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Das Labyrinth im Maisfeld
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Name des Mitglieds: AlinaBaby
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Datum: 11.08.02, geändert am 11.08.02 (722 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: richtig verwirrendes Labyrinth, Schnitzeljadg nach Stempeln
Nachteile: ganz schön teuer, die Kunstwerke sind zum größten Teil nicht so besonders
Als ich gestern mit meinem Neffen und meiner Tochter in der städtischen Bücherei war und ein paar Bilderbücher ausgeliehen habe, gab man mir am Ausgang die Zeitschrift Mammamia. Das ist eine klitzekleine Zeitung rund um kinderfreundliche Unternehmungen, Berufe, Einkaufsmöglichkeiten, usw. Da sie kostenlos ist, hatte ich sie schon ein paar Mal mitgenommen, aber konnte noch nie etwas interessanten darin finden. Doch dies mal war es anders, denn ich wurde auf den „Irrgarten der Kunst“ aufmerksam. Auf TV Touring, unsere regionalen Fernsehsender“ hatte ich schon mal davon gehört. Hierbei handelt es sich um ein Labyrinth in einem Maisfeld. Die Idee ist schon recht alt, so was gibt es zur Zeit in sehr vielen Städten in Deutschland. Doch dieses Labyrinth ist zusätzlich eine Kunstaustellung.
Ich habe mich ja schon immer ein wenig für Kunst interessiert, doch Museen mag ich überhaupt nicht und meine Tochter wäre da auch keine einzige Minute ruhig. Das man dort keine lauten Gespräche führen darf stört mich auch ziemlich, da ich ein totales Plappermaul bin. Da bot sich der Irrgarten der Kunst doch hervorragend an mein Kunstinteresse mal wieder auszuleben.
Mein Freund war erst nicht so sehr begeistert, aber als ich versprochen habe, das wir danach noch zum McDonalds gehen (ja, der Trick funktioniert nicht nur bei Kindern), hat er sich doch noch überwunden.
Die Anfahrt war überhaupt kein Problem. Wer sich nicht in Würzburg auskennt, wird auch keine Schwierigkeiten haben. Von der A3 aus, fährt man Ausfahrt Würzburg/Heidingsfeld raus, fährt dann die B19 Richtung Heuchelhof. Nach kurzer Zeit kommt noch eine zweite Abfahrt nach Heidingsfeld, daneben befindet sich ein Golfplatz. Die muss man dann runter, über den kleinen Wendeplatzt kommt man dann direkt zum Maisfeld.
Von den meisten anderen Autobahnen die durch Würzburg fahren, kommt man übrigens auch auf der B19 raus, wie zum Beispiel bei der A9 (kassel, ist doch die 9 oder?), da muss man al
lerdings Würzburg/Estenfeld runter.
Also, gefunden hatten wir das Maisfeld sofort und gingen gutgelaunt zur Kasse, und da fielen uns erst mal fast die Augen raus. 4 Euro!!! Eintritt. Ich hatte mit 1 oder 2 Euro gerechnet, aber doch nicht mit 4. Naja, zähneknirschend habe ich dann doch bezahlt und es konnte los gehen. An der Kasse haben wir noch schnell zwei grüne Zettel bekommen. Was ist denn das? Auf dem Zettel waren 6 leere Kästchen und darunter ein paar Zeilen für Name und Adresse. Aha, die leeren Kästchen sollten mit Stempelabdrücken gefüllt werden und wenn man alle hat kann man an einem Gewinnspiel teilnehmen. Die Idee hat mir gut gefallen und schnell machten wir uns auf die Suche nach Stempeln. Wie sehen die wohl aus? Sind sie vielleicht in den Kunstwerken versteckt? Nein, nach nicht mal einer Minute sahen wir ein Metallkästchen, in dem sich ein Stempel und ein Stempelkissen befanden. Na, das war ja leicht, aber wir brauchten ja immer noch 5. Also liefen wir wild durch das Labyrinth. Es ist wirklich nicht sehr groß, aber man verliert total schnell die Orientierung. Die Kunstwerke waren zum einen Skulpturen aus Eisen (teils verrostet, teils neu), dann welche aus Holz und ein paar auch aus Stein. Außerdem waren überall großes künstlerisch gestaltete Tafeln mit Gedichten gestanden. In einem großen Kreis waren auch jede Menge sehr schöne Bilder gestanden. Stilistisch würde ich sie keiner bestimmten Richtung einordnen. Ein Bild war eindeutig impressionistisch, zwei waren Collagen, einige abstrakt und die anderen konnte ich leider keinem bestimmten Stil zuordnen. Eigentlich peinlich, wenn man bedenkt dass ein Fach meiner Abschlussprüfung Kunstgeschichte lautete. Aber egal, ist nun schon 3 Jahre her, da kann man schon einiges vergessen.
Jedenfalls habe wir ca eine Stunde Labyrinth verbracht und danach war ich ganz schön geschlaucht, hatte Kopfweh und Alina hat nur noch geschrieen weil sie auch müde war.
MEINE MEINUNG
Ehrlich gesag
t, die Kunstwerke habe ich nicht so sehr beachtet wie es eigentlich sein sollte. Ich meine, dass das ja eigentlich der Sinn der Sache war, aber das Suchen nach den Stemplekästchen hat uns total abgelenkt. Nur als Hinweise wo wir uns grade befinden, dienten sie uns, denn wir haben uns natürlich mehr als nur einmal verlaufen.
Aber ein wenig habe ich natürlich doch immer hingeschaut und ich muss sagen dass mir bestimmt 60 % überhaupt nicht gefallen haben. Die Gedichte waren einfach nur billig und auf den Niveau von 5.klässlern. Sie waren meist gesselschaftkritisch aber ohne einen besonderen Hintergrund und so anspruchslos geschrieben, dass man nach dem ersten Lesen sofort weiter gehen kann. Ein Beispiel möchte ich hier nennen, dass mir ganz und gar nicht gefallen hat. Es ging um die Halbgötter in weiß. Ein Mann geht zum Arzt, zum Runtinecheck, der stellt fest, dass er einen wunden After hat und verschreibt eine Salbe, die so einige Nebenwirkungen mit sich bringt, weshalb dann Tabletten verschrieben wird. Und eben von diesen Tabletten bekommt der Patient dann einen wunden After, von dem er zuvor gar nichts gemerkt hatte. Nicht nur, dass Thema war absolut Lachhaft, sondern auch die Reime. Ich könnte wetten mein 9jähriger Neffe hat dieses Gedicht geschrieben.
Ein Gedicht, dass zwar auch recht anspruchslos war, hat mir dennoch recht gut gefallen. Es ging in etwa so: So zarte Hände, mit kleinen Fingern dran, darf man nicht schlagen , sie zerbrechen dann. So große Augen, die alles sehen, darf man nicht verbinden. So reine Seelen, so offen und ??, darf man nicht qäulen, zerbrechen dran. Besser konnte ich es jetzt leider nicht mehr widergeben, aber so ähnlich war es auf jeden Fall. Neben dem Gedicht war noch in grautönen ein sitzendes Baby gemalt, was ich auch recht schön fand, aber auch nichts besonderes.
Steinskulpturen gab es recht wenig. Das schönste, überhaupt , war ein großer, dicker Fisch. Sein Gesicht sah mehr wie das eines Menschen aus und er hatte ei
n paar wenige goldenen und silberne Punkte. Das war eigentlich das einzigste, dass mich so richtig beeindruckt hat.
Besonders die Holzskulpturen waren total einfach gemacht. Pilze, die ein 5jähriger Schnitzen konnte, komische Tiere, die eigentlich nur einfach Laubsägearbeiten waren, usw. Also die waren wohl alles andere als sehenswert.
Sehr schön hingegen fand ich die Skulpturen die aus Eisen hergestellt waren. Hier fand ich Goofy am schönsten. Sein Körper war aus verrostetem Eisen und sein Kopf aus Stein. Der Kopf sah absolut unbearbeitet aus, was mich sehr beeindruckt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Künstler diesen Stein irgendwo gefunden hat und er ihn so an das Gesicht von Goofy erinnert hat, dass er diese Skulptur gemach hat. Auch die nackte Frau hat mir gut gefallen. Sie lag mit übereinander geschlagenen Beinen auf der Wiese. Ihr Körper war aus vielen kleinen Metallblättchen gefertigt. Hat wirklich toll ausgesehen.
Die Idee mit dem Stempelsuchen fand ich einfach genial. Überall habe ich Kinder gesehen, die mit viel Freude durch das Labyrinth gerast sind, um den nächsten Kasten zu suchen. Allein das Labyrinth und die Kunstwerke hätten die Kinder mit Sicherheit schrecklich gelangweilt. Ich fand es richtig schade, dass Alina sich dafür noch nicht begeistern konnte. Ich hab sie immer mal wieder aus ihrem Buggy geholt und auf den Boden gestellt, doch sie war mehr von den Maisblättern fasziniert. Sie war der festen Überzeugung sie könnte sie daran festhalten und ist so einige Male mitten in den Maispflanzen gelandet.
Das Labyrinth ist total unübersichtlich, was ich einfach klasse fand. Sonst wärs ja langweilig. Wir sind häufig im Kreis gelaufen. Damit man alles sieht sind sicher auch die Stempelkästchen so angebracht, dass man überall mal hin muss. Sonst würde man sicher viele Kunstwerke verpassen.
INFORMATIONEN
Das Maisfeld wurde von Familie Kritzner aus Friesenhausen gepflanzt, die Ausstellung wird auch von ihnen
geleitet. Geöffnet hat das Labyrinth nur im Wochenende. Samstag von 15 – 18 Uhr, Sonntags von 13 – 18 Uhr. Zu sehen ist diese Ausstellung nur noch bis zum 22. September. Ob sie nächstes Jahr wieder eröffnet wird, weiß ich nicht, aber ich könnte es mir gut vorstellen, besonders da sie sehr gut besucht wird.
Offizielle Parkplätze gibt es zwar nicht, aber auf dem kleinen Weg der dorthin fährt ist genug Platz zum Parken.
Die Anfahrt habe ich ja oben schon beschrieben, wie auch den Eintrittspreis von 4 Euro. Für meine Tochter (11 Monate) musste ich nichts zahlen, weiß aber nicht, bis zu welchem Alter der Eintritt frei ist.
Wenn es noch irgendwelche Fragen gibt, könnt ihr anrufen (ich denke Familie Kritzner) unter der Telefonnummer 09523/7300
FAZIT: Wer diese Kunst aus Eisen nicht mag, der braucht eigentlich nicht hingehen, wenn er ausschließlich an den Kunstwerken interessiert ist. Der Rest war wirklich nicht sehenswert, zum größten Teil jedenfalls.
Am schönsten ist das Maislabyrinth sicher für Familienausflüge. Alle Kinder die ich dort gesehen habe, hatten einen riesigen Spaß und konnten sich mal wieder so richtig austoben. Ruhige Nächte sind danach sicher garantiert.
Ich setze diese Meinung übrigens in die Kategorie der überregionalen Events, da es in vielen Städten ähnliche Ausstellungen gibt. Eine davon in Ansbach.
Fazit:
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