Olympus Power MO 640
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Früher optimal für Backups
Olympus Power MO 640

Dooyoo-Nifo

Name des Mitglieds: Dooyoo-Nifo

Produkt:

Olympus Power MO 640

Datum: 28.10.09

Bewertung:

Vorteile: MOs machen keine Probleme, anders als eschreibbare CDs und DVDs.

Nachteile: Ein toter Standard ist ein schlechter Standard.

Durch mehrere neue Berichte zu den guten alten Iomega ZIP Laufwerken mit 100MByte Medien, wurde ich an die ebenfalls gute alte Konkurrenz erinnert. Die 3 1/2" MO-Medien und die dazugehörigen Laufwerke.


Hintergrund:

Zu Zeiten als Festplatten noch in einstelligen Gigabytebereich verkauft wurden, gab es eine Reihe von Datenträgern die so etwa 100 bis 230MByte speichern konnten und damals in der Zeit bevor sich die beschreibbaren CDs durchsetzen, zu Backup-Zwecken genutzt wurden. natürlich wurden sie auch zum Transport "sehr grosser" Datenmengen eingesetzt.

Bekannt ist sicher das ZIP-Laufwerk von Iomega. Das hat sich damals als Marktführer durchgesetzt. Da Iomega das Format in der Hand hatte, ergab sich die Preisstruktur, die man auch heute noch bei vielen anderen Geräten kennt: das Hauptgerät ist relativ billig, das Zubehör kostet dann Geld.
Beim ZIP-Laufwerk kann ich ich noch an die Medienpreise erinnern. damals kostetet ein 100MByte-Medium etwa 30 bis 40 DM.

Noch bevor sich die CDs als optischen Speichermedium für Jedermann durchsetzten, gab es bereits ein gutes optisches Speichermedium: die Moganeto-Optischen Disks (MO-Disks).
Für kleine Anwendung zu hause waren 3 1/2" grosse Medien gedacht. Für den Backupeinsatz in Servern gab es gössere 5 1/4" Varianten.

Bei den MO-Medien hat die Industrie damals fast alles richtig gemacht, was sie später so oft vergeigte: man einigte sich auf feste, sinnvolle Standards, die international genormt wurden.
Ein Resultat davon war, dass die Laufwerke relativ teuer waren, aber da nicht nur ein Hersteller die Medien herstellen konnte waren diese vergleichsweise billig. ich erinnere mich an 15 bis 20 DM für ein 3 1/2" MO-Disk, die etwa 230MByte fasste.


Meine Geschichte:

In der Zeit als das Iomega ZIP-Laufwerk den Markt beherrschte, habe ich auch eine Backuplösung gesucht. Ich wollte meine Daten sichern und war am Rechnen. Das ZIP-Laufwerk (für den Parallelen Druckerport) war halb so teuer wie ein externes MO-Laufwerk. Dafür kosteten die MO-Disks die Hälfte und speicherten die doppelte Datenmenge!

Da ich etwa 10 ZIP-Disks rechnete und 20 MO-Disks, war plötzlich das MO-Laufwerk billiger...

Damals wurde es dann ein Olympus Power MO 230 in der Universal Version. Das war ein externes SCSI-MO-Laufwerk, dem ein SCSI-Kontroller beilag, den man an die parallele Druckerschnittstelle anschliessen konnte, also so, wie das ZIP-Laufwerk. An einen echten SCSI-Kontroller angeschlossen, war das Laufwerk aber schneller, als über den parallelen Anschluss.
ich habe mich dann für die Variante am internen SCSI-Kontroller entschieden und so m einen Einstieg in die MO-Welt hingelegt.

Der Grund warum ich das in die Rubrik des 640er Power MOs schreibe ist ganz einfach: ich habe später umgerüstet und ein interner Olympus Power MO 640 in meinen Rechner eingebaut.


Das interne Olympus Power MO 640:

Ich kann mich noch erinnern, dass das Power MO in einem bunten Karton geliefert wurde. Heute stellt Olympus leider keine solchen Laufwerke mehr her. Fujitsu war der letzte Hersteller der den 3 1/2" Standard im MO-Bereich die Stange gehalten hat. Die MO-Standards waren hier abwärtskompatibel, so dass ich meine 230er MOs problemlos im neuen 640er Laufwerk nutzen konnte.

Es lag sogar ein 640er Medium bei. Ich kann mich noch an ein Handbuch erinnern. Ob Kabel oder Schrauben beilagen, weiss ich nicht mehr. Das Laufwerk selbst war ein 3 1/2"-Laufwerk, dass auf einen 5 1/4" Einschubrahmen montiert war. Eigentlich hätte man das Laufwerk ausbauen können. Allerdings war Hinten eine kleine Zusatzplatine angebracht, an der man mit Dip-Schaltern (Mäuseklavier) die SCSI-Üblichen Einstellungen vornehmen konnte. Diese Platine ragte etwas über die 3 1/2" Abmasse heraus.

Ich habe das Laufwerk daher in einen freien 5 1/4" Einschub meines Bigtower-Gehäuses eingebaut. Es zog dann in den den nächsten Rechner um. Im aktuellen rechner ist es allerdings nicht mehr eingebaut, da ich für dessen Mainboard keinen passenden SCSI-Kontroller besitze.
Im alten Rechner funktionierte das Laufwerk bisher absolut problemlos!


Technisches:

MO-Medien haben den Ruf unkaputtbar zu sein. Es gibt glaubhafte Berichte von Usern, die ein Medium aus versehen in der Waschmaschine durchgewaschen haben. nach dem Trocknen war die MO-Disk fehlerfrei lesbar!

Das diese Berichte glaubhaft sind, liegt an der Schreibtechnik der MOs. Das Beschreiben erfolgt mit einer Schreibtemperatur von (soweit ich weiss) über 100°C. Damit ist klar, dass die Temperatur der Waschmaschine die Daten nicht gefährden konnte. Das Medium selbst steckt in einer stabilen Hülle (Caddy) und wird durch einen Metallschieber verschlossen.
Insgesamt ergibt das ein sehr zuverlässiges Medium, dass wesentlich besser durchdacht war, als die heutigen beschreibbaren CDs und DVDs.

MOs kennen echte Sektoren und Spuren. CDs und DVds werden in einer einzigen langen Spirale beschrieben.
Der Standard der MOs ist genau festgelegt. Es gibt keine MO-Laufwerke, die erst mit Firmwarupdates an neue Medienhersteller angepasst werden müssen. Leseprobleme mit anderen Laufwerken? MOs sind auf Austauschbarkeit ausgelegt, für echte Backupmedien ist das eine Grundvoraussetzung!


Fehler der Industrie:

Da kaum jemand diese wirklich gute Technik kennt, dürfte klar sein, dass etwas schief gegangen ist. Aber was? man hat auf beschreibbare CDs gesetzt. Klar: jeder wollte seine Musik kopieren und auf kleinen Scheiben bequem herumtragen können. Wie hätte das schon mit so etwas exotischem wie diesem MO-Zeugs gehen können?

Es hätte sehr gut gehen können, wenn sich eine Firma etwas geschickter angestellt hätte.

Kaum einer weiss es, aber MOs waren als Musikspeicher bereits in den Startlöschern und hätten mit wenig Aufwand den Markt erobern können.

Ich rede von der Sony MiniDisc...

Ja, die MiniDisc (MD) von Sony ist ein MO-Medium! Sony war drauf und dran, das MD-Format als Nachfolger der Kompaktkassette am Markt durchzudrücken. Es gab MD-Rekorder für de Hifi-Anlage, MD-Player im Autoradio und im Geto-Blaster. Tragbare MDs gab es sowieso (Sony ist AFAIk der Erfinder des Walkmans).

Was ging schief? Sony hat meiner Meinung nach zwei Fehler gemacht:

1. Minidisc war kein genormter Standard.
Sony hat die Hand drauf gehalten und die Preise diktiert. das wäre aber vermutlich kein Problem gewesen, denn...

2. Sony hat es vergeigt, schnell ein Laufwerk für den PC auf den Markt zu bringen.

Das Minidisc-PC-laufwerk wäre DAS Ding gewesen. Mit etwa 140Mbyte Kapazität hätte es damals alles andere Schlecht aussehn lassen. magnetscheibenschleudern wie das ZIP-laufwerk 8das einen schlechten Ruf hatte, was seine datensicherheit anging), hätten sich sicherlich nicht so durchgesetzt, wen Sony ein günstiges MD-Laufwerk auf den Markt geworfen hätte.

Die MO-Technik war marktreif und funktionierte. Die Probleme mit den ersten CD-Brennern hätte es so nicht geben können: die MD-Laufwerke hätten nicht einen ununterbrochen Datenstrom benötigt, da sie nicht eine komplette Spirale beschreiben müssen. Kompatibilitätsprobleme hätte es nicht gegeben und das Medium wäre gleich wiederbeschreibbar gewesen...

Was Sony geritten hat, das noch nicht einmal zu versuchen, weiss ich nicht. (Es gab' später Minidisc-Laufwerke für den PC. Als sie auf dem Markt kamen, war die Sache bereits gegessen, die Minidisc hatte gegen die beschreibbare Cd bereits verloren.)


Fazit:

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass man sich einige Probleme mit ungenügend formulierten Standards hätte sparen können, wenn man auf ein vernünftiges und funktionierendes wiederbeschreibbares Medium gesetzt hätte.

Für mich bleibt als Fazit, dass ich das Power MO 640 in der internen SCSI-Variante immer noch sofort nutzbar in meinem alten Rechner habe. Vielleicht sollte ich doch einmal nach einem günstigen neuen SCSI-Kontroller für meinen aktuellen Rechner schauen...

Ich gebe hier 5 Punkte, wobei ich damit, den inzwischen ausgestorbenen MO-Standard der 3 1/2" Medien meine.

Fazit: Das Potential eines genialen Speichermediums wurde gnadenlos versenkt.