
Neuester Testbericht: ... nicht, dass ein netter älterer Herr (der meint, dass er sein Leben gelebt hat) einem armen Kind (welches das ganze Leben noch vor sich hat)... mehr
Ein Teil von mir wird weiterleben...
Organspende

Name des Mitglieds: squarerigger
Produkt:
Organspende
Datum: 06.08.03, geändert am 06.08.03 (216 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Leben retten
Nachteile: ---
Auch wenn es schon einige Jahre her ist, so kann ich mich noch recht gut daran erinnern, daß eine der ersten Aktivitäten an meinem 18. Geburtstag das Ausfüllen eines Organspenderausweises war. Ich wollte ganz bewusst ab dem Tag, an dem ich rechtlich dazu in der Lage war, mich dazu bereiterklären, daß im Falle meines Todes meine Organe verwendet werden können, um anderen Menschen zu helfen. Seitdem ist der Organspenderausweis mein ständiger Begleitet; immer trage ich ihn in meiner Brieftasche bei mir, er wird zusammen mit meinem Personalausweis aufbewahrt, damit er im Falle eines plötzlichen Ablebens (von dem ich hoffe, daß es erst in etwa 50-60 Jahren kommt) auf jeden Fall gefunden wird.
Nun weiß ich aus Erfahrung in meinem eigenen Freundeskreis, dass Organspende ein sehr umstrittenes Thema ist, was sicher ganz stark damit zu tun hat, dass der Tod an sich auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft nach wie vor sehr stark tabuisiert ist. Mit wenigen Ausnahmen (z.B. Spende einer Niere durch einen Lebenden) bedeutet die Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende eben auch, dass man sich mit seinem eigenen Tod auseinandersetzen muss. Damit haben viele Menschen Probleme.
Gerade deshalb möchte ich heute ein Plädoyer für die Organspende halten.
Starten möchte ich mit einer kurzen Auflistung, welche Organe überhaupt transplantiert werden können:
Nieren: etwa 11.000 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für eine "neue" Niere; demgegenüber gibt es pro Jahr hierzulande nur etwa 2.300 Spendernieren.
Herz: in Deutschland werden pro Jahr circa 1.000 Spenderherzen benötigt; tatsächlich zur Verfügung stehen etwa 500
Leber: auch hier werden circa 1.000 Organe je Jahr gebraucht; gespendet werden etwa 750
Lunge: hierzu liegen mir leider keine aktuellen Zahlen vor
Bauchspeicheldrüse: auch hierzu liegen mir leider keine aktuellen Zahlen vor
Augenhornhaut: hier sind ebenfalls keine akt
uellen Zahlen vorhanden.
Aus den o.g. Beispielen wird meines Erachtens deutlich ersichtlich, dass hierzulande noch viel mehr Organspender benötigt werden.
Insofern möchte ich JEDEN bitten, zu überlegen, ob er nicht im Falle seines Ablebens auch als Organspender dienen möchte.
Gerne wird, wenn man die Leute darauf anspricht, von der Angst berichtet, dass man, wenn man Organspender ist, im Falle eines Notfalles nicht so gut wie andere Patienten behandelt wird, so nach dem Motto: "Der ist Organspender, wir brauchen seine Organe, also lassen wir ihn halt sterben." Diese Angst ist völlig unbegründet.
Fakt ist, daß Organspenden in Deutschland ausschließlich dann ausgeführt werden dürfen, wenn bei einem Patienten der sog. "Hirntod" festgestellt wurde. Ich zitiere hierzu aus http://www.organspende-kampagne.de/wann-tot.html:
"Ein Arzt kann den Tod eines Menschen anhand einer Reihe von Zeichen bestimmen. Schon in den Schriften des Hippokrates finden sich hierfür ausführliche Erläuterungen, die bis heute zum grossen Teil ihre Gültigkeit haben: Totenflecken und Totenstarre sind bis heute sichere Zeichen dafür, dass der Tod bereits vor längerer Zeit eingetreten ist. Als untrügliches Zeichen für den Tod eines Menschen galten darüber hinaus noch um 1950 der Stillstand von Atmung und Herzschlag. Doch Fortschritte in der intensivmedizinischen Behandlung von Patienten machten es notwendig, dieses über Jahrtausende gültige Todeskriterium zu überdenken und zu ergänzen.
Denn es ist heute möglich, Menschen künstlich zu beatmen oder den Herzschlag wieder zu beleben und diese Menschen wieder ins Leben zurückzuholen. Doch wenn das Gehirn nur für wenige Minuten ohne Blut- und Sauerstoffversorgung bleibt, können die Hirnfunktionen unwiederbringlich verloren sein. Denn wenn das Gehirn von der Durchblutung abgekoppelt ist, zerfallen seine Zellen, auch wenn der übrige Körper noch künstlich durchblutet ist. Diesen endg
ültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Gross- und Kleinhirns sowie des Hirnstamms bezeichnet man als Hirntod, präziser als Gesamthirntod. Er ist nach weltweit anerkanntem naturwissenschaftlich-medizinischem Erkenntnisstand ein sicheres Todeszeichen des Menschen. Es bedeutet das Ende des Lebens als menschliches Individuum.
Eine Organentnahme ist (abgesehen von der sehr seltenen Lebendspende) nur zulässig, wenn zuvor der Tod, also der Gesamthirntod des Organspenders festgestellt wurde."
Hierzu bleibt anzumerken, dass die Feststellung des Todes nicht von einem Mediziner durchgeführt werden darf, der in irgendeiner Art und Weise mit der folgenden Transplantation zu tun hat. Insofern sehe ich nichts, was die o.g. Befürchtungen bestätigen würde.
Was sonst aber könnte gegen eine Organspende sprechen? Mir fallen keine weiteren Gründe ein, insofern kann ich nur jedermann bitten, sich mittels Organspenderausweis dazu zu bekennen, dass er nach seinem Tode als Organspender fungieren will. Grundsätzlich kann JEDER zum Organspender werden, selbst wenn er gesundheitlich nicht auf dem Damm ist. Vor jeder Spende wird nochmal getestet, ob eine Spende möglich ist, d.h. falls es nicht möglich ist, dann wird auch kein Organ entnommen.
Also, überleg es Dir bitte, ob nicht auch Du zum Organspender werden willst.
Weitere Infos findest Du z.B. unter:
http://www.organspende-kampagne.de/
http://www.akos.de/
http://www.dso.de/
Fazit:

