Canon EOS 500 N
Mehr als ein Jahrzehnt EOS 500. - Canon EOS 500 N Archiv Elektronik

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Neuester Testbericht: ... der Film bereits fertig entwickelt war. Die Digitalkameras haben sich schon als eine sehr große Bereicherung erwiesen. Hat doch wohl je... mehr

Mehr als ein Jahrzehnt EOS 500.
Canon EOS 500 N

Elektro-Man

Name des Mitglieds: Elektro-Man

Produkt:

Canon EOS 500 N

Datum: 15.06.09

Bewertung:

Vorteile: zuverlässig, einfache Bedienung, gute Qualität

Nachteile: analog, benötigt 2x 3 V Lithium Batterien

Eine kleine Zeitreise. Die ersten Fotoapparate, die anstelle eines Blitzlichtes noch Schwarzpulver verwendet hatten, kann sich heute wahrscheinlich kaum noch einer vorstellen. Bevor das gleiche mit Analogkameras passiert, die statt einer Speicherkarte noch auf ihre Filmröllchen angewiesen waren, will ich noch einen Testbericht über die früher weit verbreitete Canon EOS 500 N schreiben.

Die Kamera wurde Ende der 90er erworben und war verglichen mit den teuersten Nikon Spiegelreflexkameras zwar ein Schnäppchen, hat aber dennoch ein kleines Vermögen seinerzeit gekostet.
Zu den größten Vorteilen einer Spiegelreflexkamera wie dieser gegenüber analogen Kompaktkameras von früher zählte sicherlich, dass man durch den Sucher genau das exakte Bild durch das Objektiv sah, also eine recht genaue Vorschau von dem Bild hat, was man dann schießen konnte. Bei Kompaktkameras war der Sucher ja nur ein kleines Fenster, was nicht direkt mit dem Objektiv verbunden ist, sondern nur ungefähr dem gleichen Blickwinkel entspricht, der dann vorallem beim Zoomen enorm abweisen konnte.
Heute bekommt man natürlich bei jeder noch so billigen Digitalkamera nicht nur die gleiche genaue Vorschau geboten, sondern kann nach der Aufnahme vorallem auch sehen, ob diese was geworden ist. Was bei analogen Spiegelreflexkameras nicht immer gewährleistet war, da das Bild doch noch verwackelt werden- oder sonstige Bildfehler aufweisen konnte, die man dann nicht gleich überprüfen konnte, sondern oftmals sich ärgerte, wenn der Film bereits fertig entwickelt war.

Die Digitalkameras haben sich schon als eine sehr große Bereicherung erwiesen. Hat doch wohl jeder heute einen PC daheim, im Gegensatz zu einem Fotostudio, das man benötigt hätte, wenn man analoge Filmrollen selber entwickeln wollte.

Gegenüber den günstigen analogen Kompaktkameras kennzeichnete dieses Modell, wie viele andere analoge Spiegelreflexkameras sich vorallem durch die Qualität ihrer Aufnahmen aus. Die Fotos, die damit gemacht wurden, waren lange Zeit deutlich denen der Digitalkameras überlegen. Noch vor wenigen Jahren behaupteten vorallem Profifotographen, fest überzeugt, dass die Digitalkameras nie die Qualität der analogen Fotografie erreichen werden.
Das lag nicht nur an der niedrigen Auflösung bei den Digitalkameras. 2003 galten 3 Mega Pixel noch als richtig viel, gibt es doch heute selbst Handykameras inzwischen mit über 8 Mega Pixel. Es lag aber vorallem an der unausgereiften Datenverarbeitung an sich, die richtigen Einstellungen nicht künstlich wirkend technisch berechnen zu lassen, sondern direkt durch das Objektiv zu erfassen. Was bei analoger Technik vereinfacht dargestellt einfach durch die Belichtung erfolgte, muss bei Digitalkameras ein Chip berechnen.

Vorallem Fotoatteliers blieben nicht zuletzt aus diesen Gründen lange Zeit, teilweise bis heute, der analogen Fotographie treu und mieden Digitalkameras.
Und es gab so manche Überraschungen. Nikon, das eigentlich schon als Markenmonopolist bei professionellen analogen Spiegelreflexkameras sich etabliert hatte, brachte einige sehr enttäuschende Digitalkamera Modelle auf den Markt, die teilweise absurderweise über 10.000 Euro kosteten und qualitativ schlechter waren, als der bis dahin kaum bekannte Hersteller Olympus.

Canon hielt eigentlich bis heute am großen Erfolg der EOS 500 fest und entwickelte daraus die 500 D und deren optimierte und erweiterte Nachfolgemodelle.
Heutige professionelle Spiegelreflexkameras haben die alten analogen Spiegelreflexkameras doch noch längst überholt. Bereits mit bis zu 25 Mega Pixel Auflösung und zum Teil speziellen Objektiven, die an die Elektronik angepasst sind, übertreffen sie inzwischen ihre Vorfahren in sämtlichen Bereichen mit einziger Ausnahme des Stromverbrauchs, der jedoch ebenfalls fortlaufend optimiert wurde.

Da dieser Rückblick bislang noch recht allgemein gefasst gehalten worden war, folgen hier nun die eigentlichen Daten der EOS 500 N:

Gewicht (mit Standartobjektiv 28-80 mm): 1,5 kg
Zum Betrieb wurden 2 Lithium 3 Volt Fotobatterien (123) benötigt, die leider nicht ganz günstig- und keine Akkus waren, aber recht lange hielten.
Der auf dem Bild zu sehende eingebaute kleine Blitz ersetzt natürlich kein professionelles Blitzlicht, dass optional natürlich noch angebracht werden kann. Konnte aber mit den Blitzlichtern aller gewöhnlichen Kompaktkameras mithalten, beziehungsweise diese leicht übertreffen.
Als Voreinstellungen steht: Portaitbild, Landschaft, Makro, Sport und Nachtschnappschuss bereit, dazu die typischen Blitzeinstellungen und selbstverständlich bei einer Spiegelrelfexkamera die manuellen Einstellungsmöglichkeiten.

Die Kamera richtet sich gleichwohl für Anfänger, da man damit schnell zurecht kommt, als auch für fortgeschrittene Fotographen mit höheren Ansprüchen und Erwartungen.

Als Analogkamera hat sie natürlich keinen Bildschirm, sondern nur den Sucher, der sehr bequem für das Auge mit einem weichen, angenehmen Kunststoff umzogen ist.

Die Kamera machte über viele Jahre und unzählige Fotos keinerlei Probleme und erwies sich als sehr zuverlässig.

Selbst die Trageschleife kann ich hier loben, da mir hier gerade beim Vergleich mit anderen Kameras auffällt, obwohl andere leichter sind, tut mir beim längeren tragen manchmal der Hals weh, nicht allerdings bei diesem Modell, wo die Schleife etw. breiter ist, um das Gewicht auf die Fläche des Nackens besser verteilen zu können.

Man sieht einfach, dass die Leute bei Canon in allen Punkten was, Bedienung, Funktionalität, Tragekomfort etc. angeht, sich durchaus was überlegt haben und es auch ausgiebig getestet hatten, bevor sie das Produkt auf den Markt brachten.

Ich war sehr zufrieden damit. Es wurde eben dann doch durch ein digitales Modell abgelöst.

Heute ist diese Kamera schon für 50 Euro gebraucht erhältlich, allerdings fällt mir kein langfristig vernünftiger Zweck dafür ein. Analoge Fotographie scheint doch fast ausgestorben zu sein. Und selbst für Sammler eignet sich dieses Modell nicht, weil es einfach seinerzeit zu erfolgreich war und viel zu weit verbreitet ist, als dass es irgend einen bedeutenden Sammelwert erlangen könnte.

Fazit: Eine sehr gute Kamera, deren Zeit jedoch abgelaufen ist.