Arthur Andersen
In Auflösung begriffen... - Arthur Andersen Arbeitgeber

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In Auflösung begriffen...
Arthur Andersen

squarerigger

Name des Mitglieds: squarerigger

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Arthur Andersen

Datum: 02.07.02, geändert am 02.07.02 (517 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: ---

Nachteile: ---

Beim Stöbern nach interessanten Rubriken bei dooyoo stieß ich gerade auf diese Rubrik hier - und da möchte ich doch glatt mal was loswerden.

Vorneweg sei gesagt, daß ich weder bei Arthur Andersen beschäftigt war noch derzeit bin. Dennoch denke ich, daß ich hier ein paar interessante Infos bringen kann - ich kann zwar nicht beurteilen, wie Arthur Andersen als Arbeitgeber tatsächlich so ist, aber ich denke, ich kann gute Gründe dafür liefern, warum man sich bei dieser Firma derzeit besser nicht bewerben sollte.

Ehe ich loslege, möchte ich jedoch noch darauf hinweisen, daß die Rubrik, in der dooyoo Arthur Andersen führt, nicht ganz korrekt ist. Arthur Andersen ist keine Unternehmensberatung, sondern eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Zwar gab es früher auch die Firma Andersen-Consulting als Schwestergesellschaft, welche als Unternehmensberatung agierte, diese ist jedoch inzwischen selbständig und firmiert als Accenture.

Arthur Andersen gehört zusammen mit den Wirtschafsprüfern von Ernst & Young, KPMG, PwC und Deloitte & Touche zu den sog. "Big Five", den großen, global operierenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften...

... wobei man hier ein "noch" ergänzen sollte, denn Arthur Andersen ist derzeit in Auflösung begriffen. Warum das? Nun, die Firma befindet sich derzeit auf dem absteigenden Ast. Ich möchte hier nur drei Firmennamen nennen, die eigentlich als Begründung ausreichen sollten:

- Enron
- Tyco
- Worldcom

Der große US-Energiekonzern Enron ist pleite. Beim auf den Bahamas beheimateten Mischkonzern Tyco und beim US-Mobilfunk-Giganten Worldcom gibt es gewaltige Ungereimtheiten in der Buchführung. Bei allen drei Unternehmen hießen die Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen.

Nun ist es bekanntlich nichts neues, daß Wirtschaftsprüfer in Skandale um Unternehmen verwickelt sind. So prüfte z.B. KPMG sowohl den Baukonzern Philipp Holzmann als auch die Horizontalbohrmaschinenbauer von F
lowtex, ohne auch nur im geringsten zu bemerken, wie es um die Firmen stand - die Abkürzung KPMG wird deshalb auch oft ironisch mit "Keiner prüft mehr genau" gedeutet.

Für Andersen wird die Situation derzeit jedoch aus zweierlei Gründen mehr als kritisch:

Zum einen ist das Vertrauen in die Firma aufgrund der o.g. Probleme deutlich gesunken; gerade Wirtschaftsprüfer leben nun mal vom Vertrauen, welches ihnen Kunden, aber auch Banken, Analysten, etc. entgegenbringen.

Zum anderen hängt über der Firma derzeit auch noch das Damoklesschwert von Schadenersatzklagen. Wer weiß, wie hoch Schadenersatz in den USA ausfallen kann, der weiß, daß damit nicht zu spassen ist.

Da die rechtlich selbständigen Landesgesellschaften von Arthur Andersen diese Risiken erkannt haben, suchen viele von ihnen derzeit ihr Heil in der Flucht. So verhandelt z.B. die deutsche Arthur Andersen-Tochter mit der Konkurrenz von Ernst & Young über eine Fusion. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürfte Arthur Andersen als global operierende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bald nicht mehr am Markt agieren können.

Hierüber sollte sich jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich bei Arthur Andersen zu bewerben, im Klaren sein. Ich persönlich würde sagen, daß man sich da derzeit am besten gar nicht bewirbt, weil die Zukunft des Unternehmens einfach zu unklar erscheint.

Fazit: