Lidl Lebensmitteleinzelhandel (Arbeitgeber)
Geht man so mit Bewerbern um ??? - Lidl Lebensmitteleinzelhandel (Arbeitgeber) Arbeitgeber

Neuester Testbericht: ... doch sehr wichtig ist. Ich mache meine regelmäßigen Lebensmittel Besorgungen in der Regel bei Lidl. Neben den Nahrungsmitteln kaufe ich ... mehr

Geht man so mit Bewerbern um ???
Lidl Lebensmitteleinzelhandel (Arbeitgeber)

Traumweib

Name des Mitglieds: Traumweib

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Lidl Lebensmitteleinzelhandel (Arbeitgeber)

Datum: 26.06.01, geändert am 06.02.05 (18657 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: ---

Nachteile: Nichts als Ärger, Chaos im Lager, Personalmangel

Immer wenn wir zu Lidl zum einkaufen gingen, regte mich die Schlampigkeit dort auf: Überall in den Regalen standen massenhaft leere Schachteln herum, bei anderen Artikeln mußte man erst mühsam die Kartons öffnen, um an die Produkte heranzukommen, andere Artikel fehlten im Regal, standen auf der Palette am Regal und weit und breit keine Arbeitskraft, welche die Ware ins Regal einräumte. Kurzum, es stank mir gewaltig, daß man durch einen solchen Personalmangel als Kunde noch Zusatzarbeit hatte, welche viel Zeit kostete!

Schon seit Monaten hingen Plakate in diesem Lidl-Markt aus, daß Verkäuferinnen gesucht würden. Nachdem ich mich lange genug herumgeärgert hatte, nahm ich eines Tages einen im Markt ausliegenden Bewerbungsbogen mit nach Hause. Da meine Tochter die Schule besucht, und mein Sohn demnächst in den Kindergarten gehen würde, könnte ich wenigstens einige Stunden am Tag arbeiten gehen.

Nach Ermutigungen seitens meines Mannes bewarb ich mich und gab meine Bewerbung im Markt ab. Wie auf der Bewerbung versprochen meldete sich schon kurze Zeit später die Gebietsleiterin dieses Supermarktes und wir vereinbarten einen Vorstellungstermin für den nächsten Vormittag.

Ich traf dort auch pünktlich ein, hatte mich dem Anlass entsprechend gekleidet und wurde von einer gewissen Frau S. empfangen. Auf mich wirkte diese Dame sehr freundlich, daß sie ihre Unterlagen allerdings zwischen diversen Pausensnacks gelagert hatte, kam mir schon etwas schlampig vor. Ich legte meine Bewerbungsmappe (Schnellhefter mit den verschiedenen Unterlagen in Klarsichthüllen, z.B. Arbeitszeugnis, Lebenslauf,...) vor.

Ganz begeistert meinte Frau S., daß da ja alles so ordentlich und übersichtlich sei und daß alles einen sehr guten Eindruck mache. Wir einigten uns auf die Arbeitszeiten und den Lohn. Dann machten wir einen Rundgang durch das Lager und den Markt. Ich stellte unzählige Fragen und wollte alles ganz genau wissen. Frau S. jammerte inzwischen, daß viel zu
wenig Personal vorhanden sei und sie dringend Leute bräuchten. Dann kam Frau S. auf ein Anliegen zu sprechen: Ob ich wohl am nächsten Tag von 12 - 20 Uhr zur Probe arbeiten könnte? Ich sagte zu, obwohl mir der Zeitpunkt, wenige Tage vor Ostern, etwas ungelegen kam.

Am nächsten Tag erschien ich pünktlich mit Schürze im Markt. Dort war anscheinend ein rechtes Durcheinander: Nach einigen Diskussionen wurde ich endlich einer Frau zugeteilt. Dann erhielt ich ein Messer, um die Kartons zu öffnen und mit schroffem, fast drohendem (!) Kommandoton wurde mir mitgeteilt, daß die Kartons schön aufgeschnitten werden müssen und man auf die Finger achtgeben soll! Die Schürze war den Herrschaften dort auch nicht so richtig genehm, da sie blau statt weiß war. Schürzen muß man sich selbst kaufen, hieß es da. Fand ich übertrieben, mir wegen eines Probetages ein solches Stück zuzulegen, denn daheim trage ich nie Schürzen!

Also ging es an die Arbeit. Alles erschien mir sehr planlos. Und ich bin mir sicher, daß ich mich bei einer solchen Tätigkeit auskenne, schließlich habe ich jahrelang in einem Warenlager gearbeitet und dort auch Regale aufgefüllt. Dort wurden erst fehlende Artikel eingeräumt, bei Lidl hingegen wurde die nächstbeste Palette in den Markt kutschiert und nach dem Einräumen oft noch fast voll wieder ins Warenlager gestellt. Es wunderte mich sehr, daß nicht gleiche Artikel auf einer Palette gelagert wurden, sondern buntgemischt. Denn fehlt ein Artikel im Regal, so muß schlimmstenfalls die ganze Palette nochmals umgestapelt werden.

Dann wurde ich mit einem riesigen Karton losgeschickt, die leeren Verpackungen einzusammeln und diese anschließend in die Papierpresse zu werfen. Gleichzeitig sollte ich auch noch Waren einräumen und andere Dinge erledigen. Jeder gab mir einen anderen Befehl. So kam ich in den 8 Arbeitsstunden nicht einmal zu einer Pause.

Jedenfalls taten mir dann um 20 Uhr höllisch die Füsse weh, schließlich hatte ich vormitta
gs schon einige Stunden daheim im Garten gearbeitet! Als es dann 20.30 Uhr war, ging ich zu Frau S. und wollte mich verabschieden. Schließlich hatte ich die verabredete Arbeitszeit schon längst überschritten und wollte auch endlich zu meiner Familie nach Hause. Eine der Frauen hatte mir gesagt, daß es bei Lidl so üblich sei, daß man oft erst eine Stunde später oder so heimkäme.

Wie gesagt, ich verabschiedete mich und da meinte Frau S. doch tatsächlich, ob ich nicht noch einmal einen Probetag am nächsten Tag machen würde! Ich meinte daraufhin, ich hätte so kurzfristig keine Zeit, schließlich war es kurz vor Ostern! Daraufhin meinte Frau S. sie würde sich bald bei mir melden.
Leider hielt es Frau S. nicht einmal für nötig, sich bei mir für meine Hilfe zu bedanken, was ich sehr unhöflich fand, schließlich hatte ich über 8 Stunden meine ganze Arbeitskraft zur Verfügung gestellt, mir vor Hektik die Finger aufgerissen und so manchen blauen Fleck geholt.

Nach etwa einem Monat, ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, meldete sich Frau S. und erkundigte sich, wie es mir gefallen hätte, sie sei sehr zufrieden mit meiner Leistung gewesen, brauche aber derzeit niemanden, ich solle mich im Herbst bei ihr melden. Sehr genaue Zeitangabe, dachte ich mir. Sie schicke mir meine Bewerbungsunterlagen trotzdem mal zurück. Nach einigen Wochen erhielt ich meine Unterlagen zurück mit einem Brief, man hätte sich für jemand anders entschieden. Da blicke noch jemand durch. Ich war sehr verärgert und beschloß deshalb: Das Geld für diesen Arbeitstag werde ich von Lidl verlangen!

Noch mehr in meinem Vorhaben bestärkt wurde ich, als ich beim Arbeitsamt aus Interesse mal in den Computer sah. Dort suchte doch tatsächlich die Firma Lidl in genau diesem Markt Arbeitskräfte. Übrigens hängt auch im Lidl-Markt immer noch das Plakat mit den Stellengesuchen, und das nach über 2 Monaten!

Inzwischen scheint sich auch mein Verdacht zu bestätigen: Lidl sucht überh
aupt keine Leute, sondern nur Probearbeiter, die ohne Bezahlung arbeiten, denn Probearbeiter, so scheint es mir, trifft man dort massenhaft an!

Stand der Dinge am 13. Juni 2001: Nach mehr als 2 Monaten erhielt ich heute von der Lidl-Verwaltung in Waldenburg ein Schreiben, nachdem ich die Firma Lidl aufgefordert hatte, mir endlich meinen Lohn für diesen Arbeitstag zu überweisen. Natürlich war es eine Ablehnung. Auf mein Schreiben ging man gar nicht erst ein.

Zusammen mit meinem Mann sahen wir im Bürgerlichen Gesetzbuch nach, ob denn eine solche unbezahlte Probearbeit überhaupt zulässig sei und kamen auf folgendes Ergebnis: Laut § 138 Absatz 1 BGB ist dies verboten, denn eine fehlende Bezahlung ist sogar sittenwidrig! Ist kein Lohn vereinbart, so muß zumindest der Tariflohn entrichtet werden. Hungerlöhne, die 40 % unter dem Tarif liegen, dürfen in der BRD nicht gezahlt werden, da sittenwidrig!

Außerdem gilt eine Vergütung nach § 612 stillschweigend, wenn die Dienstleistung nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. (Logisch, daß eine Vergütung von mir erwartet wurde, denn wer arbeitet schon umsonst, das wäre ja Sklaverei und die ist ja bekanntlich verboten!)

Im übrigen muß ein Arbeitgeber JEDEN Arbeitnehmer melden, auch wenn er noch so kurz für das Unternehmen tätig ist! Solche Methoden wie Lidl sie hier anwendet verstößt auch gegen das Wettbewerbsgesetz, denn hier handelt es sich eindeutig um unlauteren Wettbewerb, das bedeutet, durch nichtbezahlte Arbeitskräfte verschafft sich Lidl einen finanziellen Vorteil gegenüber anderen Firmen und kann daher Waren günstiger anbieten!

Klarstellung: Es handelt sich bei der Veröffentlichung dieses Berichtes um keinen Racheakt aus verletzter Eitelkeit, weil ich diesen Job nicht bekommen habe! Vielmehr möchte ich andere Arbeitssuchende auf ihre Rechte aufmerksam machen und über die üblen Machenschaften mancher Unternehmen aufklären!

Und sagt jetzt bitte nicht, ich solle nicht so
kleinlich sein, schließlich handelt es sich um mehr als 140 DM, die mir für diesen Tag zustehen! Für mich ist das eine Menge Geld! Und mir geht es einfach auch ums Prinzip!

Fazit: Man wird behandelt, als müsse man froh sein, daß man einen Job angeboten bekommt, dabei möchte Lidl schließlich auch die Arbeitskraft der Leute! Hätte Lidl die Absicht, Leute einzustellen könnte diese Firma eine Probezeit vereinbaren und hätte die Möglichkeit, in dieser Zeit die Leute wieder zu entlassen, ohne eine Frist einhalten zu müssen und die Arbeitskräfte bekämen ihr Geld!

So allerdings wie Lidl die Sache handhabt sind die Probearbeiter nicht einmal versichert und werden auch nicht bezahlt! Sehr riskant, wenn man da einen Arbeitsunfall hat! Aber soweit scheint Lidl ja nicht zu denken!

Ich kann nur jedem raten, vorsichtig bei dieser Supermarktkette zu sein, um nicht genauso wie ich reinzufallen! Ach ja: Von den Frauen, die mit mir zusammen ihren Probearbeitstag hatten, ist mir bislang nicht eine einzige bei Lidl über den Weg gelaufen! Und trotz dieser unerfreulichen Ereignisse kaufe ich sehr oft dort ein! Was meint ihr? Diese Sache mit den unbezahlten Probearbeitstagen stinkt doch gen Himmel, oder!?

Wie es weitergeht? Update folgt in Kürze!


UPDATE VOM 16.7.2001:
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Nachdem ich meinen letzten Brief an Lidl geschickt hatte, mit der Forderung mir endlich bis zum 30.6.2001 mein Geld auszuzahlen, tat sich folgendes:

1. Ich erhielt einen Anruf von Frau S. . Sie meinte, es wäre doch ausgemacht gewesen, daß keine Auszahlung stattfinden würde. Ich verneinte dies, worauf Frau S. mir nach langem hin und her, wir telefonierten mindestens 15 Minuten miteinander, anbot, mir das Geld aus ihrer eigenen Tasche auszuzahlen, falls ich drauf bestände. Ich bestand auch darauf, denn auf diese Mitleidsmasche fiel ich nicht rein.

Frau S. betonte nochmals, wie gerne sie mich doch im Herbst eingestellt hätte, worauf
ich meinte, daß diese Sache für mich erledigt sei. Wenn eine Firma schon anfangs so auf dem Geld sitzt, gibt es doch nur Ärger, dachte ich mir. Frau S. teilte mir nochmals mit, sie würde mir das Geld zukommen lassen und die Sache sei dann ja erledigt. Ich jubilierte schon, doch mein Mann war sehr skeptisch. Und er hatte recht, denn...

2. ...noch am selben Abend klingelte das Telefon. Mein Mann ging ran und kurz darauf sagte er ziemlich laut und sehr sauer:"...was ist denn jetzt noch, ich denke, die Sache wäre erledigt!?"

Am Telefon war die Vertriebsleiterin von Lidl Waldenburg, eine gewisse Frau Schneider, welche mir schon geschrieben hatte. Diese Zicke, anders kann ich diese Frau(?) nicht nennen war sowas von arrogant und behandelte mich sehr unhöflich. So ginge das ja nicht, Frau Sauter sei gerade bei ihr und habe ihr die Geschichte erzählt. Wenn ich mein Geld wolle, müsse ich erst mit der Firma Lidl einen Arbeitsvertrag für diesen einen Tag abschließen, wozu ich erst meine Lohnsteuerkarte, ein polizeiliches Führungszeugnis und was weiß ich, was noch alles bräuchte. Es wäre auf jeden Fall ein riesiger Aufwand!

Aber wir könnten die Sache auch mit einem Einkaufsgutschein regeln, entsprechend dem Lohn nach den Abzügen, ich bekäme dann den Gutschein über 50, 60 oder 70 DM, je nachdem. Ich stimmte etwas widerwillig zu. Frau S. würde sich mit mir in Verbindung setzen und mir mitteilen, wann ich den Gutschein abholen könnte.

Und dann kam der Hammer: Hochnäsig gab mir Frau Schneider noch einen guten Rat, so nannte sie es, mit auf den Weg. "Wenn sie nächstes mal etwas unterschreiben, so lesen sie es sich auch durch. Sie haben schließlich unterschrieben, daß sie auf den Lohn für diesen Arbeitstag verzichten!" Ich war so perplex, daß ich keine Worte fand und mich verabschiedete.

Ich verdächtigte mich schon einer Amnesie (Gedächnisverlust), denn ich konnte mich nicht entsinnen, etwas unterschrieben zu haben! Me
in Mann meinte,so etwas hätte ich ja zur Kenntnis genommen, wenn ich eine Verzichtsklausel unterschrieben hätte.

3. Frau S. rief mich an und machte mit mir einen Termin aus. Gemeinsam mit meinem Mann (Sicher ist sicher, wer weiß, wie ich diesmal übers Ohr gehauen werden soll, dachte ich!) ging ich zu diesem Termin. Frau S. höflich wie immer, begrüßte uns freundlich, und bat uns in den Pausenraum. Dort präsentierte sie mir einen Gutschein über 50 DM! Wow, ich war so überglücklich, beinahe wäre ich ihr um den Hals gefallen. Quatsch, das meinte ich ironisch! Ich war schockiert über so viel Geiz. Mein Mann meinte sofort: "Das soll wohl ein Witz sein!. Verunsichert meinte Frau Sauter: "Warum, ist doch eine faire Bezahlung!". Daraufhin fragte mein Mann: "Würden sie für 6 DM Stundenlohn arbeiten?. Auf diese Frage fand Frau S. keine Antwort.

Geknickt meinte Frau S., falls ich nicht mit dem Gutschein zufrieden sei, müßte ich doch noch einen Vertrag unterschreiben, dann würde sich die Sache aber bis Ende Juli hinauszögern. Etwas sauer meinte ich: "Dann nehme ich den Gutschein, denn ich will endlich meine Ruhe haben!" Wie das Sprichwort schon sagt: Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!

Übrigens folgte noch ein Geständnis von Frau S.: Sie und der Marktleiter hätten vergeblich den Zettel gesucht auf den ich meinen Lohnverzicht unterschreiben sollte. Daraufhin war ich erleichtert, daß ich doch nicht unter Gedächnisverlust leide.

Ach ja, ich sei zeitlich nicht flexibel genug, deshalb hätte die Firma Lidl nun eine kinderlose, unverheiratete Frau eingestellt. Sehr asoziale Einstellung von einer Firma, bei der sicherlich die meisten Kunden die Familien sind! Hier sind Mütter wieder mal Menschen zweiter Klasse. Ich meinte dann zu Frau S., sie hätte ja gewußt, zu welchen Zeiten ich arbeiten könnte, wieso sie mich dann erst arbeiten ließe, wenn ich schon vorher aus zeitlichen Gründen nicht in Frage käm
e. Darauf wußte Frau S. natürlich keine Antwort!

Als wir uns verabschiedeten meinte ich noch, Lidl solle die Leute schon vorher darüber aufklären, daß es für den Probearbeitstag kein Geld gäbe, dann wüßten die Leute gleich Bescheid. Leicht geknickt verabschiedete sich Frau S. und meinte noch, daß sie hoffe, daß wir weiterhin Kunden bei Lidl bleiben würden.

Logischerweise haben wir den Gutschein sofort eingelöst, denn wer weiß, was sonst noch alles auf uns zugekommen wäre! Ach ja: Neulich, an einem ganz normalen Tag war es extrem bei Lidl: Leere Schachteln und viele Lücken im Sortiment. Da frage ich mich, wo denn diese neuen Mitarbeiter bei Lidl sind!!!

Gestern stand übrigens wieder einmal ein Stellengesuch von Lidl in der Zeitung, in dem sowohl Verkäuferinnen für Teilzeit, als auch als Aushilfen (für 2 bis 3 Stunden täglich) gesucht werden. Meine Arbeitsmöglichkeit lag bei ca. 4 Stunden!!! Soviel dazu, daß ich nicht flexibel genug gewesen wäre! Alles nur Lug und Trug! Wahrscheinlich werden nur wieder Leute gesucht, die umsonst arbeiten!


Fazit: