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Nummer 16 - Sardisch in Bornheim - weitere Restaurants Frankfurt Archiv Reisen & Cityguide

Neuester Testbericht: ... - was nicht an den zum Fleisch servierten Oliven lag-. Und: noch nie habe ich ein Restaurant hungrig verlassen! Die Portion war so klein - ... mehr

Nummer 16 - Sardisch in Bornheim
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tbc71

Name des Mitglieds: tbc71

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Datum: 04.11.02, geändert am 04.11.02 (9551 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: außergewöhnliches Speisenangebot, riesige Portionen, herzlicher Service

Nachteile: Tischreservierung dringen zu empfehlen, recht eng und immer voll

Nummer 16
Wiesenstr. 52
60385 Frankfurt a.M. (Bornheim)

Die Eckkneipe sieht von außen nicht nach einem tollen Restaurant aus, wenn man mal ganz ehrlich ist. Vielmehr wähnt man sich auf den ersten Blick in einem Vereinslokal eines Handballvereins aus der Provinz, aber egal, schließlich sind wir hier ja auf Grund eines 'Insider-Tipps'. Zum Glück hatten wir reserviert, es ist ein gewöhnlicher Wochentag, Abends und ab 20 Uhr stehen Leute vor der Tür (innen ist es einfach zu eng) an, um irgendwann einen frei werdenden Tisch zugewiesen zu bekommen.

Innen ist jeder freie Fleck an der Wand mit Bildern, Urkunden, Hirschgeweihen und merkwürdigem Kitsch zugepflastert, doch das stört bei der eher dunklen Beleuchtung niemanden. Die Stimmung im Lokal ist laut und ausgelassen.

Der kleine, massige Patrone kommt auch bald an unseren Tisch und fragt mit seiner enorm tiefen Stimme, und einem herzlichen deutsch-italienischen Kauderwelsch, was wir denn trinken wollen. "Birr? Alles klar. 1? 2? 3? Cola? Neiiiin, tutmirlaid, in Sardegna gibs kein Cola, hier gibs dann auch kein Cola, Signora."
Aha, nicht weiter schlimm, dafür gibt es Apfelsaftschorle.

Wir studieren unterdessen die Speisekarte und sind positiv überrascht: Dieses Restaurant ist so garnicht der 08/15-Italiener mit Lasagne, Pizza und Salat. Stattdessen unter 'Vorspeisen' einige Suppen und alle Nudelgerichte, vornehmlich Spaghetti mit verschiedenen Soßen. Jedes Gericht ist ausführlich in italienisch und deutsch beschrieben, hier muss man schon Analphabet sein, um von dem, was man letztendlich serviert bekommt, negativ überrascht zu werden.

Die Hauptgerichte (im Grunde alles, das in größeren Mengen Fleisch oder Fisch beinhaltet) bieten dann die wirklichen Überraschungen: Lamm und Milchziege, Hase, Kaninchen, Geflügel, Spanferkel, verschiedenste Meeresfrüchte, und unterschiedlichstes Wild. Wow. Ich entscheide mich letztendlich doch für ein
relativ gewöhnliches 'sardisch gewürztes' Rinder-Steak, als Beilage gibt es Meeresfrüchte-Spaghetti und einen bunten Salat.

Kleiner Tipp: Man sollte sich hier besser nicht darauf einlassen, eine italienische, mehrgängige Speisenfolge zu wählen, wenn man es schwer übers Herz bringt, einen großen Teil des Essens wieder zurück gehen lassen zu müssen. Das liegt nicht daran, dass es nicht schmeckt (im Gegenteil!) sondern einfach an der schieren Menge. Eine 'Vorspeise' - also Nudeln in irgendeiner Form, kommt in einer wirklich großen Terrine. Jeder Gast bekommt für sein Geld schätzungsweise ein knappes Pfund(!) Nudeln, plus der durchweg köstlichen Soße.

Unser Essen kommt gleichzeitig nach kaum mehr als 30 Minuten (keine schlechte Leistung, immerhin sind wir fast 20 Personen und der Laden ist bis auf den letzten Platz gefüllt), und alle sind durchweg begeistert. Da wird auch verziehen, dass man am Tisch selber ausmacht, wer was trinken will, um dann einem der vorbeihastenden Kellner zuzurufen, was er uns bringen soll. Funktioniert und fördert die Kommunikation untereinander.

Niemand schafft es, seine Portion alleine auf zu essen. Zum Glück hatten sich einige der Leute ein Essen geteilt, sonst wäre noch mehr übrig geblieben. Am Schluss brach dann das große 'Lass mich mal probieren'-Fieber aus und so bekam ich einen guten Überblick über viele der Speisen. Mein Steak war ausgezeichnet: scharf gewürzt, exakt durchgebraten und die Nudeln dazu (auf den ersten Blick ja eine eher ungewöhnliche Kombination) köstlich: die Soße und die Meeresfrüchte frisch und lecker. Der 'Beilagensalat' entsprach der Menge eines großen Salats bei irgendeinem anderen Italiener, und gab auch keinerlei Grund zur Beanstandung.

Die Preise lagen schon etwas über dem, was man in einem 'normalen Restaurant' bezahlen würde, aber niemand der Gäste findet sie unangemessen. Zumal man vieles auf der Karte so in einem 'normal
en Restaurant' überhaupt nicht bekommen würde.

Das 'Nummer 16' hat einen südlichen Flair, die Stimmung ist entspannt, hier wird laut geschwatzt und gelacht und Spaß gehabt - beim Essen und offensichtlich auch beim Bedienen und Kochen.

Zwei Faustregeln zum Abschluss:
- Immer einen Tisch vorab reservieren
- Immer großen Hunger mitbringen

Fazit: