
Neuester Testbericht: ... ? 1.099) Eigene Bewertung: Eine gelungene Zusammenstellung guter Komponenten, Ultra Leicht Rad (15,5 KG), Umwerfer muss noch etwas ... mehr
Villiger Cabonga: Stabiler Allrounder
Sonstige Hersteller

Name des Mitglieds: brestling
Produkt:
Sonstige Hersteller
Datum: 23.04.01, geändert am 23.04.01 (1251 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: stabil, gut verarbeitet
Nachteile: schlechter Sattel
Das "Cabonga" wird von der schweizer Firma Villiger als stabiles Weltreiserad angepriesen. In Deutschland vertreibt Diamant die Villiger-Räder. Drei Variationen sind im Programm: Cabonga RC (Blau, einfache Ausstattung, Shimano Deore Schaltung, ohne Gepäckträger), DX (Grün, verbesserte Ausstattung, gefederte Sattelstütze, Tubus-Gepäckträgersystem, Deore XT) und RO (Schwarz, mit 14-Gang Rohloff-Nabenschaltung).
Hauptkennzeichen aller Cabonga-Versionen ist der hochwertige Rahmen und die 26-Zoll Laufräder, die eine gewisse optische Nähe zu Mountainbikes herstellen. Ich entschied mich für das DX, dessen Preise liegen je nach gewünschter Ausstattung zwischen 2500 bis 3500 DM. Deswegen DX, weil die mitgelieferte Ausstattung im Gegensatz zum RC sehr brauchbar erschien, der Preis aber noch deutlich unter dem fürs XT lag. So liefert Villiger beim DX unter anderem die hydraulische Felgenbremsen Magura HS33, eine gefederte Sattelstütze, und das stark belastbare Tubus Gepäckträgersystem mit. Das Gesamtgewicht hält sich mit etwa 16kg noch in Grenzen.
Absolut hochklassig präsentiert sich der handgefertigte gemuffte Rahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl. Querovalisierte Rohre, millimetergenau optimierte Geometrie und der weite Radstand bewirken in Verbindung mit den 26-Zoll Laufrädern absolute Stabilität, auch in beladenem Zustand auf schlechter Strasse oder bei höheren Geschwindigkeiten. Mit vollen Satteltaschen schräg auf einen hohen Randstein springen? Schnell in Kurven fahren, plötzlicher Richtungswechsel ohne Ausbrechen? Kein Problem mit diesem Rad!
Ich hatte mich für zusätzliche Ausstattung entschieden: Einen Nabendynamo von Schmitt, einen anderen Sattel, gute Schutzbleche und Autoventile. Den Nabendynamo, weil ich schwer laufende und durchrutschende Dynamos satt hatte, den Sattel weil sich das Villiger-Modell als völlig inkompatibel mit meinem Hintern erwies, die Autoventile weil das Rad vorwiegend in besiedelten Gebieten gefahren wird. Mit de
n standardmässig eingebauten französischen Ventilen kam ich noch nie zurecht und Luftpumpen gibt es sowieso für alle Systeme.
Nach einigen Monaten Fahrt zeigt sich: Das Rad hält voll und ganz, was es verspricht. Ob Großstadtdschungel, Schneematsch oder Wald, dieses Rad läuft wie auf Schienen und lässt einen in keiner Situation im Stich. Keins meiner früheren Räder war derart vielseitig. Es macht richtig Spass, schnell auf unebenen Wegen zu fahren, wie eine Wildkatze gleitet es in Bodenwellen hinein und darüber hinweg. In der Stadt rollt es unbeeinduckt über Glasscherben, Strassenbahnschienen, hohe Randsteine und gefährliche Längsschlitze von Gullys, egal ob beladen oder nicht. Auf Touren lässt es sich hoch beladen, mit den Lowridern auch vorne. Eine Vollfederung habe ich nicht vermisst, denn auch die gefederte Sattelstütze erhöht den Komfort spürbar - ohne jedoch die bekannten Nachteile einer Vollfederung wie ein verändertes Fahrverhalten in beladenem Zustand. Standard bei allen Cabongas ist der schmetterlingsförmige Modolo Reiselenker. An den habe ich mich gut gewöhnt. Erst hatte ich die Befürchtung, mit seiner ungewöhnlichen Form nicht zurechtzukommen. Mit ihm läßt sich feinfühlig lenken, vielfältige Umgreifmöglichkeiten verhindern frühe Ermüdung der Hände. Jeder, dem "Citybikes" zu brav und wenig belastbar erscheinen, Mountainbikes zu wenig Touren- und alltagstauglich, Trekkingräder zu wenig robust und stadtgeeignet findet mit dem Cabonga einen idealen Schnittpunkt für seine Wünsche. Ein Rad zum Vorankommen, jeden Pfennig wert!
Fazit:
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