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Vielzweckwaffe
Roland - XV5080

Name des Mitglieds: MaxOscar
Produkt:
Roland - XV5080
Datum: 05.08.08, geändert am 20.06.09 (410 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Guter Sound, Polyphonie ... ermöglicht komplette Produktionen
Nachteile: ... ich wüßte keine!
S T U D I O S T A N D A R D
Der Roland XV-5080 ist das Flaggschiff der XV-Reihe, es handelt sich hierbei um einen 128 stimmigen, 32fach multitimbralen Synthesizer im 19 Zoll/2HE Rack-Format. Das Gerät hat eine große Zahl von erstklassigen Natur- und Synthesizersounds "on Board". Die Möglichkeiten und vor Allem die Klangqualität der XV-Reihe und auch der Vorgänger-JV-Reihe sind unter professionellen Musikern und Produzenten international anerkannt, diese Soundmodule haben sich als Studio-Standard etabliert.
Ich selbst hatte dieses Gerät in meinem Studio und es war für mich soundtechnisch die "eierlegende Wollmilchsau" schlechthin, wenn es um ROM-Sampleplayer geht. Dabei sei allerdings erwähnt, dass ich es "bis zum Gehtnichtmehr" erweitert hatte, in dem Teil stecken vier SRX-Boards sowie weitere vier SR-JV-Boards, außerdem ist sein Speicher voll ausgebaut (128 MB), damit ich auch größere Samples abspielen kann.
Die folgenden Zeilen beziehen sich auf den XV-5080 ohne die Boards:
Das Teil hat 128 Stimmen, es ist 32fach multitimbral und es hat von Haus aus mehr als 1000 gesampelte Wellenformen, weiterhin eingebaute Studio-Effekte. Auf nähere technische Einzelheiten möchte ich nicht eingehen, die können Sie im Internet vielerorts nachlesen, ich möchte lieber einige Klangeindrücke schildern.
Pianos und E-Pianos:
Hier findet man brilliante Flügel, gedecktere Varianten, knallende Rock´n Roll Pianos und wunderschöne E-Pianos, die allesamt nicht nur für sich alleine schon beeindruckend klingen, sondern sich auch im Arrangement gut unterbringen lassen. Den ultimativen Konzertflügel bekommt man hier nicht geboten, dafür gibt es spezialisierte Geräte und außerdem kann man den XV ja auch mit entsprechenden SRX-Boards nachrüsten.
E-Orgel und Kirchenorgel:
Diese Sounds klingen zum allergrößten Teil sehr passabel. Mächtig klingende und breite Pfeifenorgeln sorgen mitunter für ein ehrfürchtiges Raunen und auch die E-Orgeln wissen zu gefallen, es gibt weichere Klänge für "Orgelteppiche" und bissige, aggressive Rock-Varianten. Hammond-Puristen werden sicherlich hier und da etwas auszusetzen haben, erwähnt sei aber auch hier, dass man ein Board mit Orgelsounds nachrüsten kann.
Bläser:
Wenn man Trompeten, Posaunen, Hörner und Saxofone einzeln anspielt, wollen mir diese Klänge persönlich des öfteren nicht so sehr gefallen. Bei den Trompeten vermisse ich vor Allem den vollen, strahlenden Klang in den Höhen (vielleicht liegt das auch daran, dass ich selbst Trompeter bin), bei den Posaunen fehlt meines Erachtens der Druck im unteren Bereich und die Hörner sind etwas dumpf, die Saxofone näseln mir mitunter etwas zu sehr. Wer auf solche Klänge erhöhten Wert legt, dem empfehle ich dringend wiederum den Einbau eines optionalen Boards, geeignet wären hier die JV-Boards "Session" und "Supersoundset" oder das SRX-Board "Orchestra". Allerdings muß erwähnt sein, dass sich der oben beschriebene Klangeindruck nur dann einstellt, wenn man die Klänge einzeln anspielt, im Arrangement, bez. als Teil in einem Bläsersatz sieht das freilich völlig anders aus, hier machen die Bläser fast immer einen sehr guten Eindruck, dies gilt natürlich auch für die Brass-Section-Sounds. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, das Klarinetten, Oboen, Fagotte und Flöten sowohl alleine als auch im Arrangement sehr authentisch klingen.
Streicher:
Die String-Section-Sounds finde ich einfach überragend, da möchte man gar nicht mehr aufhören zu spielen. Breite, volle und gigantisch klingende Teppiche, tiefe, dramatische Flächen, spacige, dichte Synth-Strings und vieles mehr sorgen bei mir immer wieder für totale Begeisterung. Die Solo-Strings machen sich sehr gut im Arrangement: Legen Sie doch einmal verschiedene Geigen, Celli, Bratschen und Kontrabässe auf verschiedene Kanäle und verteilen diese im Stereo-Panorama ... das klingt umwerfend authentisch.
Allerdings gibt es auch hier Boards mit noch besseren Streichern.
Bässe:
Eine sehr gefällige Auswahl sorgt hier dafür, dass Sie garantiert passende Bass-Sounds finden.
Es gibt Akustikbässe, Synthbässe und E-Bässe in verschiedenen Varianten, mit kurzen oder etwas längeren Attacks, mal drahtig und mal mit "ordentlich Pfund" - allesamt produktionstauglich, bzw. arrangementdienlich.
Gitarren:
Hier haben mir die akustischen Nylon- und Stahlsaiten-Gitarren sowie die cleanen E-Gitarrensounds sehr gut gefallen, mit den verzerrten Sounds kann ich nicht sehr viel anfangen, ich finde, diese können mit echten E-Gitarrensounds, gespielt über Röhrenamps nicht mithalten.
Drums:
Schlagzeugsounds und Sets in Hülle und Fülle, da ist für jede Musikrichtung etwas dabei und die Klangqualität an sich ist ebenfalls immer auf absolut hohem Niveau. Druckvolle Kicks, hochgestimmte Rock- und tolle Powersnares, crispe Hihats und Becken sowie jede Menge andere Klänge aus dem Bereich Drums & Percussion.
Synthesizer-Sounds:
Analoge, digitale und hybride Wellenformen in großer Zahl und in überragender Qualität. Nicht zuletzt durch die professionellen Nachbearbeitungsmöglichkeiten können Sie sowohl neuartige Klänge wie auch Vintagesounds erstellen. Ich würde sagen, dass das Gerät hier einen sehr weiten Bereich abdeckt.
Fazit:
Der Roland XV-5080 ist ein hervorragendes "All in One - Gerät", ich kann ihn wirklich empfehlen, viele Produktionen können unter Umständen alleine mit einem 5080er gemacht werden, je nach Umfang des Arrangements benötigt man keine weiteren Geräte.
Ich fasse die wichtigsten Pluspunkte nochmals zusammen:
* guter Grundklang
* professionelle Effekte
* 128 Stimmen
* erweiterbar durch vier SRX-Boards und vier SR-JV-Boards
* kann durch RAM-Ausbau (bis zu 128 MB) zum "echten Sample-Player" (liest Roland Sounds der S-Serie, Akai-Samples u.a.) erweitert werden.
Dieses Modul kostet nach meinem Kenntnisstand - ohne Boards - ca. 500,00 bis 700,00 EURO (Stand: Juni 2009).
Die Frage, ob der XV-5080 ältere Roland Synthesizer auf Sample-Basis, Sampler oder Sampleplayer 100%ig ersetzt, muß jeder für sich entscheiden. In jedem Fall gehört der Roland XV-5080 nach meinen Erfahrungen auch heute noch zu den besten Geräten seines Genres!
Die neueste Workstationgeneration aus dem Hause Roland ist die Fantom G-Serie, diese Geräte übertreffen in vielerlei Hinsicht den XV, auch klingt die neue Generation wohl wärmer und druckvoller, allerdings gibt es den Fantom G bislang nicht als Rack. (Stand Juni 2009)
Fazit: erstklassiges All-In-One-Soundmodul
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