Erfahrungsberichte: Fruchtwasser-Untersuchung
Trotz meiner 37 Jahre sagte ich NEIN dazu - Erfahrungsberichte: Fruchtwasser-Untersuchung Archiv Familie

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Trotz meiner 37 Jahre sagte ich NEIN dazu
Erfahrungsberichte: Fruchtwasser-Untersuchung

szheidi

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Erfahrungsberichte: Fruchtwasser-Untersuchung

Datum: 27.02.01, geändert am 27.02.01 (2911 Lesungen)

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Vorteile: Erbkrankheiten können erkannt werden, so wie Behinderungen

Nachteile: ernorme Nervenbelastung während der Wartezeit dazwischen , ernorme Nervenbelastung wenn das Ergebnis negativ ausfällt

Als ich mit meinem 5ten Kinder schwanger war, war ich schon 37 und der Frauenarzt meinte, dass ich eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen solle.
Ich entschied mich dagegen.

Ich möchte hier nun nicht den "technischen" Ablauf dessen dokumentieren was dort abläuft wenn..., sondern die Gefühle die mich bewogen haben es NICHT zu tun, denn in erster Linie haben ja mal Schwangere Gefühle und die sind ganz anders als die von "normalen" Menschen. Nicht umsonst sage ich "Schwangerschaft ist ein besonderer Zustand von zeitweiser Geisteskrankheit" (nicht bierernst nehmen den Spruch)!

Also hier erst mal die Technik die mir vom Arzt so erklärt wurde:
Zeitpunkt der Untersuchung zwischen der 15 und 20 Schwangerschaftswoche - per Ultraschall wird die Lage des Fötus ausgemacht, dann die Bauchdecke der Mutter örtlich betäubt. Per Ultraschall wird nun überwacht wo die Kanüle hingeht (es handelt sich dabei um eine Hohlnadel die ca. 20 cm lang ist) dann werden ca. 50 ccm Fruchtwasser entnommen. Hinterher muß die Frau noch einige Stunden zur Überwachung im Krankenhaus bleiben, es gibt auch Krankenhäuser die sie zur Vorsicht eine Nacht dabehalten.

Die Fruchtwasserprobe wird nun eingeschickt und man muß ca. 3 Wochen auf das Ergebnis warten, bei dem man auch erfahren kann ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.

Ich habe nun überlegt "Was tust Du wenn Du es machen läßt und das Kind ist behindert?"
Abtreiben??
Günstigstenfalls ist man in der 18 Woche wenn das Ergebnis kommt. Wie groß ist jedoch schon ein Fötus in der 18 Woche?? Etwa 20 cm lang und so 200g schwer wenn ich mich recht erinnere und sieht schon aus wie ein Mensch.
Ich habe bei meinem Frauenarzt und bei meiner Hebamme das hinterfragt. Ein Abbruch mit der Absaugmethode würde dann wahrscheinlich nicht mehr in Frage kommen.
Findet die Untersuchung erst in der 20 Woche statt - ist man bei Vorlage des Ergebnisses in der 23. Woche meis
t spürt auch eine Erstgebärende dann schon die Bewegungen, zu diesem Zeitpunkt ist es nur möglich das Kind von außen abzutöten und dann eine "natürliche" Geburt einzuleiten.

Ich hatte große Angst davor, dass dem Arzt oder dem Labor ein Fehler unterlaufen könnte und dann...?? Dann hätte ich vielleicht eine Schwangerschaft abgebrochen mit einem gesunden Kind.

Mir waren die nervlichen Belastungen (Wartezeit bis zur Vorlage des Ergebnisses, dann die Entscheidung Leben oder Tod - eventuelle "Geburt" eines toten Kindes) einfach zu groß.

So habe ich gebetet und gehofft und heute eine gesunde 3jährige Chiara.

Es ist eine aus meiner Sicht qualvolle Entscheidung Ja oder Nein - zu dieser Untersuchung zu sagen - genau so qualvoll ist die Entscheidung die man dann zu fällen hat, wenn das Ergebnis negativ ausfällt.
Andererseits ist für viele Frauen diese Untersuchung eine Segnung, wenn feststeht, dass in der Familie Erbkrankheiten vorkommen und ein Kind unterwegs ist.

So wie bei allen Dingen gibt es ein für und wieder und man braucht schon ein gesundes Nervenkostüm, einen verständnisvollen Partner, Familie oder Freunde um damit klarzukommen.

Außerdem hätte ich mir bei einer Untersuchung das Geschlecht nicht sagen lassen. Ist wie Weihnachten - es ist schöner nicht zu wissen was für ein "Geschenk" man bekommt.....

Fazit: