
Wenn ich wirklich die Stille suche, Beethovens Werk hilft mir.
z. Zt. nicht aufgeführte Sakralmusik-Aufnahmen von Ludwig v. Beethoven

Name des Mitglieds: fano
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z. Zt. nicht aufgeführte Sakralmusik-Aufnahmen von Ludwig v. Beethoven
Datum: 12.09.08, geändert am 12.09.08 (160 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Ich kann es hören, mitsingen oder mich einfach nur erfreuen
Nachteile: Gestört zu werden!
101
+++++ Christus am Ölberg+++++
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Mehr aus Neugierde habe ich mir diese CD gekauft. Beethovens Kompositionen waren für mich nie fremd. Wohl aber das Oratorium "Christus am Ölberg".
Ich habe noch nie den Versuch unternommen, ein Musikstück zu beschreiben. Es ist das erste Mal. Und ich bitte um Nachsicht, ich bin kein Profi, sondern nur ein Freund auch stillerer Musik.
Mein eigener Beitrag zu diesem Erfahrungsbericht über das vorliegende Werk ist sehr gering. Die Musik ist derart von Überraschungen geprägt, dass hier nur der Text weiter hilft, diesen Erfahrungsbericht etwas besser zu verstehen. Ich selbst habe großen Respekt vor diesem Oratorium von Ludwig van Beehoven.
Vermutlich, dass ist meine persönliche Meinung, wird das Werk wohl immer etwas unbekannter bleiben, da es wohl nicht ganz in das kirchliche Konzept passt. Trauer und Freude liegen hier sehr dicht beieinander. Und weil die Musik dies auch klar zeigt, gibt mir das Werk sehr viel Kraft. Glaube ist wirklich dann etwas schönes. Ja, und an manchen Stellen kommt es mir so vor, aufgemuntert zu werden und fröhlich zu sein.
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Die Beschriebene CD habe ich mir in der Zwischenzeit sehr häufig angehört. Und ich gestehe, Beethoven ist mit dieser Komposition etwas ganz Besonderes gelungen. Nämlich der Musik und den wirklich fast aufmunternden Melodien , die immer wieder neue Überraschungen hören lassen, Gehör zu schenken.
Immer wieder sorgen die hervorragenden Solisten für Gefühle, die zum Teil freudig stimmen.
Da ich mich jetzt besonders um das Thema bemüht habe, habe ich eine Aufnahme aus neuerer Zeit gefunden. Nämlich eine Aufnahme aus dem Jahr 2002 (Erstveröffentlichung).
Eine Aufnahme mit:
Rundfunkchor Berlin (Einstudierung: Simon Halsey)
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Kent Nagano
Luba Orgonasova (Seraph - Sopran)
Placido Domingo (Jesus - Tenor)
Andreas Schmidt (Petrus - Bariton)
Hamonia Mundi HMC 901802
Erstveröffentlichung 20.11.2003
Im Vergleich zu der nachfolgenden älteren Aufnahme, liegt meine Entscheidung ganz klar bei der bei der älteren Aufnahme.
Der Vergleich zeigt , das ein Placido Domingo zwar ein Weltstar ist, aber eine völlig andere Stimme hat wie Nicolai Gedda. Nicolai Gedda gelingt es, die Gefühle Christus zu singen. Ebenso mag Luba Orgonasova eine wunderbare Sopranstimme sein, während Cristina Deutekom die Stimme mit all ihren Gefühlen der Rolle singen kann.
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Für mich ist , wie schon angedeutet, die nachfolgende Aufnahme etwas, was sich so nicht umschreiben läßt. Es ist eine Aufnahme, die wirklich das Innere erreichen kann.
Ludwig van Beethoven:
Christus am Ölberg op. 85
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Cristina Deutekom Sopran Seraph
Nicolai Gedda Tenor Jesus
Hans Sotin Bass Petrus
Philharmonischer Chor der Stadt Bonn
Chor des Theaters Stadt Bonn, Chorleiter Theodor Scheer
Orchester der Beethovenhalle, Bonn
Volker Wangenheim Dirigent
Die Aufnahme entstand ca. 1969. und wird jetzt bei EMI classics in der sog. Nipper Collection als CD in den Handel gebracht.
Christus am Ölberg
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Das Oratorium "Christus am Ölberg" wurde am Palmsonntag 1802 in Wien uraufgeführt. Das Libreto von Franz Xaxer Huber, stützt sich auf die Leidensgeschichte Christi. Die Vorlagen sind die Evangelien.
Beethoven hat das Werk für weitere Aufführungen überarbeitet. An ein Oratorium erinnert das Werk weniger, eher an eine Oper. Doch mit Rücksicht auf die Geschichte, nämlich die Entscheidung von Christi im Garten von Gethsemane, sich zu opfern, um der Menschheit etwas zu geben, hört sich eher wie eine Oper an. Tatsächlich aber handelt es sich um ein Oratorium.
Nachdem ich mir Ludwig van Beethoverns Christus am Ölberg mehrfach angehört hatte. Zusätzlich im Internet den Text gefunden habe, habe ich den Eindruck, jetzt erst das Oratorium zu verstehen.
Und ich muss gestehen, dieses Musikstück ist in der Ausdrucksstärke, in der Wiedergabe von Gefühlen, viel mehr als nur ein Oratorium. Die Musik gibt Gefühle wieder, die mich wirklich bis zum letzten Takt gefesselt hatte. Ich werde das Oratorium noch öfter anhören.
Aber der Reihe nach.
Nummer 1
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Introduktion (1), gefolgt von dem Rezitativ(2) und der Arie(3):
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1).
Eingeleitet wird die Introduktion leise mit Paukenschlägen. Fast wie Herzschläge. Nach und nach folgen die weiteren Instrumente. Von leisen Tönen bis hin zu fast fröhlichen Elementen, dann wieder fordernden Takten. Eine Gefühlswelt entsteht allein nur durch diese Musik. Fragen, was gemeint sein könnte, entstehen so nicht, für mich war es einfach klar, was
diese Introduktion vermitteln sollte.
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2).
Das Rezitativ gibt eine klare Aussage. Jesus wendet sich an seinen Vater:
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"Jehova, du mein Vater!
O sende Trost und Kraft und Stärke mir.
Sie nahet nun, die Stunde meiner Leiden,
von mir erkoren schon,
noch eh' die Welt auf dein Geheiß
dem Chaos sich entwand.
Ich höre deines Seraphs Donnerstimme,
sie fordert auf,
wer statt der Menschen sich
vor dein Gericht jetzt stellen will.
O Vater! ich erschein' auf diesen Ruf.
Vermittler will ich sein,
ich büße, ich allein, der Menschen Schuld.
Wie könnte dies Geschlecht, aus Staub gebildet,
ein Gericht ertragen, das mich,
mich, dein Sohn, zu Boden drückt?
Ach steh! wie Bangigkeit,
wie Todesangst mein Herz mit Macht ergreift!
Ich leide sehr, mein Vater!
O sieh! ich leide sehr, erbarm dich mein!"
*****
Die Stimme von Nicolai Gedda ist hier von besonderer Prägung. Manchmal bettelnd, dann wieder voller Kraft. Das Zwiegespräch zum Vater ist aber nicht unbedingt von Trauer geprägt, Nein es ist so, wie ein Sohn mit seinem geliebten Vater spricht.
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"Meine Seele ist erschüttert
von den Qualen, die mir dräun.
Schrecken faßt mich, und es zittert
gräßlich schaudernd mein Gebein,
Wie ein Fieberfrost ergreifet
mich die Angst beim nahen Grab,
und von meinem Antlitz träufet
statt des Schweißes Blut herab.
Vater! tiefgebeugt und kläglich
fleht dein Sohn hinauf zu dir!
Deiner Macht ist alles möglich,
nimm den Leidenskelch von mir!.."
****.
Die Arie ist fast melodisch. Ich war erstaunt, wie sehr die Melodie und die Stimme eine Gefühlwelt entstehen lassen, die sich nicht beschreiben lässt.
Über Hoffnung, Trauer, Glück. Alles ist vereint in dieser Arie. Ich muss gestehen, ich habe zum Teil diese wunderbare Arie mitsummen müssen. Sie hatte mich sozusagen im Griff.Auch diese Arie endet mit der Bitte
Nummer 2
Rezitativ, Arie und Chor.
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Der zweite Teil ist etwas, das sich fast nicht beschreiben lässt. Der Sopran ist von einer derartigen Ausdruckkraft, die fast erschaudern lässt.
Ob Trännen in meinen Augen waren, weil ich so angestrengt den Text mit gelesen hatte, oder weil dieser Teil mich in eine Gefühlswelt versinken ließ, ich glaube es war das Letztere
.
Ein Kapitel, das vom Tode spricht, aber gleichzeitig von der Musik immer wieder neue Grenzen setzt. Der Text sagt hier sehr viel aus, aber die Musik und die Sopranstimme im Wechselgesang mit dem Chor bringen etwas, dass übersinnliche Kraft besitzt. So groß war die Spannung.
*****
"Erzittre, Erde, Jehova's Sohn liegt hier!
Sein Antlitz tief in Staub gedruckt,
vom Vater ganz verlassen,
und leidet unnennbare Qual.
Der Gütige! Er ist bereit,
den martervollsten Tod zu sterben,
damit die Menschen, die er liebt,
vom Tode auferstehen und ewig leben!"
Arie
SERAPH
*
"Preist des Erlösers Güte,
preist, Menschen, seine Huld!
Er stirbt für euch aus Liebe,
sein Blut tilgt eure Schuld,"
Chor
SERAPH, CHOR DER ENGEL
"O Heil euch, ihr Erlösten,
euch winket Seligkeit,
wenn ihr getreu in Liebe,
in Glaub' und Hoffnung seid.
Doch weh! Die frech entehren
das Blut, das für sie floß,
sie trifft der Fluch des Richters,
Verdammung ist ihr Los!"
Nr. 3
Rezitativ und Duett
****
JESUS
*
"Verkündet, Seraph, mir dein Mund
Erbarmen meines ew'gen Vaters?
Nimm er des Todes Schrecknisse von mir?"
SERAPH
*
"So spricht Jehova:
Eh' nicht erfüllet ist
das heilige Geheimnis der Versöhnung,
so lange bleibt das menschliche Geschlecht
verworfen und beraubt des ew'gen Lebens."
Duett
JESUS
*
"So ruhe denn mit ganzer Schwere
auf mir, mein Vater, dein Gericht.
Gieß über mich den Strom der Leiden,
nur zürne Adams Kindern nicht!"
SERAPH
*
"Erschüttert seh' ich den Erhabnen
in Todesleiden eingehüllt,
Ich bebe, und mich selbst umwehen
die Grabesschauer, die er fühlt."
JESUS, SERAPH
*
"Groß sind die Qual, die Angst, die Schrecken,
die Gottes Hand auf mich/ihn ergießt,
doch größer noch ist meine/seine Liebe,
mit der mein/sein Herz die Welt umschließt."
******
Hier ist noch eimal das ganze Entsetzen zu spüren. Die Musik führt durch eine Welt, die sich kaum begreifen läst. Der dritte Teil lässt viele Fragen an den Vater offen. Auch hier gibt die Musik mit dem Tenor, Sopran, Bass und Chor eine Richtung in alle Gefühlswelten vor.
Auch hier gelingt es Beethoven, das Thema so zu geben, dass alle Gefühle angesprochen werden. Ich selbst war derart auch vom Text eingenommen, dass die Melodie eigentlich automatisch folgte. Jeder Ton, jeder Takt sitz mit einer "Gefühlpräzion", das es fast erschaudert. Es passt einfach immer wieder ganz genau!
Nummer 4
*
Jetzt ist Jesus bereit. Er begrüßt den Tod. Fast zärtlich geht der Tenor hier nit der Stimme einher. Der Tod ist nicht der Feind. So zumindest habe ich das verstanden.
******
"Willkommen, Tod, den ich am Kreuze
zum Heil der Menschheit blutend sterbe!
O seid in eurer kühlen Gruft gesegnet,
die ein ew'ger Schlaf in seinen Armen hält;
ihr werdet froh zur Seligkeit erwachen."
CHOR DER KRIEGER
*
"Wir haben ihn gesehen
nach diesem Berge gehen,
entfliehen kann er nicht,
sein wartet das Gericht,"
Nr. 5
Rezitativ und Chor
JESUS
*
"Die mich zu fangen ausgezogen sind,
sie nahen nun.
Mein Vater
O fuhr in schnellem Flug
der Leiden Stunden an mir vorüber,
daß sie fliehn, rasch, wie die Wolken,
die ein Sturmwind treibt,
an deinen Himmeln ziehn.
Doch nicht mein Wille, nein,
dein Wille nur geschehe."
CHOR DER KRIEGER
*
"Hier ist er, der Verbannte,
der sich im Volke kühn
der Juden König nannte
ergreift und bindet ihn!"
CHOR DER JÜNGER
*
"Was soll der Lärm bedeuten?
Es ist um uns geschehen!
Umringt von rauen Kriegern,
wie wird es uns ergehn?
Erbarmen, ach Erbarmen.,.!"
Nummer 6
Rezitativ, Terzet und Chor
*****
"Nicht ungestraft soll der Verwegnen Schar
dich Herrlichen, dich,
meinen Freund und Meister,
mit frecher Hand ergreifen!"
JESUS
*
"O laß dein Schwert in seiner Scheide ruhn;
wenn es der Wille meines Vaters wäre,
aus der Gewalt der Feinde mich zu retten,
so würden Legionen Engel
bereit zu meiner Rettung sein."
Terzett
PETRUS
*
"In meinen Adern wühlen
gerechter Zorn und Wut,
laß meine Rache kühlen
in der Verweg'nenBlut!"
JESUS
*
"Du sollst nicht Rache üben,
ich lehrt'euch bloß allein,
die Menschen alle lieben,
dem Feinde gern verzeihn!"
SERAPH
*
"Merk auf, o Mensch, und höre:
nur eines Gottes Mund
macht solche heil'ge Lehre
der Nächstenliebe kund."
SERAPH, JESUS
*
"0 Menschenkinder, fasset
dies heilige Gebot:
Liebt jenen, der euch hasset,
nur so gefallt ihr Gott!"
PETRUS
*
"In meinen Adern wühlen...
laß meine Rache kühlen..."
JESUS
*
"Du sollst nicht Rache üben.,."
SERAPH, JESUS, PETRUS
*
"O Menschenkinder, fasset
dies heilige Gebot..."
Chor
CHOR DER KRIEGER
*
"Auf, auf! Ergreifet den Verräter,
weilet hier nun länger nicht,
fort jetzt mit dem Missetäter,
schleppt ihn schleunig vor Gericht! "
CHOR DER JÜNGER
*
"Ach! wir werden seinetwegen
auch gehaßt, verfolget sein.
Man wird uns in Bande legen
martern und dem Tode weihn."
JESUS
*
"Meine Qual ist bald verschwunden,
der Erlösung Werk vollbracht,
bald ist gänzlich überwunden
und besiegt der Hölle Macht!"
CHOR DER ENGEL
*
"Welten singen Dank und Ehre
dem erhab'nen Gottessohn,
Preiset ihn,, ihr Engelchöre,
laut im heil'gen Jubelton!"
Petrus spricht von Strafe, doch Jesus erklärt seine Botschaft.. Hier ist die Musik wieder ein Element von einer Klarheit. Schon allein die ausdrucksvolle Komposition zeigt, das es noch
viele Wege geben wird.
Der Text befasst sich jetzt mit Verzeihen und der Rache.Die Musik gibt das übrige hinzu.
Eine Botschaft wird verkündet. Leider nur hat diese christliche Botschaft vieleMenschen nicht erreicht.
Fast freudig ist für Jesus das Ziel, der Tod erreicht. Ihm wird bewusst, ich habe es bald geschafft. Die Musik dazu, leicht tragend wechselt nun in ein (erschreckenden) Jubel über. Der Chor der Engel beend dieses eindrucksvolle Werk.
Ein Werk, das mir Jesus mehr gezeigt hat.Und ich denke, mir auch geholfen hat, etwas mehr ein Christ zu sein. Auch wenn ich keiner Religion angehöre.
Fazit 1:
*******
Für alle Menschen, die Zeit haben, oder sich Zeit nehmen, kann ich diese CD unbedingt empfehlen. Besonders eindrucksvoll wird dieses Werk, wenn, wie mir, der Text vorliegt.
Fazit 2.:
********
Diese sehr alte Aufnahme ist von ein besonderen Art. Den Solisten, dem Chor ist gelungen, bis zum letzten Takt gefesselt zu sein.
Fazit: Ich war Überrascht, das ich dieses Stück besonders in Herz geschlossen habe.
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