
Neuester Testbericht: ... wegen der jüngst begonnenen Markt- und Produkt-Offensive , die in ihrer Dimension auch für BMW neu sei . Dafür brauche man neue Kapazi... mehr
Leipzig macht das Rennen !
BMW AG

Name des Mitglieds: egonman
Produkt:
BMW AG
Datum: 24.07.01, geändert am 04.03.04 (330 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: s . Text
Nachteile: s . Text
Die Bayerische Motoren Werke AG (BMW) , München , baut ihr neues Werk in Leipzig !
Hier sehen wir den Standort mit der besten Perspektive , so BMW , zu dem zudem gefallenen Entscheid .
Zwar hätten ausländische Bewerber klare Vorteile bei den Lohn-Kosten gehabt .
Für Sachsen hätten die dort garantierte Flexibilität der Arbeits-Strukturen , die Einbindung in den bestehenden BMW-Werksverbund , große Planungs-Sicherheit und die ,,Förder-Mittel'' den Ausschlag gegeben . Insgesamt investiere BMW aus eigenen Erträgen zwei Milliarden Mark in das neue Werk . Die von der EU in Ostdeutschland erlaubts Förderquote beträgt nach Angaben der Münchner 28 bis 35 Prozent .
Die neue Fabrik , in der von Ende 2004 an die 3er-Reihe vom Band rollen soll , bringe der Region Leipzig/Halle einschließlich Zulieferer über 10000 neue Arbeits-Plätze .
Eingestellt und in bayrischen Werken ausgebildet würden Bewerber sofort .
Baubeginn sei 2002 . Leipzig habe sich gegenüber 260 Städten und Regionen aus ganz Europa durchgesetzt . Auch die vier härtesten Konkurrenten - Kolin in der tschechischen Republik , Arras in Frankreich sowie die deutschen Standorte Schwerin und Augsburg - hätten alle Kriterien für eine Ansiedlung erfüllt . Die Entscheidung sei deshalb nicht leicht gefallen .
Dringend benötigt werde die Fabrik in Leipzig wegen der jüngst begonnenen Markt- und Produkt-Offensive , die in ihrer Dimension auch für BMW neu sei . Dafür brauche man neue Kapazitäten . Vor allem bringen die Bayern 2004 mit der kleinen 1er-Reihe ein neues Modell auf den Markt . Dieser BMW soll im Regensburger Werk produziert werden . Die dort heute gefertigte 3er-Reihe wandert Ende 2004 nach Leipzig ab , wo täglich 650 Autos dieses Typs gebaut werden sollen . Der im Norden der Stadt nahe der Messe gelegene Standort sei mit 200 Hektar ausreichend groß , preisgünstig und habe eine erstklassige Anbindung an Autobahn , Flughafen und Schienennetz .
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Große Freude herrscht nach dieser Entscheidung in Leipzig . Doch auch am Tag seines größten Triumphs bleibt Detlef Schubert schwäbisch gelassen . ,,Wir wussten , dass wir alles für diesen Erfolg getan haben . Es hat sich gelohnt '' . So richtig kann Leipzigs oberster Wirtschaftsförderer aber noch nicht fassen , dass die kriselnde Messestadt endlich den lang ersehnten großen Wurf gelandet hat . Nach Porsche wird mit BMW ein zweiter Autokonzern sein neues Werk in Sachsens größter Metropole bauen .
Zu DDR-Zeiten konnte sich Leipzig lange im Glanz sozialistscher Messeherrlichkeit sonnen . Die Frühjahrs- und Herbstmessen waren Drehscheiben des Ost-West-Handels . Großkombinate wie der Anlagenbauer Takraf , die Chemiewerke , Braunkohle-Tagebaue und Kraftwerke in der Leipziger Tiefebene sorgten für viele arbeitsplätze , aber auch für die am meisten verpestete Luft zwischen Rostock und Chemnitz . Die Missstände wuchsen , die Unzufriedenheit der Menschen mit dem System wurde gerade an der Pleiße immer größer . Die Montags-Demonstrationen mutiger Protestler lösten landesweites Aufbegehren und den Fall der Mauer aus .
Mit der Wiedervereinigung brachen auch die Leipzioger Industrie-Dinosaurier zusammen . Davon hat sich die Stadt bis heute noch nicht erholt . Von ehemals 110000 Industrie-Jobs sind nur noch 15000 übrig geblieben . Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei rund 17 Prozent , in Wirklichkeit aber weit höher . Mehere 10000 Menschen haben ihrer Heimat schon den Rücken gekehrt , sind auf der Suche nach neuer Arbeit gen Westen gezogen .
Dafür kamen Glücksritter , versprachen wie der Immobilien-Jongleur Jürgen Schneider den Aufschwung und hinterließen verbrannte Erde . Zumeist westdeutsche Anleger steckten , blind vor lauter Steuersparwahn und staatlicher Förderung , Milliarden in immer neue Büro- und einkaufzentren , Wohn- und Gewerbeparks , die niemand brauchte und die heute weitgehend leer stehen . Leipzig wurde zum Water
loo für jede Art von Abschreibungs-Künstlern . Man muss diese trübe Lage kennen , um einschätzen zu können , was der BMW-Ansiedlungs-Erfolg für die Leipziger bedeutet .
Wie man großen Investoren den roten Teppich ausrollt , ist für Schuberts Experten-Gruppe indes nichts Neues . Bereits mit Porsche landete der schwäbische Stratege vor Jahren seinen ersten spektakulären Ansiedlungs-Erfolg . Der Stuttgarter Sportwagen-Bauer hat das rund 100 Millionen Mark teure Montagewerk im Leipziger Norden inzwischen fertig gestellt .
Letzlich den Ausschlag gegenüber kostengünstigeren Standorten zum Beispiel in Tschechien aber dürfte die glänzende Infrastruktur Leipzigs gegeben haben . Rund um den glitzernden Glaspalast der Neuen Messe im Norden stampft die Stadt für mehr als 10 Milliarden Steuergelder ein Gewerbe-Gelände aus dem Boden , dessen Infrastruktur seinesgleichen sucht . Der ausgebaute Flughafen , die angrenzenden Autobahnen , die neue Bundesstraße , Bahnanschlüsse und ein Güterverteil-Zentrum garantieren optimale Anbindung . Großkonzerne wie das Versandhaus Quelle , das sein Versand-Zentrum bereits vor Jahren nach Leibzig umsiedelte , wissen das schon zu schätzen .
Man kann Leipzig und der ganzen Region nur dazu gratulieren das sich BMW dort ansiedelt und sehr viele neue Arbeitsplätze schafft .
Andere Städte haben leider nicht so viel Glück zum Beispiel Leverkusen ( wo ich selber wohne) da soll das fast 100 Jahre bestehende Ausbesserungs-Werk der Deutschen Bahn AG geschlossen werden , das sind gut 900 Arbeitsplätze die wegfallen !
Fazit:
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