Medikamente-Sucht
Ectasy - die Gelegenheitsdroge? - Medikamente-Sucht Archiv Gesundheit

Neuester Testbericht: ... Die typische Ecstasy-Tablette. Die Tabletten haben einen Durchmesser vo n 5 bis 13 mm, sie sind ca. 3 bis 5 mm hoch. Auf der Vordersei... mehr

Ectasy - die Gelegenheitsdroge?
Medikamente-Sucht

Ellwood01

Name des Mitglieds: Ellwood01

Produkt:

Medikamente-Sucht

Datum: 08.05.01, geändert am 27.07.01 (4234 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: ich glaube keine

Nachteile: siehe Text

Als ich heute wiedermal eine Drogen-Meinung hier bei dooyoo gelesen habe, habe ich einen schon längst verfassten Text herraus gekramt. Die meisten Meinungsforen scheuen dieses Thema, da es keine Gelegenheit für Beschaffungstips oder verherlichung geben soll. Da Dooyoo mit der Einrichtung dieser Überschriften ( Themen ) doch diesen Schritt gewagt hat, möchte ich auch ein bisschen zur Aufklärung beitragen. Denn diese halte ich für sehr wichtig.
Leider wird es wohl so sein, daß diese meinung nicht die Leutchen lesen, die es wirklich angeht. Aber vielleicht könnt Ihr alle mit diesen Hintergrundinformationen andere aufklären und informieren.

Ecstasy -

1.Was ist Ecstasy?
2.Ecstasy und seine Wirkung
3.Drug - Set - Setting
4.Kurzfristige Nebenwirkungen und Nachwirkungen
5.Wirkungsweise im Körper
6.Auswirkungen des Ecstasy - Konsums in physischer und psychischer Hinsicht
7. Suchtpotential von MDMA
8. Wer besucht Techno- Partys

1. Was ist Ecstasy?

Reines MDMA ist eine weiße kristalline Masse und sieht normalerweise wie weißes Pulver aus. Die Substanz, die sehr lange haltbar ist, zersetzt sich weder an der Luft noch im Licht. Charakteristisch ist ein prägnanter starker und bitterer Geschmack.
MDMA ist die Abkürzung für die chemische Formel 3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin. Es gehört zur Gruppe der Phenetylamine, wozu auch Amphetamine und diverse Halluzinogene (z.B. Meskalin) gehören. Zu dieser Gruppe gehören noch weitere psychoaktive Substanzen wie DOM , 2CB, DOB, und die dem MDMA nahestehenden Substanzen MDA, MDEA, MDOH und MDBD.
Das synthetische MDMA kann man von seiner chemischen Struktur her mit dem in der Natur vorkommenden Safrol vergleichen. Safrol kommt u.a. in der Muskatnuß und in dem Lorbeergewächs Sassafras vor .
Es ist sehr schwierig, Ecstasy einer bestimmten Gruppe der psychoaktiven Substanzen zuzuordnen. Mal wird es als Amphetamin den Stimulantien zugerechnet, an ander
en Stellen dann wieder den Halluzinogenen. Die Zuordnung zu den Amphetaminen liegt aufgrund des energetisierenden Effekts in der Wirkung nahe, allerdings läßt sich diese amphetaminartige Wirkung auf die durch die Droge verursachte erhöhte Dopamin-Ausschüttung zurückführen. MDMA ist aber kein Amphetamin. Die für MDMA typischen Effekte gehen in die Richtung des Wärme- und Wohlsein-Gefühls, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit werden verstärkt. Die Schwierigkeit der Einordnung führte zur Einrichtung einer neuen Gruppe, die 1986 mit dem Überbegriff "Entaktogene" versehen wurde.
Der Begriff "Entaktogen" kann frei aus dem Griechischem ("en"= innen und "gen"= verursachen) und dem Lateinisch ( "tactus" = berührt) als "im Innern ein Gefühl erzeugend" oder auch "die innere Berührung hervorbringen" übersetzt werden.
An vielen Stellen wird Ecstasy fälschlicherweise als Designerdroge bezeichnet. Designerdrogen sind aber neue synthetisch hergestellte Substanzen, die einer schon bekannten, aber bereits dem BtMG unterstehenden Droge in Wirkungsweise und meist auch chemischer Zusammensetzung sehr nahestehen. Somit soll das BtMG umgangen werden, weil jeder neue Stoff dort erstmal aufgenomen werden muß, was immer eine gewisse Zeitspanne in Anspruch nimmt, während der neue Stoff noch nicht illegal ist, so daß Herstellung bzw. Handel nicht unter Strafe gestellt werden können. MDMA hingegen wurde, 1912 zum ersten mal synthetisiert und ist somit keine Designerdroge.

2. Ecstasy und seine Wirkung

Bezüglich der Wirkung und Folgen des Ecstasy-Konsums gibt es sehr wenig einheitliche Erkenntnisse, da die Wirkung auf Körper und Psyche von sehr vielen inneren und äußeren Faktoren abhängig ist. Dementsprechend werden heftige Diskussionen insbesondere über mögliche negative Folgen des Langzeitkonsums geführt. Im folgenden werden deshalb ausschließlich Wirkungen beschrieben, die in der Literatur mit E
cstasy in Verbindung gebracht werden oder Erfahrungen, von denen User in der Literatur berichten.
Bericht eines Ecstasy-Konsumenten:
"Ein Blick auf die Uhr, um den Wirkungseintritt besser einschätzen zu können, dann einen exponierten Platz suchen, um in der Wirkungszeit die Leute besser zu beobachten.
45 Minuten später: Ich beginne zu spüren, daß ich nicht gelingt wurde, daß meine Tablette kein Aspirin war. Ein leichtes Wärmegefühl um die Magengegend wird langsam zu einem den Körper umfließenden wohligen Gefühl, das in einer steigenden Vorfreude mündet. Das Treiben, den Lärm um mich herum nehme ich wie durch Watte war. Die Menschen, die mir gerade noch völlig egal waren, beginne ich sympathisch zu finden, sie sogar zu mögen. Der Alltag ist weit hinter mir, etwas Weltbewegendes geht hier vor. Alles ist gut! Alles gefällt mir! Ein Jubel breitet sich in mir aus, ich will ihn hinausschreien, also schreie ich. Die es mitkriegen, lächeln mir zwinkernd zu, wünschen mir eine gute Reise.
Zwei Stunden später :Der Höhepunkt ist überschritten, ich schlüpfe wieder in meine Hülle zurück, widerstrebend, aber unvermeidlich erlischt der Sternenglanz des Glücks..."

Die Wirkung von Ecstasy ist sehr einfach zu fühlen, aber sehr schwer zu beschreiben, da sie zwei gegensätzliche Eigenschaften, nämlich Anregung und Entspannung, miteinander verbindet. Die Wirkung von MDMA setzt in der Regel 20-60 Minuten nach der Einnahme ein. Es werden gewöhnlich 75-150 mg Reinsubstanz benötigt. Das Wirkungsmaximum wird in der folgenden Stunde erreicht, und nach weiteren zwei Stunden klingen die Effekte langsam wieder ab. Die Nebenwirkungen halten normalerweise noch ein paar Stunden an. Über die psychische Wirkung sind mittlerweile viele Details bekanntgeworden; sie gilt als Zusammenspiel aus Drogeneigenschaft, Dosierung und inneres Gefühl des Konsumenten und die äußerliche Umgebungsfaktoren . Bei angemessener Dosierung werden folgende Effekte berichtet:


- Entspannung
- milde Euphorie und Ekstase
- Glück und Wärme
- Gefühle der Liebe und Zuneigung
- unerschöpfliche Energie und Antriebssteigerung
- Offenheit, Mitgefühl und Akzeptanz anderer
- intensiveres Erleben
- Abbau von Hemmungen bei bleibender geistiger Klarheit
- seelische Ausgeglichenheit

Insgesamt stellt die Wirkung einen persönlichkeitsbezogenen Rausch dar, in dem Gefühle, Gedanken und Sinnesreize angeregt werden und es leichter fällt, sich in andere Personen hineinzufühlen und mit ihnen offene und unverkrampfte Gespräche zu führen.
"Die Unterscheidungsfähigkeit zwischen der eigenen Person und der Umwelt, zwischen Selbst und Nichtselbst, ist herabgesetzt."
Einige User berichten von einer Verschmelzung zwischen ihnen und der Umwelt, dabei sind diese Veränderungen im persönlichen Erleben verbunden mit einer Steigerung des Selbstbewußtseins und des Selbstwertgefühls. Des weiteren wird von einer verbesserten Zugang zu den eigenen Gefühlen, Stimmungen und Konflikten.
Im Gegensatz zur Wirkung von LSD fehlen die halluzinogenen Effekte beim Ecstasy-Rausch fast gänzlich.
In der Regel bleibt die Selbstkontrolle erhalten. Üblich sind hingegen leichtere Wahrnehmungsveränderungen, wie verschwommenes Blickfeld, Unfähigkeit zur Fokussierung sehr naher Gegenstände, Nachbilder und eine veränderte Art und Weise Geräusche wahrzunehmen.
Bei Hochdosierung von 200 mg und mehr tritt keine Steigerung des Rausches mehr auf, während die Wahrscheinlichkeit von Kreislaufproblemen, Krämpfen und notorischer Unruhe und Desorientierung steigt.
Die verschiedenen Wirkungen der Droge können auf eine körperliche und eine geistige Hauptwirkung zusammengefaßt werden: Einerseits werden Muskelspannungen gelockert und andererseits Ängste abgebaut
"Leute auf Ecstasy haben das Gefühl, sich frei bewegen und ausdrücken zu können. Die Droge erzeugt einen Geschmack von einem Leben ohne Zwänge, die wir als T
eil unseres Lebens akzeptiert haben. User vergleichen die Wirkung oft mit Erinnerungen aus der frühen Kindheit, als sie den Menschen in die Augen schauten, im Augenblick lebten und noch keine Hemmungen hatten."


3. Drug - Set - Setting

Bei jeder Drogeneinnahme werden die sich einstellenden Effekte nicht nur von der Substanz an sich, sondern von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren beeinflußt. Hierzu gehören u.a. die eigene Einstellung des Konsumenten zur Droge sowie das Umfeld, in dem der Konsum stattfindet. Die Ecstasy-Wirkungsfaktoren sollen im Folgenden erläutert werden.
Dosierung:
Die Dosierung einer Droge stellt den grundlegenden Auslöser für die Drogenwirkung dar. Sie beeinflußt die Wahrnehmung und die Emotionen während des Rausches. Substanzqualität und -quantität einer Ecstasy-Pille haben einen entscheidenden Einfluß auf den Konsumenten. Auch wenn es den Konsumenten aufgrund fehlender Möglichkeiten einer Analyse nicht möglich ist, genauers über die Qualität oder Zusammensetzung der verwendeten Pille zu erfahren. Die in Ecstasy-Pillen enthaltene MDMA-Reinsubstanz liegt in der Regel um 100mg. Ausgehend von einem durchschnittlichen Körpergewicht von 70kg entspricht dies einer Dosierung von 1,4mg MDMA pro kg Körpergewicht. Je niedriger das Gewicht ist, desto weniger Substanz wird gebraucht, um eine Wirkung zu spüren.



Unter "set" versteht man den persönlichen Zustand des Konsumenten. Die Erwartung, die Einstellung und die Vorbereitung nehmen genauso Einfluß auf das Rauscherlebnis wie der allgemeine seelische Zustand des Konsumenten. Wird zum Beispiel eine Person von ihren Freunden dazu überredet, auch etwas "einzuwerfen", obwohl sie an diesem Abend gar nicht die rechte Lust dazu hat, sind schon mal schlechte Voraussetzungen für eine guten "Trip" geschaffen.
Aber auch die Charaktereigenschaften einer Person beeinflussen die Effekte eines Rausches. Bestimmte Eigensch
aften oder Eigenarten werden unter dem Einfluß einer Droge nicht "weggewischt", sondern werden sich auch dann zeigen.
Umfeld (setting)
Unter "setting" versteht man die eigentliche Umgebung des Konsumenten. Hiermit ist zum Beispiel die Gruppe, mit der der Konsument unterwegs ist, sowie die räumliche Umgebung selber gemeint. Verbringt der Konsument die Zeit des Rausches mit Personen, die er gut kennt, oder sind es Leute, zu denen er wenig Vertrauen hat? Ist die Umgebung eine angenehme, oder empfindet er z.B. den Club als zu eng oder zu laut? Über diese Einflußfaktoren sollte sich der Konsument vor der Einnahme von Ecstasy im Speziellen und jeder Droge im Allgemeinen klar sein, damit er nicht plötzlich mit u.U. größeren Problemen konfrontiert wird.


4.Kurzfristige Neben - und Nachwirkungen
Im Gegensatz zur akuten Wirkung von Ecstasy sind die normalerweise auftretenden Nebenwirkungen bei weitem nicht so ausgeprägt. Die meisten Jugendlichen finden nicht, daß die Erfahrung davon sonderlich beeinträchtigt wird.
Fast immer auftretende Nebenwirkungen sind ein trockener Mund sowie Appetitverlust. Sehr oft wird von verschiedenen Muskelreaktionen berichtet. Dazu gehören ein verkrampfter Kiefer, Augenzittern, Muskelzuckungen, Übelkeit und Krämpfe. In der Regel gehen diese ca. eine Stunde nach der Einnahme vorüber, sind allerdings bei häufigem Gebrauch und höherer Dosierung ausgeprägter. Eine Langzeitnebenwirkung ist Gewichtsverlust. Dies ist auf die Abnahme des Hungergefühls und die körperliche Bewegung während eines Raves oder einer Party zurückzuführen und ist für manche Leute sicherlich kein unangenehmer Effekt.
Die meisten Leute sind nach der Einnahme von Ecstasy sehr erschöpft. In Anbetracht der Umstände, in denen es konsumiert wird, ist dies nicht weiter erstaunlich. In einer "durchgetanzten" Nacht, in einer Disco mit wahrscheinlich wenig Frischluftzufuhr, entstehen für den Körper Belastungen, die er in
dieser Form nicht gewohnt ist.
Auch die Psyche ist in einer solchen Nacht aktiver als sonst. Der fehlende Schlaf kommt noch dazu. Dieser "Kater" kann allerdings abgeschwächt werden, indem man den Konsum anderer Drogen wie Alkohol oder Amphetamine vermeidet und nach der Party genug schläft. Auch Vitamine sollen helfen, genauso wie der Verzehr von Nahrungsmitteln wie Obst usw..
Andere häufige Nachwirkungen sind erschöpfte oder steife Gliedmaßen vom Tanzen (Muskelkater). Manchmal kann es zu Depressionen, Schlafstörungen oder zu Angst kommen, die aber eher bei häufigem Gebrauch vorkommen.


5. Wirkungsweise im Körper

Oral eingenommenes MDMA wird im Magen verdaut. Ein relativ kleiner Teil erreicht über den Blutkreislauf das Gehirn und zwei Drittel werden über die Nieren wieder ausgeschieden. Um die Wirkungsweise von MDMA zu erklären, wird im folgenden erstmals die normale, das heißt von Drogen unbeeinflußte Reizübertragung bzw.-verarbeitung im menschlichen Gehirn erläutert.
Die Funktionen des menschlichen Gehirns basieren auf dem Zusammenspiel von ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen, welche Neurone genannt werden. Diese Neuronen besitzen besondere Fortsätze, sog. Dendrite, über die das Verarbeiten und Weiterleiten von Informationen abläuft. Eine für die Wirkungsweise von MDMA besondere Rolle spielen dabei die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen, die sog. Synapsen. Jede einzelne der Nervenzellen verfügt nämlich über ca.100.000 Eingangskontakte und 10.000 Ausgangssynapsen, so daß sich ein unglaublich feingeädertes Nervengeflecht bildet.
Wenn ein elektrisches Signal über ein Axon (Nervenzellen-Fortsatz) zu dem synaptischen Spalt kommt, wird eine Ausschüttung spezieller chemischer Botenstoffe (Neurotransmitter) bewirkt. Diese Botenstoffe befinden sich vor dem Eintreffen des Reizes in den sich vor dem synaptischen Spalt befindenden synaptischen Bläschen, die Vesikel genannt werden. Nun öffnen sich die Bläschen und die
Neurotransmitter überqueren den Spalt zwischen den beiden Nervenzellen. Dort binden sie sich nach dem "Schlüssel-Schloß-Prinzip" an spezifische Rezeptoren auf der postsynaptischen Seite und bewirken dort eine Weiterleitung des elektrischen Impulses. Die Botenstoffe werden anschließend entweder von speziellen Enzymen wieder abgebaut, oder vom Neuron, das sie ausgeschüttet hat, wieder aufgenommen, um für die nächste Reizübertragung bereit zu sein.
Im menschlichen Nervensystem kommt eine große Anzahl von Neurotransmittern vor, z.B. Acetylcholin, Serotonin, Dopamin. MDMA entfaltet seine Wirkung an einem bestimmten Botenstoff im Gehirn, dem Serotonin (oder 5-Hydroxytryptamin; 5-HT).
Das serotonerge System gilt als das ausgedehnteste Botenstoffsystem im Säugergehirn. Obwohl es nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von serotonergen Nervenzellen gibt, führen deren Fortsätze in fast alle Regionen des Gehirns. Zu den Funktionen des Gehirns, an denen das serotonerge System beteiligt ist, gehören solch wichtige wie das Eßverhalten, die Wahrnehmung von Schmerz, hormonelle Funktionen, das Schlaf/Wachverhalten, die Temperatur-und Kreislaufregelung, Emotionen sowie die sexuelle Aktivität.
Im Stoffwechsel serotonerger Nervenzellen wirkt Ecstasy als indirekter Serotonin-Agonist. Es bewirkt eine vermehrte Freisetzung von Serotonin, wobei es gleichzeitig die Nervenzellen daran hindert, die Botenstoffe wieder aufzunehmen. Durch diesen Effekt wird die Erregungsübertragung verstärkt, was sich in der stimulierenden Wirkung von Ecstasy niederschlägt und oft als Steigerung der psychophysischen Leistungsfähigkeit empfunden wird. Allerdings verhält es sich so, daß dem Organismus diese vermeintliche Steigerung der Leistungsfähigkeit nur vorgespielt wird, da vegetative Funktionen wie Blutdruck und Körpertemperatur durch den Anstieg des Serotonin-Spiegels ebenfalls steigen. Nach der MDMA-bedingten starken Erhöhung der Serotonin-Freisetzung fällt die Serotonin-Konzentra
tion im Gehirn langanhaltend ab.


6. Auswirkungen des Ecstasy-Konsums in physischer und psychischer Hinsicht

Einer der wichtigsten Effekte langfristiger Einnahme von Ecstasy ist die Rückbildung von Nervenfasern im Gehirn. Nach Lohmann bewirkt eine Verabreichung von Ecstasy bei allen bisher untersuchten Säugetierarten (Ratten, Katzen, Affen) nach zwei Wochen zu einer massiven Degeneration der dünnen Serotoninfasern. Allerdings ist das Ausmaß der Degeneration stark abhängig vom jeweils untersuchten Gehirnareal.. Das MDMA wurde unter die Haut injiziert, und zwar eine Dosis von 2 mal täglich 5mg/kg Körpergewicht über vier Tage. 5mg/kg Körpergewicht entspräche einer Dosis von ca.400mg bei einer 80kg schweren Person, und dies zweimal am Tag, also einer Dosierung, die jeglicher Vernunft oder "Safer-use"-Regel widerspräche, wenn man, wie oben beschrieben von einer für einen E-Rausch benötigten Wirkstoffmenge von ca.100mg ausgeht. Dazu kommt noch die in der Praxis so gut wie nie vorkommende Injizierung von Ecstasy, so daß viel mehr Substanzmenge das Gehirn erreicht als es bei einer oralen Einnahme der Fall ist.
Faßt man die Wirkung von Ecstasy im zentralen Nervensystem zusammen, läßt sich folgendes festhalten:
Ecstasy-Konsum führt zu einer starken Erhöhung der Serotoninfreisetzung, was Veränderungen im Verhalten, den vegetativen Funktionen und der kognitiven Leistungsfähigkeiten bewirkt. Unter ungünstigen Bedingungen können diese Wirkungen letal sein. Langfristige toxische Auswirkungen durch den Konsum gelten als gesichert (Verminderung der Serotonin-Konzentration, Degeneration serotonerger Fasern im Gehirn). Durch chronischen Gebrauch von Ecstasy kann es- aufgrund des Serotoninmangels- zu Verhaltenveränderung in Form von Depressionen und Angstzuständen kommen (s.u.).
Ecstasy-Konsum ist mit einem großen Risiko verbunden, welches sich aber aufgrund mangelnder längerfristiger Untersuchungsergebnisse nicht definitiv festmachen
läßt."
Auswirkungen in psychischer Hinsicht
In den letzten Jahren wurde in der wissenschaftlichen Literatur immer häufiger über UserInnen geschrieben, die im Zusammenhang mit Ecstasy psychiatrisch erkrankten. Auch gehen immer wieder Meldungen über solche Erkrankungen durch die Tagespresse:
"Dr.Ulricke Ullrich, Leiterin des sozialpsychiatrischen Dienstes beim Gesundheitsamt, registrierte allein in den ersten vier Wochen des neuen Jahres vier Fälle mit psychiotischen Krankheitsbildern, die eine Behandlung im Aplerbecker Landeskrankenhaus notwendig machten"
Die direkten Zusammenhänge sind allerdings selten bis nie eindeutig gesichert, da in fast allen Fällen zusätzlich zu MDMA auch andere Drogen konsumiert wurden. Auf jeden Fall muß zwischen akut auftretenden psychiatrischen Komplikationen, die mit dem Nachlassen der Rauschwirkung wieder weggehen, und anhaltenden psychiatrischen Folgeerkrankungen unterschieden werden. Zu den typischen Psychosen gehören Störungen wie Affektverflachung und Kontakt - bzw. Denkstörungen, außerdem tritt Verfolgungs - und Beziehungswahn auf. Des weiteren wurden depressive Symptome, Panikstörungen und unterschiedliche Verhaltensauffälligkeiten wie unangemessener Leichtsinn oder Selbstüberschätzung beobachtet.
Außerdem weisen fast alle psychiatrisch erkrankten Personen zyklische Gebrauchsmuster auf, d.h. der Gebrauch von Ecstasy fand schon über einen längeren Zeitraum mit festen Intervallen, meist von Wochenende zu Wochenende, statt.
"Fast ausnahmslos hatten sie die Personen, bei denen psychiatrische Komplikationen auftraten, eine Gesamtdosis von 40-50 Tabletten eingenommen. Berichte über Patienten, bei denen sich bereits nach erstmaliger Einnahme von MDMA psychiatrische Komplikationen herstellten, sind die Ausnahme."
Eine psychiatrische Erkrankung wird außerdem noch von anderen Faktoren begünstigt. Zu nennen sind hier eine fortwährende Tendenz zur Überdosierung sowie eine schon vorh
er bestehende Anfälligkeit für psychische Störungen.
Eine weitere offene Frage ist die nach der Bedeutung und Auswirkung von gleichzeitigem Gebrauch anderer Rauschmittel. Zusammenhänge können aber noch nicht bewiesen werden.


7. Suchtpotential von MDMA

Normalerweise werden die Begriffe "Sucht" und "Abhängigkeit" für ein und denselben Zustand gebraucht. Allerdings muß beachtet werden, daß sie nicht ein und dasselbe sind. Während eine Abhängigkeit von bestimmten Sachen, Dingen oder Personen (Motorrad, Musik, Fernsehserien, Lebenspartner) durchaus normal ist, verhält es sich mit der Sucht anders. Nach Scheerer ist Sucht "...per definitionem am Extrem angesiedelt. Wenn eine Abhängigkeit schwächer wird, bleibt sie immer noch Abhängigkeit. Doch wenn eine Sucht schwächer wird, verliert sie ihren Charakter als Sucht und verschwindet im Meer der Abhängigkeiten.
Innerhalb der Abhängigkeit muß zwischen der körperlichen und der seelischen unterschieden werden. Körperliche Abhängigkeit zeichnet sich durch Entzugserscheinungen mit physischen und psychischen Symptomen nach Absetzen der Droge aus. Der Körper reagiert auf das Ausbleiben der speziellen Substanz mit Zittern, Übelkeit oder Schweißausbrüchen, daher kann körperliche Abhängigkeit auch medizinisch festgestellt werden. Des weiteren entwickelt sich eine Toleranz, die einen ständigen Zwang zur Dosissteigerung zur Folge hat.
Psychische Abhängigkeit hingegen zeichnet sich durch sehr, sehr starkes, manchmal unwiderstehliches Verlangen nach ständiger oder periodischer Einnahme der speziellen Substanz aus. Das Verlangen ist darauf gerichtet, sich ein mit der Droge verbundenes Lustgefühl zu verschaffen, oder ein ohne die Droge auftretendes Mißgefühl zu vertreiben.
"In der Regel, d.h. bei Leuten, welche die volle MDMA-Wirkung haben wollen, wirkt die eingebaute Sperre. Durch den Aufbau einer Toleranz dauert es Tage, bis die spezifische Wirkung von MDMA wieder a
uftritt, und man muß einige Wochen warten, bis die erstmalige optimale Wirkung wieder erreichbar ist."
Für User, die die empfohlenen Regenerationsphasen nicht einhalten und lediglich den energetisierenden Effekt von Ecstasy nutzen wollen, nimmt dieser Regulations- und Schutzmechanismus keine Bedeutung ein. Diese User könnten statt MDMA genauso gut Speed konsumieren, da bei einer hochfrequenten Einnahme die empathischen Effekte verschwinden. Wenn Konsumenten allerdings dazu übergehen, die früher als gut erlebten Wirkungen, die aufgrund einer Toleranzentwicklung nicht mehr in der gewünschten Form auftreten, durch Dosissteigerung oder Beikonsum von anderen Drogen wieder zu bekommen, kann dies durchaus ein Hinweis auf eine bestehende psychische Abhängigkeit von Ecstasy oder den anderen Drogen sein.
Eine eventuelle psychische Abhängigkeit ist meiner Meinung nach ein schwerwiegenderes als die physische. Körperliche Entzugserscheinungen sind in den meisten Fällen nach ca. zwei Wochen überwunden (z.B. Heroin), während eine psychische Abhängigkeit von ihrer Anlage her komplexer ist. Gerade bei einer Droge wie Ecstasy, die einen Menschen frei und unbefangen mit seinen Gefühlen umgehen läßt, einen anspornt und immer wieder zu geistigen oder emotionalen "Höhenflügen" verhelfen kann, ist es für den langfristigen Gebraucher schwierig, seinen Drogenkonsum objektiv zu betrachten und zu bewerten. Doch gerade dies ist für ihn wichtig, da er nur so erkennen und realisieren kann, welche Bedürfnisse er durch seinen Konsum befriedigt, und wie er es schaffen kann, diese auch ohne die Einnahme von Ecstasy zu befriedigen.
"Dabei besteht das Problem, daß es zunächst einfacher erscheint, Gefühle z.B. mit einer Pille hervorzubringen oder zu beseitigen als sich damit auseinanderzusetzen."
Demgegenüber stellen Raver eine spezielle Gruppe unter den Ecstasy-Konsumenten dar, da der Gebrauch von Ecstasy hier in das gesamte Erlebnis einer Techno-Party, mi
t allem, was dazu gehört (laute Musik, Lichter, Menschen) eingebettet ist. Das Tanzen und die Wirkung der Droge werden zusammen als eine Einheit empfunden, so daß es schwierig bis unmöglich erscheint, diese Dinge getrennt voneinander zu betrachten. Für viele Raver ist der Besuch einer Party mit dem gleichzeitigen Konsum und Genuß von Ecstasy so sehr zur Gewohnheit geworden, daß sie die sich zwangsläufig einstellenden Nebenwirkungen wie Niedergeschlagenheit und Schlappheit zu Wochenbeginn billigend in Kauf nehmen. Bei dieser Form des Gebrauchs ist auch die Wahrscheinlichkeit des Ausweichens oder Beigebrauchs anderer Drogen sehr hoch. In diesem Verhalten kann man eine starke Tendenz zur psychischen Abhängigkeit erkennen, obwohl es aber keine reine Ecstasy-Abhängigkeit ist, sondern vielmehr eine "Party-und Erlebnisabhängigkeit" in starkem Zusammenhang mit Ecstasy.



8.Wer besucht Techno-Parties?

Von dem typischen Techno-Publikum zu sprechen, ist wegen der Buntgemischtheit eines Party-Publikums eigentlich gar nicht möglich. Einer der am höchsten gehaltene Wert der Szene ist die Toleranz anderen gegenüber.
"Die Partygäste sind nach Alter, Bildungsstand, Abstammung und sozialer Schicht bunt durcheinander gewürfelt, und genau das macht die Szene aus."
Die Besucher von Techno-Veranstaltungen stellen gewissermaßen einen "Schmelztiegel" aller bisher dagewesenen Szenegruppierungen dar, die in der Musik gemeinsame Vorlieben gefunden haben (Tanz, Spaß, Ekstase) und diese im Techno ausleben können.
"So wird es möglich, daß Skin-Heads, ehemalige Anhänger der Indie-, Punk-, Schwulen- und Ökoszene gemeinsam ein "Party-Imperium" aufbauen konnten.Während alle anderen Musik szenen eine Spezifizierung in Bezug auf die Verhältnisse, Probleme und Stimmungen der unmittelbaren Umwelt haben, ist Techno offen."
Eine der Hauptsachen ist es, kein Spießer zu sein, sondern auffällig und "abgef
ahren" angezogen zu sein. Und in kaum einer anderen Szene findet man eine dermaßen große Vielfalt von phantasievollen Outfits, die manchmal eher an Karneval erinnern, als an eine Party.
Die Party-Szene setzt sich überwiegend aus 16-22-Jährigen zusammen, aber es finden sich auch ältere Besucher, die Grenze nach oben ist eigentlich offen, Wirth führt hier als Beispiel Hans Cousto an, den 47-jährigen Mitarbeiter von "Eve & Rave e.V. und Verfasser des Buches "Vom Urkult zur Kultur".
Sehr auffällig ist allerdings der große Anteil von unter 18-jährigen, die sich nach dem Jugendschutzgesetz noch gar nicht in Diskotheken oder Nachtclubs aufhalten dürften.
Die wenigsten der Techno-Fans sind in ihrem "Alltagsleben" sozial auffällig, die meisten befinden sich in funktionierenden sozialen Bezügen und gehen während der Woche zur Arbeit oder in die Schule. In der FAZ wird Techno als "die Musik vor allem weißer Mittelstandskids" beschrieben. Dies ist vor dem Hintergrund der mit dem Besuch einer Party verbundenen finanziellen Aufwendungen gut nachvollziehbar. Bei einer größeren Party / Rave liegen die Eintrittspreise in einer Spanne von 25,--50 DM,-. Auch in einer Disko, in der Techno gespielt wird, muß der Besucher in der Regel höhere Eintrittspreise in Kauf nehmen, als in einer "normalen" Disko. Dazu kommen die Preise für Getränke, Drogen und eventuell noch passendes Outfit. So kommt man schnell auf Kosten für einen Abend, die ab mindestens 50.- DM, meistens aber zwischen 100,- und 150.-DM liegen. Es wird deutlich, daß es sich finanziell schlechter gestellte Leute nicht leisten können, Techno-Parties zu besuchen.
Innerhalb der Szene ist jedenfalls keine Aussteigermentalität zu beobachten:
"Die Anhänger sind keine abgewrackten 'Aussteiger' und sie verstehen sich auch nicht als solche. Stark vertreten sind Arzthelferinnen und Kaufleute, Versicherungsvertreter, Beamtenanwärter, Studentinnen, Kran
kenpfleger und Sprachenschüler."
Insgesamt gesehen kann man zwei Gruppen von Party-Besuchern ausmachen, wobei die Grenzen allerdings fließend sind. Zum einen sind es diejenigen, die sich zum großen Teil über Techno identifizieren, ihn gewissermaßen zu einem Lebensinhalt gemacht haben und sich der Szene zugehörig fühlen. Zum anderen gibt es Leute, die sich zwar nicht unbedingt mit der Techno-Kultur identifizieren und sich auch nicht als Raver fühlen, aber dennoch Techno-Parties besuchen und dort genauso viel Spaß haben wie die anderen, nur daß ihre Kontakte mit der Szene quantitativ weniger sind.
Helmut Ahrens, der sich mit den verschiedenen Techno-Szenen befaßt hat, ordnet die Berliner Szene von der Altersstruktur her zwischen 16 und 36 Jahren an. Der "harte Kern" indes, also Leute, die der Szene schon seit mehreren Jahren zugehörig sind, läge zwischen 20 und 26 Jahren. Das Verhältnis der Geschlechter sei freitag abends noch ziemlich ausgewogen, ändere sich aber, je weiter das Wochenende fortschreitet.Samstags bestände das Publikum nur noch aus einem Drittel bis einem Viertel aus Frauen.

So jetzt bleibt nur noch eine Frage offen : Wo kriegt man das Zeug her ? Aber hierdrauf möchte ich keine Antwort geben.

Gruß Ellwood01

Fazit: