Manpower
Manpower - ich war froh, als ich dort weg war - Manpower Arbeitsvermittlung

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Manpower - ich war froh, als ich dort weg war
Manpower

History

Autor-Name: History

Produkt:

Manpower

Datum: 16.10.10

Bewertung:

Vorteile: viele neue Erfahrungen

Nachteile: schlechte Bezahlung, Angestellte werden schikaniert, wenn sie nicht gehorchen

Da ich nach dem Abitur eine rein schulische Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin abgeschlossen hatte und über keinerlei Berufserfahrung verfügte, bekam ich keine Festanstellung und musste bei einer ZAF anfangen. Manpower waren die Ersten, die einen Einsatz für mich hatten und wo ich eine Zusage bekam. Also beschloss ich, es dort mal zu versuchen.

Die ersten knapp 2 Jahre waren auch wirklich schön. Ich hatte eine sehr angenehme Vorgesetzte, tolle Einsätze und habe eine Menge gelernt. Mein Lohn war immer pünktlich auf dem Konto, die Verpflegungspauschalen okay, und es gab auch nie Probleme wenn ich Urlaub nehmen wollte.

Das änderte sich schlagartig, als meine damalige Vorgesetzte kündigte und ihr Nachfolger in die Firma kam. Schon bald realisierte ich, wie dieser Mann tickte: Solange man tat was er wollte, war man eine hervorragende Mitarbeiterin. Aber wehe man verweigerte sich mal, wurde man gemobbt. Beispiele: Bei meiner Vertragsunterzeichnung wurde mir zugesichert, dass ich keine Einsätze anzunehmen hatte, die von meinem Wohnort aus zu weit entfernt waren. Ich besaß kein Auto und war trotzdem flexibel, fuhr oft 90 Minuten in eine Richtung zur Arbeit. Als ich dann mal einen Einsatz angeboten bekam, wo ich hätte 2 Stunden fahren und um 7:30 Uhr anfangen müssen, weigerte ich mich zunächst. Ich hätte schon 5:30 Uhr aus dem Haus müssen, und der Mann und seine Kollegin gingen wie selbstverständlich davon aus, dass ich das auch machen würde.

Und nicht nur das: Dass man in einsatzfreien Zeiten seine Überstunden abbummelt, sehe ich ja noch ein. Als ich aber mal einen Einsatz mit festen Arbeitszeiten hatte und keine Überstunden machen konnte, wurde es schwierig. Danach hatte ich nicht gleich im Anschluss wieder einen anderen Einsatz, und da mein Überstundenkonto leer war, hat er mir dann Urlaub reingedrückt obwohl ich keinen wollte. Ich hingegen plane meinen Urlaub gerne, denn als Leasingkraft verdient man eh nicht viel, und deshalb möchte ich Reisen gerne frühzeitig buchen und nicht kurzfristig planen, weil das einfach teurer ist.

Dann hat man mich gerne mal angelogen, z. B. erzählt es würde in Firma XY eine Sekretärin gesucht werden. Als ich dort ankam, stellte sich heraus dass die Leute nur jemanden brauchten, der ca. 4 Wochen lang ihre Papierablage machen sollte. Man schickte mich auf einmal auch zu Einsätzen, wo ich als Lagerarbeiterin und in verschiedenen Schichten tätig sein sollte. Wenn ich mal meinte, ich könne nicht Spät- oder Nachtschicht arbeiten, da ich diesen Abend schon seit Monaten für ein Konzert verplant hatte, gab es Ärger. Ich konnte meine Freizeit kein Stück mehr planen. Selbst Urlaube, die ich Monate vorher schon beantragt hatte, wurden mir nicht genehmigt. Mein Vorgesetzter überlegte sich das mit der Genehmigung bis zum Abend vor dem Urlaubsbeginn und lehnte es dann ab. Auf einmal wurde ich auch für Samstage verplant. Das erfuhr ich natürlich erst freitags zwischen 15 und 16 Uhr. Da musste ich auf der Straße irgendwelche Prospekte verteilen. Wenn ich mal einen Samstag schon privat verplant war und keine Zeit hatte, gab es natürlich lange Gesichter, so nach dem Motto: "Die hat keinen Bock zu arbeiten."

Eines Tages bekam ich meinen Lohnzettel mit der Post und wunderte mich über den sehr geringen Betrag. Als ich bei Manpower anrief, hieß es die hätten nur 2 anstatt 4 Stundenzettel im vergangenen Monat von mir erhalten. Meiner Meinung nach hätte sie ruhig anrufen und kurz fragen können. Ich war immer zuverlässig und habe ihnen meine Zettel jederzeit pünktlich geschickt, schließlich brauchte ich das Geld. In den letzten 1 1/2 Jahren bei Manpower ist mir das ganze 4x passiert, unglaublich...

Ich bekam immer öfter Magenschmerzen, regte mich ständig auf und begann den Mann so richtig zu hassen. Das Ende kam, als ich innerhalb eines Monats zweimal vom Kunden nach Hause geschickt wurde. Beim ersten Mal ging es um einen Lagerjob, und ich war 10 Minuten zu spät gekommen, weil mein Zug etwas Verspätung hatte. Hätte ich einen früheren Zug genommen, wäre ich eine Stunde vor verschlossenen Türen gestanden und hätte draußen in der Kälte warten müssen. Das zweite Mal kam ich zum Vorstellungsgespräch zwecks einer Stelle als Sekretärin und wurde von den Kolleginnen prompt genommen. Am nächsten Tag war der Chef in der Firma anwesend und meinte sofort, er wolle mich nicht haben - ich wohnte ihm zu weit weg, und er hatte schlechte Erfahrungen mit Leuten gemacht, die nicht aus der Nähe kamen. Dabei hatte ich vorher schon mehrere Einsätze gehabt, wo ich lange fahren musste und habe alles gewissenhaft erfüllt.

Das waren dann die Gründe, warum mir Manpower gekündigt hat. Sie schoben alle Schuld mir in die Schuhe, wofür ich von den Kunden weggeschickt wurde. Um ehrlich zu sein war ich froh, als ich dort weg war. Sogar in meiner Kündigungszeit wurde ich noch gemobbt, durfte u. a. die Niederlassung putzen und für den Vorgesetzten einkaufen gehen. Meine restlichen Urlaubstage durfte ich auch nicht so nehmen, wie es mir Recht gewesen wäre. Er hat seine Autorität bis zum letzten Tag rausgehängt. Da habe ich den Krankenschein an die Firma geschickt.

Manpower - das geht nur gut, solange die entsprechenden Disponenten menschlich mit ihren Angestellten umgehen.

Fazit: Als Übergangslösung okay - aber nur, wenn man menschliche Disponenten erwischt