Allgemeines zu Rollenspielen
Herr der Ringe war nur der Anfang II - Allgemeines zu Rollenspielen Archiv Literatur & Presse

Neuester Testbericht: ... Pazifismus ist (**pompf, **splatter**, **stückel**). Dass die Heldengruppe trotz Beinwunden, gebrochener Füße, keinen Pausen, Dauermar... mehr

Herr der Ringe war nur der Anfang II
Allgemeines zu Rollenspielen

Wolfchatter

Name des Mitglieds: Wolfchatter

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Allgemeines zu Rollenspielen

Datum: 01.02.02, geändert am 01.02.02 (283 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: -ist sehr gesellig und macht enorm viel Spaß, -Kreativität und Vorstellungsvermögen werden gefördert, -unter Gleichgesinnten hat man auf jeder Party gleich ein Gesprächsthema :-)

Nachteile: Frauenquote zu gering, -Spaß- und Qualitätsfaktor hängen oftmals vom Spielleiter ab, -sehr zeitaufwendig

Hier ist nun der versprochene 2.Teil meines Berichtes zu der Thematik „Was sind eigentlich Rollenspiele ?“. Für alle diejenigen die den 1.Teil noch nicht kennen sollten sei gesagt, das sich mein 1.Teil mit sogenannten „Liverollenspielen“ befasste (Rubrik: Allgemein LARP).

Nun sitze ich hier mit einer leckeren selbstgemachten Lasagne und schreibe diesen Bericht...*kau* *schmatz* *schling* *schlürf* *ggg* (übrigens eine Lasagne mit Sojahackfleisch !!! – aber genug davon...)


[Teil 2, Pen & Paperrollenspiele]

Anders wie beim Liverollenspiel ist hier nicht nur das Genre Mittelalter möglich, ist aber am weitesten verbreitet. Andere Genres sind z.B.: Science Fiction – Vampire – Plüschtiere (lach nennt sich PP&P = Plüsch, Power & Plunder) – Horror – Cyberpunk. Der Einfachheit halber münze ich meinen Bericht auf das Genre Mittelalter, das auch am weitesten verbreitet ist.


°Zusammenfindung°

Man trifft sich diesmal nicht auf einer Burg oder dergleichen (obwohl das auch kein Problem wäre) sondern im stinknormalen Wohnzimmer einer Mietswohnung, Wohngemeinschaft oder anderen Institution (z.B. auch Raum in einem Jugendzentrum).
Anders wie bei den Liverollenspielen benötigt man hier kein ganzes Organisationsteam sondern „nur“ einen Spielleiter der auch (großer *lach*) Meister genannt werden kann (je nach belieben...*ggg*).

Der meisterliche Spielleiter spielt alle Nichtspielercharaktere und Gegner und sollte unbedingt eine neutrale Haltung bewahren, also weder Partei für die Spieler und schon gar nicht für die Monster in einem Kampf ergreifen...*schmunzel*.

Neben dem unheimlich meisterlichen Spielleiter gibt es nur noch die Spieler (oder gar nervige Zuschauer, WG-Mitbewohner, unliebsame Haustiere oder dergleichen). Optimal ist eine Spielerzahl von 4-5, da sonst die Konzentration im Spiel stark leidet und man schnell abgelenkt ist und nur z
u viel herumblödelt.


°Spielmaterial°

Jeder Spieler sollte sich einen Satz unterschiedlicher Würfel zulegen. Welche man letztendlich wirklich benötigt hängt vom jeweiligen Spielsystem ab. Es gibt jedenfalls folgende Würfel:

4-seitige (Pyramide)
6-seitige (kennt wohl jeder)
7-seitige (echt ulkig...brauch man aber nicht wirklich)
8-seitige (schaut wie eine gespiegelte Pyramide oder zwei zusammengeklebte aus)
10-seitige (jede Seite ist Kegelförmig
12-seitige (jede Seite ist Wabenförmig)
20-seitige (jede Seite ist dreieckig)
30-seitige (jede Seite ist karoförmig)
100-seitige (fast kugelrund mit 100 kleinen Abflachungen)

Inzwischen gibt es auch runde, längliche Würfel mit 6-20 Seiten, die man nur rollen kann. Die zwei Enden solcher Würfel laufen spitz zu.


Zum Spielmaterial gehören aber nicht nur Würfel, sondern auch das jeweilige Regelwerk mit entsprechenden Ergänzungen oder Zusatzbücher. Ganz wichtig ist auch der Charakterbogen
Man benötigt auch etwas zum Schreiben, möglichst Pen & Paper (also Stift und Papier für alle die der englischen Sprache net mächtig sind) und so kommt auch die Bezeichnung Pen & Paperrollenspiel zustande.


