
Neuester Testbericht: ... der seit 1876 erscheinende Düsseldorfer General-Anzeiger von Girardet übernommen, 1911 wurde auch die „Düsseldorfer Neuste Nachrichte... mehr
Ein Praktikum das was bringt
Westdeutsche Zeitung, Düsseldorf

Name des Mitglieds: BlauerKater
Produkt:
Westdeutsche Zeitung, Düsseldorf
Datum: 14.08.01, geändert am 14.08.01 (2402 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Direkt von Anfang an mit einbezogen worden
Nachteile: Nur kleine Aufgaben werden auf die Dauer etwas langweilig, für eigene Geschichte hat die Zeit nicht gereicht (liegt aber an der Schule)
Von Anfang an war mit klar, dass ich mein Praktikum im Medienbereich durchführen wollte. Anfangs hatte ich es bei verschiedenen Radiosendern der Umgebung versucht, die aber fast alle keine Schülerpraktikanten einstellen. Auch bei einer Filmproduktionsfirma hatte ich keinen Erfolg. Dann habe ich es am Ende bei der Zeitung versucht und bei der Westdeutschen Zeitung die Stelle schon am Telefon zugesichert bekommen. Ein paar Tage später sollte ich dann persönlich ins Büro kommen, damit ein paar grundlegende Sachen geklärt werden konnten. Mein erster Eindruck war sehr positiv. Die Atmosphäre war sehr locker und wirkte, im Gegensatz zu meinen Vorstellungen sehr ruhig und überhaupt nicht hektisch. Dadurch wuchs in mir die Erwartung, dass alles sehr ruhig abläuft und ich nicht von früh morgens bis spät abends am arbeiten sein würde. Das einzige was mir Sorgen bereitet war der Bahnfahrplan, da ich mich damit nicht auskannte. Doch das Problem löste sich auch, da mir keine feste Anfangszeit vorgeschrieben wurde, wann ich dort zu sein hatte.
So ging ich also am 11. Januar gegen halb 10 gut gelaunt und voller Freude auf den Tag aus dem Haus.
Die Büros der Westdeutschen Zeitung befinden sich in einem mehrstöckigen Gebäude auf der Königsallee. Dort befinden sich der Vertrieb und die Redaktion. Die Westdeutsche Zeitung ist eine „lokale und regionale Abonnementzeitung“ die täglich in den Regionen Wuppertal, Krefeld, Mönchengladbach und Düsseldorf erscheint. Die Auflage beträgt ca. 200 000 Exemplare, wird aber laut Marktforschung von ca. 550 000 Lesern täglich gelesen. Die Zeitung ist über 110 Jahre alt. Die erste Ausgabe erschien am 1. Oktober 1887, damals noch unter dem Namen „General-Anzeiger für Elberfeld-Barmen“, unter der Leitung von Wilhelm Girardet. 1903 wurde der seit 1876 erscheinende Düsseldorfer General-Anzeiger von Girardet übernommen, 1911 wurde auch die „Düsseldorfer Neuste Nachrichten“ übernommen. Die Gesamtauflage be
trug damals 110000 Exemplare. 1917 wurde dann der Name „Düsseldorfer Nachrichten“ eingeführt. Unter diesem Namen erschien die Zeitung zum vorerst letzten Mal, als am Ende des 2. Weltkrieges die Herausgabe deutscher Tageszeitungen verboten wurde. Nach der Wiederherstellung der Pressefreiheit im Jahr 1949 erschienen dann die „Düsseldorfer Nachrichten“ zusammen mit den Zeitungen des Verlags W. Girardet in Wuppertal und Krefeld unter dem gemeinsamen Obertitel „Westdeutsche Zeitung“.
Die Westdeutsche Zeitung kooperiert heutzutage mit vielen anderen Unternehmen, darunter zahlreiche Verlage und Radiosender und sogar im Bereich des Rechenzentrums mit ihrem grössten Konkurrenten, der „Rheinischen Post“.
Insgesamt hat die Westdeutsche Zeitung 774 fest angestellte Mitarbeiter und ca. 3000 Zeitungszusteller, dazu kommen noch mehrere hundert freie Mitarbeiter, die z.B. einspringen, wenn ein Redakteur einen Termin nicht wahrnehmen kann.
Im folgenden werde ich den Beruf des Redakteurs kurz vorstellen.
Heutzutage ist es, wenn man Redakteur werden will, sehr vorteilhaft, wenn man ein gutes Abitur hat und im Anschluss eine Universität besucht hat. Zwingend sind diese Voraussetzungen allerdings nicht, da das Talent in diesem Beruf eine sehr grosse Rolle spielt. Dafür ist allerdings die Berufserfahrung hier zwingend um eine feste Stelle zu bekommen. Das heisst, man muss entweder sein Praktikum als Redakteur gemacht haben, oder eine zeit lang als freier Mitarbeiter angestellt gewesen sein. Dann erst hat man gute Chancen eine Ausbildung, in dieser Branche auch Volontariat genannt, die ca. 1,5 – 2 Jahre dauert, anzufangen.
Doch die investierte Zeit für Abitur, Studium und Volontariat lohnt sich, da die Zukunftschancen sehr gut sind und das Gehalt mit 5000+ DM brutto auch nicht schlecht ist.
Als Redakteur habe auch ich mein Praktikum ausgeübt. Ich war in der Lokalredaktion Meerbusch, einem 1-Mann-
Betrieb, in dem es dadurch genügend zu tun gab. Meine Hauptaufgaben waren in den 2 Wochen kleinere Meldungen und der Bereich „KURZ NOTIERT“, in dem anstehende Termine angekündigt werden. Desweiteren sollte ich auch die ganzen kleinen Sachen, die Zeit kosten, erledigen, wie zum Beispiel Sachen aus dem Archiv heraussuchen, Sachen archivieren, kopieren, faxen etc. Ich hätte auch eine eigene Geschichte schreiben können, doch dafür reichte die Zeit leider nicht mehr.
Der typische Tagesablauf bestand darin, dass ich so zwischen 10.30 Uhr und 11 Uhr in der Redaktion ankam. Da ich meistens noch vor meinem "Chef" da war, konnte ich erst mal in aller Ruhe die aktuelle Zeitung lesen. Dann, wenn mein "Chef" in der Redaktion ankam, ging es langsam los. Ich bekam meistens 2 oder 3 Texte in die Hand gedrückt, die der Redaktion zugeschickt wurden, aus denen ich das wichtigste heraussuchen und in eine Meldung fassen sollte. Das war dann auch recht schnell erledigt und wenn es grad nichts wirklich wichtiges zu tun gab, konnte ich dann zwischen 13 und 14 Uhr meine Mittagspause beginnen und was essen gehen. Der Tag endete für mich anfangs meistens gegen 16.30 Uhr, am Ende wurde es immer etwas später, meistens gegen 17 Uhr bis 17.15 Uhr, also keine sehr langen Arbeitszeiten.
Die ganzen 2 Wochen liefen fast problemlos ab. Die einzige Sache, die manchmal nicht immer ganz einfach war, war die Suche nach einem Computer zum Arbeiten, da der Platz, an dem ich normalerweise arbeitete, Mittwochs von jemand anderem gebraucht wurde. Meistens war es kein Problem für mich einen anderen Platz zu finden, jedoch versuchten immer wieder andere Mitarbeiter mich von meinem Platz zu „verscheuchen“, wenn ich gerade mal nichts zu tun hatte.
Die Atmosphäre in der Redaktion war allerdings sehr gut. Die Leute schienen fast immer Spass an der Arbeit zu haben und dadurch, dass sich fast alle duzen wirkte alles recht familiär. Da die Meerbuscher
Redaktion in der hintersten Ecke ist, war dort natürlich nicht allzuviel los. Nur da der Scanner und das Archiv in diesem Bereich zu finden sind, sah man doch ab und zu ein paar andere Gesichter.
Das Praktikum hat mir in so fern etwas gebracht, dass ich nun einen anderen Eindruck von einer Zeitung habe. Ich weiss jetzt, wie viel Arbeit dahinter steckt, weiss aber auch, dass diese Arbeit Spass machen kann. Natürlich habe ich auch festgestellt, dass nicht immer alles Spass macht, da es nicht immer leicht ist, aber mit den richtigen Ideen kann man die meisten Probleme gut umgehen.
Meine Erwartungen wurden, was den Spass an der Arbeit betrifft, erfüllt. Auch habe ich mich nicht überarbeitet, aber es gab doch mehr zu tun, als ich zuerst dachte und ich wurde schneller mit einbezogen, als ich erwartet habe. Auf meinen Berufswunsch hat es soweit keinen großen Einfluss, da er weder vorher genau feststand noch mittlerweile genau feststeht. Nur der Drang in den Medienbereich war und ist weiterhin da. Allerdings ist die Zeitung durch die Erfahrungen sehr weit oben auf der „Wunschliste“ für einen späteren Beruf. Dadurch, dass ich zufällig noch an ein Projekt, dass sich „Jugend macht Zeitung“, kurz JuZ, nennt, gekommen bin, werde ich weiterhin mit der Zeitung zu tun haben. Auch falls mal jemand gebraucht wird, der einen Artikel schreibt bin ich weiterhin ansprechbar. Somit hat das Praktikum mir einerseits zu einer Menge Erfahrungen und andererseits zu einer neuen Freizeitbeschäftigung verholfen.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Arbeitgeber

