Mozilla
Auf dem richtigen Weg - Mozilla Anwendung

Neuester Testbericht: ... muss man eigentlich wenig wissen. Entweder von der CD aus einfach Installieren oer aber wie schon erwähnt vom Internet herunterladen und... mehr

Auf dem richtigen Weg
Mozilla

ambrador

Name des Mitglieds: ambrador

Produkt:

Mozilla

Datum: 19.10.01, geändert am 19.10.01 (226 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: stabil, innovativ

Nachteile: langsam, noch nicht fertig

Für den Standard-User mag die Frage nach dem besten Webbrowser eher müßig sein. Eigentlich ist die Schlacht mit Einführung des IE 5.0 entschieden und geschlagen. Netscape liegt am Boden und auch Opera hat allerhöchstens eine Außenseiterberechtigung.

Anders sieht die Sache bei Linux Usern aus. Nachdem sich Netscape auch in der Version 6.1 nur durch aufgeblähte Downloads, mangelnde Geschwindigkeit und alles in allem enttäuschender Prognosen für die Zukunft hervortut, fällt die Aufmerksamkeit der User inzwischen verstärkt auf ein ursprüngliches Netscape-"Nebenprodukt" namens "Mozilla". Was es mit diesen Exoten auf sich hat, mag ein etwas genauerer Blick auf das Gebotene zeigen.


"MOZILLA?" _________

Als Reaktion auf immer weiter sinkende Marktanteile und eine sich abzeichnende absolute Dominanz von Microsofts Internet Explorer gab Netscape Anfang 1998 bekannt, daß sein Browser von nun an absolut kostenlos zu haben und weiterzugeben sei. Das besondere daran war, daß selbst der sog. "Source-Code" (das eigentlich Programm in einer Form, in der es gelesen, verstanden und verändert werden kann) ebenso offengelegt und zur Veränderung freigegeben wurde.

Kurze Zeit später gründete sich eine Gruppe interessierte User und nannten sich die Mozilla-Organisation. Ihr Ziel sollte sein eine eingenständige Web-Suite (im Gegensatz zu einem Web-Browser bezeichnet "Web-Suite" ein Programmpaket mit Browser, Email-Client und Web-Seiten-Gestaltungsprogramm) zu erschaffen, die auf vielen Betriebsystemen gleich aussieht und auch von ihrer Leistung her mit den Standard-Produkten konkurrieren kann.

Bei der Mozilla-Gruppe handelt es sich allerdings nicht vorrangig um die Programmierer, sondern um Leute, die die Richtung in der Programmentwicklung vorgeben, Raum für Diskussion schaffen (Foren, Mailinglisten, Chats...) und die Programmentwicklung koordinieren.

Inzwischen trägt die Arbe
it durchaus ansehnliche Früchte und Mozilla trägt die Versionsnummer 0.9.4. Damit scheint es tatsächlich realistisch Anfang 2002 mit einer "echten" Veröffentlichung mit Versionsnummer 1.0 rechnen zu können.


Getting Started _____

Mozilla gibt es eigentlich an jeder Ecke. Wer direkt beim Entwickler downloaden möchte, wendet sich an mozilla.org. Schon auf der Startseite sind Links zur neusten Version vorhanden. Derzeit sind Version für folgende Betriebssysteme erhältlich: Windows , Macintosh, Linux, AIX, Beos, Iris, OpenVMS, OS/2, HPUX, FreeBSD, NetBSD, BSD/OS (bsdi), Solaris, Tru64 Unix. Meine Meinung beruht zugegebenermaßen nur auf die Windows- und Linux-Variante. Trotzdem halte ich es für erwähnenswert wie konsequent an oben angesprochener Strategie der Verfügbarkeit für möglichst alle Betriebssysteme festgehalten wird.

Der Download selbst hat eine Größe von 7 MB (Linux), bzw. 8,5 MB (Windows). Das ist wesentlich weniger als der Internet Explorer oder der Netscape Communicator benötigen.

Die Installation ist einfach und dem jeweiligen Betriebsystem angepaßt. Eigentlich sollten dabei keine Probleme auftreten. Im installierten Zustand benötigt Mozilla weniger als 20 MB (der Internet Explorer benötigt 40 MB, ohne zu berücksichtigen, daß er wesentliche Funktionen benutzt, die sich im Windows Verzeichnis befinden).

Ohne einen Neustart ist Mozilla startklar.


