
Neuester Testbericht: ... Kasse gesammelt wird, war der Ärger wieder groß, die meisten hörten nur "Einweg" und fingen an zu schimpfen, das sei kein Einw... mehr
Rettet die Dosen !!!
Dosenpfand

Name des Mitglieds: Ellwood01
Produkt:
Dosenpfand
Datum: 08.05.01, geändert am 08.05.01 (378 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: umweltgerechte Entsorgung
Nachteile: teureres Rückholsystem auf Kosten der Verbraucher
Ein komisches Image umgibt die
Getränke-Dose ja eigentlich schon immer.
Erstens scheint sie politisch nie korrekt
gewesen zu sein, weil jeder ja weiß, dass so
eine Dose eben nicht gerade umweltschonend
ist.
Zweitens schmecken die Getränke oft anders -
eben nach Blech.
Drittens hat eine Dose so ein bisschen einen
seltsam primitiven, proletarischen Charme.
Und trotzdem: Ihr Siegeszug durch deutsche
Haushalte ist einfach nicht aufhaltbar. 1998
tranken wir - Tendenz steigend - 2,7
Milliarden Liter aus Dosen. Das ist eine ganze Menge, dachte sich auch
Bundesumweltminister Jürgen Trittin und will
die Getränkedose nun verpfänden. Bis zu 50
Pfennig mehr sollen wir schon ab dem
Sommer für eine Dose bezahlen. 50
Pfennig, die wir natürlich zurückbekommen,
wenn wir die leere Dose wieder in den Laden
bringen. Insgeheim möchte Trittin die
Getränkedose damit natürlich aus der
deutschen Trink-Kultur verbannen.
Das aber wird nicht wirklich funktionieren. Denn
die Fußball-Wohnzimmer-Party ohne echtes
Büchsenbier wird uns keinen Spaß mehr
machen. Unsere Enkel werden sich ohne
Red-Bull-Dose eher "uncool" finden und auch
auf Reisen ist der Schluck aus der Dose einfach unersetzbar.
Andererseits ist es natürlich im Sinne des
Umweltschutzes, die Dose langsam aber
sicher einzustampfen. Das Bundesumweltamt
(UBA) hat Dosen aus Weißblech und
Aluminium als "ökologisch besonders
nachteilig" eingestuft. Also weg damit. Die
Frage ist nur: Wie ?
Es ist schon ein merkwürdiger Gedanke, leere
Getränkedosen zu sammeln und dann zum
Supermarkt zu bringen. Werden wir das
wirklich tun ? Und: Was wird die
Leergutannahmestelle sagen, wenn die Dosen
zerbeult sind, wenn sie gar nicht mehr
aussehen, wie eine Dose ? Schwierige Sache,
Herr Trittin.
Eine Umstellung des Leergutsystems ist für
e
ine Einführung des Dosenpfands dringend
erforderlich. Andere Länder haben dies schon
vor Jahren vorbildlich gemacht. Italien
beispielsweise. Da gibt es, vergleichbar mit
unseren Flaschencontainern, öffentliche
Sammelcontainer für Getränkedosen. Die
Dosen werden eingeworfen und dafür gibt's an
manchen Automaten sogar ein paar Lire. Den
Italienern bleibt somit der Gang mit leeren
Getränkedosen zum Händler erspart. Also,
warum keine Dosen-Mülltonnen neben den
Flaschen-Mülltonnen ?
Oder eben wirklich das Kaufverhalten ändern.
Ohne Pfand werden auch in Zukunft
Tetra-Pack-Tüten verkauft. Die sind
"ökologisch besonders vorteilhaft" und deshalb
auch günstig. Milch und Saft gibt es ohnehin
fast nur noch in diesen Mehrwegverpackungen.
Aber müssen wir nun befürchten, dass es Bier
und Cola bald in Tetra-Pack-Tüten gibt, weil die
Hersteller "dank" des Dosenpfands gegen
Umsatzverluste ankämpfen müssen ?
Wie auch immer - die Zeiten der Dose scheinen
gezählt zu sein. Sollten Sie - aus welchen
Gründen auch immer - ein Fan der
Getränkedose sein, bleibt Ihnen in diesen
Tagen nur eins: Horten Sie ! Jetzt gibt es die
Dosenbier-Palette noch günstig zu erstehen -
ohne den Trittin-Zuschlag. Und fragen Sie doch
schon mal bei Ihrem Getränkehändler nach, ob
er die leeren Dosen dann auch irgendwann
wieder zurück nimmt...
Fazit:
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