
Neuester Testbericht: ... es auf einmal egal ob das Wetter schön ist, man eine Fahrt durch eine Wunderschöne Landschaft macht und tolle Aussicht geniessen könnte. Ja... mehr
unmerklich schleicht sie sich an (und bleibt lange)
Hintergrundinfos Depressionen

Name des Mitglieds: Cosmic Girl 11
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Hintergrundinfos Depressionen
Datum: 05.10.09, geändert am 01.03.10 (244 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: KEINE
Nachteile: ALLES
(seit ich diesen Bericht verfasst habe sind 5 Monate vergangen und es geht mir immernoch unverändert)
Depression ist so ein krasses entgültiges Wort und so gut wie jeder würde von sich sagen "habe ich nicht, kriege ich nicht" doch das ist nicht war. Statistisch gesehen erwischt es fast jeden irgendwann mal im Leben. Mal leichter mal schwerer und leichtere Fälle merken es selber nicht und kommen von alleine wieder heraus.
Was ist das genau?
So einfach ist die Deffinierung nicht, wie etwa bei einem Beinbruch, da ist der Knochen gebrochen und man kann es auf einem Röntgenbild dokumentieren. Eine Depression kann man nicht messen oder beweisen.
Diese Erkrankung kann auch durch einschneidende traumatisierende Erlebnisse ausgelöst werden, aber die meisten Depressionen kommen ganz schleichend und langsam.
Frauen sind zwar häufiger wegen Depressionen in Behandlung, aber vermutlich nur weil diese offener über ihre Gefühle und Gedanken reden als Männer und darum werden sie bei Männern oft nicht festgestellt.
Ich selber war bzw bin betroffen. Wo es angefangen hat und wo es aufhört kann ich selber nicht sagen. Das ist ja das schlimme. Wer kann denn von sich sagen ob sein Denken oder Fühlen normal ist oder nicht... können wir es doch nicht wirklich vergleichen.
Eines der wenigen klaren Symptome ist die Tatsache das man sich über eigentlich postive Dinge und Ereignisse einfach nicht freuen kann.
So ist es auf einmal egal ob das Wetter schön ist, man eine Fahrt durch eine Wunderschöne Landschaft macht und tolle Aussicht geniessen könnte. Ja könnte, denn der Depressionskranke kann kaum wirklich geniessen. Dann wenn andere sich freuen und sagen "es ist schön das wir hier lang fahren" denkt ein depressiver Mensch "wären wir doch den kürzeren Weg gefahren...". Der betroffene denkt ständig über irgendwelche Nachteile nach. Auch wenn diese ja eigentlich Vorteile wären.
Auf dem Weg in eine Depression werden negative Dinge immer gewichtiger und geben dem Betroffenen das Gefühl das es nur noch negatives gibt. Die genauso vorhandenen Postivien Erlebnisse, Umstände usw. übersieht er einfach. Sie werden immer unbedeutender und wiegen die negativen Gedanken nicht mehr auf.
Nach und nach beginnt der Betroffene sich von Dingen die einfach nur Spaß machen sollen zurück zu ziehen, weil er keinen Sinn mehr darin sieht weil es ja plötzlich keinen Spaß mehr macht. Auf diese Weise bekommt er nochmal "weniger Freude".
Der Erkrankte beginnt sich von seinen Mitmenschen zurück zu ziehen, weil er auch in dem "miteinander" nicht mehr viel Sinn sieht. Für ihn überwiegen einfach die Nachteile, egal wie nett die Menschen in Wahrheit sind. Er nimmt es einfach verschoben war.
In dieser Phase kommt es sehr leicht zu Streit und Verstimmung, denn der depressive Mensch neigt sehr dazu andere mehr zu tadeln oder deren Fehler mehr zu beachten als die guten Seiten. Dies kann viele Mitmenschen sehr vor den Kopf stoßen. Die Folge davon ist das der erkrankte noch mehr allein ist und noch mehr Zeit hat seinen negativen Gedanken nachzuhängen. Ein Kreislauf.
Begleitend zu einer Depression treten oft körperliche Probleme auf. Sehr häufig sind Rückenschmerzen oder Verdauungsprobleme. Wobei es für einen behandelnden Arzt nicht immer leicht ist abzuwägen wie schlimm die Schmerzen wirklich sind, denn der Erkrankte neigt oft zum dramatisieren und übrtreiben, merkt dies selber aber nicht.
Für ihn sind in dem Moment die Schmerzen übergroß und unerträglich, für einen gesunden Menschen wären die gleichen Beschwerden vielleicht eine "leichte Verspannung".
Ich selbst hatte das Problem das meine Rückenschmerzen vorallem Morgens so schlimm waren, das ich schon beim Socken anziehen Tränen in den Augen hatte. Dies zog sich über Monate hinweg.
Nach meheren Arztbesuchen und Behandlungsversuchen mit Akkupunktur und diversen Salben landete ich bei einem Orthopäden der meinen Rücken komplett röntgte und keine wirkliche Erkrankung festellen konnte. Dieser Orthopäde verschieb mir ein Psychopharmaka! Ich war entsetzt, aber ich probierte es aus.
Das Medikament machte mich extrem müde und ich schlief fast 3 Tage am Stück... doch danach waren meine Rückenschmerzen weg !!!
Mittlerer Weile nehme ich ein anderes Medikament, das mich nicht so extrem müde macht und habe keine Rückenbeschwerden mehr. Auch kann ich mich wieder richtig freuen, herzaft lachen und alles sieht nicht mehr so ausweglos aus.
Die Probleme des täglichen Lebens sehe ich wieder realistisch, ich suche und finde wieder Lösungen.
Mitten in einer Depression sieht man nur das Problem und glaubt keine Lösung finden zu können, diese Haltung verstellt einem den Blick das man gar nicht erst eine Lösung suchen kann.
Wann und warum ich genau "depressiv" geworden bin kann ich selber nicht sagen. Zwar ist in den letzten Jahren einiges passiert in meinem Leben, aber ich denke das meine depressive Haltung vielleicht schon voher da war.
Ich denke das ich die Medikamente noch Monate oder vielleicht noch Jahre lang nehmen muss, denn wenn ich mal einen Tag meine Tabletten morgens vergesse dann:
"ist einfach alles Scheisse", "geht alles schief", "nerft mich alles", "bin ich unzufrieden mit mir und den anderen", "könnte ich grundlos losheulen".
Mit dem Medikament bin ich sicher nicht eurphorisch, aber wenn eine Porzellantasse herunter fällt und kaputt geht, denke ich "schade die Tasse war hübsch", ich fege die Scherben zusammen und mache weiter.
Früher hätte ich das Heulende Elend bekommen und hätte meine Tätigkeit unterbrochen und vielleicht in nem Wutanfall den Rest des Services auch noch entsorgt.
Die Tasse ist genauso kaputt, was sich geändert hat ist mein Denken über dieses Missgeschick
Fazit: siehe Text
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