Erfahrungsberichte Angehöriger v. Depress.
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Neuester Testbericht: ... Beschäftigen meiner Eltern, mit dem was im Raum stand war schrecklich ... Es fühlte sich für mich so kalt an, meine Eltern waren mit d... mehr

~~~~~ Vom Angehörigen zur Betroffenen. ~~~~~
Erfahrungsberichte Angehöriger v. Depress.

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Erfahrungsberichte Angehöriger v. Depress.

Datum: 13.05.11, geändert am 19.06.11 (53 Lesungen)

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Vorteile: Gut, wenn man echte Freunde hat.

Nachteile: Schlecht und schlimm, wenn man sich verschließt.

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~~~~~ "Vom Angehörigen zur Betroffenen." ~~~~~
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In meiner Familie gab es einige, die an Depressionen litten ... und das zu einer Zeit, wo ein depressiver Mensch als "Geisteskrank" auch von der Medizin abgestempelt wurde. Und das nur, weil sich kaum ein Mediziner mit dieser Erkrankung der Seele, die ihre oft sehr menschlichen Ursachen hat, auseinander setzte.

Depressionen können durch viele äusserliche Faktoren, wie Ausgrenzung, Krankheit oder Druck von Aussen (Mobbing) hervorgerufen und verursacht werden, auch von depressiven Angehörigen, die sich keiner Behandlung unterziehen ... aus falscher Scham.

Mein Vater hatte Depressionen, schon als ich noch ein kleines Kind war. Ich war als Kind schon Angehörige eines depressiven Menschen, der sich mit Sicherheit aus Scham keiner ärztlichen Behandlung unterzogen hat. Ich schreibe Euch hier meine Erlebnisse auf, in der Hoffnung, auch anderen vielleicht mit meiner Erfahrung helfen zu können. ~~~~~ Es hatte damals begonnen, daß mein Vater sich immer mehr in sich zurück gezogen hat, rote Flecken im Geicht und am Hals bekommen hatte und dann kamen noch seine starren Blicke dazu ... egal, wo mein Vater hinsah, es sah so aus, als würde er durch einen hindurch sehen ... Für mich als Kind mit fünf Jahren war das schon heftig ... Ich sah die Unbeholfenheit meines Vaters, die Unbeholfenheit und Panik meiner Mutter ... Beide Elternteile ware damit sich zu beschäftigen, mit sich selber zu beschäftigen ... Diese Leere, die beide Elternteile auf mich ausstrahlten waren ganz schlimm für mich und ich als Kind war unbeholfen und hatte immer nur Angst.

Angst, zu spüren, das bei meinen Eltern etwas nicht in Ordnung ist ... Im fehlenden Umgang mit sich selbst (meine Eltern meine ich damit) und das fehlende Beschäftigen meiner Eltern, mit dem was im Raum stand war schrecklich ... Es fühlte sich für mich so kalt an, meine Eltern waren mit der Depression überfordert und beide Elternteile haben diese in ihrer Unbeholfenheit und Überforderung mit Kälte und Sprachlosigkeit ausgedrückt.

~~~~~ Und immer, wenn es Vorkommnisse gab, war ich als Kind der Blitzableiter ... Ich war ein Blitzableiter, der nicht wusste, warum? ~~~~~

Als Kind schon hatte ich deswegen starke Verlustängste, weil ich bemerkte, daß ich als Knd für meine Eltern eine Belastung war, weil mein Vater und meine Mutter mit der Depression meines Vaters völlig überfordert und überfahren waren ... Mein Vater ist es heute noch ... Wenn er depressiv ist, ist er kalt, unnahbar und alles ist falsch. Aber eine Behandlung lehnt er nachwie vor ab.


***** Was hat das bei mir bewirkt? *****
Ich wuchs auf als weinerlches Kind, als übersensibles Kind ... Und wenn ich gefragt wurde, von Lehrern oder Horttanten, was los war, war die Reaktion erschreckend: Ignoranz mit den Worten "Das kann nicht sein" ... "Deine Familie ist doch intakt. Andere Kinder wünschten sich Eltern wie Deine."

Ich weiß, daß ich nach diesen Worten immer wieder weinte, weil meine sogenannten Hilfeschreie nicht wahrgenommen wurden. Ich ging jeder Auseinandersetzung mit Nachgeben aus dem Weg, und ich habe mich verschlossen. So sehr, daß es kaum möglich war, an mich heranzukommen ...MEIN SELBSTSCHUTZ, damit mir sonst niemand menschlich weh tun konnte. *** Ich war als Kind und als Jugendliche deshalb immer schon verschlossen, ließ kaum jemanden an mich ran und schaute, daß ich mein Leben für mich selbst auf die Reihe bekam.


~~~~~ Und weiter? ~~~~~
Dann kam die Zeit, wo sich meine Eltern immer heftiger in die Haare bekamen, weil sie miteinander nicht klar kamen ... Sie hatten sich auseinandergelebt ... Und bei jedem Streit war ich immer der Blitzableiter meiner Eltern, mehr nicht. Das war die Zeit, als alle anderen in der Pubertät einfach nur pubertierende Jugendliche waren und ich mußte Erwachsen sein, ... eine Stütze für meine Eltern, die mit der Depression meines Vaters und der Aggression meiner Mutter nicht klar kamen. Zwei Erwachsene, die sich ihren Problemen nicht stellten, oder nicht stellen konnten.

Dann kam die Scheidung und ein für mich schlimmer Rosenkrieg meiner Eltern, die keine Konflikte austragen konnten, weil sie es nie gerlernt hatte, menschlch fair miteinander umzugehen. ---> Ich hatte damit zu tun, mich aus den schlimmen Konflikten meiner Eltern herauszuhalten ... Das ging nur deshalb, weil ich damals eine wirklich gute Freundin hatte, die mich auffing ... mit der ich reden konnte und bei der ich zeitweise auch wohnen konnte.

Bei dieser Freundin habe ich gelernt, mit Konflikten umzugehen, sie hat mir das vermittelt, was mir meine Eltern nie vermitteln konnten ... Sie hat mich aufgefangen und mir als Freundin ein menschliches Zuhause gegeben. Ich war in ihre Familie eingebunden, dort erlebte ich erstmals, was Liebe, Vertrauen und Geborgenheit sind ... Meine Freundin sagte mir damals schon, daß sie bei mir von Anfang an gemerkt hatte, daß es bei mir zu Hause stressig sein musste, weil sie es schwer hatte, Zugang zu mir zu finden. Ich machte einfach nicht auf ... Dann, nach einiger Zeit, als ich diese menschliche Nähe endlich wahrnehmen konnte, war der Zugang zu mir da und meine Freundin konnte mir mit ihrer Familie eine Stütze sein.

Es war schoen für mich zu fühlen, daß es da Menschen gab, die Vertrauen in mich hatten und das baute mich so sehr auf, und ich blühte bei der Familie meiner Freundin auf ... Und ich habe erkannt, daß ich tatsächlich ein sensibler Mensch war und nach wie vor bin ... Aggressionen konnte ích aufgrund meiner Erfahrung mit der Depression meines Vaters und der Verweigerung meiner Eltern von Hilfe niemals ausstehen. Als Kind schon so die Härte des Lebens zu erfahren ist schlimm ... Doch ich hatte das große Glück, daß ich eine Freundin hatte, die mich mit ihrer Familie aufgefangen hatte.


***** Und jetzt als Erwachsene? *****
Habe ich nach meiner Scheidung dieselben Existenz- und Trennungsängste als direkt Betroffene mit erlebt ... Und es war wieder eine Freundin, die mich aufgefangen hatte ... Die Depression hat nun auch mich eingeholt, doch ich wollte von anfang an fachliche HIlfe habe ... und diese fachliche Hilfe habe ich in Anspruch genommen, denn ich WILL LEBEN und ich will mit meiner Depression umgehen ... und ich kann es ...

Beidemale, als Angehörige von einem depressiven Menschen und als nun selbst Betroffene hatte ich vertraute Menschen um mich, die mich aufgefangen haben und durch die ich Liebe, Geborgenheit und Vertrauen gespürt habe und ich konnte diese schönen Gefühle wahrnehmen und aufnehmen ... DAFÜR BIN ICH SEHR DANKBAR.


~~~~~~~~~~ Und ich bleibe in fachlicher Behandlung. ~~~~~~~~~~
Das bin ich in erster Linie mir selbst schuldig, ich trage für mich Verantwortung ... und ich bin es meinen beiden Freundinnen, die mich so toll aufgefangen haben, schuldig.

Verantwortung ist,
wenn ich auf mich achte ... und für mich ist diese Verantwortung, daß ich aus eigenem Willen, aus freien Stücken in ärztlicher Behandlung bleibe und meine Depression vor mir selbst immer wahrnehme, und diese als einen Teil von mir akzeptiere. ~~~~~~~~~~ Genau diese Verantwortung trägt jeder Mensch für sich ... Auf meine seelische und körperliche Gesundheit achten ist meine Verantwortung, der ich pflichtbewußt nach gehe.

***** Das sollte jeder tun ... Herz und Augen offen halten ... für jede Herausforderung im Leben !!! *****

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SUSANNA PREININGER.
(Fernsteuerung.)

19. Juni 2011

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Fazit: Jeder Mensch hat Verantwortung ... auch für sich selbst.