Deutsche Bahn AG
Deutsche Bahn - einer der größten deutschen Arbeitgeber - Deutsche Bahn AG Arbeitgeber

Neuester Testbericht: ... sind und von Eisenbahnern konzipiert und durchgeführt werden. Lohn und Gehalt Natürlich viel zuwenig. Die Bahn zahlt nach Tarif... mehr

Deutsche Bahn - einer der größten deutschen Arbeitgeber
Deutsche Bahn AG

Bernd1962

Name des Mitglieds: Bernd1962

Produkt:

Deutsche Bahn AG

Datum: 04.02.10

Bewertung:

Vorteile: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten vom Management bis zur Hilfskraft

Nachteile: Das Image ist verbesserungsbedürftig

In dieser Rubrik sollte eigentlich über die Deutsche Bahn als Arbeitgeber berichtet werden, von 29 Testberichten widmet sich ein einziger diesem Thema und der ist dann so frustbeladen, dass man ihn kaum als objektiv bezeichnen kann. 28-mal wurde einfach mal das Thema verfehlt, denn die Erfahrungen als Bahnkunde gehören an eine andere Stelle. (Ohne, dass ich diese Erfahrungen jetzt irgendwie geringschätzen oder kleinreden wollte.)

Interessanterweise ist es ja so, dass die Bahn nicht unbedingt hohes Ansehen genießt, obwohl doch dort solche Traumberufe wie Lokführer oder Zugbegleiter beheimatet sind.
Wer sich Gedanken um seine berufliche Zukunft macht, der ist bei der Bahn schon mal gut aufgehoben. Ein breites Spektrum an möglichen Einsatzgebieten vom Koch in der Kantine über diverse Service- und Sicherheitsdienste, Bahnbau, bis hin zu den eigentlichen Eisenbahnberufen im Fahrdienst, auf Stellwerken (die heute auch oft elektronisch sind), in Reisezentren auf dem Bahnsteig, auf der Lok usw. bietet für jeden etwas. Der Hauptschul- ist genauso gern gesehen, wie der Hochschulabschluss.

Was erwartet denn nun einen Bahnmitarbeiter in diesem Konzern?

Aus- und Weiterbildung

Eine Vielzahl Ausbildungsberufe quer durch alle Gebiete erwartet den Azubi bei der Bahn. Hier alle aufzuführen, würde zu weit führen.
Nicht jeder Azubi wird nach der Ausbildung dort übernommen, wo er gelernt hat. Wer aber eine gewisse (räumliche) Beweglichkeit an den Tag legt, wird im Anschluss an die Ausbildung einen Arbeitsplatz finden.

Für die Weiterbildung oder auch Umschulung hat die Bahn einen eigenen gut aufgestellten Bereich. Das hat den Vorteil, dass die Bildungsmaßnahmen dort, spezifisch auf die Bahnbelange zugeschnitten sind und von Eisenbahnern konzipiert und durchgeführt werden.

Lohn und Gehalt

Natürlich viel zuwenig. Die Bahn zahlt nach Tarif und trickst dabei auch nicht. Man kann sich sicher über die eine oder andere Eingruppierung einer Berufsgruppe streiten, aber das was dann vereinbart wird, wird auch eingehalten. Solche Auswüchse, wie letztens bei einem Nahverkehrswettbewerber zu hören war, dass Zugbegleiter nach dem Gebäudereinigertarif bezahlt werden soll, wird es bei der Bahn nicht geben. Gezahlt wird immer pünktlich. Wer jetzt genau wissen, was ein Zugbegleiter oder Lokführer oder wer auch immer verdient - so ganz einfach ist das nicht. Es gibt in den verschiedenen Bahngesellschaften unterschiedliche Tarifverträge, auch das Lebensalter, die Betriebszugehörigkeit und Qualifikationen spielen eine Rolle.

Karriere oder Arbeitsplatzabbau

Ja das ist nun abhängig davon, wie schlau und gewandt man ist, wie flexibel, ob ortsgebunden oder nicht und natürlich wie überall zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Da die Bahn über ganz Deutschland verbreitet ist und genaugenommen überall in der Welt präsent ist, bieten sich natürlich viele Möglichkeiten. Rationalisiert wird bei der Bahn natürlich auch und da fallen Arbeitsplätze weg. Da die Bahn praktisch ein eigenes Arbeitsamt betreibt, wird der/die Betroffene weiter betreut bzw. vermittelt. Man muss das mal ganz deutlich sagen. Anders als in anderen Bereichen der deutschen Wirtschaft hat die DB noch keinen entlassen. Egal, was andere erzählen mögen. Es gab sicher Ausgliederungen und Verkäufe von Betriebsteilen und dort wurde dann abgebaut, aber das war dann eben auch nicht mehr die Bahn. Die DB hat innerhalb des Konzerns weitervermittelt, sie hat auch Vermittlungen nach außerhalb vorgenommen, sie verwaltet die Arbeitslosigkeit gewissermaßen innerhalb der Firma. Alle die, die heute erzählen, dass sie gehen mussten, haben irgendetwas unterschrieben und in der Regel auch dafür eine Abfindung erhalten. Die, die sich konsequent für ihr Eisenbahnerdasein entschieden haben, sind auch heute noch dabei. Zugegeben nicht im Wunschberuf, manchmal weit weg vom früheren Zuhause und teilweise auch für weniger Geld als früher.
Veränderungen bieten immer auch Chancen, und so gibt es auch eine ganze Menge, die sich verbessern konnten. Durch die Möglichkeit sich konzernweit umzusehen und zu bewerben, hat man auch immer die Chance auf selbst beeinflusste positive Veränderungen.

Gewerkschaften und Interessenvertretungen

Es gibt im Wesentlichen 3 Gewerkschaften bei der Bahn: Die Transnet, die GDBA und die GDL. Die beiden ersteren wollen demnächst fusionieren. Die Arbeit der Gewerkschaften wird sehr durch Grabenkämpfe der Transnet/GDBA auf der einen und der GDL auch der anderen Seite bestimmt. Diese Auseinandersetzungen sind letztlich kontraproduktiv und lassen den Betrachter von außen gar nicht durchsehen, wer hier eigentlich für was kämpft.
Die Mitarbeiter der Bahn verfügen dabei über starke Betriebs- und Personalräte. Es geht dabei mitunter recht haarig zu, aber ich möchte mir hier Details sparen.

Soziale Betreuung der Eisenbahner

Eine breitgefächerte soziale Betreuungslandschaft, historisch gewachsen, erwartet den Eisenbahner und seine Familienangehörigen. Neben Fahrtvergünstigungen, Kantinen, diversen Eisenbahn-Wohnungsgesellschaften, Bahnsozialwerk, Eisenbahn-Waisenhort gibt es zum Beispiel auch deutlich günstigere Versicherungen bei der DEVK. Auch über die Gewerkschaften werden diverse Angebote zum Beispiel zur Seniorenbetreuung vorgehalten. Auch wenn es seit der Bahnreform das Betriebsklima etwas kälter und unfreundlicher geworden ist, die richtigen Eisenbahner sind schon noch so etwas wie eine große Familie. (Nun fragt mich bitte nicht, wer die "falschen" Eisenbahner sind, ich denke ihr wisst was ich meine)


Was erwartet den Eisenbahner denn im öffentlichen Leben?

Wenn du Schicht arbeitest, dann arbeitest du, wenn andere feiern oder Urlaub machen. Das heißt Heiligabend oder Silvester Nachtschicht, oder noch besch... zu Neujahr um 04:00 Uhr anfangen. Wenn Deutschland im Endspiel ist, bist du auf Arbeit. Wenn deine Freunde ausgehen, gehst du ins Bett, weil morgen Frühschicht ist usw. Das heißt also, dass das öffentliche Leben für den Bahner recht eingeschränkt sein kann. Sicher das geht anderen Berufsgruppen ähnlich, aber es sollte jedem vorher klar sein.

Den 200000 Eisenbahnern stehen 80 Mio. Bahnexperten gegenüber. Wenn man preisgibt wo man arbeitet, wird es fast immer einen geben, der einen sofort seine letzten Bahnerlebnisse erzählt, genau weiß wie es besser geht und Rechenschaft fordert.

Bei Omas Geburtstag wird Onkel Harry immer wieder davon erzählen wie er damals 1982 in Halle 30 Minuten Verspätung hatte und seinen Anschluss verpasst hat.

Irgendwelche Auskenner, die ihr Wissen aus einer großen deutschen Tageszeitung beziehen, tatsächlich selbst aber gar nicht Bahn fahren, können dir genau erklären, was bei der Bahn nicht richtig läuft.


Zusammenfassend kann man sagen, dass bestimmt nicht alles Gold ist, dass es genügend Dinge gibt, die den Bahner unzufrieden machen oder frustrieren. Demgegenüber steht eine in D seltene Arbeitsplatzsicherheit und eine gut geregelte Arbeitswelt.

Fazit: Als Arbeitgeber deutlich besser als viele andere hier im Land