Goblin Commander (GCN)
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Das wohl derzeit beste Strategiespiel auf Konsolen!
Goblin Commander (GCN)

Kreuze

Name des Mitglieds: Kreuze

Produkt:

Goblin Commander (GCN)

Datum: 13.03.05, geändert am 16.03.05 (358 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: sehr gute und einfache Steuerung, hervorragendes Tutorial und umfangreiche In-Game Hilfe, gelungene Umsetzung des Echtzeit-Strategie Genres

Nachteile: Probleme bei der Wegfindung, mittelmäßige Grafik, Mehrspielermodus nicht besonders interessant

Wie in anderen Strategiespielen steht und fällt in Goblin Commander alles mit der möglichst effektiven Erwirtschaftung von Ressourcen, welche hier in Form von Seelen und Gold vorhanden sind. An selbiges kommt man auch relativ einfach, denn durch das Erledigen von Feinden, Erobern von Seelenbrunnen oder das Zerstören von Gebäuden in der Umgebung kommt jede Menge Seelenenergie und Gold in die Kriegskasse. Um im zentralen Clanschrein neue Einheiten kaufen zu können, benötigt man grundsätzlich Seelenenergie, für Upgrades von Waffen und Rüstung muss man Gold bezahlen. Neben dem Clanschrein spielt auch die Halle der Titanen eine wichtige Rolle: Hier darf man neben praktischen Verteidigungstürmen auch einen ziemlich schlagkräftigen Titanen erwerben, welcher ganze Armeen des Feindes zu Kleinholz verarbeitet - genügend Kleingeld zum Kauf vorausgesetzt. Im späteren Verlauf des Spiels trifft man außerdem noch auf einen Alchemistenladen, welcher effektvolle Einweg-Zaubersprüche verhökert und einen Mondstein, welcher alle eigenen Einheiten sofort an weit entlegene Stellen teleportieren kann. Zu Gunsten der Bedienbarkeit wurde ein völlig freier Basisbau weggelassen - alle Gebäude sind entweder bereits zu Beginn der Missionen vorhanden oder können auf vorgegebenen Ruinen wieder aufgebaut werden.

Somit kann man sich voll und ganz auf seine Einheiten und deren Fortschritt auf dem Spielfeld kümmern. Dies geschieht mittels der überaus handlichen Steuerung, welche für ein Spiel dieser Machart überraschend gut ausgefallen ist. Alle Einheiten werden nämlich ganz automatisch zu einer begrenzt erweiterbaren Gruppe hinzugefügt, später darf man auch mehrere Gruppen gleichzeitig befehligen, was die eigentliche Echtzeit-Strategie überhaupt erst so richtig ins Rollen bringt. Ein echter Clou ist die Möglichkeit die Einheiten auch vollständig selbst steuern zu können, man bewegt sie einfach mit dem Analogstick und greift per Tastendruck an.

Die Entwickler haben sich äußerst trickreich gestaltete Missionen einfallen lassen, bei denen es meist nicht nur einen einzigen möglichen Lösungsweg gibt. Genau deshalb macht es Spaß auf den Karten jeden noch so kleinen Stein umzudrehen, denn es könnte sich darunter ja ein mächtiger Zauber, etwas Gold oder ein alternativer, einfacherer Lösungsweg verbergen. Die Übersicht bleibt dank einer praktischen Auflistung der Missionsziele und einer Minimap zu jeder Zeit erhalten und dank einer auskunftsfreudigen Hilfefunktion samt spielbaren Tutorial fällt auch der Einstieg überaus leicht. Auch ein Mehrspielermodus ist vorhanden, doch da dieser im Splitscreen abläuft, kommt hier nur gemäßigte Stimmung auf. Schließlich sollte gerade bei einem Echtzeit-Strategiespiel der Gegner nicht unbedingt sehen können, was man gerade auf dem eigenen Bildschirm anstellt.

Auch die putzigen Goblins haben so ihre Macken: Bei der automatischen Wegfindung haben die kleinen Kerlchen manchmal Probleme, nicht immer finden sie ihr Ziel auf Anhieb. Auch ist es leider nicht möglich das Verhalten der Goblins zu kontrollieren und sobald sie einen Feind am Horizont ausmachen, laufen sie ohne Rücksicht auf Verluste mitten in die feindlichen Reihen. Wer dies nicht möchte, muss wohl oder übel auf manuelle Kontrolle umschalten, was natürlich dann und wann etwas nerven kann.

Auch die Grafik von Goblin Commander ist eher zweckmäßig ausgefallen: Besonders die Texturen sind teilweise alles andere als scharf und auch die Einheiten sind aus nicht sonderlich vielen Polygonen gestrickt worden. Wenn wir allerdings ehrlich sind, hat die Grafik bei einem Echtzeit-Strategiespiel noch nie eine besonders wichtige Rolle gespielt und deshalb darf man dem Titel das optische Mittelmaß nicht allzu negativ ankreiden.

Selbstverständlich mussten hier und da ein paar kleinere Kürzungen in Sachen Umfang vorgenommen werden und wer sich hier ein Spiel mit dem Tiefgang eines Warcraft 3 erwartet, liegt sicherlich falsch. Leider stören ein paar Probleme bei der Wegfindung der Einheiten und auch die Grafik hätte um einiges besser sein können - den eigentlichen Spielspaß trüben diese Mankos allerdings kaum. Die gewagte Operation Goblin Commander ist (fast) auf ganzer Linie geglückt und das Spiel schafft es, dem auf Konsolen mager vertretenen Echtzeit-Genre einen würdigen Vertreter hinzuzufügen.

Fazit: