Fighting Force 2 (DC)
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Der volle Griff ins Pixel-Klo!
Fighting Force 2 (DC)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

Produkt:

Fighting Force 2 (DC)

Datum: 04.09.10

Bewertung:

Vorteile: ...günstig zu bekommen...

Nachteile: ..miese Grafik, öder Sound, schlechte Zwischensequenzen, langweiliges Spielprinzip, null Motivaion..

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Die Spieleschmiede Eidos hat nicht nur ihren Vorzeigetitel "Tomb Raider" vorzuweisen, sondern im Laufe der letzten Jahre natürlich auch noch jede Menge anderer Games auf den Markt geworfen. Eines davon war der Final Fight-Klon "Fighting Force", welches auf Saturn und Playstation vor allem im Mehrspieler-Modus immer mal für eine Runde nettes Kloppen gut war. Wenig später war dazu der Nachfolger "Fighting Force 2" am Start und ich werde heute mal die Dreamcast-Version auf Herz und Nieren testen...


| ° Story
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Die Welt ist im Wandel - oder auch nicht, denn im 21. Jahrhundert hat sie sich bereits gewandelt. Sie ist schlecht, sehr schlecht, und die böse böse Knackamiche Corporation (das ist kein Witz, die nennen sich wirklich so!) kümmert sich einen Dreck darum, dass Klon-Experimente von der Regierung verboten worden sind. Nein, sie möchten den perfekten Söldner erschaffen... An dieser Stelle kommt Ihr, der toughe Cop Hawk Manson (wer SO heißt, MUSS ja tough sein!), ins Spiel, denn als Mitarbeiter der "State Intelligence Police" (*hüstel*) ist es Eure Aufgabe, die Machenschaften des Konzerns aufzudecken und die verbotenen Experimente zu verhindern.


| ° Spielprinzip
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Nach einem schicken Render-Intro werdet Ihr dann mit einem kurzen Briefing auf Eure Mission vorbereitet und schon stürzt Ihr Euch mitten ins Spielgeschehen. Völlig auf Euch alleine gestellt müsste Ihr Euch in den dreidomensional scrollenden Levels aus der Iso-Perspektive gegen Eure zahlreichen Kontrahenten erwehren. Da der Meditationskurs "Feinde bekehren für Anfänger" leider mangels Interesse nicht stattfinden konnte, müsste Ihr dabei auf die Hilfe Eurer alten Freunde "Mr. Kick" und "Lord Punch" zurückgreifen. Zudem dürft Ihr Sprünge vollführen und eine ansehnliche Rolle aufs Parkett legen, um Projektilen zu entweichen. Diverse Schläge/Tritte lassen sich zu Combos zusammenfassen, wenige Würfe stehen Euch außerdem zur Verfügung. Wie in jedem Klopf-Game dieser Art dürft Ihr natürlich noch auf ein Arsenal an Waffen zurückgreifen, was mit knapp über 20 verschiedenen Exemplaren (Messer, Schlagstöcke, MPs, Raketenwerfer, etc.) auch entsprechend groß geworden ist.

Was hier noch auf dem Papier (bzw. der Internetseite) einigermaßen anständig klingt, entpuppt sich im eigentlichen Spiel aber dank einer recht schwammigen Steuerung bald als ziemlicher Griff ins Klo. So beschränken sich Eure Hauptaufgaben eigentlich stets auf das Verdreschen von Gegnern, was im Prinzip immer in simples Button-Gehämmere ausartet. Man gibt sich nicht wirklich die Mühe und probiert ansprechend Combos aus, da sie sowieso meistens nicht klappen und man mit purem Tastengedrücke auch weiterkommt. Wem's Spaß macht, der darf zudem nahezu alle Gegenstände in den Levels packen und für seine Zwecke missbrauchen, egal ob nun Tische, Stühle, Regale, etc. - alles kann zum Verkloppen der Opponenten eingesetzt werden.

Dabei prügelt Ihr Euch durch insgesamt neun Levels, die in 39 verschiedene Abschnitte unterteilt sind. Gespeichert werden kann dabei nur nach jedem komplett absolvierten Level, der mit insgesamt drei Leben absolviert werden muss. Keine leichte Aufgabe, zumal das Game natürlich im Laufe der Spielzeit nicht einfacher wird. Noch ein Wort zu den Levels selbst: Obwohl sie alle unterschiedliche Themen haben, bleibt die Grafik in der Regel in jeder Stage gleich, was nicht gerade für viel Abwechslung sorgt. Es ist einfach ermüdend, immer wieder dieselben Texturen an den Wänden, die gleichen Gegenstände und nur minimal veränderte Gegner zu sehen und diese auf die immer gleich bleibende Art und Weise ins Jenseits zu befördern. Denn den Großteil der Waffen hat man bereits nach dem ersten Level gesehen und von da ab sinkt die Motivation erheblich.

Dazu trägt auch nicht gerade die Tatsache bei, dass man seitens Eidos auf irgendwelche zusätzlichen Extras verzichtet hat. Ein Mehrspieler-Modus? Wozu denn bitte? Im Vorgänger gab es diesen noch, wo man dann die Möglichkeit hatte einen Kumpel ans Pad zu holen und sich im Team durch die Levels zu prügeln. Aber hier wollte man den Spielern scheinbar nicht die Möglichkeit geben, Ihr Leid mit jemand anderem zu teilen. Auch sonstige Extras sucht man vergeblich und wenn man sich einmal durch das Game durchgekämpft hat, wird man kaum noch ein Interesse verspüren den Titel noch einmal einzulegen. Hier hätte man viel mehr aus dem Game herausholen können, aber leider hat Eidos ziemlich gepatzt und den Titel somit eindeutig in den Sand gesetzt.


| ° Grafik & Sound
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Wenn man sich die Grafik von "Fighting Force 2" betrachtet, dann bleibt wirklich nur eine Frage offen: "Meinen die das ernst?" - Sie tun es offensichtlich und es ist gelinge gesagt eine Frechheit, was uns Eidos hier als Dreamcast-Spiel präsentiert. Das Render-Intro ist ja noch ganz ansehnlich geworden, danach geht es aber konstant bergab. Alle Charaktere sind dermaßen klobig gestaltet und texturarm, dass man meinen könnte man hätte es hier mit einem Playstation-Titel zu tun. Diese Vermutung ist nicht einmal so abwegig, denn das Game erschien auch für die betagte Sony-Konsole und die Möglichkeit einer simplen Dreamcast-Konvertierung besteht immerhin. Das hätte Eidos viel Entwicklungszeit und -geld gespart, der Spieler hat dann aber das Nachsehen. Doch nicht nur die Figuren selbst, auch die spartanisch eingerichteten Räume und Straßenzüge sind mit extrem schwachen und farblosen Texturen überzogen, werden nach spätestens fünf Minuten langweilig. Von den üblen Cut-Scenes zwischen den Levels in Spielgrafik fange ich da mal lieber gar nicht erst an.

Der Sound knüpft dann nahtlos an die miese Qualität der Grafik an und überzeugt mit - ja womit denn eigentlich? Während der Levels gibt es keine Hintergrundmusik, lediglich Kampfgeräusche von Euren Recken - und die sind nicht besonders herausragend. Immerhin, ihre Mittelmäßigkeit ist in diesem Spiel fast schon ein Highlight, was aber auch nicht gerade für diesen Titel spricht. Zumal die Lautstärke der einzelnen Effekte extrem stark variiert und nicht gerade realistisch rüber kommt. Die Synchronisation der Zwischensequenzen ist übrigens einigermaßen erträglich, aber deren derbe Schnitte - u.a. wird Hawk direkt im Satz ausgeblendet - hauen mir erneut die Fragezeichen raus.


| ° Fazit
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Gibt es überhaupt ein einziges Argument das für den Kauf von "Fighting Force 2" spricht? Eine berechtigte Frage, denn das Spielprinzip ödet dank mangelnder Abwechslung schon nach dem ersten Level einfach nur noch an, die Grafik ist unterstes Dreamcast-Niveau und einfach nur ein schlechter Scherz und auch der Sound kann nicht überzeugen. Einen Mehrspieler-Modus sucht man genauso vergeblich wie erspielbare Extras, Langzeitmotivation ist somit praktisch nicht vorhanden, zumal die Speicherpunkte sehr rar gesät sind. Einziger positiver Aspekt: Das Game bekommt man mittlerweile für wenige Euro gebraucht, den vollen Preis wäre es auch nie und nimmer wert. Komplettisten und Final Fight-Anbeter dürfen dann - aber auch nur dann! - zuschlagen, alle anderen lassen bitte die Finger von diesem Reinfall!


In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Forcemaster


PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen vor Langeweile beim Klicken einschlafen... ;)


Shake Heads!

Fazit: Das Fazit wechselt die Spieledisk aus.