°Ja aber was ist denn nun ein Pen & Paperrollenspiel ?¿°

In der Kurzform trifft es die Bezeichnung „interaktives und/oder kommunikatives Würfelspiel“ am ehesten.
Man erschafft sich anhand eines Charakterbogens einen Charakter den man gerne „spielen“ möchte. Je nach Spielsystem kann das auch mal etwas nichtmenschliches sein das man da so spielen kann. Viele Systeme lassen so auch Zwerge, Elfen (Elben), Gnome, Hobbits, Kender, Halblinge, Feen, Orks, Echsenmenschen, Vampire oder gar andere Fabelwesen als Spielfigur zu.

Genau, ihr habt das schon ganz richtig erkannt, das Charakterblatt ist so eine Art Datenbogen der die wichtigsten Eigenschaften, Fähigkeiten und Attribute eines Charakters/einer Spielfi
gur auflistet. Diese Werte werden meist ausgewürfelt oder bei einigen wenigen Rollenspielen ist auch die Verteilung einer festen Punktezahl möglich. Eine Punkteverteilung stellt sicher das die Spielergruppe sehr ausgeglichen ist, das keiner einen zu schwachen, aber auch keinen zu übermächtigen Charakter spielt.

Bevor man einen Charakter auswürfelt sollte man sich genau überlegen, ob man lieber einen Kämpfer oder Zauberer spielen mag. Von dieser Überlegung hängt dann die Wahl der näheren Charakterklasse ab. So kommen z.B. bei einem Kämpfer die Klassen Dieb, Krieger, Söldner, Glücksritter, Händler, Barbar, Seefahrer oder andere in Frage. Beim Zauberer könnten das dann Priester, Hexer, Druide, Heiler, Barde, Magier oder auch andere sein.

Wenn man diese Wahl bei der Erschaffung seines Charakters berücksichtigt, kann man die Werte spieltechnisch günstiger auslegen. Kein Magier der Welt benötigt z.B. einen hohen Wert für Stärke oder Konstitution --> viel wichtiger sind Werte wie Intelligenz und Weisheit oder auch Zaubertalent.


°Ablauf°

Spieler und Spielleiter sitzen gemütlich um einen Tisch herum. Der Spielleiter beginnt meist mit einer kurzen Hintergrundinformation und klärt, ob sich die Charaktere schon untereinander kennen und zusammen reisen oder noch zusammengeführt werden müssen (ein Prozess, der sehr langwierig sein kann...).

Der Spielleiter ist so eine Art Auge der Charaktere. Er beschreibt alles was die Charaktere im Spiel sehen und hilft dem Spieler, sich Dinge gut und plastisch vorstellen zu können. Die Spieler dagegen versuchen in die Rolle ihres Charakters „zu schlüpfen“, doch geschieht dies hier nicht wirklich sondern nur mit dem Vorstellungsvermögen. Der Spieler versetzt sich also in seinen Charakter hinein und beschreibt was er mit seinem Charakter macht.

Wichtig ist hier das Charaktere alle menschlichen Bedürfnisse haben, die auch ein echter Mensch hat und so dient der Charakterbogen
nicht nur als reines Datenblatt sondern auch als Inventar- und Simulationsbogen. Ein Charakter hat also z.B. Hunger und Durst und wird so im Spiel die eine oder andere Taverne aufsuchen oder sich für längere Reisen mit Proviant eindecken (das wird dann auf dem Charakterbogen unter Ausrüstungsgegenstände vermerkt).

Im Spiel bekommt der Charakter sogenannte Erfahrungspunkte (EP), z.B. für das Erschlagen von Monstern oder anderen unliebsamen Gegner, aber auch für rollenspielerisches Können, Ideen und gute Einfälle, insbesonders das Lösen von schwierigen Rätseln.

Rollenspiel soll in erster Linie viel Spaß machen und so kann man auch EP vergeben, wenn man die anderen Spieler zum Lachen bringt. Da man bekanntlich durch Erfahrung lernt kann man die Fähigkeiten seines Charakters durch EP verbessern. Es gibt zu jedem Rollenspielsystem eine genaue Auflistung wofür man seine gesammelten EP ausgeben kann oder wie viele EP man benötigt um mit seinen Charakter eine Stufe aufzusteigen und dadurch in den Genuss von Fähigkeitssteigerungen kommt.

Früher oder später gilt es im Spiel einige Aufgaben zu lösen und einen Auftrag anzunehmen und genau ab so einem Moment beginnt dann das eigentliche Spielgeschehen denn es setzt eine Handlung ein.

Beispiel für Aufträge:

- Begleitung einer Handelskarawane und Bewachung einer mysteriösen versiegelten Kiste
- Beschaffung eines wichtigen magischen Artefaktes
- Befreiung einer wichtigen Person, z.B. Prinzessin
- Aufklärung mysteriöser Vorfälle und Ereignisse z.B. in einem kleinen Dorf (a la Sleepy Hollow)
- Bekämpfung eines bösartigen Monsters das eine große Bedrohung darstellt.

In dem Spiel gibt es natürlich auch Gold und so bekommen die Charaktere für ihre Bemühungen auch eine anständige Bezahlung. Man sollte aber auch in einem Abenteuer gute und auch magische Gegenstände, aber auch Gold und andere Wertgegenstände finden. So etwas fördert auch die Motivation der Spieler.


Gold dient auch als virtuelles Zahlungsmittel in einem Rollenspiel. Die Menge wird auch auf dem Charakterbogen notiert und immer auf den aktuellsten Stand gebracht wenn der Charakter etwas davon ausgibt, verliert oder findet. Mit Gold kauft er sich Ausrüstungsgegenstände, kann neue Fähigkeiten (im Zusammenhang mit EP) lernen oder er kauft sich Dienstleistungen (wie z.B. einen Stallburschen der sich um sein Pferd kümmert).

Das Spiel endet meist mit dem Bestehen eines Auftrages, kann aber auch mit Versagen enden, je nach dem wie sich die Spieler so anstellen. In meiner Spielrunde ist es oftmals sehr chaotisch, aber auch lustig und nicht immer schaffen wir es einen Auftrag zu bestehen.


°Sinn und Zweck°

Diese Art von Rollenspiel dient dazu sich in einer fröhlichen Runde zusammen zu finden und möglichst viel Spaß zu haben. Ein Abenteuer kann zwischen 5-70+ Stunden dauern. Nach oben gibt es eigentlich nicht wirklich eine Grenze. Ich habe schon mal 3 Monate !!! an einem Abenteuer gespielt (1xpro Woche). Im Durchschnitt dauert es so um die 20-25 Stunden wobei die Zeit meist auf mehrere Tage verteilt wird. Eignen tut sich ganz besonders ein fester Tag in der Woche.

Nähere Informationen gibt es auch unter folgenden Links:
http://www.midgard-online.de
http://www.outreach.de/add/intro.htm
http://www.zwergenlan.de/dsa.htm
http://www.fanpro.com/dsa/

Ganz nebenbei regt Rollenspiel auch die eigene Fantasie an und förder die Kreativität. Viele können in der Rolle eines Charakters schlüpfen und ihn Dinge tuen lassen, die sie im realen Leben vielleicht niemals tun würden. Aus diesem Grund gibt es sogar Psychologen die eine Art von Rollenspiel zu Therapiezwecken anwenden.


[Fazit]

Pen & Paperrollenspiele gefallen mir mindestens genau so gut wie Liverollenspiele. Man kann so einen netten und gemütlichen Abend mit guten Freunden zusammen verbringen. Schade ist nur das die Frauenquote bei maximal
% liegt und das auch nur weil sich das in den letzten Jahren schon stark verbessert hat. Viele Rollenspielergruppen haben keine Frau in ihrer Runde (wir haben inzwischen wieder 2 und das ist richtig gut).

Zu einem gemütlichen Rollenspielabend gehört auch ein gutes Ambiente in Form von passender und nicht zu lauter Musik. Empfehlenswert ist hier Enya, Loreena McKennitt, Clannad oder auch Dad Can Dance und alles was da so hineinpasst. Kerzen machen sich auch ganz gut, allerdings wird der Spielleiter meist etwas mehr Licht benötigen, denn er soll sich ja auch net die Augen verderben.
Knabberzeug und Naschwerk gehört auf jeden Fall auch mit auf den Rollenspielertisch und wer mag serviert es in einer dekorativen Holzschale.

Ich hoffe einen kleinen Einblick in die Welt von Pen & Paperrollenspiele gegeben zu haben. Die Links sind sicherlich auch ganz hilfreich für alle die sich dafür noch mehr interessieren.

Ein Regelwerk für ein Rollenspiel kostet im Durchschnitt zwischen 40-50 DM. Entsprechende Abenteuer gibt es schon wesentlich günstiger für 15-20 DM. Ich bevorzuge es allerdings mir selbst Abenteuer auszudenken, denn dabei kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und man ist dann auch viel besser mit dem Abenteuer und vertraut.

Prinzipiell muss man sich nicht zu streng an die Regeln halten. Rollenspiel soll in erster Linie Spaß machen und nicht in Regelstreitigkeiten enden, das wwürde den Sinn und Zweck verfehlt.
Ich selbst merke übrigens nicht wie schnell die Zeit immer beim Rollenspiel vergeht. Es mag sich lang anhören, ist es aber absolut nicht.

Check this out !!!

Es grüßt euer Meister Velvre…äh Wolfchatter

© by Wolfchatter & Fenriswolfprod.


P.S.: Manchmal muss man Werte zwischen 1-100 ermitteln und kann dies auch mit 2 10-seitigen Würfeln machen die eine unterschiedliche Farbe haben sollten, z.B. rot und schwarz. Man bestimmt meinetwegen den schwarzen Würfel als er
ste (10er) Zahl und den roten dann für die 1er Stelle. Würfelt man so z.B. eine 7(schwarz) und eine 4(rot) ergibt das eine 74.

Die Werte auf so einem Würfel gehen von 0-9. Zwei 0en sind 100. Es gibt aber auch eine 10-seitige Würfelgattung die mit den Zahlen 00, 10, 20...90 versehen ist --> die sind dann sozusagen schummelsicher !!!







Fazit: