Leistenbruch bei Männern
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Keine große Sache, aber doch unangenehm
Leistenbruch bei Männern

ThorstenBehren

Name des Mitglieds: ThorstenBehren

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Leistenbruch bei Männern

Datum: 16.09.01, geändert am 16.09.01 (37440 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: hat keine

Nachteile: nur, wenn man sich nicht operieren läßt

Anfang letzten Monats, genauer am 8. August, mußte ich mich einer Operation unterziehen, die ein nicht unbeträchtlicher Anteil der männlichen Bevölkerung irgendwann einmal über sich ergehen lassen muß: einer Leistenbruch-OP. Über meine Erfahrungen damit möchte ich hier berichten, in der Hoffnung einerseits etwas mehr Hintergrundinfo zu vermitteln und andererseits Betroffenen ein paar Tipps zu geben.

Eine Anmerkung allerdings zum folgenden. Ich bin kein Arzt oder habe einen medizinisch verwandten Beruf, insofern sind meine Aussagen die eines Laien. Ich habe hier zusammengefaßt, was ich selbst an Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen habe (Literatur, Gespräche mit Ärzten, Gespräche mit anderen Betroffenen etc.). Es kann also durchaus sein, daß mir irgendwo ein Fehler unterlaufen ist. In dem Fall weist mich bitte darauf hin. Ich werde es dann korrigieren.

Was ist ein Leistenbruch?
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Die inneren Organe des Bauchraumes werden vom Bauchfell umschlossen. Dieses sorgt einerseits für inneren Halt, andererseits für eine gewisse Sterilität des Bauchraums. Allerdings umfaßt das Bauchfell den Bauchraum nicht lückenlos. Im unteren Bereich gibt es auf jeder Körperseite einen Leistenkanal. Durch diesen treten z.B. beim Mann die Samenstränge oder bei der Frau das Mutterband aus dem Bauchbereich aus. Der Leistenkanal wird von Muskeln umschlossen, welches sich aber an der Durchtrittsöffnung naturgemäß öffnen muß (und damit logischerweise hier einen Schwachpunkt aufweist).

Durch starke körperliche Anstrengung kann nur das Muskelgewebe an dieser Stelle einreißen. Ist der Riß groß genug, so können z.B. Schlingen des Dünndarms an dieser Stelle durchtreten und bis in den Hodensack "fallen". Letzteres ist nicht ungefährlich, da hierbei dieser Darmbereich auch abgeschnürt werden kann, was lebensbedrohlich sein kann. Es muß aber nicht so weit kommen, sondern Beschwerden können sich auch bei kleineren Rissen ei
nstellen, wenn der Darm einfach nur auf die eingerissenen Stellen drückt.

Bei Frauen ist ein Leistenbruch übrigens erheblich seltener, weil bei ihnen hier das Mutterband entlang läuft, eine starke Muskelpartie, die für zusätzlichen Halt sorgt, und weil Frauen generell eine stärkere Unterleibsmuskulatur haben.

Man unterscheidet übrigens zwei Arten von Leistenbrüchen, den indirekten und den direkten Leistenbruch. Der indirekte Leistenbruch ist derjenige, welcher entlang der o.a. Gefäße auftritt, d.h. in der Nähe der Samenstränge bzw. des Mutterbandes. Beim direkten Leistenbruch hingegen kann auch eine beliebige andere Stelle des Leistenbandes, welches sich von der oberen Beckenschaufel zum Schambein zieht, reißen. Ist ein Leistenburch angeboren, so handelt es sich immer um eine indirekten Leistenbruch. Zieht man sich einen Leistenbruch später zu, so kann es sich um eine der beiden Variationen handeln.

Wie äußert er sich?
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Nun, hier kann ich nur von meinen eigenen Beschwerden berichten. Im allgemeinen sind es Schmerzen in der Leistengegend, die aber wohl in unterschiedlicher Intensität auftreten und sich hauptsächlich bei Anstrengung der unteren Bauchmuskulatur oder beim Husten/Niesen bemerkbar machen.

Ich hatte bereits seit Jahren von Zeit zu Zeit nach dem Sport ein leichtes Ziehen in der Leistengegend. Das trat nicht immer auf und ließ auch meistens bis zum folgenden Tag wieder nach. Insofern habe ich das für mich persönlich als eine Art von Muskeldehnung oder -zerrung diagnostiziert. Es hat mich nicht wirklich behindert. Dann aber hatte ich wie aus heiterem Himmel stärkere Beschwerden. Immer, wenn ich ein Bein im Liegen anhob (z.B. beim Aufstehen), merkte ich ein Ziehen in der Leiste; Drehungen beim Tanzen (insbesondere bei Lateintänzen) waren mit Schmerzen verbunden; Laufen empfand ich als ungewohnt anstrengend und teilweise schmerzhaft.

Diagnostiziert wird ein Leistenbruch durch Abtasten bei gleichzeitigem Huste
n. Offenbar scheint man dann den Druck, den der Darm durch das Husten aufnimmt und an die Hautstellen über dem Bruch weiterleitet, fühlen zu können. Mir selbst hingegen ist das nie gelungen. Das ist übrigens auch die Untersuchung, die bei der Musterung durchgeführt wird und sie dient unter anderem diesem Zweck. Fühlen kann man einen Bruch wohl auch, indem man von unten in die Leiste hineinfühlt. Diese Untersuchung habe ich als ziemlich schmerzhaft empfunden, sie ist aber wohl aussagekräftiger als das indirekte Erfühlen über Bauchdecke oder Hoden.

Wie wird er behandelt?
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Zur Zeit gibt es wohl zwei hauptsächliche Operationsmethoden, die sich allerdings arg unterscheiden.

Zum einen ist da die konventionelle Operation. Hier wird ein Schnitt in jeder betroffenen Leistenbeuge gemacht. Es wird dabei in die Tiefe bis zu den betroffenen Muskelschichten geschnitten. Diese werden dann wieder übereinander gezogen und miteinander vernäht. Die Schnitte selbst sind knapp 10 cm lang. Die Schnitte können entweder konventionell vernäht werden oder aber sie werden geklebt. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus liegt hier bei circa 1 Woche, je nachdem, wie gut der Heilungsprozeß verläuft. Ich war 6 Tage im Krankenhaus.

Bei der anderen Methode wird ein Netz aus Polyurethan über einen kleinen Schnitt im Unterbauch über die aufgerissenen Gewebeschichten gelegt und mit diesen vernäht. Dieser Eingriff soll insgesamt weniger belastend für den Körper sein, so daß man relativ schnell wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden kann (evtl. schon am Tag nach der OP).

Bei einem Teil der Behandlungen (so ca. 3-5%) reißt ein Leistenbruch übrigens wieder nach kurzer Zeit. Auch später besteht noch diese Gefahr, die dann aber nach vollständiger Ausheilung (ca. nach einem Vierteljahr) nicht mehr gegeben sein soll (allerdings kann es unter Belastung, insbesondere beim Heben schwerer Lasten natürlich immer wieder passieren).

Der Vorteil der konvention
ellen Operation ist der, daß diese schon sehr lange bekannt ist und man Erfahrungen damit hat. Ein weiterer Vorteil ist der, daß man die Schnitte offen lassen kann (dann heilen sie von innen nach außen), so daß, sollte ein erneuter Eingriff notwendig werden, weil die Naht während des Aufenthaltes im Krankenhaus gerissen ist, dieser relativ problemlos durchgeführt werden kann. Der Nachteil ist ganz klar der der längeren Dauer bis zur völligen Genesung (nicht nur des Aufenthaltes im Krankenhaus, sondern auch danach).

Der Vorteil der zweiten Operationsmethode ist der der relativen schnellen Genesung. Der Nachteil ist, daß man keine Langzeiterfahrungen damit hat, wie sich das PU-Netz im Körper verhält, da diese Methode erst seit ca. 10 Jahren im Einsatz ist. Ein weiterer Nachteil ist der, daß hier das Bauchfell eröffnet werden muß (wenn auch nur geringfügig) und man so die ansonsten geschlossene Bauchhöhle nach außen öffnet.

Egal, für welche Methode man sich entscheidet, man muß als körperlich arbeitender Mensch mit einer Krankschreibung von ca. 3 Monaten rechnen. In Berufen, in denen man keine schweren Lasten tragen muß oder sich anderweitig körperlich anstrengen muß, sollte man mit einer Ausfallzeit von 3-4 Wochen rechnen (das kann aber individuell auch anders ausfallen - insbesondere, wenn man sich für das Netz entscheidet). Ich z.B. war für insgesamt 3,5 Wochen krank geschrieben, hatte aber das Glück, daß ich von zuhause aus auch schon vorher wieder arbeiten konnte.

Tipps für die OP und die Zeit danach
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Da ich mich konventionell habe operieren lassen, mag es sein, daß einigen der folgenden Sachen nur für diese OP-Methode gelten. Es sind aber eben die, die ich gemacht habe.

Nehmt Euch Boxershorts oder weite Sport- oder Unterhosen mit ins Krankenhaus, wenn ihr euch konventionell operieren laßt. Der Wundbereich ist anfangs recht empfindlich und enge Hosen sind da nicht so das Pralle. Wenn ihr dann wieder zuhause
seid, dann tragen sich Trainingsanzüge oder Hosen mit weitem Bund am besten.

Anfangs wird man logischerweise auf dem Rücken schlafen. Aufstehen geht dann am besten, indem man den Arm, der der Seite, zu der hin man aufstehen will, entgegen gesetzt ist, benutzt. Diesen Arm einfach über den Körper hinweg zur Seite bewegen und die Schulter mitnehmen. Der restliche Körper dreht sich dann automatisch und vor allen Dingen ohne daß man die Bauchmuskulatur benutzen muß. Ist das Bett relativ hoch (wie es z.B. Krankenhausbetten sind), dann kann man danach einfach die Beine etwas vorschieben, bis sie über die Bettkante hinausragen. Dann läßt man sie einfach nach unten fallen und der Körper kommt automatisch hoch. Das kann man dann noch mit den Armen unterstützen.

Aufstehen aus einer Bodenlage geht am einfachsten, indem man sich über die Seite in den Vierfüßlerstand bringt, dann den Oberkörper aufrichtet und sich (evtl. unter Zuhilfenahme von Türgriffen oder niedrigen Schränken oder Truhen) nach oben zieht.

Wenn ihr wie ich, Thorsten Behrens, Single seid, dann bleibt lieber etwas länger im Krankenhaus als Euch so schnell wie möglich entlassen zu lassen. Ihr werdet zuhause nicht sonderlich gut auf den Beinen sein und gerade Einkaufen etc. ist in der ersten Zeit extrem unangenehm (man hat eine arg begrenzte Reichweite und auch Tragkraft, muß also entsprechend häufig gehen). Man kann auch ansonsten noch recht wenig machen außer im Bett zu liegen oder kurze Gänge zu unternehmen. Das aber kann man als Single auch im Krankenhaus.

Da man einige Zeit keine schweren Sachen heben darf, sollte man entsprechende Einkäufe von Freunden erledigen lassen - zumindestens was das Schleppen von Getränkekisten in die Wohnung angeht.

Niesen und Husten ist in den ersten Tagen (bis zu 2 oder 3 Wochen nach der OP) extrem schmerzhaft. Den Hustenreiz kann man leicht durch Räuspern unterdrücken. Hilfreich ist es auch, wenn man in dem Fall viel trinkt, da auch hierdurch d
er Hustenreiz zurückgeht. Den Niesreiz kann man nicht so einfach unterdrücken. Hier habe ich es als hilfreich empfunden, die Nase feucht zu halten. Sollte man merken, daß man niesen muß, dann kann man sich meistens noch schnell die Finger befeuchten (notfalls mit Spucke) und damit die Nase von innen befeuchten. Sieht zwar seltsam aus, hilft aber. Sollte man dennoch husten oder niesen müssen, so geht dies am einfachsten im Sitzen bei vorgebeugtem Oberkörper.

Sportlich wird man sich eine ganze Weile nicht wie gewohnt betätigen können. Anfangs beschränkt man sich besser auf Spaziergänge, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und einer weiteren Karenzzeit von 1 bis 2 Wochen kann man dann langsam darangehen, sich mit radfahren oder schwimmen fit zu halten. Man sollte aber schon, insbesondere wenn man ansonsten relativ viel Sport treibt, so früh wie möglich (natürlich nach Rücksprache mit dem Arzt und auch mit Rücksicht auf das eigene Befinden, welches täglich wechseln kann) mit der Bewegung wieder anfangen. Durch die anfangs dort recht lange Liegezeit verliert man nämlich relativ schnell einen Teil seiner Bauch- und Beinmuskulatur.

A propos täglich wechselndes Befinden: Morgens beim Aufstehen wird man mehr Beschwerden haben als abends. Das liegt u.a. daran, daß sich über Nacht natürlich die Muskulatur entspannt. Laßt euch also mit dem Aufstehen ruhig Zeit, niemand hetzt euch. Tagsüber hat sich das bei mir dann immer gebessert und abends war meine Beweglichkeit (auch an den Tagen direkt nach der OP) immer am besten.

So, letztlich bleibt mir nur noch euch gute Besserung zu wünschen, falls ihr euch einer solchen Operation unterziehen müßt. Falls ncht, dann hoffe ich, daß ich euch ein wenig Neues habe mitteilen können und es nicht allzu langweilig oder -atmig war.

Fazit:

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