
Meine zweite große Liebe
SV Wüstenrot Salzburg

Name des Mitglieds: www.phipp.net
Produkt:
SV Wüstenrot Salzburg
Datum: 15.06.01, geändert am 15.06.01 (102 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: tolle Fans, viele neue Spieler, kein Verein sondern eine AG, zukunftsaufbauend, meine heimliche Liebe
Nachteile: viele Tiefs in den letzten Jahren
Einleitung
*******
Ich schreibe nun über meinen Lieblingsfußballverein, dem SV Austria Salzburg, welchem ich schon seit meiner Kindheit die Daumen halte und kräftig unterstütze. Nicht nur zu Hause vor dem Fernseher, sondern seit 5 Jahren auch live im Stadion. Die Farben des Vereins sind Violett und Weis und genau diese Farben trägt mein Herz mit sich. Wenn man es sich genau überlegt, dann bekommt man vom Verein nichts als Fan, sondern muss immer wieder etwas zahlen, doch es ist einfach das Glücksgefühl wenn die Mannschaft gewinnt, was ein Fußballerherz höher schlagen lässt.
Im letzten Jahrzehnt gab es für den Verein viele Hochs und leider auch viele Tiefs. Aber beginnen wir einmal langsam.
Die Neunziger
***********
In der Saison 1992/93 kamen die Salzburger erstmals in den oberen Bereich der österreichischen Bundesliga. Mit der Hilfe von Oliver Bierhoff (23 Tore) erreichten sie, unter dem derzeitigen österreichischen Nationaltrainer Otto Baric, einen UEFA - Cup - Platz.
Bierhoff meinte vor seiner Zeit in Salzburg: "Wenn ich in Salzburg keinen Erfolg habe, beende ich meine Karriere." Er hatte Erfolg, wurde für knapp 1,5 Millionen Euro verkauft und wurde international berühmt bei Topvereinen wie zum Beispiel dem AC Milan.
Aber zurück zum SV Salzburg. Im UEFA Cup bezwangen sie Vereine wie zum Beispiel den Karlsruher SC oder Eintracht Frankfurt. Sie schafften es bis ins Finale und dort scheiterten sie aber an Inter Mailand.
In den 2 darauffolgenden Jahren wurden sie, noch unter dem Namen SV Casino Salzburg, zweifacher österreichischer Meister und schafften den Einzug in die damals ganz neue Championsleaque. Dort gewannen sie gegen den AEK Athen und holten gegen Ajax Amsterdam (dem späteren Championsleaque - Sieger gegen Milan) zwei Unentschieden. Schließlich scheiterten sie aber nur anhand des schlechteren Torverhältnis am späteren Finalisten AC Milan und schieden als Gruppendritter aus.
<
br>Trotzdem glaubte man, dass der Verein finanziell für die nächsten Jahre gesichert sei. Ein fataler Irrtum. Durch das "Bosman" Urteil verkaufte Salzburg viele seiner guten Spieler. So blieb auch der Erfolg und somit auch die Fans aus. Der Verein kaufte nur noch mittelmäßige bis schlechte Spieler ein, welche dem Verein auf lange sicht nichts brachen. Tja und 1998 schien der Verein schon am Ende.
Der Umschwung
*************
Der Salzburger Präsident legte sein Amt ab und der SV Wüstenrot Salzburg wurde zur SV Austria Salzburg AG.
Investoren rund um Egon Putzi, dem noch 3 weitere Vereine auf der Welt (USA, Honduras) gehören, retteten den Verein vor seinem Ende. Viele neue Spieler wurden gekauft und ein neuer Trainer aus Schweden sollte aus den Spielern ein Team formen. Der Erfolg bleibt bisher aus, obwohl die Salzburger im Vorjahr nur knapp im Elfmeterschießen des österreichischen Cupfinales scheiterten. Dieses Ereignis war wohl das schlimmste was ich jemals live miterlebt habe, denn so knapp vor einem der größten Siege je zu scheitern ist wohl für jeden Spieler und Fan schrecklich.
In der abgelaufenen Saison wurden sie Sechster und für das nächste Jahr ist ein Platz unter den besten 4 geplant. Die Saison verlief größtenteils immer gleich, mal weiter oben, mal weiter unten, aber nie im Spitzenfeld.
Fans:
****
Wo sind die Zeiten, als über 40.000 Fans gegen Ajax Amsterdam oder den AC Milan im Stadion waren und IHRE Mannschaft unterstützt haben ? Aber wieso sollte es bei Salzburg anders sein, als bei anderen großen Vereinen ? Sobald der Erfolg ausbleibt, sind auch die Fans weg. Aber aus meiner Sicht hat das nicht nur Nachteile.
Denn so kommen die Fans, die derzeit im Stadion sind (und das sind etwa 5.000) eine viel größere Rolle. Bei ihnen weiß man, dass sie wirklich ein violettes Herz haben und ihre Mannschaft auch in weniger erfolgreichen Zeiten unterstützen. Viele sind wirklich b
ei jedem Spiel dabei und ich glaube jeder Fußballfan der das auch macht weiß, wie kostspielig so etwas ist. Sie reisen tausende Kilometer quer durch Österreich nur um ihre Mannschaft zu unterstützen. Ich bin zwar nicht so einer, weil es sich erstens finanziell nicht ausgeht und außerdem die Schule doch Vorrang hat. Doch ich versuche, bei jedem Spiel was mir möglich ist, dabei zu sein.
In den letzten zwei Jahren hat sich das Fandasein in Salzburg doch geändert. Es blieb der harte Kern, welcher sich immer wieder etwas neues einfallen lässt und nicht immer sehr beliebt ist bei den „Zuschauern“. Denn oft haben sie Rauchbomben oder bengalische Feuer dabei und da dies verboten ist beschweren sich immer wieder Leute, denen das stört. Aber für mich gehört das einfach zur Stadionatmosphäre dazu und ich versuche solche Aktionen auch wenn möglich zu unterstützen.
Vorallem bei Auswärtsspielen macht es besonderen Spaß die Mannschaft zu unterstützen, weil hier die sogenannten „Zuschauer“ wegfallen und wirklich nur die richtigen Fans im Sektor sind.
Viennola
*******
Mittlerweile gehöre ich einem Fanclub an, nämlich dem Salzburger Fanclub "Viennola". Das Wort kommt so zu Stande, dass die Mitglieder nur Wiener sind, die Mannschaft aber trotzdem unterstützen. Wir distanzieren uns wie alle Salzburger Fans von jeglicher Gewalt und wollen unsere Mannschaft vor allem in Wien unterstützen. Nähere Infos auch unter www.viennola.com
Fazit:
****
Einmal Salzburg – Fan, immer Salzburg – Fan. Dieses Motto beherrscht einen großen Teil meines Lebens und ich kann mir nicht vorstellen, jemals ein anderer Fan zu sein. Ich sage nicht, dass andere Vereine schlecht sind und nur mein Verein zählt, aber für mich gilt es nur, diesen Verein zu unterstützen. Ich bin sehr froh, wenn meine Mannschaft gewinnt, denn das erfreut meinen Alltag immer wieder. Klar sie können nicht immer gewinnen, doch
wenn sie gewinnen, ist es umso schöner. Jeder Fußballfan weiß, welches Gefühl ich meine.
Liebe Grüße Phipp ® am 15.Juni 2001
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Archiv Sport

