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Gegen das öffentliche Wort
Cornelia Goethe Literaturverlag

Name des Mitglieds: Liesewetter
Produkt:
Cornelia Goethe Literaturverlag
Datum: 22.05.08, geändert am 10.08.08 (1180 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Jeder kann veröffentlichen
Nachteile: Niemand kann kritisieren
Was ist das für ein Verlag, der wieder einmal in der Öffentlichkeit von sich Reden macht? - "Der Verlag für neue Autoren", so wirbt der Cornelia Goethe Literaturverlag bundesweit in Zeitungen und im Internet für sich und wirft zugleich die Frage auf: Was ist das genau für ein Verlag, der so verzweifelt nach Manuskripten von sog. "neuen" Autoren sucht?
Denn er tut dies zu einer Zeit, in der jährlich 90.000 Neuveröffentlichungen in Deutschland auf den Markt kommen und sich die Manuskripte auf den Tischen von Lektoren von Publikumsverlagen nur so stapeln.
Um sich einen besseren Eindruck von diesem Verlag zu machen, möchte ich zunächst die Verlagsstrukur deutlich machen, um schließlich auf meine Erfahrungen mit diesem Verlag eingehen zu können.
Die Verlagsstruktur
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Der Cornelia Goethe Literaturverlag ist ein Imprintverlag der sog. Frankfurter Literaturverlags GmbH, welche wiederum eine Tochter der sog. Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe ist. Kapitaleigner und Verlagsgründer ist ein Herr Hänsel-Hohenhausen. Auf der Website vom Autoren-Magazin sind über 100 Verfahren aufgeführt, die die Verlagsgruppe und ihr nahestehende ("organisatorisches Umfeld") Einrichtungen in den letzten Jahren gegen Kritiker angestrengt haben.
Unter dem Frankfurter Literaturverlag firmieren neben dem Cornelia Goethe Literaturverlag noch weitere Imprintverlage, darunter der sog. "August von Goethe Literaturverlag", "Fouqué Verlag", "Weimarer Schillerpresse" und "Schweizer Bücherschiff".
Alle sie sind sog. Druckkostenzuschussverlage oder auch Selbstzahlerverlage, also Verlage, die das unternehmerische Risiko auf den Autor umwälzen und sich öffentlich als "Dienstleisterverlage" bezeichnen.
Und auch der Blick auf das Firmengeflecht macht folgendes deutlich: Geschäftsführer ist ein Dr. Uwe Frank, seinerseits ein Chemiker, der zugleich auch Geschäftsführer der sog. Brentano Gesellschaft Frankfurt mbH ist. Allein-Kapitaleigner und Verlagsgründer auch hier: Herr Hänsel-Hohenhausen.
Selbige sog. "Brentano Gesellschaft Frankfurt mbH" unterhält im Internet ein sog. "Deutsches Literaturfernsehen" (vormals "Literatur im Zweiten" - dieser Name wurde ihr vom Zweiten Deutschen Fernsehen zu recht untersagt). In diesem sog. "Fernsehen" stellen "Autoren" der Verlagsgruppe ihre Bücher vor - mit auffällig schlechtem Schnitt.
Und da gibt es noch eine Einrichtung dieses Verlagsgründers (vgl. Landgericht Frankfurt am Main vom 17.5.2005, Az: 2-03 O 730/04): Ein sog. Bund Deutscher Schriftsteller, der sich als unabhängiger "Schrifstellerverband" gibt, in dem jedoch eine Mitgliedschaft nicht nur faktisch (horrende Mitgliedsbeiträge) unmöglich ist, sondern der sog. "neue" Autoren kostenlos an Verlage vermittelt. An welche Verlage?
Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Mein erster Kontakt zu diesem Verlag
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Öffentlich wirbt dieser Verlag in Zeitungen wie ZEIT und in Google-Anzeigen im Internet: "Autoren gesucht". Er wirbt mit berühmten Namen und beruft in seinem Namen auf Goethe. Der Verlag widmet seine Arbeit nach eigenem Bekunden "dem Andenken der Schwester Goethes, die als hochbegabtes Mädchen im Großen Hirschgraben aufwuchs, die früh den Gelehrten Schlosser heiratete und die ungefördert mit 27 Jahren allzu jung verstarb."
Will man einem solchen Verlag Seriösität absprechen wollen, der sich selbst in der "bedeutensten Literaturstraße Deutschlands" werbend als ansässig bezeichnet - am Großen Hirschgraben in Frankfurt am Main und im Namen Goethes bzw. seiner Schwester wirbt?
Eine Schwester, die literarisch gleichwohl nicht in Erscheinung getreten ist. Aber wer weiß dies schon auf dem ersten Blick?
So wurde auch ich auf diesen Verlag aufmerksam und schickte ein Manuskript ein. Es ging zunächst an den August von Goethe Literaturverlag. Sofort kam die Zusage innerhalb von wenigen Tagen. "Ihr Manuskript haben wir als sehr empfehlenswert beurteilt." Anbei: Ein Kosten"angebot" - geprüft und empfohlen von einem sog. "Bund Deutscher Schriftsteller". Sorgsam gedruckt, gelocht und "besiegelt".
Kosten: stolze 9.800 Euro.
Eine weitere Manuskriptanfrage ging schließlich an den Cornelia Goethe Literaturverlag. Ergebnis: Kein anderes.
Durch Gedichte-Generator erzeugtes Manuskript angenommen
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Durch Kontaktaufnahmen mit anderen Autoren wurde ich schnell aufmerksam, um was für Geschäftspraktiken es sich hier handelt. Dieser Verlag lebt von den Autoren. Selbst durch Online-Gedichte-Generatoren erzeugte Manuskripte wurden von einem Imprintverlag des Frankfurter Literaturverlags bereits angenommen (vgl. ZDF-Sendung WiSo vom 19.12.2006).
Zensur gegen Kritiker
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Doch der Verlag wirbt weiter um Autoren. Welche Manuskripte, das scheint ihm völlig egal zu sein.
Gegen Kritiker werden Abmahnungen verschickt. Auch Verbrauchercommunities wie dieses beschweren sich schon, wie ein Anwalt Ch. Jaensch aus Langen ständig mit Klagen droht, sobald ein Autor über diesen Verlag kritische Zeilen schreibt und damit von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch macht.
Und die Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe schreckt noch nicht einmal davor zurück, Autorenverbänden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz die Klage anzudrohen, weil diese auf die Geschäftspraktiken von Zuschussverlagen in einem Aktionsbündnis für faire Verlage aufmerksam machen.
So griff die Verlagsgruppe jüngst in den Meinungsbildungsprozess Dutzender Verbände und Literatureinrichtungen ein, als Anwalt Jaensch in einer nächtlichen Aktion gegen 23 Uhr plötzlich Abmahnfaxe an sämtliche Unterstützer des Aktionsbündnisses verschickte - mit wüsten Beschimpfungen und mit der Drohung, gegen das Engagement der Verbände Klage einzureichen.
In einer Pressemitteilung verwahrten sich die Autorenverbände dieses unakzeptablen Versuchs der Zensur. Es heißt für Meinungsfreiheit und gegen Einschüchterung:
»Es ist ungeheuerlich, dass ein Verlag, der sich mit dem Namen Goethe schmückt, mit repressiven juristischen Maßnahmen gegen Autoren und ihre Verbände vorgeht, die sich für faire Verlagspraktiken einsetzen«. Schriftstellerverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden am 23. April, dem »Welttag des Buches«, mit einer gemeinsamen Erklärung für faire Verlagspraxis an die Öffentlichkeit treten. Die Verbände sind Teil eines Aktionsbündnisses, das sich gebildet hat, um insbesondere jungen Autoren und Berufsanfängerinnen besser zu informieren. In der gemeinsamen internationalen »Fairlag-Erklärung« treten die Unterzeichner ausdrücklich für den fairen Umgang zwischen Autoren und Verlegern ein, ohne dabei Verlagsnamen zu nennen. Trotzdem droht die »Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe« den Initiatoren und unterzeichnungswilligen Autorenvereinigungen bereits im Vorfeld mit kostenträchtigen Prozessen und versucht, sie mit Abmahnungen einzuschüchtern. »Nicht allein die öffentliche Meinungsäußerung, schon die interne freie Meinungsbildung soll juristisch unterbunden werden. Diese Vorgehensweise hat mit einer Kultur des Wortes absolut nichts zu tun und ist ein Schlag ins Gesicht aller gewissenhaft und seriös arbeitenden Verlage«. "Eine solche Art Vorzensur ist skandalös, wir weisen sie zurück."
Kapitaleigener und Verlagsgründer Hänsel-Hohenhausen wartete schließlich noch mit einer von ihm so überschriebenen "Denkschrift" auf, in der er Autorenverbänden "Autorenverfolgung im Geiste des Nationalsozialismus und Kommunismus" vorwarf. Ungeheuerlich!
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schrieb daraufhin (24.4.2008):
"Als die "Fairlag-Erklärung" gestern ...vorgestellt wurde, hatte "Altverleger Dr. v. Hänsel-Hohenhausen", bis 2003 Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG, auf die "geheime" (!) Aktion bereits mit einer elfseitigen "Denkschrift" reagiert. Darin wirft er den Verbänden vor, "sich mit ihren Forderungen von Ausgrenzung und Zensur in den geistigen Strom der Autorenverfolgung der Zeit des Nationalsozialismus und des Kommunismus" zu stellen. Nach der Pressekonferenz verteilte ein Teilnehmer vor der Tür eine Pressemitteilung, in der besagter "Altverleger, der 3000 Autoren seiner Verlagshäuser vertritt", erklärt, es handle sich "um einen Fall systematischer Diskriminierung von Autoren, wie es sie seit den Zeiten der DDR nicht mehr gegeben habe". Wer mit solchen Vergleichen die Verbrechen des Totalitarismus verharmlost, darf sich nicht wundern, wenn vor ihm gewarnt wird."
Diesem Urteil kann auch ich mich nur anschließen, der vor Jahren ein Manuskript an den "Literaturverlag" geschickt habe und zum Glück diese Geschäftspraktiken dank der Hilfe von anderen Autoren schnell durchschaute. Unglaublich, dass es so einen Verlag mitten in Deutschland gibt! Und unglaublich, dass auch dieser gut recherchierte, gerichtsfeste und aufklärende Bericht bereits von der Verlagsgruppe angegriffen wurde. Klageandrohungen und damit die Einschüchterung von Kritikern gegen dieses Geschäftsgebaren scheinen damit kein Ende zu nehmen.
Einen gerichtlichen Erfolg erzielte nun Wikipedia. Das Landgericht Köln hat jüngst eine Klage der Frankfurter Verlagsgruppe abgewiesen, die Wikimedia Deutschland für Inhalte der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia verantwortlich machen wollte.
Fazit: abzuraten
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