Rasen anlegen
Der richtige Weg zum neuen Rasen - Rasen anlegen Archiv Allgemein

Neuester Testbericht: ... Mischungen für strapazierte Rasenflächen, Rasen für den normalen Gebrauch und ebenso Rasensamen für schattige Stellen. Da unser Grunds... mehr

Der richtige Weg zum neuen Rasen
Rasen anlegen

Ellwood01

Name des Mitglieds: Ellwood01

Produkt:

Rasen anlegen

Datum: 24.03.01, geändert am 09.04.04 (15819 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: ein Stück Natur am Haus , grün beruhigt

Nachteile: jedre Gartenteil braucht Pflege

Bei Neu- und Umgestaltungen von Garten oder Gartenteilstücken bleibt bei vielen Planungen ein größeres Stück über, daß keine Beetfläche darstellen soll. Hier kommt dann oft der Rasen zum tragen.
Rasen bietet nicht nur eine angenehme Liegefläche, sondern auch eine Spiel- und Sportfläche. Außerdem gibt ein großes immergrünes Stück dem Garten ein vollkommenen und beruhigenden Ausdruck. Viele Gärten wirken durch eine Rasenfläche länger und großzügiger. Auch die Pflege ist bei der Anlage einer Rasenfläche oftmals ein Entscheidungspunkt. Dieser Punkt wird allerdings von vielen unterschätzt. Denn mit alle 3 - 4 Wochen mal Rasen mähen, ist es in der Regel nicht getan. Um eine optimale und schön anzusehende Rasenfläche zu bekommen und zu erhalten sind einige Punkte in der Pflege zu beachten. Aber dazu mehr in der Meinung Rasenpflege.

Bevor man sich für eine Rasenfläche entscheidet, muß man folgende Faktoren beachten:
1.) Die Lichtverhältnisse

Ein zu dunkler Standort kann zu einer Vermoosung der Rasenfläche führen. Stellen unter großen Bäumen werden kahl. Rasen kann und soll eine Menge Sonne mitbekommen, damit er frisch grün aussieht und den eigenen Charakter behält. Der oftmals gepriesene Schattenrasen, der in jedem Baumarkt zu bekommen ist, kann diesen Zustand nur bedingt ausgleichen. Denn die Beschattung der Fläche zieht meistens weitere Faktoren mit sich.


2.) Der Boden

Der Boden sollte auf keinen Fall zu sauer sein. Optimal ist ein pH-Wert von 4 - 7. Wer vor der Neuanlage eines Rasen sicher sein möchte, sollte in einem Gartencenter oder einem Raiffeisenmarkt einen einfachen pH-Test kaufen. Das Beilageblatt erklärt die Handhabung sehr gut. Bei zu saurem Boden wird kohlensaurer Kalk auf die Fläche ausgebracht (ca. 50 - 100 g/qm). Dieser wird dann bei der Erdlockerung eingearbeitet.

Die Bodenbeschaffenheit und die Wasserdurchlässigkeit sind ebenfalls sehr wichtig. Ein lockerer Boden ist sehr vorteilhaft. Hierzu muß m
an wissen, daß Rasen selber höchstens 2- 3 cm guten Oberboden braucht, um zu gedeihen. Aber wenn das Wasser dann nicht abläuft kann es wieder zu Vermoosung und Fäulnis kommen. In den meisten Fällen reicht es, 3 - 10 cm normalen Sand auf die gesamte Fläche aufzutragen und diesen (wie beim Kalk) bei der Bodenvorbereitung mit einzuarbeiten. Außerdem möchte man den Rasen ja nicht nur nach einer Trockenperiode von 3-5 Tagen betreten können.
Sollte das Grundstück an einen Hang grenzen oder so gelegen sein, daß größere Wassermassen im Erdreich angespült werden, muß man sich für eine Dränage entscheiden. Das gleiche gilt für einen felsigen oder lehmigen Untergrund, wo das Wasser nicht abfließen wird.

Ein stark verdichteter und saurer Boden mit wenig Licht ist oft unter großen Nadelgehölzen zu finden. Da sollte man lieber 10 cm Oberboden auftragen und einen robusten Bodendecker pflanzen. Dieser ist dann wirklich pflegeleicht und sieht auch gut aus.
*seht dazu die Meinung über Vinca minor und Pachysandra terminalis *


3.) Die Verwendung

Man sollte sich vor Anlage einer Rasenfläche Gedanken darüber machen, wie der Rasen in der nächsten Zeit genutzt werden soll. Wenn Kinder oder Enkelkinder vorhanden sind, sollte man auf die Anlage eines englischen Zierrasens lieber verzichten. Das heißt nicht, daß man bei der Anlage auf Rollrasen verzichten muß. Man muß sich halt für einen Spiel- und Sportrasen entscheiden.


Also, auf geht's - GUT BEGONNEN IST HALB GEWONNEN!

Die Anlage fängt mit der Vorbereitung des Bodens an. Bei alten Rasenflächen halte ich es für erforderlich, die alte Rasenfläche in einer Schichtstärke von 5 - 7 cm abzuschälen. Obwohl es wesentlich einfacher ist, den alten Rasen einfach unterzugraben oder umzufräsen. Doch so bleiben die ganzen Rasenunkräuter in der Fläche und entwickeln sich meistens schneller als der eigentliche Rasen.

Um den Boden glatt zu bekommen, ist die Fläche zu lockern. Die
ses geschieht im privaten Bereich durch Umgraben der Fläche mit einem Spaten oder einer Grabegabel. GaLaBau-Betriebe nehmen in diesen Fällen eine Fräse. In beiden Fällen erreicht man eine Bearbeitungstiefe von 15 - 20 cm. Bei diesem Arbeitsvorgang werden Bodenhilfsstoffe (z.B. Sand oder Torf) eingearbeitet.
Anschließend wird ein Planum erstellt. Hierbei wird eine ebene Fläche mit einer Harke erstellt. Steine (ab 5 cm), Wurzeln und sonstiger Unrat werden ausgeharkt und abgesammelt. Nachdem das Planum erstellt ist, sollte der Unterschied zur Sollhöhe an allen Stellen nicht mehr als +/- 2 cm abweichen. Anschließend wird die Fläche mit einer geeigneten Walze angedrückt. Geeignet heißt in dem Fall, daß die Fußabdrücke des Ausführenden nach dem Walzen nicht in der Fläche zu sehen sind, zumindest nicht erheblich.

Als nächstes wird die Fläche gedüngt. Zu empfehlen ist der Starterdünger der Fa. Floranit. Auf jeden Fall sollte der Dünger zu gleichen Teilen aus Stickstoff, Phosphor und Kali (NPK) bestehen. Man streut ca. 3 - 4 kg auf 100 qm. Ich selber bevorzuge einen organischen Dünger der Firma Oscorna. Das Produkt Oscorna Animalin besteht hauptsächlich aus Knochen- und Hornmehl. Bei der ganzen BSE-Diskussion möchte ich aber mit der Empfehlung vorsichtig sein. Obwohl ich mir Regenwürmer mit BSE nicht vorstellen kann *g*. Der Vorteil des Düngers liegt einfach in der Auflösung der Bestandteile. Der organische Dünger wird durch Kleinstlebewesen im Boden umgewandelt und die Wirkstoffe stehen der Pflanze nach und nach erst zur Verfügung (Langzeitwirkung). Eine Überdüngung ist mit diesem Dünger nicht möglich. Die Aufwandmenge beträgt allerdings ca. 100 g/qm.
Der Dünger, wird mit der Harke ca. 1 cm eingearbeitet. Dadurch wird auch gleichzeitig die gewalzte Fläche etwas aufgerauht und die evtl. vorhandene Fußspuren werden bei der Gelegenheit auch ausgeglichen.


Bis hierhin war es noch egal, ob später Rollrasen verwendet werden soll oder ob es eine Rasen
einsaat wird.

