Alundra 2 (PS)
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Neuester Testbericht: ... steht Mephisto der Zauberer, der mit seinen mysteriösen Kräften jede lebende Kreatur in ein schreckliches Monster verwandeln kann. Die... mehr

Alundra 2
Alundra 2 (PS)

FreemanHL

Name des Mitglieds: FreemanHL

Produkt:

Alundra 2 (PS)

Datum: 30.03.01, geändert am 30.03.01 (148 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: s.o.

Nachteile: s.o.

Wer kennt sie nicht, diese notdürftig aufpolierten Sequels die eigentlich nichts Neues bieten? Alundra 2 ist das genaue Gegenteil, hier findet sich nichts aus dem Vorgänger wieder. Noch nicht mal Titelheld Alundra!

Als Piratenjäger Flint verschlägt es Euch ins Königreich Varuna. Der machthungrige Baron Diaz und der böse Hofzauberer Mephisto haben den König gestürzt, durch eine Marionette ersetzt und die Bevölkerung Varunas in willenlose Roboter verwandelt. Nur die Tochter des Königs, Prinzessin Alexia konnte entkommen und versucht nun, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Passenderweise sind Varunas Bösewichter mit Piraten verbündet und haben ein Kopfgeld auf Flint, dessen Eltern zufällig auch von Piraten ermordet worden sind, ausgesetzt.

Wer würde unter solchen Umständen der Prinzessin nicht helfen? Auch wenn sich das Ganze erst mal anhört, als entstamme es dem Standardbausatz für RPGs, so verstecken sich im Spielverlauf noch einige überraschende Wendungen. Mit der Geschichte des spitzohrigen Dreamwalkers Alundra, der einen großen Teil seiner Abenteuer in den Träumen anderer Menschen zu bestehen hatte, kann Flints Geschichte aber nicht mithalten. Wirklich standarmäßig geht es im Hinblick auf das Gameplay weiter. Wie schon der erste Teil, so ist auch dieses Abenteuer wieder mit zahlreichen Rollenspielelemente versetzt. So werden die verschiedenen
Locations z.B. RPG-typisch mit Hilfe einer Übersichtskarte angesteuert. Insgesamt
steht die Action aber im Vordergrund, wie man besonders an den in Echtzeit ablaufenden Kämpfen sehen kann, bei denen nicht erst die zehn Bossgegner harte
Brocken sind. Es wird gehüpft, geschlagen, gesammelt und gerätselt. Oft müssen Orte mehrmals besucht werden, da nur bestimmte Fähigkeiten ein Weiterkommen ermöglichen. So lernt Flint immer wieder neue Combos und Zauber. Für Abwechslung sorgen diverse Minispiele wie z.B. Dart oder Wettspiele.

Doch auch für den Spieler gibt es steuerungstechnisch Einiges z
u lernen, besonders den Umgang mit der manuellen Kamera. Denn anders als die Welt des Dreamwalkers Alundra haben die Entwickler Varuna komplett in 3D gestaltet und für den vollen Überblick ist der Spieler immer wieder gezwungen, sich auch als Kameramann zu betätigen. Am Anfang des Spiels steht zwar ein kleines Tutorial, das zumindest theoretisch mit allen Feinheiten der Steuerung vertraut macht, doch mitten im Kampfgetümmel immer für die richtige Bildeinstellung zu sorgen, erfordert eine gewisse Übung. Nichts einzustellen gibt es dagegen in den unzähligen, oft mehrere Minuten langen Videos, durch die immer wieder die Geschichte vorangetrieben wird. Sie laufen allesamt in Spielgrafik ab, womit wir beim visuellen Teil des Spiels wären. Und der enttäuscht fast auf der ganzen Linie! Die Texturen sind oft dürftig, manche Animation wirkt recht hölzern. Kann man hölzerne Animationen noch damit entschuldigen, dass es sich bei den entsprechenden Gegnern um willenlose, manipulierte Kreaturen handelt, lassen sich die zahlreichen Clipping Fehler so nicht schön reden. Gleiches gilt für den viel zu sparsamen Einsatz von Polygonen bei der Modellierung der einzelnen Charaktere. Während des eigentlichen Spiels noch erträglich, wird dieser Zustand in den Videos zur reinen Zumutung. Wenn man sich diese minutenlangen Videos voller grober, klotziger Figuren ansieht, dauert es nicht lange, bis man sich wehmütig an die liebevollen Zeichentrick-Sequenzen des ersten Teils erinnert. Da die Videosequenzen aber unerlässlich für das Verständnis der Geschichte sind, muss sich der Spieler, trotz der Möglichkeit die Videos abzubrechen, wohl oder übel mit dem unterdurchschnittlichen Design der Figuren abfinden.
Was mag wohl in die Entwickler von Contrail gefahren sein, die üblicherweise für Perlen wie Wild Arms und Legend of Legaia verantwortlich sind? Trotz der Enttäuschung über die Grafik verdient Alundra 2 aber immerhin in Punkto Präsentation auch ein dickes Lob und zwar für die Lokalisatio
n. Denn von den kleineren (im Spiel) und größeren (in den Videos) PAL -Balken einmal abgesehen ist sie gut gelungen. Die Dialoge im eigentlichen Spiel sind deutsch und laufen schriftlich ab, so wie man es von RPG`s gewohnt ist, und das auch noch weitestgehend fehlerfrei. Die Videos hingegen wurden komplett mit deutscher Sprachausgabe versehen, wobei die einzelnen Sprecher einen durchaus engagierten Eindruck hinterlassen. Alundra 2: Schlechte Wertungen in Amerika und selbst in Japan ein gnadenloser Flop. Kein Wunder! Wer Brave Fencer Musashi mit Granstream Saga mischt und das durchwachsene Ergebnis ohne jeglichen Bezug zum "Vorgänger" Alundra 2 nennt, der provoziert die Enttäuschung geradezu.Immerhin zauberte Alundra seinerzeit einen Hauch vom alten Zelda-Flair aus Sonys grauer Kiste und wurde gerade dafür von vielen Spielern geliebt.

Rein spielerisch gesehen ist die Ablehnung weitgehend unbegründet. Wer das Prequel vergessen kann, erhält immerhin ein solides und kurzweiliges Action Adventure, passabel inszeniert, mit kleinen Schwächen im Detail. Die Grafik ist und bleibt allerdings indiskutabel! 1995/96 wäre sie absolut annehmbar gewesen. Heute, am Vorabend der nächsten Konsolengeneration, darf der Spieler Besseres erwarten! Vielleicht ist dies ja auch der Grund dafür, daß Alundra 2 dem neuen Preismodell Sonys entsprechend, schon für knappe sechzig Mark seinen Weg in heimische Konsolen findet. Und soviel sind Flints Abenteuer auch allemal wert

Fazit: