
Neuester Testbericht: ... davon, wie nahe er der Lösung kommt. Werden die 6 Punkte von einem Spieler erreicht und ausgeschüttet, ist diese Fragerunde zu Ende. Kam k... mehr
Wie viele Kleptomane kommen auf 10.000 Einwohner in den USA?
Pi mal Daumen

Name des Mitglieds: edgar43
Produkt:
Pi mal Daumen
Datum: 16.01.02, geändert am 31.01.05 (296 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: nahezu selbsterklärend, kein großer Aufwand, kurzweilig, amüsant, auch spannend
Nachteile: schon arg betrübliche Verdeutlichung des eigenen Schmalspurwissens
Wie viele Minuten nach John F. Kennedys Tod wurde Vizepräsident Johnson als 36. Präsident vereidigt?
Würde sich ein Mensch nie die Fingernägel schneiden, welche Länge hätten sie in ca. vier Jahren erreicht? (in Zentimeter)
...
Ja und nun, weiß jemand eine Antwort, wenigstens so ungefähr... ? Dachte ich mir es doch!
Wenn man sich nicht konkret mit diesen Dingen auseinandersetzt, dann kennt man in der Regel auch die richtige Antwort nicht so genau. Es bleibt dann also nichts anderes übrig, als zu schätzen. Und hier setzt ein Spiel an, dass sich seit kurzem bei uns großer Beliebtheit erfreut: “PI MAL DAUMEN“. Bei diesem Spiel geht es also ums Schätzen. Und wer am besten schätzen kann, hat gute Karten, wenn er nicht..., aber dazu später.
‚PI MAL DAUMEN’ gehört zum Genre der Wissensspiele, jedoch ist Wissen bei diesem Spiel nur von relativer Bedeutung. Niemand kann im Ernst erwarten, dass man die exakte Antwort wirklich kennt (... beruhigend, oder ;-)). Allenfalls notorische Besserwisser kommen ins Schwitzen, wenn sie nicht wissen, wieviel Alpträume der Mensch pro Jahr im Durchschnitt hat. Und wenn jemand so tut, als käme er gleich darauf, wie viel Gramm Schnupftabak ein schwedischer Schnupfer pro Jahr seiner Nase einvernüstert, dann ist er entweder ein entsetzlicher Angeber oder ein heimliches Mitglied in der ‚Swedish Snuff Society’ ;-).
Gut, vielleicht weht einen der Hauch einer Ahnung an, wenn es um die Frage geht, wie lange eine Wegwerfwindel braucht, um auf einer Müllkippe völlig zu verrotten. Auch die Geschwindigkeit, die ein Polarbär schwimmend erreicht, die Länge der menschlichen Niere oder der Schmelzpunkt von Plutonium könnte vielleicht so ‚PI MAL DAUMEN’ erraten werden, aber woher soll man denn wissen, wie viele Festangestellte die Indian Railways hat, wie viele Blattläuse ein Marienkäfer
im Laufe seines Lebens vertilgt oder wie viele Dollars Levi-Strauss für den Rückkauf der beiden ältesten, noch existierenden Levis-Jeans ausgegeben hat? Und auch dass man den französischen Rekord im Guillotinieren nicht kennt, ist noch lange kein Grund, den Kopf zu verlieren *gg*
Wie bei anderen Wissensspielen auch, werden bei „PI MAL DAUMEN“ also Fragen gestellt. Und an die Lösungen versuchen sich die Spieler heran zu tasten. Als Lösungen kommen immer nur Zahlenwerte in Frage und dabei genügt es, Annäherungswerte zu kennen oder wenigstens zu erahnen.
Erforderliche Gerätschaften:
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1 Spielbrett in Form eines gleichseitigen Dreiecks mit umlaufender Spielbahn, auf der ca. 60 farbige Einzelfelder hintereinander angeordnet sind (gelb, grün und lachsfarbig), einige davon mit Brems- und Beschleunigungsfunktionen.
6 Spielfiguren, die der rechten ‚Schumihand’ nachgestaltet, dann aber amputiert, auf eine glatte Scheibe montiert und unterschiedlich eingefärbt wurden, sogenannte ‚Daumenhände’ (Plastik!)
220 beidseitig bedruckte Fragekärtchen mit allerlei eigentlich überflüssigen Fragen (je 3/Kartenseite) und äußerst unregelmäßigen Zahlenspielereien (eine Punkteskala je Frage).
Der Beginn des Spieles:
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... ist nicht so genau definiert, wer zuerst den ‚Schumi-Daumen’ zeigt, fängt an (Pole-Position!), und liest die erste Frage vor.
Der Spielverlauf:
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Reihum nacheinander lesen die einzelnen Mitspieler jeweils eine Frage für eine Spielrunde vor.
Beginnend mit dem linken Nachbarn bemüht sich darauf hin jeder darum, mit seiner Antwort dem gesuchten Wert so nahe wie möglich zu kommen. Ab einer gewissen Nähe zur richtigen Lösung bekommt man Punkte. Es gibt 2, 3, 4 oder maximal 6 Punkte je Spielrunde für den einzelnen Spieler zu verdienen
, abhängig davon, wie nahe er der Lösung kommt. Werden die 6 Punkte von einem Spieler erreicht und ausgeschüttet, ist diese Fragerunde zu Ende. Kam kein Spieler auf die 6 Punkte, dann darf der Fragesteller selbst die Differenz der ausgeschütteten Höchstpunktzahl bis zum Maximum von 6 als eigene Punkte für sich verbuchen und vereinnahmen (2, 3, 4 oder sogar 6 Punkte, falls niemand im Bereich der Punkteskala geantwortet hat). Punkte werden sofort in Schritte auf der Spielbahn umgesetzt, d.h. für 4 Punkte darf der eigene Spieldaumen 4 Felder vorrücken, also gewissermaßen ‚vordaumeln’.
Ist eine Fragerunde zu Ende, kommt der nächste Mitspieler als Fragesteller an die Reihe. Gelesen wird immer nur eine Frage von der Unterseite einer Karte, die von einem vorbereiteten Stapel genommen wird. Zum Zug kommt diejenige Frage vom dreifarbigen Fragekärtchen, die der Farbe des Spielfeldes entspricht, auf der die ‚Daumenhand’ des Vorlesers gerade steht. Punkte bekommen alle Spieler, die „besser“ als der/die Vorspieler sind, wer also eine neue Höchstpunktzahl in dieser Raterunde erreicht. Bekommt ein Spieler für seine Antwort eine bereits vergebene Punktzahl, bekommt er sie dann eben doch nicht(!). Wer keine Punkte erzielt, bleibt auf seinem Feld stehen. Nach einer Fragerunde wird die Fragekarte abgelegt, der nächste Vorleser nimmt sich eine neue.
Die Punkteskalen je Frage sind um einen relativen Nahbereich um die Lösung herum angelegt. Das aber nie symmetrisch oder linear und auch in ganz unterschiedlichen Größenordnungen. Man kann bei den meisten Punktvergaben an Mitspieler auch nur gefühlsmäßig erahnen, ob deren Antwort nun über oder unter der eigentlichen Lösung liegt. Und aus den (Punkt-)Abständen bis hin zur richtigen Lösung kann man auch nicht auf einen Punkteschlüssel für die kommenden Fragen schließen, die ändern sich nämlich von Karte zu Karte. Die mögliche Bandbreite der Lösungswerte wurde zur Erleichterung für die Spie
ler stark eingeschränkt, bis auf einige Temperaturangaben liegen die Lösungen nämlich alle nur im positiven Bereich! Die größte Zahl, die mir bis jetzt begegnet ist, hatte etwa 120 Nullen (nur mal so, ... und doch auch irgendwie passend(?) ;-))
Ein Beispiel, um die Sache mal ein wenig zu veranschaulichen:
Fragesteller: „Die Mongolei ist viereinhalb mal so groß wie Deutschland. Wie viele Kilometer asphaltierter Straßen gab es 1997 in der Mongolei?“
... Einen Moment zum Nachdenken für Alle...;-)
...
...
...
... Das muss reichen, jetzt ich!
... Wie viele Kilometer gibt es eigentlich bei uns... ?
... Und die Mongolei, da gibt es Steppen und Wüsten...
... Die reiten dort ganz sicher auch viel (Dschingis Khan!)...
... aber Straßen haben die doch da ganz bestimmt auch...
... Aber wie viele bloß? Und auch noch asphaltierte...
... Boah...
...Na ja, erst mal warten, was der Peter so schätzt...
Peter: „90.000km“
Fragesteller: „Außerhalb“ (... der Punkteskala!), der Peter geht in dieser Runde also leer aus!
... und jetzt? Also, 90.000 sind völlig daneben! Das hilft mir doch gar nichts, Mensch, Peter, du Blödmann, was mache ich nun,... wahrscheinlich weniger,... aber wieviel? Mal schauen, was der Olli meint...
Olli: „30.000km“
Fragesteller: „ 3 Punkte“,... und Olli ‚daumelt’ 3 Felder vorwärts...
... jetzt ich, wieder mal keine Ahnung (*g*), liegt der Olli nun zu hoch, oder zu niedrig... ?
...
Meine Antwort verschweige ich lieber, will mich doch nicht blamieren;-). Man kann sich aber gar nicht blamieren, denn so etwas weiß man halt ganz einfach nicht (... oder sollte man doch?), zumindest nicht ganz genau! Wer bei diesem Spiel dann doch noch große Schritte macht, genießt die Bewunderung aller (... meint er vielleicht *fg*), dabei ist
es doch nur wie im richtigen Leben auch, die blindesten Hühner finden halt oft die dicksten Kartoffeln...
Die Daumenhände ‚daumeln’ also zielstrebig und mehr oder weniger schnell auf der Spielbahn vorwärts, um zum zentral auf dem Spielbrett liegenden Zielfeld zu gelangen. Das passiert auf den ersten beiden Dritteln des Weges absolut störungsfrei. Sollte man aufgrund seiner erzielten Punkte ein Feld anpeilen, auf dem bereits ein anderer Däumling daumelt, darf man sogar noch ein Feld weiter ziehen.
Auf dem letzten Drittel des Weges ändert sich das Bild aber dann erheblich. Denn dort sind eine ganze Reihe von ‚Minusfeldern’ eingestreut, die eventuell vorgepreschte Superintelligenzbestien ganz gehörig abbremsen. Der jeweilige Spitzenreiter muss nämlich immer die ausgewiesene Zahl der Minusfelder zurücksetzen, so er denn auf ihnen landet (-1 bis –4). Sollte er auf seinem dadurch erzwungenen Rückzug auf dem neuen Zielfeld wieder einmal auf einen Kollegen treffen, dann darf er sich auch noch hinter diesem einordnen, sollte da auch einer stehen, und dahinter noch einer und noch einer...
Ganz besonders lustig wird es auf den letzten 10 Feldern, denn hier sind gleich 8 Minusfelder eingebaut. Damit ist so richtig für Stimmung und Dynamik gesorgt. ( Kennt Ihr Malefiz? Kurz vor dem Ziel, man würfelt und würfelt, und kommt doch einfach nicht weiter... ;-)). In der Regel rückt hier das Feld sehr dicht aufeinander, es kommt zu ständigen Führungswechseln und die eben noch weit vorneweg ‚daumelnde’ Daumenhand wird plötzlich wieder gelutscht und vom Feld verschluckt.
Unterwegs auf der Strecke gibt es übrigens auch noch 3 ‚Bonusfelder’. Sie spielen nur für den an letzter Stelle liegenden (stehenden) Daumen eine Rolle. Um ein solches Bonusfeld erreichen zu können, darf er sogar Punkte verfallen lassen! Über eine dann exklusiv nur für ihn gestellte ‚Bonusfrage’ hat er die Möglichkeit,
wieder große Daumensprünge nach vorne zu machen, seine aus dieser Frage erzielten Punkte zählen nämlich doppelt.
>Das Spielende:
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... tritt einfach ein, wenn die erste Daumenhand das Zielfeld erreicht hat. (...enttäuschend, gell, und noch kürzer als der Beginn ;-))
Verlag und Autor
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Das Spiel ist im Kosmos Verlag, Stuttgart, in Jahr 1999 erschienen (... Huhu Rainer, Ergänzungsvorschlag ;-)). Es ist vorgesehen und ausgestattet für 3-6 Spieler und die Spieldauer ist mit 30 – 45 Minuten angegeben. Als Autor zeichnet Grzegorz Rejchtman verantwortlich, aus dessen Daumen, äh, Händen auch z.B. das 'Kuddelmuddel' stammt.
Der Verkaufspreis liegt jetzt bei ca. 30 Euro, ich fand es kurz vor Weihnachten in einem Angebot für 33 DMchen.
Fazit:
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Der Reiz bei diesem Wissensspiel liegt u.a. schon darin, dass man sich ungeheuer weiterbilden und z.B. all das erfahren kann, was man schon immer über den Lebensrhythmus der Zikaden, das Schlafverhalten von Löwen und den Sex der Zwergschimpansen wissen wollte. Auch kam dadurch nun endlich ans Tageslicht, wie viele ‚elektrische Stühle’ ein afrikanischer Herrscher bei einem amerikanischen Hersteller gekauft hatte, ehe er bemerkte, dass es in seinem Staat überhaupt noch keinen Strom gab...
Das Spiel ist sehr lebendig und kurzweilig. Eine Spielrunde dauert etwa 40 Minuten, in denen der Spielverlauf zu Beginn stark von glücklichem Schätzen, zum Ende hin aber auch von nicht zu unterschätzendem Glück abhängt. Es kam schon mehrfach vor, dass ein Spätstarter auf der Zielgeraden noch alle anderen Spieler überholte, da diese immer wieder ‚zurückdaumelten’.
Im Gegensatz zu anderen Wissensspielen, kann es sich bei den Mitspielern auch um ganz unterschiedliche Altersgruppen mit unterschiedlichsten Bildungsvoraussetzungen handeln. Da nur wenige Antworte
n bekannt sein dürften, kann man sowieso nur schätzen und/oder versuchen, sich durch die Antworten anderer, an die Lösung heran zu tasten. Als Einstiegsalter ist vom Hersteller die Empfehlung ‚ab 12’ angegeben. Das halte auch ich für angemessen.
Natürlich wird man bei 1320 Fragen mit der Zeit einige Antworten kennen, aber bisher haben wir noch nicht einmal alle Fragenkärtchen durchgespielt. Wenn man ‚PI MAL DAUMEN’ nur hin und wieder mal zur Hand nimmt, prägen sich schon aufgrund der schnellen Abfolge der kurzen Fragerunden viele Werte gar nicht ein. Dazu kommen die Variationen der Dimensionen, der Einheiten, die unterschiedlichen Intervalle der Punktevergaben und der Punkteskalen usw. und teilweise die absurdesten Fragen ;-))
Wie die Beispiele auch zeigen, stammen die Fragen aus allen denkbaren und auch aus kaum vorstellbaren Lebensbereichen. So werden u.a. naturwissenschaftliche Themen genauso berührt, wie etwa auch Hollywood, allerlei Historie und alle möglichen Statistiken. Viele Fragen sind amüsant, manche einfach interessant, andere originell und kurios (... wie meistens die Antworten *g*)
Die eine oder andere Antwort führte auch schon zu Diskussionen, da sie sich nicht mit eigenen – und als gesichert erscheinenden – Erkenntnissen deckte, aber das darf man nicht so eng sehen, es ist ein Spiel und sollte auch als solches angesehen werden. Die Richtigkeit vieler Antworten kann man ohnehin nicht überprüfen, wissenschaftliche oder anders geartete Quellen werden keine genannt und zwischendurch die Suchmaschinen anzuwerfen wäre doch auch nur nervig!
Der Spielspaß ist in der größeren Gruppe am größten, bei nur drei Spielern verläuft das Spiel mitunter ein wenig zu unausgewogen, soll heißen, ohne dichtes Gedränge am Ende fehlt doch echt was...
Ich kann das Spiel nur empfehlen, eine gelungene Mischung aus ‚Trivial Pursuit’ und ‚Mensch ärgere dich nicht’. Es ist am
üsant, kommunikativ und lässt einen immer wieder wundern, was es so alles auf unserer Welt gegeben hat und immer noch gibt und von dem man nicht die leiseste Ahnung hat.
Noch ein paar Beispiele gefällig? Dann schätzt doch mal,
... einfach mal so,
... einfach mal ‚PI MAL DAUMEN’:
„Lin Chan war bis 1984 die nordchinesische Beauftragte für Geburtenkontrolle. Wie viele Kinder hatte sie selbst?“ *g*
„Bis auf welche Länge können es die Leinenstreifen bringen, mit denen eine Mumie eingewickelt ist? (in Kilometer)
Wieviel Prozent seiner Knochen hat der Mensch in seinen Füßen?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Flugzeug, das durch eine Gewitterfront fliegt, vom Blitz getroffen wird? (1 zu...)
Viel Spaß dabei
... und viel Glück bei den ‚Minusfeldern’
Edgar
PS: Und für den Filmkenner unter euch noch eine ganz exklusive Frage:
„Wie viele Filme drehte eigentlich der ehemalige US Präsident Ronald Reagan?“
!!!ABER LIEBER ROG, BITTE OHNE(!) ZU GOOGELN!!!
PPS: Sorry, dass es wieder einmal ein bisschen länger geworden ist, man hätte ja glatt noch 28 andere Meinungen daraus machen können ;-)
PPPS: Schnell noch die Lösungen zu den insgesamt 9 explizit gestellten Fragen, ihr müsst bloß noch ein wenig sortieren: <2,15,20,25,46,53,60,99,100>
Und in der Mongolei ist soooo viel übrigens dann doch nicht asphaltiert, ‚900 km’ wäre die exakte Antwort gewesen!
Fazit:
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