Bei Rollrasen werden nun die Rollen (Länge 200cm / Breite 50 cm) ausgelegt. Bei der Verlegung von Rollrasen ist darauf zu achten, daß die Rollen frisch sind. Wenn der Rasen dienstags geliefert wird, dann sollte er auch am Dienstag verarbeitet werden. Eine Bestellung für Montag morgen sollte man lieber nicht machen, denn wahrscheinlich ist dieser Rasen dann schon am Freitag vorher geschält worden. Beim Verlegen werden die Rollen dicht aneinander gelegt und die Kanten gestoßen. Während der Verlegung steht man auf mehreren Schalbrettern. So daß die frisch verlegte Fläche nicht betreten wird. Bei jeder neu verlegten Rolle wird wieder ein Brett umgelegt. Beim Umlegen einmal drauf springen, damit das Ganze sofort angedrückt ist. Die Kanten an Beet- und Wegränder werden mit einem alten Brotmesser abgeschnitten. Zum Abschluß wird die gesamte Fläche noch mal gewalzt. Nachdem die ganze Fläche verlegt ist, sollte die Rasenfläche ausreichend (ca. 30 Minuten) bewässert werden. Da diese Arbeiten, schon aus Gründen der Bodenbearbeitung, von April bis September ausgeführt werden, sollte man bei warmen Wetter 2 mal täglich wässern (morgens und abends). Diese intensive Pflege sollte ca. 14 Tage betrieben werden. Mit Zeitschaltregler an der Bewässerung kann das ganze problemlos eingehalten werden.
Den Rollrasen kauft man im Moment für ca. 6,50 je qm + Frachtkosten. Wenn ein Betrieb alle bis jetzt genannten Arbeiten ausführt, muß man mit 16 - 25,- DM rechnen. Der Preis richtet sich dabei nicht nur nach der Qualität, sondern auch nach der Größe der Fläche.


Bei der guten alten Raseneinsaat wird nach den Vorarbeiten nun der Rasensamen ausgesät. Hier werden ca. 30 g/qm benötigt. Eigentlich braucht man nur 7 g/qm. Der Rest ist für Ausfall, Vogelfutter, Verwehungen, Abschwemmungen usw. Beim Kauf unbedingt darauf achten, daß es sich um eine geprüfte Regelsaatgutmischung handelt. Der Grassamen wird nun leicht eingeharkt (eingeigelt). Bei der Auswahl des
Rasensamens ist wie oben erwähnt, die spätere Verwendung zu beachten. Üblich ist ein Spiel- und Sportrasen. Den kann man in Gebinden zu 1, 5 und 10 kg kaufen. 10 kg kosten ungefähr 65 - 80 DM für den Endverbraucher. Zum Abschluß wird auch diese Fläche nochmals gewalzt und in der Anwachsphase ausreichend gewässert. Wenn ein Betrieb alle Arbeiten ausführt liegt man bei ca. 8 - 10 DM je qm. Bei sehr kleinen Flächen aus schon mal ein bisschen mehr.


Fazit: Leider ist bei der Aussaat oftmals das Unkraut schneller als der neue Rasen. Ungleichmäßiges wässern oder ein kurzer Regen schwemmen die leichten Samenkörner oft weg. Ein Nacharbeiten ist in 90% aller Fälle erforderlich. Eine dichte Rasenfläche ist oftmals erst nach einem Jahr machbar.
Rollrasen ist zwar um einiges teurer, aber das Ergebnis rechtfertigt den Preis. Schon nach 2 Tagen kann der Rasen betreten werden und nach 14 Tagen fängt das lustige Mähen an. Gleichzeitig kann das erste Fußballspiel stattfinden. Unkräuter haben bei einem Rollrasen kaum eine Chance, weil er schon sehr dicht ist. Einzelne Unkräuter kann man auch ohne großen Zeitaufwand ausstechen.

Da diese Meinung so umfangreich wurde, werde ich die Rasenpflege gesondert behandeln und noch eine Meinung nachreichen.


HIER NOCH WAS IN EIGENER SACHE : EINE BLÖDERE KATEGORIENÜBERSCHRIFT ALS HIER HABE ICH NOCH NIE GESEHEN: WER SUCHT DEN IM STICHWORT UNTER EINEM BESTIMMTEN DATUM ?? ALSO DIE ": MEINUNG ÜBER RASENPFLEGE WIRD WOHL NOCH LANGE AUF SICH WARTEN LASSEN, DENN ICH WEI? NICHT WO ICH SIE SCHREIBEN SOLL !


Achtung : Der Rasenplatz ist zur Zeit nicht bespielbar. Der Mittelpunkt wurde von Bewohnern der Heilanstalt leihweise nach Düsseldrof transportiert. Anstoss war gestern um 18 Uhr. Jedoch läuft das Spiel noch bis Sonntag !!!

Fazit: