Karstadt Warenhaus AG
Mein Arbeitgeber - Karstadt Warenhaus AG Arbeitgeber

Neuester Testbericht: ... so mehr zum selber aktiv lernen getrieben werden. Auf die weise können sich "Faule Säcke" nicht so einfach durchmogeln. ... mehr

Mein Arbeitgeber
Karstadt Warenhaus AG

Cosmic+Girl+11

Name des Mitglieds: Cosmic Girl 11

Produkt:

Karstadt Warenhaus AG

Datum: 31.03.01, geändert am 31.03.01 (1659 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: viele Kollegen, sicherer Job, keine Verkaufsfremden Arbeiten

Nachteile: große Zuständigkeitsbereiche

Wow hier gibt es sogar eine Kategorie über meinen Arbeitgeber. Das finde ich cool. Ich wollte heute zwar einfach nur kurz ein paar Meinungen lesen, aber jetzt MUSS ich einfach was schreiben.

Ich arbeite in einer relativ kleinen Karstadt-Filiale. Ich bin in dem Haus schon seit über 12 Jähren tätig.
1988 habe ich die Ausbildung zur "Kauffrau im Einzelhandel" hier begonnen. Allerdings war das Damals noch HERTIE.

Als ich noch Hertie-Azubi war, war noch sehr vieles anders wie heute. Mein Lehrjahr waren glaube ich 8-9 Azubis, soviele waren es fast in jedem Lehrjahr. Das war sehr angenehm, denn so hatte man wenn man Schulische oder Berufliche Probleme hatte immer einen "Gleichgesinnten" bei dem man sich ausheulen konnte. Was auch besonders gut war. Es gab im Hause eine "Schulungsleiterin" eine Frau, die nur für uns Azubis, und alle diejenigen im Haus die gerade eine Fortbildung machen zuständig war. So erhielten wir auch mindestens Wöchentlich Betriebsinterne Schulungen.
Leider ist die Stelle der "Schulungsleiterin" schon zu Hertie-Zeiten abgeschafft worden.

Bei Karstadt ist das so geregelt, das eine "Schulungsleiterin" für mehere Filialen zuständig ist und immer hin und her reisst. Das hat zur Folge, das die betriebsinternen Schulungen seltener und unregelmäßiger stattfinden.
Bei Hertie gab es damals einen dicken Ordner mit Schulungsunterlagen die nach deinem Ausbildungs-Rahmenplan durchgemacht werden sollten.
Selbstverständlich gibt es auch jetzt noch einen Rahmenplan, welche inhalte den Azubis in innerbetrieblichen Schulungen beigebracht werden sollten.
Aber das ist nur noch ein Bruchteil dessen was wir damals lernen sollten.

Bei Karstadt wird auch viel mehr wert auf Eigeninitative gesetzt. Früher mussten wir Azubis nur in der Schulung anwesend sein und uns das anhören was uns erzählt wurde. Heute die Karstadt-Azubis müssen sich gewisse Inhalte erarbeiten.
Da h
eist es einfach "Peng" das ist Euer Thema, macht Euch schlau darüber.
Zu deren Aufgaben gehört es dann in verschiedenen Abteilungen wie Wareneingang, Kundendienstbüro, Rechnungsbearbeitung, Sekretatriat nachzufragen und zum Teil auch Praktika durchzuführen und danach einen Bericht selbst zu verfassen.

Ich persönlich finde es sehr gut, wenn die Lehrlinge so mehr zum selber aktiv lernen getrieben werden. Auf die weise können sich "Faule Säcke" nicht so einfach durchmogeln.

Nach meiner Ausbildung habe ich dann damals noch bei Hertie eine Weiterbildung zur Erstkraft gemacht... Das war damals eine Einjährige Fortbildung mir zahlreichen Schulungen (auch viele in anderen Filialen) undabschließender Prüfung.
Die Fortbildung zu Erstkraft gibt es bei Karstadt auch, doch die Inhalte, Anforderungen und vorallem die Prüfung sind ganz anders geworden. Ich habe den Eindruck das es vorallem schwerer geworden ist.
Auch hier wird viel viel mehr wert auf Eigentinitiative und Verbesserungsvorschläge gesetzt. Leider kann ich zu dieser neuen Weiterbildung nicht viel sagen, weil ich meine ja noch in Hertie-Zeiten gemacht habe.

Tja seit 1988 bin ich also in diesem Hause tätig, und ich muss sagen in dieser Zeit hat sich so gut wie alles geändert. Es ist fast nur das Gebäude noch gleich.
Meine Ausbildung habe ich damals in der Fotoabteilung gemacht, und ich wurde auch noch auf meinen Fachbereich "Fotofach" geprüft.
Ich kann Euch also eine Spiegelreflexkamera in die Einzelteile zerlegen, und Euch genau erklären wie ein Farbfilm aufgebaut ist...
Das sind allerdings alles Fragen, die heutzutage kein Mensch mehr in einem Warenhaus fragt.

Schon nach nur einem Jahr wurde die Fotoabteilung umgebaut und es wurde mehr oder weniger eine Comupterabteilung mit ein bischen Foto draus.
Zu Anfang hatte ich Null Ahnung von PCs und all der Technik! Alles was ich heute weis habe ich mir selbst angeeignet.
Bei Her
tie gab es damals für die Meisten Abteilungen Schulungsunterlagen, für Abteilungswechselnde Mitarbeiter, damit sie sich in die neue Materie einarbeiten konnten... nur für die Comuterabteilung gab es das nie, denn die Technik hat sich schneller entwickelt als die Schulungsunterlagen.

Leute ich kann Euch sagen, der beste Lehrer sind die Kunden!!! Im Umgang mit deren Fragen lernt man am besten.

Tja zu der Zeit bekamen wir dann auch eine Telefonabteilung... Telefone im freien Handel, das war etwas abwegiges... Als ich die ersten Geräte ausgepackt habe dachte ich ich verkaufe sowas teues niemals...
Binnen weniger Wochen war es dann schon Routine für mich die Geräte vorzuführen.

1994 oder 95 (weis nicht mehr genau) musste ich dann von Einem Tag auf den Anderen in die CD Abteilung wechseln, weil dort eine Kollegin außergewöhnlich schnell den Arbeitsplatz verloren hatte (sofortige Kündigung wegen Diebstahl)
Ich war schon immer Musikfan, und alles was mit Musik zu tun hat konnte ich mir schon immer gut merken. Also war ich happy endlich in meine Traumabteilung zu sein.
Da es in der kleinen Abteilung keine anderen Mitarbeiter gab, war ich plötzlich sowas ähnliches wie die Führungskraft.
Allerdings war der Umstieg auf die neue Materie gar nicht einfach, denn es war ja niemand da der mit hätte irgendwas erklären können...

Unsere Filiale ist offiziell erst letzten Oktober zu einer Karstadt-Filiale geworden.
Aber die wirklichen Änderungen hatten wir schon viel Früher.

Sämmtlich Abteilungsnummern, Arbeitsabläufe, Formulare und vorallem auch die Warenversorgung funktionieren schon lange nach Karstadt.
Von Daher änderte sich für uns nur noch der Namen!

Da ich den langsamen Wechsel von Hertie zu Karstadt richtig mitbekommen habe, kann ich sagen, das ich die Sortimentspolitik und das Aktionsmanagement von Karstadt viel besser finde.
Früher mussten wir Monate lang vorher Aktionen planen, bestellen und in
der Zentrale an 5 Stellen nachfragen...
Heute haben wir relativ freie Hand, aber wir haben auch klare Vorgaben was geht und was nicht.

Heute bin ich in der "Mulitmedia" Abteilung tätig. Das heist es ist der Abteilungsberreich der CDs, Software, Computer, Unterhaltungselektonik und Telefone verkauft.

Was es bei Karstadt gar nicht mehr gibt sind so kleine Zusändigkeitsberreiche wie nur Foto oder nur CDs... es werden Grundsätzlich mehre Abteilungen zusammen gefasst.
Das hat zur Folge, das die Personalkosten auf die einzelnen Abteilungen verteilt werden können, denn es ist ja allgemein bekannt, das man mit mancher Ware (z.B. CDs) kaum soviel verdienen kann das man einen Mitarbeiter bezahlt kriegt.

Für den einzelnen Verkäufer hat das allerdings die Folge, das man sich in meheren Berreichen ausekennen und beraten muss.
Und gerade in so einem Technischen Berreich wie bei mir ist das ein haufen Zeug.

Leider gibt es daduch auch viele Mitarbeiter die alles nur ein bisschen wissen aber dafür nichts genau... das ist schade und dadurch leidet die Beratungs Qualität.
Doch es gibt auch viele engagierte Mitarbeiter die ihren Job und ihre Beratung sehr ernst nehmen.

Ich zum Beispiel nutze unter anderen Dooyoo dazu mich über die Vor und Nachteilie neuer Waren zu informieren um dann im Verkaufgespräch meinen Kunden was sagen zu können. Denn die Zeiten in denen jeder Verkäufer jede Ware ausprobieren konnte sind leider schon lange vorbei!
(das liegt aber nicht an Karstadt sondern an der gesammten Entwicklung!)

Über Karstadt wird oft geschimpft, das es zu wenig Verkäufer gibt. Dazu muss ich folgendes sagen.
Seit wir nach Karstadt-System arbeiten ist der Anteil von "Verkaufsfremden-Tätigkeiten" wie Lagerarbeiten, Bestellen, Verwaltungstätigkeiten, Bürotätigkeiten für uns normale Verkäufer weniger geworden.
Früher mussten zum Beispiel die Mitarbeitder der Konfektionsabteilungen vor dem
Schlussverkauf tagelang Sonderangebote auszeichnen...
Das ist ein Höllenjob, 2 oder 3 Arbeitstage in einem dunklen staubigen Lager zu sitzen und in irgendwelche 5.-DM T-Shirts Preischilder schießen...
Sowas kommt bei Karstadt wirklich nur in Ausnahmefällen vor!

Fakt ist, bei Karstadt gibt es nur soviele Mitarbeiter, wie es der Umsatz zulässt. Schifft eine Abteilung über Monate hinweg ab... dann wird nicht lang gefackelt, dann heist es recht schnell Kostenabbauen.
Doch meistens werden Personaleinparungen durch Versetztungen bewerkstelligt... unsereins braucht sich also um den Job keine Sorgen zu machen.
Eien Versetzung kann für den einzelnen schon mal hart sein, aber ich sage mir lieber so als das es plötzlich heist:" Wir schliessen nächsten Monat könnt ihr alle heim gehen..."

Was halt von uns allen erwartet wird ist "Flexibilität", das heist es gibt keine Lebenszeit-Jobs mehr bei denen man in seinem Berufsleben nur in einer Abteilung verkauft hat.

Was ich als Mitarbeiter auch sehr gut finde, ist das man fast immer recht gut über Umsatz und Ertragssituation informiert wird und so auch dann rechtzeitig gegensteuern kann.
Verbesserungsvorschläge werden nicht nur gerne angenommen, sondern sind auch ausdrücklich erwünscht.

Mein Job ist im vergleich zu früher schon anstengender und vielfältiger geworden, aber dadruch auch interessanter!
Meine jetztige Tätigkeit macht mir Spaß (auch wenn ich mich hin und wieder ärgere)!


Fazit: