
Neuester Testbericht: ... werden. UMTS ist also mehr als 200-mal schneller als GSM. Selbst GPRS, das im Herbst dieses Jahres eingeführt wird, schafft es mit... mehr
UMTS - Welche Auswirkungen hat die neue Technologie?
Wissenswertes zur Telekommunikation-Branche

Name des Mitglieds: jojoclemm
Produkt:
Wissenswertes zur Telekommunikation-Branche
Datum: 14.03.02, geändert am 14.03.02 (111 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Hohe Wachstumsraten, Vielleicht der globale Standard, Chancen für viele Unternehmen
Nachteile: Enorme Investitionskosten, Marktpotenzial nicht abzuschätzen, Einige Firmen werden sich übernehmen
Was ist UMTS?
Kennst Du T-DSL, den superschnellen Internet-Zugang der Telekom? Surfen mit 768 KBit pro Sekunde, zwölf mal schneller als ISDN, selbst große Dateien in Sekunden downloaden. Okay. Jetzt stell Dir eine Technologie vor, die mehr als doppelt so schnell ist – und mobil dazu. Damit ließe sich beispielsweise das gerade geschossene Foto vor dem Brandenburger Tor in weniger als drei Sekunden per Mail verschicken, mit nichts weiter als einem schlichten Handy.
Was die Fachleute als „Universal Mobile Telecommunications System“ bezeichnen, steht für den Mobilfunk der dritten Generation. Das meint nicht so etwas Lapidares wie bessere Sprachqualität oder noch kleinere Handys. UMTS steht für die Revolution des Mobilfunkmarktes: Dank der hohen Datenübertragungsraten von zwei Megabit pro Sekunde werden völlig neue Anwendungen möglich sein. Fotos, Straßenkarten, ja selbst Filme können dann problemlos übertragen werden. Die Vorstellung, mit dem Handy Kinotickets zu reservieren, ist mit der dritten Mobilfunk-Generation bereits überholt: Per UMTS kann man sich vorab per Handy Filmtrailer in Fernseh-Qualität anschauen und entscheiden, welchen Streifen man sehen möchte. Mit dem heutigen Mobilfunkstandard GSM können Daten mit schlappen 9,6 KBit pro Sekunde übertragen werden. UMTS ist also mehr als 200-mal schneller als GSM. Selbst GPRS, das im Herbst dieses Jahres eingeführt wird, schafft es mit seinen maximal erreichbaren 53,6 KBit pro Sekunde gerade mal auf ein Vierzigstel der UMTS-Geschwindigkeit.
*********************************************
Auswirkungen auf die Unternehmen
Soweit so gut, jetzt wissen wir es: UMTS ist was ganz tolles, eine einzigartige Technik, die einfach alles kann. Was sind aber die Auswirkungen auf die Anbieter, wie hoch sind die finanziellen Belastungen der Firmen?
Trotz vollmundiger Versprechungen der Mobilfunkanbieter ist UMTS zwar noch lange nicht in allen Netzen, pünktlich z
ur CeBIT aber zumindest in aller Munde. Und immer noch sind die Erwartungen hoch, insbesondere von Seiten der Ausrüstungslieferanten, die, nach dem Einbruch im vergangenen und dem tiefen Tal im laufenden Jahr, sich eine neue Aufbruchstimmung auf dem Mobilfunkmarkt herbei wünschen.
Die schöne neue Mobilfunkwelt lässt derweil noch etwas auf sich warten. Nach den horrenden Summen, die für die Ersteigerung der UMTS-Lizenzen aufgebracht werden mussten, ist bei den Anbietern nun Sparen angesagt. Eine Umfrage der Fachzeitschrift „connect“ zur Informations- und Telekommunikationsmesse CeBIT hat somit ergeben, dass die Hälfte der befragten Führungskräfte von Nokia, Ericssonund Co. nicht mit bald sprudelnden Einnahmequellen aus UMTS-Diensten rechnet (Quelle: Mummert & Partner ). T-Mobile Manager Timotheus Höttges erwartet „relevante Umsätze mit UMTS nicht vor 2004“.
Ich glaube, dass 2004 auch noch sehr optimistisch ist. Sogar Vorstandsvorsitzender Schmid von Mobilcom, der sich bekanntermaßen gerne weit aus dem Fenster lehnt, plant deutlich langfristiger.
Für die Ausrüstungslieferanten hat UMTS trotz verschleppter Pläne zum Marktstart schon eine deutlich größere Aktualität erlangt, als für die Diensteanbieter. Denn der Aufbau der breitbandigen Netze beginnt nach und nach und damit auch das Gerangel um Lieferverträge und Marktanteile. Die finnische Nokia verkündet am Montag bereits stolz, die Rivalen Ericsson und Lucent beim Aufbau des UMTS-Netzes von E-Plus ausgestochen zu haben. Nur noch die Basisstationen würden von Nokia und Ericsson gemeinsam geliefert werden, dass Backbone-Netz liefern die Finnen allein. Lucent, die sich aus dem Deal Aufträge über 90 Mio. Dollar erhofft hat, geht gänzlich leer aus.
Auch beim deutschen Marktführer T-Mobile hat Nokia die Nase vorn. Für mehrere hundert Millionen Euro wird der finnische Konzern Ausrüstung zum Aufbau des T-Mobile-Netzes liefern. Weltmarktführer Ericsson will sich a
ber in Europa nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und peilt an, 60 Prozent aller UMTS-Verträge für sich zu gewinnen. Ericsson erkennt bei den Mobilfunkanbietern erste Anzeichen von wachsender Investitionsbereitschaft. „Dieses Jahr wird ein schwieriges Jahr“, erklärt Ericssons Geschäftsführer in Australien, Karl-Henrik Sundstrom. „Aber 2003 wird (das Geschäft) anziehen“, verspricht Sundstrom und setzt dabei stark auf die Entwicklung in Asien. Dazu kann ich nur anmerken, dass es mich überrascht, warum ausgerechnet Asien die Vorreiterrolle übernehmen soll, wenn die ganzen Anbieter aus USA oder Europa kommen.
Meiner Ansicht nach, haben sich die großen Anbieter ein (vielleicht zu) großes Ei ins Nest gelegt; die Aufwendungen für Produktentwicklung, Implementierung, Lizenzen und Vermarktung sind enorm. Für mich ist zudem fraglich, ob sich die Technologie dauerhaft und global als Standard durchsetzen wird.
Ich bin sicherlich kein UMTS-Fachmann, glaube aber, dass einige Firmen sich dermaßen übernommen haben und folgerichtig ihre gesamte Strategie umwerfen müssen. Millionen von Dollars wären somit hinausgeworfen, aber vielleicht täusche ich mich ja und werde in den nächsten Monaten und Jahren eines Besseren belehrt.
Für die Finanzmärkte wird UMTS aber sicherlich eines der spannendsten Themen bleiben und die Analysten werden ihre Mühe haben, Marktpotenzial und Aktienbewertung richtig ein zu schätzen.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Archiv Finanzen

