur auf Zeit ist, dieses Glück, das sie empfinden. Weil beide eigentlich in andere Richtungen wollen. Jennifer studiert z. B. in Boston und muss auch wieder dorthin zurück. Sie lernen sich kennen und schon am ersten Tag finden sie sich am Abend in einem Stundenhotel wieder. Dann passiert etwas, womit niemand gerechnet hätte. Jennifer kommt bei einem Bombenanschlag in dem Hotel um, in dem die beiden die Nacht verbracht hatten. Jan ist nicht dort, weil er vorgegeben hatte, eine Schiffspassage absagen zu wollen, was er aber gar nicht vorhatte.
Hier muss gesagt werden, dass das Hörspiel in zwei Erzählsträngen geschrieben ist. Gleichzeitig steht der gute Gott von Manhattan vor Gericht. Er soll für den Tod von Jennifer verantwortlich sein - wird angeklagt und muss ich verteidigen. Witzigerweise kommen nun Billy und Frankie ins Spiel, die für den guten Gott als Spione fungieren und vermitteln sollen.
Man kann sich vorstellen, warum Ingeborg Bachmann den guten Gott ins Spiel gebracht hat, wobei man das Wort "GUTEN" zweideutig bzw. ironisch sehen sollte, finde ich. Es ist einfach eine Figur, die das herrschende Ordnungsprinzip darstellen soll.
Vielleicht ist es auch einfach die Idee, dass der gute Gott weiß, dass die Liebe der beiden keine Chance hat und er somit Jennifer vor dem Verlassenwerden und Unglücklichsein bewahren möchte und sie also sterben lässt....
Man kann sich da seine eigenen Gedanken machen ...
Meine zusammenfassende Meinung:
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Jeniffer wird als liebende Person dargestellt, hingegen wird Jan als selbstsüchtig bezeichnet und als der jenige, der ihr seinen Willen aufzwingen möchte - auch körperlich ...
Sehr schön werden die gesamten im Hörspiel vorhandenen Charaktere in die Handlung eingebunden und während dieser in ihren Wandlungen charakterisiert. Dies spürt man auf Grund der Aussagen, die sie treffen und auch auf Grund der Lautstärke, in der sie ihre Dialoge "sprechen".
Beide lassen sich auf diese schon im Vorfeld erwartete zum Untergang geweihte Liebe ein. Das man durch Liebe die Welt aus ihrer Ordnung bringen kann, ist das möglich, fragt man sich als Leser, dann muss man sich zu 100 Prozent auf diese Liebe einlassen. Meist schafft es die Ordnung und siegt, wobei die Liebe zur Utopie wird.
Die Frau wird zum Opfer gemacht und der Mann kann überleben ...
Ich habe ein solches Genre noch nicht gelesen und es hat mir, muss ich ehrlich sagen, sehr viel gegeben, weil ich so viel zwischen den Zeilen lesen konnte. Mit sehr viel Dialogen behaftet und in Dialogabschnitten geschrieben, wie es halt bei einem Hörspiel der Fall ist, liest es sich gut, auch, da man gleich weiß, wer den Dialog spricht. Wechselt der Handlungsort, dann steht das auch am Beginn des Kapitels. Im Gerichtssaal sind es immer der gute Gott und der Richter, die sich die Dialoge liefern, wobei die anderen Handlungsorte jeweils mit mehreren "Darstellern" versehen sind. Die längsten Dialoge haben natürlich die beiden Hauptcharaktere zu verzeichnen.
Ein kleines dünnes Büchlein mit großem Inhalt, welches ich sehr empfehle.
Fazit: Leseempfehlung
Name des Mitglieds: HEIDIZ


18.01.12
Auch hier muss ich Dich für ein KV verdonnern ...