Das erste Mal _____________

Beim ersten Start fordert Mozilla den User dazu auf ein "Profil" anzulegen. Neben den gewünschten User-Namen werden auch Email-Zugangsdaten abgefragt. Wer Netscape kennt hat damit keine Probleme. Andere mögen von diesem Konzept etwas verwirrt sein. Der Sinn dahinter liegt darin vielen verschiedenen Usern eine möglichst komfortable Nutzung von Mozilla an einem PC zu ermöglichen: In jedem Profil werden Emails und Lesezeichen völlig getrennt voneinander gehalten. Wer mit seiner ganzen Famile an
einem PC surft wird diese Funktion sehr zu schätzen wissen! Die "Regel-Funktionen" im Outlook können da nicht mithalten.

Lange war Mozilla (wie Netscape) als elender Langsamstarter verschrien. Das stimmt inzwischen nicht mehr. Wer häufig und oft mit Mozilla surft kann sogar eine "Schnellstart-Funktion" aktivieren, wodurch Mozilla im Speicher gehalten wird und nach dem ersten Start immer sofort zur Verfügung steht, auch wenn er zwischenzeitlich beendet wurde. Zumindest auf Computern mit mehr als 500 Mhz ist diese Funktion allerdings nicht besonders notwendig, da Mozilla nach wenigen Sekunden gestartet ist.

Wer schonmal einen Browser gesehen hat wird auch mit Mozilla keine Probleme haben, da sich die Adressenzeiel am gewohnten Ort befindet.

Insgesamt eine problemloser und einfacher Einstieg.


Praxis ______

Neben dem reinen Surfen bietet Mozilla eine Menge mehr. Viele sinnvolle und angenehme Funktionen zeigen sich erst, wenn man Mozilla intensiv nutzt und sich einige Zeit mit dem Programm beschäfftigt. Auf der anderen Seite hat Mozilla auch noch einige Macken und Fehlfunktionen. Hier nur eine (sicherlich unvollständige) Aufzählung einiger wichtiger.

Eine augenfällige Funktion von Mozilla ist die veränderbare Optik des Programms. Sogenannte "Themen" ermöglichen es das Aussehen individuell festzulegen. Nach der Installation stehen zwei Themen zur Verfügung (Classic und Modern). Im Netz sind schon einige weitere erhältlich (die sich leider mit Version 0.9.4 nicht nutzen lassen).

Als negativer Punkt sollte evtl. erwähnt werden, daß Mozilla derzeit nur englisch spricht. Andere Sprachversionen sind wohl erst mit der 1.0-Version zu erwarten.


- Der Browser

Zunächst das Positive. Mit Mozilla kann man hervorragend im Internet surfen. Mit dem 0.9.4-Release hat Mozilla von der Geschindigkeit her nochmal einen großen Schritt in Richtung Opera und Internet
Explorer gemacht. Trotzdem bleibt Mozilla in Sachen Geschwindigkeit nur Drittplazierter (vor Netscape). Auf "normalen" Seiten ist für mich allerdings kein Unterschied mehr zu erkennen.

Java und Javascript meistert Mozilla ohne Probleme (zumindest solange, wie die Seiten richtig programmiert sind. Seiten, die Fehler im Internet Explorer ausnutzen, um bestimmt Effekte zu erreichen werden (natürlich) nicht korrekt dargestellt). Auch Flash-Animationen oder Filme im Real-Format machen Mozilla keine Probleme mehr.

Zugegebenermaßen von Internet Explorer "geliehen" ist die Passwort-Erinnerungs-Funktion und die Auto-Vervollständigung von Web-Formularen.

Hervorragend ist die Integration der Lesezeichenverwaltung, die Websuche und die History ("Verlauf") gelöst. Direkt im Browserfenster kann eine sog. "Sidebar" eingeblendet werden, die über Registerreiter den Zugriff auf oben genannten Funktionen ermöglicht. Für mich die Beste Lösung aller gängigen Browser: sehr einfach in der Bedienung und in der Umsetzung noch ein Stück konsequenter als bei Opera.

In Sachen Sicherheitseinstellungen hat Microsoft erst mit dem Internet Explorer 6.0 einigermaßen mit Mozilla gleichgezogen. Natürlich bleiben die Sicherheitseinstellungen bei Mozilla trotzdem hervorragend.

Negativ bleiben einige Inkompatiblitäten. Besonders mit in Web-Seiten integrierten Flash-Animationen oder bei der Verwendung von sog. "Layern" gibt es immer wieder Probleme. Wer sich selbst ein Bild davon machen will sollte mal www.sport1.de (wird eigenwilligerweise unter Linux korrekt dargestellt), www.heute.de (die Uhr oben links), oder www.sat1.de ansurfen.


- Der Mail-Client

Der Mail-Client läßt wenig Wünsche offen. Durch die oben angesprochenen Profile gibt es keine Probleme mit mehreren Nutzern an einem Rechner. Mozilla-Mail hat keine Probleme mit mehreren Email-Konten, kann Filter und Regel definiere
n und Emails über eine sichere Verbindung abfragen. Ein ordentliches Adressbuch rundet das Angebot ab.

Insgesamt nichts Spektakuläres, aber auch keine Ausfälle. Einfache Bedienung, ausreichender Funktionsumfang.


- Der Composer

Anders als beim Internet Explorer gibt es bei Mozilla immer noch einen Web-Seiten-Gestalter gratis dazu.

Einfache HTML-Seiten, oder Grundgerüste für aufwendiger Projekte lassen sich einfach, schnell und komfortabel erstellen. Neben der "Normalansicht" ist auch ein Quellcode-Editor und eine Vorschau-Funktion integriert. Erst bei Style-Sheets, oder JavaScript muß der Composer passen.

Insgesamt eine wirklich gelungene Zugabe zum Gesamtpaket, die den alten Frontpage-Express schnell in Vergessenheit geraten läßt.


Ein kurzer Vergleich ______

Ob Mozilla inzwischen mit Opera oder dem Internet Explorer konkurrieren kann, mag eine kurze Auflistung einiger Werte zeigen.


- Download

Bei der Downloadgröße ist Opera unangefochtener Sieger. Wer auf Java verzichten kann, muß nur 1,5 MB downloaden. Mozilla kommt mit 8 MB auf Platz 2. Der Internet Explorer braucht für anständiges Arbeiten mindestens 20 MB.

- Geschwindigkeit

Hier streiten sich Opera und der Internet Explorer um den ersten Platz. Je nach Anforderung hat mal der eine mal der andere die Nase vorn. Mit einem zugedrückten Auge mag Opera den Titel "Fastest Browser on Earth" zurecht tragen. Mozilla kommt auf einen ordentlichen dritten Platz.

- Stabilität

In Sachen Stabilität haben alle drei Browser keine großen Aussetzer. Vor allem Mozilla hat in diesem Punkt nachgelegt. Ich vermag nicht zu erkenne, welcher Browser hier Vorteile haben soll.

- Speicherbedarf

Da der Internet Exporer sehr mit dem eigentlichen Betriebssystem verknüpft ist, braucht er deutlich am wenigsten Speicher. Frisch gestartet sollten es nicht mehr als 4
-6 Megabyte sein. Opera braucht etwa 10 MB. Mozilla macht sich in 20 MB des Hauptspeichers breit. Wenn neue Broserfenster geöffnet werden zeigt sich der Explorer am Genügsamsten. Mozilla hat zwar seinen Speicherbedarf diesbezüglich start verringert, trotzdem steigt der Speicherbedarf bei mehreren Fenstern überproprotional deutlich. Besonders User mit wenig Speicher werden evtl. Probleme mit dieser Macke von Mozilla bekommen.

- Benutzerfreundlichkeit

Durch die Sidebar und dem intergrierten Composer würde ich hier Mozilla auf dem ersten Platz setzen. Opera kann durch ein ähnliches Konzept überzeugen. Der Internet Explorer bildet hier das Schlußlicht: Getrennte Programme zum Surfen und für Email, unterschiedliche Funktionen für Verlauf und Bookmarks, keine intergrierte Suchfunktion. In Sachen einheitlicher und einfacher Bedinung hinkt der Marktführer meiner Meinung nach deutlich hinter der (kleiner) Konkurrenz zurück.

- Preis

Wer beim Opera das läßtige Werbefenster entfernen möchte, wird mit rund 50,- DM zur Kasse gebeten. Die beiden anderen Broser gibt's kostenlos. Mir geht es hier wie vielen anderen: Opera ist sicherlich nicht schlecht, Geld bezahlen möchte ich dafür nicht und die Werbung nervt.


Fazit ______

Mozilla ist auf dem richtigen Weg. Schon jetzt kann das Produkt mit den Konkurrenten mithalten und hat in sachen Benutzerfreundlichkeit sogar die Nase vorn. Wenn bis zur 1.0 Version konsequent weitergearbeitet wird, kann ich mir durchaus Vorstellen ganz auf Mozilla umzusteigen. Bis dahin bleibt meine erste Wahl allerdings eindeutig der Internet Explorer.

so long

Fazit: