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Drahtlos verkuppelt, Bluetooth USB Adapter CN-500 von Sitecom und Sony Ericsson T 610
Bluetooth

Name des Mitglieds: wespetrev
Produkt:
Bluetooth
Datum: 02.04.04, geändert am 11.05.04 (1721 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Drahtlos, schnell und komfortabel, Weiterentwicklung wahrscheinlich
Nachteile: etwas schwierig zu konfigurieren, unübersichtlicher Markt, man muss genau hinsehen, was man braucht.
Nicht nur die Beiträge in diesem Forum dokumentieren es: Das T610 ist ein Erfolgs-, jetzt allerdings auch ein Auslaufmodell. Der Nachfolger T630 ist auf dem Markt. Bei sinkenden Preisen wird das T610 auch für den interessant, der nicht immer das Allerneuste haben muss und für wenig Geld ein ausgereiftes Gerät erwartet.
Dieses Handy sollte es also sein. Die Wahl fiel auch deshalb darauf, weil es mit meiner schon bestehenden Bluetooth-Umgebung verbinden wollte. Das aber erwies sich als Hindernislauf, wenn auch mit glücklichem Ende.
+++ Ein Büro für die Westentasche? +++
Wer nutzt ein Mobiltelefon heute nur noch zum Telefonieren? Dann wäre die Anschaffung eines neuen Geräts wohl überflüssig. Das T610 enthält Ansätze zum mobilen Büro. Näheres dazu in vielen Beiträgen zum T610 in diesem Forum.
+++ O Weh - Speicher voll und nichts geht mehr +++
Der ganz große Schwachpunkt des T610 ist der enge Telefonspeicher. 2 Megabyte klingt zunächst einmal üppig, aber schon im Auslieferungszustand sind weit mehr als die Hälfte davon belegt. Jedes Foto, jeder Klingelton, jede Sprachaufnahme knabbern an dem Rest. Wer dann noch Spiele herunterlädt oder ein schickes Display-Profil, der stößt ganz schnell an die Grenzen. Da hilft nur eins: Auslagern!
+++ Datenübertragung, ein Muss! +++
Wenn ich das teuer bezahlte Spiel oder das pfiffige Bild nicht unwiederbringlich löschen will, muss ich es woanders speichern. Was eignet sich besser als der eigene PC mit einer mehrere Gigabyte (Luft, Luft!) großen Festplatte?
- Der naturgegebene Übertragungsweg eines Handys ist das Netz des Mobilfunkbetreibers. Wem die Kosten nichts ausmachen, der wähle den E-Mail-Versand über GPRS.
- Der danach nächstliegende Weg ist ein Datenkabel. Davon kann ich beim T610 nur abraten. Denn Bilder, Spiele und Klänge lassen sich so nach meinen Informationen nicht übertragen. Nur die Synchronisation der Telefonnummern mit den Kontakten in Microsoft Outlook sollte funktionieren. Außerdem kostet dieses Kabel auch nicht mehr viel weniger als ein Bluetooth-Adapter.
- Wer ein Notebook sein eigen nennt, ist fein raus. Es wird sicher über eine Möglichkeit zum Infrarot-Datenaustausch verfügen. Das kann das T610 auch. Die Birne ist geschält. Aber noch nicht gegessen! Zu den Tücken des Verbindungsaufbaus komme ich gleich.
- Ein Desktop-PC hat dagegen in der Regel keine IR-Schnittstelle. Es empfiehlt sich eher nicht, eine solche anzuschaffen. Ich habe sie im Fachmarkt für saftige EUR 69,00 liegen sehen. Sie bietet außerdem weniger als Bluetooth.
- Die Übertragung über Infrarot habe ich übrigens genutzt, um sehr komfortabel meine Telefondaten aus meinem alten Handy zu übertragen. Dazu musste ich es allerdings erst mit einer anderen SIM-Karte füttern, sonst bewegt sich dort nichts.
+++ Bluetooth, der Königsweg der Datenübertragung +++
Die Datenübertragung mit Bluetooth funktioniert im Prinzip nicht anders als per Infrarot (Physiker und Radiotechniker werden mich jetzt steinigen, aber ich bin bloß ein armer Anwender). Mir reicht: Es geht drahtlos. IR braucht eine Sichtverbindung wie eine herkömmliche Fernbedienung für Fernseher. Bluetooth ist eine Funkverbindung, deshalb braucht es keine Ausrichtung von Sender und Empfänger. Es können ruhig ein paar Möbelstücke und notfalls auch eine Wand dazwischen liegen.
Bluetooth ist für meine Begriffe relativ abhörsicher. Denn für jede Verbindung müssen Sender und Empfänger ein identisches Kennwort austauschen (siehe unten!). Also keine Angst, dass der Nachbar mit seiner Bluetooth-Anlage mein neuestes Foto auffängt. Was Geheimdienste aber so alles könnten, wer weiß das schon?
+++ Vorsicht beim Kauf, Bluetooth ist nicht gleich Bluetooth! +++
Ich benutze eine Bluetooth-ISDN-Anlage von AVM (Bluefritz). Den USB-Adapter wollte ich auch mit meinem Handy nutzen. Böse Überraschung: Das funktioniert nur begrenzt. Der Austausch von Telefonnummern mit Outlook ging reibungslos mit der von Sony Ericsson auf CD beigelegten Software. Für die Übertragung von Bildern etc. benötigt man aber das OBEX-Push-Protokoll. Eine Nachfrage bei AVM ergab: Bluefritz kann das – noch – nicht.
Auch nicht jeder im Handel erhältlich Bluetooth-Adapter beherrscht diesen Service. Leider steht das auf den Verpackungen nicht drauf. Deshalb habe ich per Email bei verschiedenen Herstellern angefragt und bereitwillige sowohl positive als auch negative Auskünfte bekommen.
Mit diesem Wissen ausgerüstet erwarb ich einen USB-Adapter von Sitecom zum Preis von 35 Euro. Meines Wissens bietet u.a. auch das Produkt von Acer diese Technik. Mein Ratschlag: Unbedingt vor der Anschaffung erkundigen!
+++ Klassengesellschaft +++
Bluetooth-Adapter steckt man einfach in einen USB-Anschluss. Es gibt dabei mehrere Klassen, was heißen soll: Reichweiten der Funkverbindung. Mir genügte ein Class-2-Produkt mit 10 bis 20 m Reichweite. Einen Class-1 Adapter, der eine Reichweite von 100 m haben soll, habe ich im Geschäft für 50 Euro gesehen.
+++ Die Installation, plug – not play! +++
Die Installation des Bluetooth-Adapters an sich war zunächst kaum ein Problem.
- Allerdings kam es anfänglich zu einem Missverständnis, dem wohl fast jeder Bluetooth-Anfänger aufsitzt. Schon mit dem Bluefritz-Adapter erhielt ich beim ersten Verbindungsaufbau mit dem T610 eine Aufforderung zur Eingabe einer PIN. Verzweifelt suchte ich in der Dokumentation zu dem Handy nach einer solchen: nichts zu finden.
- Schließlich gab ich aus Verzweiflung irgendetwas ein. Siehe da, aus dem Handy klang ein freundlicher Ton, der mich fragte, ob mein PC als neues Gerät angelegt werden solle. Nachdem ich das bestätigt hatte, erschien wieder eine Einladung zum Eingeben einer PIN. Ich probierte es der Einfachheit halber mit derselben von eben, und die Verbindung wurde klaglos hergestellt.
- Merke: Bei manchen Bluetooth-Geräten ist eine PIN vorgegeben. Ist dies nicht der Fall, denke man sich etwas Schönes aus und gebe es auf beiden Seiten gleich ein. Damit schützen wir uns vor unseren neugierigen Nachbarn, die sonst lauschen könnten.
Hoch dramatisch wurde aber das Zusammenspiel mit der Synchronisationssoftware von Sony Ericsson.
Jetzt hatte ich nämlich auf einmal das umgekehrte Problem. Die OBEX-Verbindung lief, damit auch die Übertragung von Bildern, Tönen und Display-Profilen vom T610 auf den PC. Aber Outlook und das Handy wollten nicht kommunizieren, und auch der Einsatz einiger nützlicher Zusatzprogramme (z.B. der MMS-Editor) war unmöglich. Es hieß immer nur lakonisch: Telefon nicht gefunden.
+++ Erste Suche: Homepage von Sony Ericsson +++
Die übrigens gut aufgemachte WWW-Seite von Sony Ericsson enthielt zunächst einmal zu meinem Problem keine Unterstützung. Immerhin gelangte ich nach einigem Suchen auf ihre "Wissensdatenbank", wo man seine Frage auf Englisch formulieren soll und dann eine Hand voll mehr oder weniger passende Antworten ebenfalls in englischer Sprache erhält. Dort lernte ich auf diese Weise: Es hat mit den Einstellungen eines ***"mobile phone monitors"*** zu tun, den man in der Systemsteuerung des PC findet. Dort muss man einen bestimmten COM-Port für die Übertragung öffnen. Bluetooth ersetzt also auch das Kabel über die vor der Erfindung von USB noch häufig genutzte gute alte serielle Schnittstelle, eine serielle Verbindung eben, wie der Name schon sagt.
+++ Zweite Suche: Internet-Foren +++
Über Suchmaschinen fand ich verschiedene Foren und lernte wieder einmal: Du bist nicht allein auf der Welt. Unzählige Kunden nutzen das T610, was mich nicht nur in der Zufriedenheit bestärkt, wohl ein gutes Produkt gekauft zu haben. Nein, etliche Leidensgenossen schildern seit Monaten genau dasselbe Problem. Geduldige, zuvorkommende Lotsen und ähnliche rettende Engel des Internet mühen sich um Lösungen. Meistens mailt der gequälte Nutzer dann irgendwann: "Ich weiß nicht warum, aber jetzt funzt’ s."
- Besonders schön und informativ ist www.t610.org.
- Besonders viel lernte ich bei der entsprechenden Rubrik des www.telefon-treff.de (mit Bindestrich!).
- Informativ ist auch das Forum unter www.t610.info.
So lernte ich viel über alle möglichen Tricks, um den mobile phone monitor zu überlisten. Außerdem stellte ich fest, dass es sich nicht um ein Problem der Bluetooth-Übertragung sondern um eines der generellen Kommunikation zwischen PC und T610 ging. Benutzer der infraroten Datenübertragung und sogar des Kabels hatten dieselben Schwierigkeiten. Allein: Bei mir wollte sich der Erfolg nicht einstellen.
+++ Dritte Suche: Anfrage bei Sony Ericsson +++
Besser dumm gefragt als dumm geblieben. Also richtete ich eine direkte E-Mail-Anfrage an den Hersteller. Die Antwort kam freundlich und schnell am nächsten Tag. Öffne in der Bluetooth-Umgebung eine serielle Verbindung zum T610. Merke dir den COM-Port. Aktiviere im mobile phone monitor diesen COM-Port und ***nur diesen***. Starte den PC neu. Starte die Kommunikations-Software. Gesagt, getan, und wieder eine Niete gezogen!
+++ Vierter Anlauf: Und es bewegt sich doch etwas! +++
Ich muss S///E in Schutz nehmen. Denen hatte ich nämlich nichts davon gesagt, dass ich ja zwei Bluetooth-Adapter gleichzeitig nutze: den Bluefritz von AVM für die ISDN-Verbindung zum Internet, und den neuen für die Verbindung zum T610. Was, wenn die sich nicht miteinander vertragen?
Also alle diesbezügliche Software deinstalliert. Die Bluetooth-Software (die übrigens bei allen in Betracht kommenden Adaptern von Widcomm zu stammen scheint) installiert, danach die Communcation Suite von Sony Ericsson. Bluetooth will die serielle Kommunikation über COM 4 (kann bei Ihnen/Euch eine andere Schnittstelle sein, selber nachgucken!), den also im mobile phone monitor aktiviert. Neustart des PC.
Der spannende Moment ist da. Die Synchronisations-Software sucht das T610. Schrecksekunde, denn wieder kommt die bekannte Fehlermeldung. Aber nein, aber nein, zugleich erscheint das Fenster, dass der mobile phone monitor mein T610 gefunden hat und noch einen Namen für die SIM-Karte möchte. Diesen Service liefern wir doch gerne.
+++ Datensynchronisation mit Outlook +++
Siehe da, das Programm fragt, ob es lieber alle Telefoneinträge durch die Outlook-Kontakte ersetzen soll oder umgekehrt. Oder ob beide Richtungen gefällig sind mit dem Anlegen von doppelten Datensätzen. Es ist geschafft. Die serielle Verbindung steht. Die Synchronisation verläuft problemlos.
+++ Nagelprobe +++
Jetzt hatte ich aber noch ein Problem. Läuft mein Bluefritz noch? Also habe ich dessen (im Zuge meiner Bemühungen neu aus dem Internet geladene) Software neu installiert und musste feststellen. Der Konflikt blockierte jetzt die Datenübertragung zum Internet.
Letzte Hoffnung. Deinstallation und Installation der älteren Bluefritz-Version von CD.
Und jetzt klappt alles!
+++ Bluetooth. Nutze die Möglichkeiten +++
Meine umfangreiche Internetrecherche hat sich gelohnt. Denn sonst wäre ich nicht auf die genannten Seiten gestoßen, in der unheimlich viel Nützliches, Buntes, manchmal auch Schräges und mitunter (für meine Begriffe, aber mein Geschmack ist nicht Gesetz) überflüssiges Material für das T610 steht. Hier ist noch www.myt610.net zu nennen. Ganz viele Töne, Bilder, Display-Profile und Spiele.
Dieses Handy hat die Chance, irgendwann einmal Kult zu werden.
Ein ganz hervorragendes PC-Programm zum Datenaustausch aller Art mit dem PC ist "floAt's Mobile Agent" (kurz: FMA), der sich noch im Beta-Stadium befindet. Hier bleiben hinsichtlich der Funktionen keine Wünsche offen.
+++ Der PC als Reserve-Telefonspeicher +++
Und damit habe ich mein Ziel erreicht. Alle Daten aus dem Handy kann ich auf meinen PC übertragen. Die einzige Ausnahme bildet das Ferrari-Bild von Vodafone. Das ist kopiergeschützt. Damit kann ich auf der Festplatte ein Backup aller Bilder und Töne anlegen, die ich wahrscheinlich nie wieder brauche aber doch nicht unwiderruflich wegschmeißen möchte. Natürlich finden so auch meine selbst geschossenen Fotos aus dem Handy eine Zwischenlagerstätte.
+++ Das Internet, undenkliche Weiten +++
- Ich kann Spiele aus dem Internet laden und auf den PC übertragen, wenngleich es sich oft nur um kaum brauchbare Demos handelt. Aber ich kann ja leicht mal 50 kByte hin und her transferieren, da ich dazu nicht mehr das teure GPRS benötige.
- Es gibt auch einfache auf Java entwickelte Anwendungsprogramme wie z.B. einen Promillerechner, auf den ich mich aber für eine Sauftour nicht verlassen würde.
- Mein Handy hat jetzt auch neue – kostenlose – Display-Profile, wahlweise Obelix und Idefix oder eine Erdansicht aus dem Weltraum. Ein weiteres aus dem Internet heruntergeladenes PC-Programm bietet mir die Möglichkeit, selbst Display-Profile zu entwerfen. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert.
+++ Fazit +++
- Man kann mit dem T610 auch noch und immer noch telefonieren!
- Es enthält aber, wenngleich jeweils nur in Ansätzen noch weitere Anwendungsmöglichkeiten in Richtung
o mobiles Office / PDA,
o digitale Kamera,
o Diktiergerät,
o Mini-Spielkonsole,
o Mini-PC für einfache JAVA-Programme.
- Dazu ist die Investition in einen Bluetooth-Adapter unbedingt empfehlenswert. Die Verbindung zwischen Handy und PC über Bluetooth ist, wenn man sie endlich eingerichtet hat, unschlagbar.
+++ Ausblick +++
Bluetooth einerseits und JAVA andererseits bieten noch jede Menge Entwicklungsmöglichkeiten. Mit der Investition in einen Bluetooth-Adapter und dem T610 fühle ich mich für die nächste Zeit gut gerüstet.
Es gibt heute schon Bluetooth-Headsets, die das lästige Kabel überflüssig machen. Sie sind aber – noch – verhältnismäßig teuer. Ich rechne zuversichtlich mit einer Preissenkung für derartige Produkte.
Schon heute kann mit entsprechender (im Internet erhältlicher) PC-Software das Handy als Fernbedienung genutzt werden, um über Bluetooth einen Media-Player wie WINAMP zu steuern. Ob Bluetooth eine universelle Fernsteuerung für alle möglichen Geräte werden kann, wie es sich Entwickler und Hersteller erhoffen, bleibt abzuwarten.
Hinweis: dieser Artikel ist im Wesentlichen ein Auszug aus meiner Besprechung zum T610. Da ich aber ausführlich meine Hindernisse und Erfolserlebnisse mit der Bluetooth-Technologie schildere, sollte der Beitrag auch an dieser Stelle helfen.
Fazit:
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