
Die Jazz-Version der West Side Story auf CD oder DVD
West Side Story (1997) - Dave Grusin

Name des Mitglieds: Musical-World
Produkt:
West Side Story (1997) - Dave Grusin
Datum: 27.10.00, geändert am 27.10.00 (30 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: neuarrangierte Jazz-Versionen mit guten Künstlern
Nachteile: es muß nicht die DVD sein, wenn man nicht am 5.1 Digitalton interessiert ist
Die zeitlose Musik von Leonard Bernstein´s “West Side Story” ist bereits über 40 Jahre alt. Zur damaligen Zeit stellte sie eine innovative Mischung aus Jazz, Latin und großen Musical-Balladen, gepaart mit Ballett und Modern Dance, dar wie sie das Musiktheater bis dahin noch nie gesehen hatte. Was 1957 das Publikum verstörte und gleichzeitig faszinierte, kann heute immer noch begeistern. Trotz ihrer Zeitlosigkeit wird die “West Side Story” aber auch gerne von Künstlern neu interpretiert. Eine Jazz-Adaption liefert Dave Grusin auf CD und DVD ab.
11 neuarrangierte Songs werden hier größtenteils instrumental von Jazz-Größen interpretiert, wobei die Grundmelodie der Stücke immer wieder durch längere Jazz-Passagen unterbrochen wird. Da ich persönlich kein großer Jazz-Fan bin, finde ich die sehr frei interpretierten Stücke “Prologue”, “Something´s Coming”, “The Jet Song” und “Cool” für Musical-verwöhnte Ohren etwas zu jazzig-nervig dargeboten. Die ruhigere Titel “I Feel Pretty” kann durch sein Menuett-artiges Intro mit Piano und Querflöte aber durchaus überzeugen.
Die wirklichen Highlights der Einspielung sind jedoch die Vocal-Songs. Während beim beswingten “America” nur ein Background-Chor gospelmäßig einheizt sind es bei “Maria” Jonathan Butler, bei “Somewhere” Jon Secada und bei “Tonight” die phantastische Gloria Estefan, die diesen Titeln mit sehr viel Heart and Soul neues Leben einhauchen. Gefühlvoll mit großer Stimme eingesungen stellen diese drei Lieder eine hörenswerte Neuerung der Klassiker dar, die sich vor den Originaleinspielungen wirklich nicht verstecken müssen.
Aber was bietet die DVD gegenüber der CD-Einspielung für Vorteile? Die Bilder zur Musik, die eine nicht immer gelungene Mischung aus SW-Photos der Filmproduktion, Aufnahmen aus dem Tonstudio, extra gedrehten Videoaufnahmen aus New York mit unverstä
ndlicher Handlung und einer psychedelischen Darstellung der Tonfrequenzen ähnlich der gezeichneten Darstellung von Musik in Disney´s “Fantasia”, sind es sicher nicht. Ein besserer Grund ist da schon die bessere Tonqualität der Dolby Digital 5.1 Tonspur, die das Jazzensemble weiträumig und gut getrennt ins heimische Wohnzimmer bringt.
Ansonsten bietet das 7 minütige Making-Of nicht wirklich viele Informationen zur Produktion.
Fazit: Wer eine Dolby Digital-Anlage sein Eigen nennt, wird mit der DVD zufrieden sein, alle anderen Jazz-Freunde werden bereits mit der CD auf ihre Kosten kommen.
Fazit:


