
Neuester Testbericht: ... in ihren unverfälschten Originalen am Rechner spielen konnte. Das Resultat hieß: ZSNES - ein freier Emulator für mehrere Betriebs-Sys... mehr
Super Mario stirbt nie
ZSNES

Name des Mitglieds: Barracuda
Produkt:
ZSNES
Datum: 31.07.02, geändert am 31.07.02 (10649 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: einfache Konfiguration, unzählige ROMS im Internet, alte Klassiker neu auf dem PC
Nachteile: rechtliche Grauzone
Als der japanische Konsolen-Hersteller Nintendo im Jahr 1992 das Super Nintendo Entertainment System (SNES) in Deutschland zum Verkauf freigab, ahnte noch niemand, wie erfolgreich diese Konsole werden sollte. Das SNES eroberte damals die deutschen Kinderzimmer und schlug die Verkaufszahlen der Vorgänger-Konsole NES deutlich.
Viele von Euch werden sich sicherlich an Klassiker, wie z.B. Super Mario World, Donkey Kong Country, Zelda 3, Bomberman, International Superstar Soccer und Super Mario Kart erinnern, die mich viele Stunden vor die Konsole fesselten und für schmerzhafte Blasen an meinen Fingern sorgten. Immer wieder legt sich ein Lächeln auf meine Lippen, wenn ich an die vielen Nächte denke, in denen ich bis in die frühen Morgenstunden vor einem meiner Lieblingsspiele saß und versuchte nur noch diesen einen Level zu schaffen.
Seitdem sind einige Jahre vergangen, doch vor einigen Monaten entdeckte ich einen Emulator, mit dem ich meine alten Lieblingsspiele des SNES, mit Hilfe meines Computers, wieder zum Leben erwecken konnte. ZSNES lautet der Name dieses kleinen Programms, das mir in den letzten Wochen sehr viel Freude bereitet hat und es sicherlich auch in Zukunft tun wird.
Was ist ein Emulator ?
Mit einem Emulator ist es möglich, nicht kompatible Systeme auf einem Standard-PC abzubilden. Beispielsweise kann man im laufenden Betrieb eines LINUX-Systems eine Windows-Oberfläche emulieren, die absolut alle Möglichkeiten bietet, die von einer Original-Installation erwartet werden. Außerdem haben geschickte Entwickler Emulatoren entwickelt, die alte Computersysteme auf dem PC darstellen können. VC20, C64, Amiga, Atari ST, Schneider CPC und Sinclair sind hier natürlich nur Teile aus der großen Palette der Emulatoren. Wer zudem eine Spielekonsole auf seinem PC wiederbeleben möchte,
der wird ebenfalls mit einem Emulator befriedigt, denn auch hier ist die Anzahl der Emulatoren nahezu unüberschaubar und somit fast
jedes System vertreten. Leider weisen viele dieser Emulatoren Fehler auf, weil die Umsetzung eines anderen Systems natürlich sehr komplex ist. Daher sind Emulatoren, bis auf wenige Ausnahmen, im ständigen Entwicklungs-Status und damit auch frei und kostenlos verfügbar.
Systemvoraussetzungen
Der Emulator ZSNES hat keine großen Ansprüche, im Gegensatz zu seinen Kollegen, die beispielsweise einen N64 oder eine Playstation emulieren. Ein kleiner PC mit rund 133 MHz und einer Speicherausstattung von 32 MB sollte jedoch die Mindestkonfiguration darstellen. Wer jedoch vermeiden möchte, daß Ton oder Bild während des Betriebs Fehler aufweisen, der sollte ZSENS auf einem schnelleren Computer installieren. Außerdem sollte eine aktuelle Version von DirectX installiert sein, um den Ablauf des Emulators zu optimieren.
Wer den Emulator nicht unter Windows einsetzen möchte, der hat ebenfalls die Möglichkeit unter MS-DOS und LINUX in den Genuß der alten Spiele-Klassiker zu kommen.
ZSNES im Betrieb
Der Emulator ist im Internet frei verfügbar. Unter www.zsnes.com kann man die derzeit aktuelle Version kostenlos herunterladen. Der Download nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, da die Datei insgesamt kleiner als 1 MB ist. Ist die Datei auf der heimischen Festplatte angekommen, dann muß die Datei, mit Hilfe eines Tools (z.B.: WinRAR oder WinZip) entpackt werden. Eine Installation ist nicht mehr nötig, da der Emulator ohne einen Eintrag in der Windows-Registrierungsdatei auskommt und direkt gestartet werden kann.
Mit dem Start des Hauptprogramms gelangt man direkt in den Emulations-Modus, der nur noch die Einstellung der Bildschirmauflösung und die Konfiguration des Eingabe-Geräts erfordert. Zum einen ist der Emulator über die Tastatur steuerbar, doch diese Methode ist nicht besonders komfortabel. Richtiges Kosolen-Gefühl kommt erst auf, wenn man ein günstiges Joypad anschließt, das mit seiner Tastenbel
egung einem Original-SNES-Joypad ähnelt (4 Aktions-Buttons, Start, Select, Links und Rechts). Diese Joypads sind für einen Preis von ca. 10,00 Euro zu haben.
Bevor man in den Genuß eines Spiels kommt, sollte man sich die Einstellungen in den OPTIONS mal genauer ansehen. Dort hat man die Möglichkeit, sowohl die Grafik- als auch die Sound-Einstellungen zu ändern. Wer beim Spiel eine scharfe Auflösung der Grafik erhalten möchte, sollte die Einstellung im VIDEO Menue nicht zu hoch wählen, da sonst das Gesamtbild mit sehr vielen Pixeln dargestellt wird. Man sollte einfach ausprobieren, welche Einstellung für die Grafikkarte und den Monitor am besten geeignet ist. Im AUDIO Menue lassen sich ebenfalls unterschiedliche Modifikationen machen. Mono und Stereo sind die groben Einstellungen, doch zudem kann man kleine Extras hinzuschalten, mit denen die Qualität der Musik und Detailsounds noch weiter erhöht werden können. Außerdem kann der Befehlssatz der MMX-Prozessoren aktiviert werden. Für Experten sind diese Einstellungen sicherlich hilfreich, doch dem normalen Benutzer, der nur ab und zu eines seiner alten Lieblingsspiele spielen möchte, empfehle ich die Standard-Einstellungen.
Sehr komfortabel ist die Eingabe von unterschiedlichen CHEATS im gleichnamigen Menue. Die alten Codes des "Game Genie" oder des "Game Buster" lassen sich ohne Probleme übernehmen und bringen dem Spieler auf diesem Weg beispielsweise unendliche Leben, alle Schlüssel oder unbegrenzte Munition. Im MISC Menue findet der Benutzer einige Spielereien, die erst interessant werden, wenn man sich mit dem Emulator etwas besser auskennt. So lässt sich während des Spiels ein kleiner Film aufzeichnen, mit dem man sich später alle Handlungen nocheinmal ansehen kann. Interessant sind solche Filme insbesondere bei Kampfspielen, wie z.B. Mortal Kombat oder der Street-Fighter-Reihe.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, mit dem ZSNES per Internet gegen einen menschlichen Gegn
er zu spielen. Benötigt wird hierzu lediglich die WinSOCKS-Version 2.2 oder höher, die eigentlich bei jedem aktuellen Windows-System vorhanden sein sollte. Wer allerdings noch eine der ersten Windows 95 Versionen in Betrieb hat, kann unter www.microsoft.de ein entsprechendes Update für Windows 95 downloaden.
Nun kommen wir jedoch zum eigentlichen Sinn dieses Emulators. Über das Menue lassen sich natürlich auch Spiele starten und speichern. Hat man ein sogenanntes ROM auf seiner Festplatte gespeichert, dann lässt sich dieses ROM im komprimierten Zustand vom ZSNES starten. Der Emulator übernimmt alle weiteren Einstellungen und Aufgaben, bis das Spiel nach wenigen Sekunden gestartet wird. Hat man vorher im INPUT Menue alle Einstellungen zu seinem aktuellen Eingabegerät gemacht, dann kann es auch schon losgehen und dem Spielspaß steht kaum noch etwas im Weg.
Es gibt jedoch einige Dinge, die man während des Betriebs beachten sollte. Startet man den Emulator innerhalb von Windows, dann sollte der Bildschirmschoner und das Power Management abgeschaltet werden. Wird der Bildschirmschoner während des Spiels aktiviert, so kann es passieren, daß der Spielstand durch einen Absturz des Emulators verloren geht. Ähnlich verhält es sich, wenn der Computer plötzlich in den Standby-Modus schalten will, weil er seit längerer Zeit keine Aktivität mehr registrieren konnte. Startet man den Emulator unter MS-DOS, dann treten diese Probleme natürlich nicht auf.
Besonders praktisch finde ich die Funktion, ein Spiel an jeder beliebigen Stelle speichern zu können. Dazu stehen dem Benutzer temporär 10 Speicherplätze zur Verfügung. Wenn man also an eine schwierige Stelle gelangt, die nicht ohne weiteres zu meistern ist, dann kann man mit einer kurzen Tastenkombination den Spielstand an dieser Stelle speichern und nach einem missglückten versuch wieder genau an dieser Stelle aufnehmen. Wir der Emulator jedoch verlassen und wieder neu gestarten, so sind diese Speicherst
ände nicht mehr abrufbar. Deshalb sollte man ebenfalls darauf achten, die regulären Speichermöglichkeiten innerhalb des Spiels zu nutzen.
Interessant ist ebenfalls die Möglichkeit, Spiele zu spielen, die auf dem deutschen Konsolen-Markt nie erschienen sind. So kann man beispielsweise das ROM zum Spiel "Super Mario RPG" herunterladen, das damals unverständlicherweise nur in Amerika veröffentlicht wurde. Mittlerweile beschäftigen sich fleißige Leute sogar mit einer deutschen Übersetzung für dieses Spiel, die mit einem Patch in das ROM integriert werden kann.
Rechtliche Lage
Mit dem Betrieb eines Emulators bewegt sich der Benutzer in einer rechtlichen Grauzone, denn die Urheberrechte für die Spiele sind immer noch aktuell und werden gegebenenfalls auch wahrgenommen. Es gibt im Internet eine hohe Anzahl von ROMS, die ohne weiteres auf dem ZSNES benutzt werden dürfen, weil es sich um sogenannte Beta-Versionen oder Freeware handelt. Qualitativ entsprechen diese ROMS natürlich nicht den kommerziellen Spielen, doch sind sie hundertprozentig legal. ROMS, die jedoch ein kommerzielles Spiel beinhalten, das offiziell auf dem Markt erschienen ist, dürfen nur genutzt werden, wenn man tatsächlich im Besitz des Original-Moduls ist. Überprüfen lässt sich das natürlich nicht und so ist es jedem Benutzer selbst überlassen, auf welche Weise er den Emulator nutzen möchte. Selbst bei Spielen der guten alten Brotkiste (C64) gelten noch die Urheberrechte für die Spiele.
Quellen im Internet
Den Emulator bekommt man auf der offiziellen Seite der Entwickler. Dort kann man die derzeit aktuelle Version herunterladen und in Betrieb nehmen.
http://www.zsnes.com
ROMS findet man auf unzähligen Seiten im Internet. Problematisch ist es jedoch nach einiger Zeit, diese Seiten wiederzufinden, da diese Seiten, aufgrund der heiklen rechtlichen Lage, oftmals gesperrt werden oder die Betreiber auf ei
nen anderen Server ausweichen. Daher ist es empfehlenswert in einer Suchmaschine die Suchbegriffe ZSNES, EMULATOR und ROM einzugeben, um einige Seiten zu finden, auf denen ROMS erhätlich sind. Findet man eine Seite, die ROMS anbietet, dann kommt man per Linkliste meistens auch zu anderen aktuellen Seiten, die teilweise ein Archiv von über 500 ROMS zur Verfügung stellen. In welcher Weise man dieses Angebot nutzt ist letztendlich jedem selbst überlassen.
Außerdem gibt es eine deutsche Homepage, die sich tagesaktuell mit den neusten Entwicklungen in der Emulatoren-Szene beschäftigt und dementsprechende Artikel veröffentlicht. Wer thematisch auf diesem Gebiet einsteigen möchte und sich für Emulatoren und deren Einsatz interessiert, der sollte dort unbedingt mal vorbei surfen.
http://www.emunews.de
Meine Meinung
Mit dem ZSNES habe ich einen hervorragenden Emulator gefunden, mit dem ich meine Lieblingsspiele vom SNES wieder zum Leben erwecken konnte. Stundenlang habe ich vor meinem PC gesessen und mich an Dingen erfreut, die einen Teil meiner Jugend ausgemacht haben. Sollte man jemanden finden, mit dem man diese Leidenschaft teilen kann, dann sollte man auf keinen Fall allein vor dem Computer sitzen sondern schleunigst ein zweites Joypad anschließen. So steht dem nostalgischen Spielspaß nichts mehr im Weg.
Die Bedienung des Emulators ist kinderleicht und auch für Anfänger geeignet, die sich zum ersten Mal mit einem Emulator beschäftigen. Sowohl die Konfiguration, als auch das Gameplay machen an dieser Stelle keinerlei Schwierigkeiten, wenn man nur einige Kleinigkeiten, wie z.B. das Abstellen des Bildschirmschoners, beachtet. Selten habe ich einen Emulator benutzt, der sofort einsatzbereit und für jeden Benutzer geeignet ist.
Außerdem bietet der ZSNES Funktionen, die mit der ursprünglichen Konsole unmöglich gewesen wären. Dazu gehört natürlich in erster Linie die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt des Spi
els abzuspeichern und von dort neu zu starten. Die Cheat-Module sind ebenfalls integriert und geben dem Benutzer die Möglichkeit, die Spiele und sich selbst ein wenig zu beschummeln. Die Anwendung über das Internet ist ebenfalls leicht konfigurierbar und läuft problemlos mit jedem aktuellen Windows-System.
Für mich war es besonders interessant, einige Spiele zu spielen, die nie in Deutschland erschienen sind. Dazu zähle ich die frühen Veröffentlichungen der Final-Fantasy-Reihe und das Super Mario RPG. Ohne einen Emulator wäre ich nie in den Genuß dieser Spiele gekommen, weil man ein Modul aus Amerika nicht ohne weitere Hardware-Manipulationen per SNES spielen konnte.
Alles in allem kann ich diesem Emulator wirklich jedem empfehlen, der mal wieder ein wenig Spaß mit alten Spielen des SNES haben möchte und ein paar kurzweilige Stunden mit Mario und Luigi verbringen will.
© Barracuda
Fazit:


01.08.02
toller bericht, sehr informativ werde mich auch mal auf der Seite umsehen ;-)