Allgemeines zu Korfu
Korfu, ti sagapo... - Allgemeines zu Korfu Archiv Reisen & Cityguide

Neuester Testbericht: ... Der etwa 20-minütige Abstieg ist es aber allemal wert! Der kleine Strand mit Felsen und Klippen ist der schönste der ganzen Insel! Eine H... mehr

Korfu, ti sagapo...
Allgemeines zu Korfu

herbb

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Allgemeines zu Korfu

Datum: 04.07.02, geändert am 04.07.02 (655 Lesungen)

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Vorteile: grünste Insel

Nachteile: Massen in der Hochsaison

Kerkyra hieß die namensgebende Nymphe, in die sich der Meeresgott Poseidon verliebt hatte und die er auf die ungriechischste aller Inseln gebracht hatte: Korfu, mit Betonung auf der ersten Silbe.

Als Nisophiler (nisos, griech. für Insel) habe ich vorher schon etliche Inseln in der Ägäis bereist, darunter die Kykladeninseln Paros, Naxos, Delos, Mykonos und Santorin, Samos vor der türkischen Küste und Kreta ganz im Süden, das Ionische Meer aber mit Zakynthos, Kefallonia, Levkas und eben Korfu war für uns bis vor kurzem Terra Incognita. Auf allen anderen Inseln ist die Vegetation eher spärlich, sodass man angesichts der Zypressen- und Rhododendrenwälder Korfus sofort ins Schwärmen gerät. Die sichelförmige und gebirgige Insel liegt in ihrem NO-Teil nur wenige Kilometer vor der südalbanischen Küste, ist ca. 60 km lang, bietet über 200 km Küste mit weniger Sand- und mehr Kiesstränden und wird jährlich von über einer Million Besuchern frequentiert.

Man landet mitten in einer Lagune nahe Korfu-Stadt, wo etwa ein Drittel der 120000 Bewohner lebt, sie bietet ein multikulturelles Gepräge, hier haben nach den Venezianern und den Engländern ganz in der Nähe auch Wilhelm II. und die österreichische Kaiserin Sisi ihre Spuren hinterlassen. Den Venezianern verdankt die Stadt neben alter und neuer Festung das Rathaus und die Esplanade, einen der schönsten Plätze am Mittelmeer, wo es sich im Schatten der Bäume bei einem frisch gepressten Orangensaft oder einem Capuccino nach einem Stadtbummel (u.a. griech.-orthodoxe Kirche des hl. Spiridon, Archäologisches Museum, die verwinkelte Altstadt) so herrlich entspannen lässt...

Die Engländer wieder haben ihre fünf Dezennien dazu benützt, die prächtige Gouverneursvilla Mon Repos und den St. Georgs Palast hin zu stellen und sonntags die Wiese der Esplanade mit ihrem schrulligen Kricketspiel bevölkert, das übrigens auch heute noch dort gespielt wird - die Männer traditionell in blendendem Weiß, die Ladies mit Ascot-Hü
ten am Spielfeldrand, wahrscheinlich eine Tasse Orange Pekoe FF schlürfend...

Was haben nun der Preußenkaiser und die herzallerliebste Sisi mit Korfu zu tun? Nun, die Kaiserin war nach einer Kreuzfahrt im Mittelmeer von der Schönheit der Insel so angetan, dass sie beschloss, ein paar Kilometer südwestlich von Korfu-Stadt bei Gastouri ein Refugium zu errichten, dem sie den Namen Achilleion gab, aus Gründen der Verehrung für ihren antiken Helden. Sie konnte jedoch dieses Schloss, das sie liebevoll mit Artefakten und Skulpturen ausstattete, nur wenige Jahre genießen, da sie ja bekanntlich 1898 in Genf ermordet wurde. Wilhelm II erwarb es 1908, ihm waren aber ebenso nur die paar Jahre bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges dort vergönnt. Im Parterre des Hauses finden sich Gemälde und Erinnerungsstücke an die beiden Herrscher, die Gemächer im ersten Stock sind leider nicht zugänglich, was aber leicht zu verschmerzen ist, denn die eigentliche Schönheit ist der angeschlossene Park, der unvergleichliche Ausblicke auf Stadt und Meer bietet. Dazu ein Tipp: wer nicht eine organisierte Bus-Tour machen muss, sollte schon zwischen 8 und 9 Uhr früh das Achilleion besuchen, dann gehören ihm Park und Schloss allein, als wir um 9 Uhr abreisten, trafen gleichzeitig an die 20 Busse mit Massen von Touris ein, auf der schmalen Straße herrschte Chaos pur!

Wir begeben uns nun auf der Küstenstraße Richtung Süden, die Orte Benitses, Moraitika und Messonghi sind in der Saison ziemlich überlaufen, man ist gut beraten, zwischen April und Juni oder im September und Oktober anzureisen, die Hotels sind günstiger, die engen Straßen nicht so verstopft und die Einheimischen garantiert freundlicher als im Trubel der Hochsaison.

Da an meiner Schule Ende Juni immer Projektwochen stattfinden, suchte sich meine Golf-Truppe nach Exkursionen an die Costa Blanca und die Algarve diesmal Korfu aus, wir buchten das Hotel Delfinia am Ortsrand von Moraitika bei der österreichischen Restp
latzbörse, eine Woche HP inkl. Transfer kostete knapp 400 EUR für diesen Termin, zwei Wochen später würde es fast das Doppelte kosten!

Die Anlage hat vier (griechische) Sterne, wir haben beschlossen, höchstens 2 und einen halben zu vergeben, die Abzüge gehen bei meinen Jugendlichen großteils auf das Konto der etwas eintönigen Verpflegung, die ziemlich lieblos morgens und abends in Buffetform verabreicht wurde, wobei auch noch die Essenszeiten (morgens nur bis 9:30, abends nur bis 21 Uhr) wahrscheinlich auf die zahlreichen Pensionisten abgestimmt sind. Der Strand bestand großteils aus Kies mit Spuren von Sand, Schirme und Liegen kosteten extra (EUR 2,20/Tag), ebenso im Bereich um den Pool, der nicht sehr hygienisch wirkte. Für Familien mit Kleinkindern ist der Strandbereich bestens geeignet, da er sehr flach abfällt, das Wasser ist sehr klar und die Wassertemperatur lag schon bei 26°. TV gibts nur im Rezeptionsbereich, wo auch ein etwas schlapper Celeron PC für EUR 6/Stunde zur Verfügung steht. Der Barbereich wurde ob der überteuerten Drinks von uns boykottiert, dafür deckten wir uns im nur 200 Meter entfernten Ort mit Getränken ein.

Als Alternativunterkunft haben wir das 35 Zimmer Hotel Akti Arillas entdeckt, 35 km nordwestlich von Korfu-Stadt ein paar Meter von einem herrlichen, von der EU ausgezeichneten Sandstrand (eine Woche HP für 2 Personen um 462 EUR) gelegen. Der rührige Besitzer Stamatis Lefkimiatis kümmert sich hier um das Wohl seiner Gäste und besorgt auch die Flughafentransfers für EUR 15 hin/retour. (Im Netz unter www.otenet.gr/akti-arilla).

Herrlich Fischessen konnten wir bei Spiros Karidis in Boukari, man sucht sich im Meerwassercontainer Barben, Seezungen, Garnelen oder Langusten (1kg nur EUR 53!) aus und genießt wenig später auf der schattigen Terrasse bei einem Glas exzellenten Hausweins oder einem Heineken Bier ein exzellentes Essen. Dieses Mahl war eine Belohnung für einen Mannschaftssieg bei einem Turnier auf dem einz
igen Golfplatz Korfus, der sich im Ropa Valley bei Ermones befindet. (Greenfees zwischen 35 und 50 EUR).

Ein weiteres Festessen nahmen wir am Sunset Beach bei Peroulades ganz im Nordwesten der Insel ein, ebenfalls nach einem Einzelturnier, wo wir den Gesamtsieger stellten und die Plätze 5, 6 und 7 (ich, mit guten 35 Stablefordpunkten) belegten. Die wilde Küste beginnt nur 2 Meter von den Tischen des Panoramarestaurants entfernt, man kann hier auch eine steile Treppe bis an den schmalen Strand hinunter wandern. Der Sonnenuntergang mit Blick auf die vorgelagerten Inseln Erikoussa, Othoni und Mathrakion ist hier mit und ohne Diner ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Mit zwei brustschwachen Hyundai Atos (viertürig, mit Klima, bei Hertz eine Woche für ca. 240 EUR inkl.) kurvten wir über die traumhaften Küstenstraßen, passierten enge Ortsdurchfahrten in den winzigen Dörfern und hantelten uns an Steilabbrüchen vorbei, die durch keine Leitschiene geschützt sind. Die schönsten Strecken sind die Abschnitte zwischen Dassia und Kassiopi im Nordosten sowie die Straßen an der Westküste zwischen Agios Gordios und Paleokastritsa. Die einzige Gegend, die weniger interessant ist, ist das Örtchen Kavos im äußersten Süden, dieses Kaff kann aber nichts dafür, dass es ausschließlich in britischer Hand ist, was sich an Massen von krebsroten, grölenden Hooligans im Dauer-Bierdunst dokumentiert...

An Ausflügen ist alles Mögliche machbar: Mountainbiken, Paragliding, es gibt ein Aqualand, einen Reitclub gleich neben dem Golfclub, Jeepsafaris, Tauchausflüge, ein kurzer Bootstrip vom Hafen auf die Insel Vido, Besuche der benachbarten ionischen Inseln und des Festlandes sowie ein Tagesausflug ins unbekannte Südalbanien, doch das ist eine andere Geschichte...

Infos und Fotos im Netz bieten Seiten besessener Korfu-Liebhaber, einfach bei Google das Stichwort "Korfu" eingeben


Noch ein kleiner griechischer Sprachführer:


Kali mera guten Morgen (Tag)
Kali spera guten Abend
Jassoú hallo
Ne ja (!)
Óchi nein
Parakaló bitte
Efcharistó danke
Jamás! Prost!













Fazit: