Panasonic RQ 2102E8
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Neuester Testbericht: ... ist aber über die Jahre verloren gegangen, ich hatte jedenfalls keines dabei liegen. Erfreulicherweise habe ich dann aber auch noch alte... mehr

Panasonic RQ 2102E8: Oma was ist das?
Panasonic RQ 2102E8

+Tyska

Autor-Name: Tyska

Produkt:

Panasonic RQ 2102E8

Datum: 19.11.10, geändert am 02.07.11 (198 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Sehr lange Lebensdauer.

Nachteile: Nichts.

Wenn meine beiden Enkeltöchter bei mir sind, machen sie fast nichts lieber, als in meinen Schränken zu stöbern - wenn ich sie lasse. Letztens zogen sie aus der hintersten Ecke meines größten Kleiderschranks einen längst vergessenen Schuhkarton hervor. In dem war mein alter Panasonic und sie fragten mich, Oma, was ist das? Geht das noch? Gute Frage.



Hersteller:
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Panasonic Deutschland
eine Division der Panasonic Marketing Europe GmbH
Winsbergring 15
22525 Hamburg
Telefon 040 - 85 49 0
Telefax 040 - 85 49 25 00
Internet http://www.panasonic.de/



Produktinformationen:
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o Mono Cassetten-Recorder
o Autostop
o Bandzählwerk
o Batteriebetrieb
o Eingebautes Mikrofon
o Kopfhöreranschluss
o Mikrofonanschluss
o Netzbetrieb

o Ausgangsleistung 700 mW
o Stromversorgung 230 V

o Gewicht 850 g
o Farbe: Schwarz
o Abmessungen (B x H x T) 14 x 5,2 x 25,1 cm



Gebrauch:
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Ehrlich gesagt hatte ich das Gerät längst vergessen. Ich weiß auch nicht mehr, wann ich es zuletzt benutzt hatte. Jedenfalls war ich so schlau, vor dem Einmotten in Karton und Schrank die Batterien heraus zu nehmen. Das war dann aber auch schon die erste Hürde, denn meine Mädchen wollten ja wissen, ob das Gerät noch funktioniert. Dass das ein Kassettenrekorder für Omas ist, haben sie ja ganz schnell selbst erkannt.


Wer selbst so ein Gerät oder ein ähnliches hatte, kann sich bestimmt noch an die dicken Batterien erinnern, die man dafür braucht. Das sind diese mit 6V Leistung und für die sind wir dann extra in einen Baumarkt gefahren (man braucht vier Stück für den Betrieb). Man kann eigentlich auch ein Netzteil für den Panasonic benutzen, dass ist aber über die Jahre verloren gegangen, ich hatte jedenfalls keines dabei liegen. Erfreulicherweise habe ich dann aber auch noch alte Kassetten gefunden, die ich ebenso längst vergessen hatte. Viele davon waren selbst aufgenommen, überspielt, die Titel selbst zusammen gestellt.


Mal von dem typischen Monoklang abgesehen funktionierte der Panasonic vollkommen einwandfrei. Einige der Kassetten hatten allerdings einen sehr lustigen verzerrten Klang, da hatte der Zahn der Zeit genagt und wir hatten ordentlich etwas zu lachen.


Sehr interessant war/ist das Gerät für meine Mädchen, weil sie nie einen Kassettenrekorder hatten, sie kennen nur CD-Player. Meine älteste Enkeltochter meinte zwar, dass sie ein Kassettengerät zwar schon mal bei einer Freundin gesehen hat als sie ganz klein war, aber das war so ein ganz buntes Gerät für Kinder. Bei meinem fanden sie insbesondere das Betätigen der großen Taten spannend. Bei den meisten modernen Geräten genügt ja ein leichtes Tippen, hier muss man die Taste richtig herunter drücken und sie muss einrasten. Drückt man nach dem Betätigen z.B. der Playtaste die Stopptaste, springt die Playtaste wieder mit deutlichem Geräusch hoch. Das war eine neue, ziemlich spaßige Erfahrung und wurde ausgiebig ausprobiert. Spannend fanden sie ebenso den Vor- und Rücklauf der Kassetten. Für sie unvorstellbar, dass man nicht einfach zum nächsten Titel drücken kann. Dabei ist mein Panasonic ja noch sehr komfortabel, weil er ein Bandzählwerk besitzt. Ich habe den beiden dann vorgeführt, wie es funktioniert und sie haben es dann anhand der Zahlen, die ich in den Kassettenhüllen notiert hatte selbst ausprobiert: Kassette einlegen, auf den Anfang zurück spulen, den Zähler ebenso zurück stellen (mit dem Knopf neben dem Zähler, der Zahler hat drei Rädchen mit jeweils den Ziffern 0-9, zurück gestellt ist als 000 zu lesen). Startet man dann das Gerät per Playtaste, beginnt sich das rechte Rädchen langsam zu drehen. Die anderen natürlich dementsprechend langsam auch. Betätigt man die Vorspultaste, drehen sich die Rädchen schneller weiter, und meine Mädchen mussten feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, die notierte Zahl richtig zu erwischen. Ich hatte es durch die damalige häufige Nutzung noch im Gefühl wann man Stopp oder Play drücken muss.


Ausgiebig genutzt wird bis heute von meinen Enkeltöchtern die Aufnahmefunktion. Mein Panasonic hat eine Aufnahmetaste und ein eingebautes Mikrofon. Letzteres ist von der Qualität nicht so berauschend, für Haus-, Hof- und Wiesenaufnahmen aber ausreichend. Besser ist es, ein externes Mikro einzustöpseln. Auch dieses hatte ich, war aber ebenso wenig im Karton gelagert wie das Netzteil. Wir haben dann meinen Sohn angestiftet, ein Mikro zu besorgen und ebenso gleich ein paar Leerkassetten. Meine Enkeltöchter hatte schon mit einer alten, nicht mehr wirklich brauchbaren Kassette und dem internen Mikro sehr viel Spaß beim Aufnehmen. Mit dem externen Mikro waren sie dann nicht mehr zu halten. Der Panasonic hat einen Haltegriff, aber leider keine Vorrichtung, um einen Gurt zu befestigen. Wir haben dann einfach die beiden Enden eines dünnen Baumwollschals an die Seiten des Griffs geknotet und diese Befestigung dann noch mit kräftigem Klebeband verstärkt. Seitdem spielen sie Reporter und nehmen alle und jeden auf, der ihnen in die Quere kommt. Es wurde auch schon gesungen, auf Instrumenten gespielt, Geschichten erzählt und das Gebrabbel von meinem Enkelsohn festgehalten. Außerdem habe ich Tränen gelacht, als sie mir die Aufnahme vorspielten, die sie mit der Katze meiner jüngeren Enkeltochter gemacht haben. Sie hat eine sehr gesprächige Siamkatze, die auf manche der Fragen nicht nur mit einem einfachen Miau, sondern einer Folge von Lauten geantwortet hat. Das war extrem ulkig.


Da ich das Gerät eingemottet und unterdessen schlicht vergessen hatte, freue ich mich sehr, dass es bei meinen Enkelinnen eine derart aktive Renaissance erlebt. Es war jahrelang als Abspiel- und (seltener) als Aufnahmegerät in Gebrauch und lag ungefähr ebenso lang in den Tiefen eines großen Kleiderschranks. Trotz dieser langen Zeitspanne konnte es nach Einlage der Batterien sofort wieder in Gebrauch genommen werden. Keine der Tasten klemmte, selbst das Bandlaufwerk funktionierte noch perfekt. Der Motor funktioniert immer noch einwandfrei, beim Abspielen quietschte und klemmte nichts. Auch der Lautsprecher rauschte nicht mehr, als es bei diesem Gerät typisch ist (allerdings habe ich trotzdem schon um rein des Anblicks willen den Bereich des Schutzgitters mit der niedrigsten Stufe des Staubsaugers ausgesaugt).


Die Qualität ist also als sehr gut einzuschätzen. Wirklich überrascht war ich, dass es diese Art Geräte und auch mein Panasonic immer noch bei Amazon zu kaufen gibt. Wofür gebraucht man die heutzutage noch? Mal von begeisterten Enkeltöchtern abgesehen. Preislich liegt das Panasonic bei knappen 40,-Euro. Was ich dafür bezahlt habe - daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Mit Sicherheit aber war es noch die gute alte DM.

Fazit: Meine Enkeltöchter sind begeistert.