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Praktikum im Start-Up gefällig?
Flatfox AG, Frankfurt

Name des Mitglieds: somejustsurf
Produkt:
Flatfox AG, Frankfurt
Datum: 28.06.01, geändert am 28.06.01 (215 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Tolles Team, Spass an der Arbeit, Spannendes Umfeld
Nachteile: Wer es nicht mag: z.T. sehr lange Arbeitszeiten
Ich habe letzten Sommer bei dem Frankfurter Internet Start-Up flatfox AG ein sehr interessantes und spannendes Praktikum gemacht. Ich war über einen Personalberater an das Unternehmen gekommen und konnte mir erst gar nichts unter der Firma vorstellenhabe dennoch in der Zeit viel gelernt und Spaß gehabt. Ich möchte hier nicht das Geschäftsmodell erläutern, sondern meine Erfahrungen im Unternehmen. Ich war zwei Monate als Praktikant, aber insgesamt knapp acht Monate (als freier Mitarbeiter) dabei.
>>flatfüchse oder: Die Menschen
Die Arbeitsatmosphäre war immer sehr locker, angefangen von der Kleidung, bis zur Handhabung der Hierarchie. Das heißt nicht, dass ich keinen Vorgesetzten hatte, sondern ich hatte sehr kurze Entscheidungswege und ziemlich viel Freiheit. Erleichtert wurde das ganze durch ein sehr junges Team. Der Älteste im Bunde war einer der Systemadministratoren – Mitte Dreißig. Durch den starken IT-Background der Firma sind auch noch heute die meisten Mitarbeiter Männer, wobei der Aspekt dass die Firma E-Mail Marketing (Marketing Lösungen effizient per E-Mail) macht, doch zu einem etwas höheren Frauenanteil, als beispielsweise bei SuSe, beiträgt. Es sind aber Menschen, mit denen Mann Abends auch mal ein Bier trinken gegangen ist, da sind die Chefs nicht ausgeschlossen.
>>Der Ort
Gelegen im Frankfurter Osten, direkt gegenüber vom Club King Kamehameha und dem angegliederten Restaurant Platea, macht es schon Spaß zu arbeiten, weil der Tag mit einem Ausflug dorthin abgeschlossen werden kann (wobei man da die Gefahr läuft auf „dem Heimweg“ doch noch mal im Büro vorbeizuschauen). Das Büro ist ein grosser Loft, mit abgetrennter Lounge und Besprechungszimmer. Die Chefs sitzen mit den anderen Mitarbeitern zusammen, ohne Türen. Trotzdem wird es nicht zu laut, weil der Raum durch Trennwände (oben offen) „segmentiert“ ist.
>>Die Arbeit
Am Anfang des Praktikums wurde ich, wie es üblich ist, auf kleiner
e Sachen „losgelassen“: Hier Infos herausfinden, da Berichte zusammenfassen, usw. Diese Zeit dauerte aber kaum ein paar Wochen. Ehe ich mich umschaute, war ich dabei halbe Investorenpräsentationen zusammenzuschrauben und eigenständig neue Tätigkeitsfelder zu erschließen. Diese riesige Verantwortung hatte ich bis dato nicht erlebt und tierisch genossen.
Ein typischer Arbeitstag war so von ca. 9h bis 20h, mit genügend Pausen zwischendurch. Anbei ein ganz normaler Tag im „Fuchsbau“. Diese Darstellung stammt von mir, ist aber auch auf der flatfox-Seite zu finden.
8:00
Einen schnellen Kaffee trinken und getrost den Anzug und Krawatte im Schrank hängen lassen. Heute mal Khakis, Mokkassins, Poloshirt. Kurz nach 9 Uhr steige ich an der Schwedlerstrasse mit zwei Kollegen aus der Strassenbahn und bin drei Minuten später im flatfox-Loft.
9:15
Frühstück mit den Kollegen. Nettes Plaudern über das Wochenende, kurze Gespräche über die Arbeit des Tages.
09:45
E-Mails lesen, Unterlagen sortieren, Industrienachrichten bei RedHerring und Industry Standard lesen. Ich will schon mit meiner Studie zu E-Mail-Marketing in der Autoindustrie anfangen, dann flattert eine E-Mail von einer Kollegin rein: Welche US-Firmen haben im letzten Jahr in Europa, speziell in Deutschland, eine Dependance eröffnet? Die Mannschaft ist inzwischen vollzählig, Hindi, Englisch, Deutsch und noch ein paar andere Sprachen vermischen sich in der Luft zu einem leichten Summen.
11:30
Die Top-10-Firmen aus den USA sind aufgelistet und aufgeschlüsselt. Nebenbei auch noch kurz auf der Dachterasse über den Erfolg bei einem Testmailing gesprochen. Nun aber zur Studie: In den Fachzeitschriften in den USA steht einiges zum Thema Internet und Automobil, aber es fehlt noch der genaue Bezug zur E-Mail.
12:30
"Who wants to order Lunch?" Die tägliche Mail flattert in die Inbox. Heute Bestellung beim Diner oder Indisch? Weder Lust auf Amerika
nisch noch Curry noch Zeit, da die wichtigen Infos noch immer nicht gefunden sind.
13:00
Also doch! Den entscheidenden Artikel gefunden, mit Verweisen und weiterführenden Artikeln. Na also, man muss nur wissen, wo im Internet die Informationen zu holen sind. Die Sonne scheint, also gehe ich zu chinesischem Imbiss an der Strassenbahnhaltestelle. Die Sonne scheint…
13:30
Weil ich so spät war, habe ich alleine gegessen. Als ich fertig war, kam der Chef noch dazu und hat mich zur Automobilstudie befragt. Jetzt aber Vollgas, Ergebnisse müssen bald vorliegen!
17:00
Die wichtigsten Infos zur Studie gefunden und bearbeitet, nebenbei dann noch den Quartalsbericht eines amerikanischen Wettbewerbers auseinander genommen. Gerade rechtzeitig zum wöchentlichen "Jour Fix", der Versammlung aller Mitarbeiter, fertig geworden. Es werden heute zwei neue Kollegen in Sales und erfreuliche Infos aus der Investorenecke vorgestellt. Auch meine Studie wird erwähnt. Nach 45 Minuten wird die Besprechung mit der "Kernmannschaft" von etwa 20 Mitarbeitern aufgelöst.
19:30
Die Musik aus der Lounge zur Happy Hour wird lauter, während ich anhand der Automobilinfos noch ein paar Folien erstelle. Nach 30 Minuten bin ich fertig und begebe mich mit den Kollegen auf die Dachterasse, wo der Sommerabend mit einer kühlen Caipirinha genossen wird.
20:30
Feierabend! Auf dem Heimweg noch Freunde anrufen und dann um 23:00 doch zur Hanauer Landstrasse zurückkehren. Aber diesmal geht es nicht ins Büro: im King Kamehameha, gegenüber von flatfox, ist heute Live-Musik.
>>Mythen aus der Start-Up Szene
Behauptung: Es wird verdammt viel gearbeitet
Stimmt. Typische Arbeitszeiten lagen deutlich über 9-10h am Tag. Ich war auch gelegentlich bis 22h oder später im Büro – freiwillig. Wenn man früh viel Gestaltungsfreiraum hat, hat man mehr Spaß an der Arbeit. Außerdem konnte ich mir die Arbeit ziemlich frei einteilen, und habe auch
mal 30min auf der Terrasse verbracht und Kaffee getrunken.
Behauptung: In jedem Start-Up gibt es Videoräume, kostenlose Getränke und kostenloses Essen
Nicht ganz. Einen Videoraum gibt es, wurde aber selten genutzt. Es gab kostenlose Getränke, soviel und was man wollte und Snacks. Das Essen war nicht kostenlos, aber man konnte im Büro Frühstücken, was auch die meisten Mitarbeiter machten.
Behauptung: Bei einem Start-Up zu arbeiten ist eine 5-Tageparty zu feiern
Falsch. Es wurde viel gearbeitet aber die lockere Atmosphäre machte das Arbeiten leichter. Partys gab es auch, aber nicht jeden Tag. Dafür gibt es auch noch heute die Happy-Hour. Am Montag gibt es kostenlosen Caipirinha-Ausschank. :)
Behauptung: Bei einem Start-Up wird man reich.
Na ja. Ich wurde als Praktikant überdurchschnittlich bezahlt. Praktikanten verdienen, wie feste Mitarbeiter, am oberen Ende der „normalen“ Gehälter. Die Zeit wo der Praktikant nach 2 Monaten zum Millionär mutiert ist, ist allerdings vorbei. Dennoch kann ich mich nicht beklagen. Man darf nicht vergessen, dass Getränke, zahlreiche Teamevents (Bowling, Ausflüge, etc.), Partys und eine sehr lockere Atmosphäre zur Bezahlung hinzugerechnet werden müssen.
>>Wer sollte zu den Füchsen?
Für feste Mitarbeiter, wie auch Praktikanten gilt:
· guter bis sehr guter Hochschulabschluss (Vordiplom für Praktikanten), am liebsten in technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fächern
· Internetaffinität, bewiesen durch umfangreiche Kenntnis, gute Praktika oder feste Mitarbeit (am besten im Sektor) gerne auch im Ausland
· Gute bis sehr gute Englischkenntnisse
· Belastbarkeit, Flexibilität, Teamfähigkeit
>>Fazit
Ich würde zu flatfox jederzeit zurück. Ich muss mich inzwischen allerdings auf Diplomarbeit konzentrieren, weshalb sehr wenig Zeit zum arbeiten bleibt. Trotzdem bleibe ich mit den Firma in regelmäßigem Kontakt – Freunde und ein gutes Karrierenetzwe
rk für die Zukunft habe ich dort gefunden. Gute Mitarbeiter werden immer gesucht – wenn Ihr einen tollen Job oder ein abwechslungsreiches Praktikum sucht, meldet Euch bei den Füchsen!
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Arbeitgeber
- Knapp daneben ist auch vorbei... Einstellungstest!
- Geht man so mit Bewerbern um ???
- Pixelpark auf iTV-Konferenz
- Vorstellungsgespräch
- Einstieg in den Journalismus? Nichts leichter als das.
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