Macromedia Dreamweaver 4.0
Der Traumweber - Macromedia Dreamweaver 4.0 Anwendung

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Der Traumweber
Macromedia Dreamweaver 4.0

Alsion

Name des Mitglieds: Alsion

Produkt:

Macromedia Dreamweaver 4.0

Datum: 05.07.02, geändert am 05.07.02 (360 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: WYSIWYG, Intuitiv zu bedienen, Top HTML-Code, Site-Manager, Integrierter FTP-Client, hängt die Konkurrenz locker ab

Nachteile: Relativ teuer

Seit nunmehr 1999 kenne und arbeite ich mit dem Dreamweaver aus dem Hause Macromedia. Angefangen mit der ersten Version, bin ich inzwischen bei Nummer 4 angelangt (ich weiß, inzwischen gibt es die Version 5 bzw. MX ;-), über die ich hier ein paar Zeilen schreiben möchte.
Mit dem Internet befasse ich mich seit 1996 (10. Klasse Realschule) und wie bei vielen anderen kam irgendwann der Gedanke: „Ich will jetzt auch Internetseiten programmieren!“. Angefangen hat es bei mir mit einfach HTML in einfachen Editoren, dann kam ein kurzer Abstecher zu Frontpage von Microsoft, und dann lernte ich in meinem erstem Betriebspraktikum (gottseidank) den Dreamweaver kennen.
Inzwischen habe ich aus meinem Hobby einen Beruf gemacht und arbeite als Systemadministrator und Media Engineer in einer Werbeagentur.
Genug von mir – nun also zur Software...


***** Allgemein *****

Macromedias Dreamweaver ist wohl eines DER Tools (vielleicht sogar DAS Tool), wenn es um professionelle Gestaltung und Programmierung von Internetseiten geht. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Die aktuelle Dreamweaver-Version kostet um die 480,- EUR.
Das Programm gehört in die Sparte der „WYSIWYG“-Editoren (What You See Is What You Get). Man sieht also direkt bei der Programmierung, wie die Seite aussieht.
Neben dem Editor, der nahezu alle Programmiermöglichkeiten die es in HTML gibt ausschöpft, und auch JavaScript kann, ist ein (wenn auch einfacher) FTP-Client und Site-Manager integriert, der dafür sorgt, dass die Seite auch online gestellt werden kann. Des weiteren ist ein ganz gutes Tool zur Verwaltung und Erstellung von Cascading Style Sheets (CSS) enthalten.


***** Installation *****

Die Installation ist, wie bei den meisten Windows-Programmen, sehr einfach. Besondere Benutzereingaben werden –abgesehen von den Registrierdaten- nicht erwartet. Somit dürfte die Installation auch für absolute Laien prob
lemlos durchführbar sein. Die Frage ist natürlich nur, ob ein absoluter Laie unbedingt Internetseiten programmieren muss ;-) Aber das ist ja in Mode und ein anderes Thema...


***** Systemvoraussetzungen *****

Ein heutiger „Standard-PC“ sollte völlig genügen. Privat arbeite ich mit einem P3/500MHz, auf dem der Dreamweaver anstandslos und in angenehmer Geschwindigkeit läuft. Je schneller desto besser stimmt zwar in etwa, aber auch betagtere Rechner sollten also keine Probleme machen.
Ich habe den Dreamweaver (2) schon auf einem 468/100MHz problemlos laufen lassen. War zwar etwas langsam aber theoretisch noch schnell genug um damit zu arbeiten.
Da ich von der Angaben auf den Packungen nicht viel halte, hier nun meine Einschätzung, was für den Dreamweaver 4 mindestens vorhanden sein sollte:

- P2/450 MHz
- 64 MB Ram
- 40 MB Festplattenspeicher
- Maus & Tastatur (sonst wird’s schwer mit der Bedienung ;-)
- 17“-Monitor mit min. 1024x768 Px. Auflösung

Optimal läufts dann ab ca. P3/800MHz, 128 MB Ram etc. Also Voraussetzungen, die heutige PCs problemlos erfüllen (sollten)


***** Oberfläche & Bedienung *****

Die Oberfläche ist auf den ersten Blick zwar etwas chaotisch, aber trotzdem sehr einfach.
Diverse Fenster und Symbolleisten kämpfen um den Platz auf dem Monitor.
Auf die grundlegenden HTML-Befehle bzw. –funktionen hat man durch die Objektleiste Zugriff. Die Eigenschaften für die verschiedenen HTML-Objekte werden im Eigenschaften-Inspektor festgelegt. „Exotische“ Elemente wie DHTML-Objekte, Zeitleisten oder auch Cascading Style Sheets haben eigene kleine Fenster mit Reiterkarten. Aber auch Frameset-Definitionen, Ebenen oder Elementbibliotheken finden sich hier wieder.
Den Grossteil des Monitors nimmt aber natürlich die eigentlich Seite ein, auf der man prinzipiell arbeiten kann wie in Word, Star-Office etc. Natürlich aber ausgele
gt auf Internetseiten und HTML.
Alle Fenster und Symbolleisten kann man selbstverständlich frei auf dem Bildschirm verschieben, so wird gewährleistet, dass nie etwas verdeckt wird, das dann nicht änderbar wäre. Sollte es dann doch einmal zu eng oder unübersichtlich werden können alle „fliegenden“ Fenster und Objektleisten durch einen einfachen Druck auf „F4“ ausgeblendet werden. Sehr sinnvoll, wenn man eine Bildschirmauflösung kleiner als 1024x768 hat.
Sehr wichtig für HTML-Puristen dürfte die Taste „F10“ sein: Damit wird der HTML-Code der aktuellen Seite eingeblendet und kann natürlich auch bearbeitet werden. Im Vergleich zu vielen anderen WYSIWYG-Editoren hat der Dreamweaver den schönen Vorteil, dass er selbstgeschriebenen Code nicht ändert bzw. „verschlimmbessert“, wie es andere Editoren wie Frontpage gerne tun.
Natürlich bietet die HTML-Ansicht das übliche Syntax-Highlighting, dass sich unter dem Menüpunkt „Bearbeiten -> Voreinstellungen -> Codierungsfarben“ noch anpassen lässt.
Über den Punkt „Bearbeiten -> Voreinstellungen“ gibt es übrigens noch viele weitere Möglichkeiten, den Dreamweaver an seine individuellen Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen. Hier aber nun jede Möglichkeit aufzuzeigen, würde den Rahmen dieses Berichts aber bei weitem sprengen.

Der Site-Manager (und gleichzeitig FTP-Client) ist ähnlich wie der Windows-Explorer aufgebaut: Baumansicht mit Ordnern und Dateien. Allerdings wird hier unterschieden zwischen „Lokaler Site“ und „Remote Site“. Die „Lokale Site“ mit den Dateien und Seiten die sich auf dem eigenen Rechner befinden, die „Remote Site“ mit den Dateien und Seiten auf dem Server.
Grundlegend sollte man für jedes neu begonnene Projekt eine eigene „Site“ definieren. Hier wird angegeben, wie das Projekt/die Site heißt, wo die Dateien auf der Festplatte zu finden sind (Stammordner),
aber natürlich auch die Daten für den Zugang zum FTP-Server. Sind diese Daten alle angelegt, steht auch dem Upload auf die eigene Domain im Internet nichts mehr im Wege.
Natürlich bietet der Site-Manager auch automatische Verwaltungsmöglichkeiten. Wird eine bestehende Datei im Site-Manager umbenannt, wird automatisch überprüft, welche Dateien auf diese Datei verweisen, und die Links entsprechend angepasst. Wichtig: Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Datei auch wirklich im Site-Manager umbenannt wird. Benutzt man für die Umbenennung den Windows-Explorer, werden natürlich keine Links automatisch angepasst, da der Dreamweaver diese Änderung nicht mitbekommt.
Das automatische Anpassen funktioniert an sich ganz gut, ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Links, die in einem (auf der Seite integrierten) JavaScript stecken oft nicht mit angepasst werden. Kontrolle und vielleicht etwas Nacharbeit sollte also evtl. sein.


***** Funktionen *****

Damit wären wir dann auch bei den Fähigkeiten des Dreamweavers, die ich ja schon kurz angeschnitten habe:
Vom einfachen HTML im 3.2- bzw. 4.0-Standart, über Cascading Style Sheets, Layer, DHTML & JavaScript bis hin zu Flashfunktionen ist im Prinzip alles machbar. Der Dreamweaver arbeitet zwar sehr „selbständig“, zaubern kann er aber natürlich nicht. D.h. man sollte schon wissen, was man eigentlich möchte, und wie es im Prinzip funktioniert bzw. angewendet wird. Einfaches Beispiel: Framesets. Wenn man ein Frameset erstellen will (was im Dreamweaver herrlich einfach geht) sollte man natürlich wissen, was ein Frameset überhaupt ist, wie es funktioniert und für was man es benötigt.
Hierbei möchte ich auch einmal auf DAS Standardwerk in Sachen HTML hinweisen: SelfHTML. Zu bekommen unter http://www.teamone.de/selfhtml. Dessen Lektüre bzw. auszugsweise Lektüre empfehle ich jedem, der sich für Internetprogrammierung, HTML etc. interessiert. Hier kann man sehr viele Basics l
ernen, die im täglichen Umgang mit dem Dreamweaver sehr wichtig sein können.
Natürlich werde ich nun nicht die einzelnen Funktionen und Möglichkeiten des Programms erklären. Ich finde speziell bei „Traumweber“ gilt das Prinzip „Learning by doing“. Hier möchte ich auch auf die sehr, sehr gute Online-Hilfe verweisen, die von vielen leider mit Vehemenz (-> schreibt man das so? ;-) ignoriert wird. Oft werde ich von Kollegen und Bekannten gefragt „wie geht das?“, „wie funktioniert dies?“ – ein kurzes Schauen in die Online-Hilfe oder auch mal SelfHTML hätte in 80% aller Fälle schon geholfen. Aber was macht man nicht alles für Leute mit denen man zusammenarbeitet oder mit denen man befreundet ist? :-p

Wie oben erwähnt, kann man im Dreamweaver eigentlich fast alles machen, was in Sachen Internetprogrammierung machbar ist. Lediglich PHP/(my)SQL/ASP/Perl etc. ist im Dreamweaver nicht vorgesehen. Das soll aber nicht heißen, dass er hier Fehler produziert. Sofern man beispielsweise ein PHP-Skript per Hand in die Seite einprogrammiert, ignoriert der Dreamweaver dies einfach, markiert es als „Benutzerdefiniertes Skript“ und lässt es unangetastet. Theoretisch kann man ihn also auch für dynamische Seiten verwenden, man darf aber keine Unterstützung bei den dynamischen Inhalten von Seiten des Dreamweavers erwarten.


***** Schwächen *****

Natürlich ist kein Programm frei von Fehlern. Auch der Dreamweaver nicht. Oft hat er kleinere Probleme, bei _wirklich_ komplizierten Tabellen („unregelmäßige Tabellen“), aber ein wirklich produktives und angenehmes Arbeiten ist problemlos möglich.
Ansonsten blieb ich von weiteren Bugs bisher verschont bzw. habe sie als „Gegebenheit“ akzeptiert. Auf jeden Fall fällt mir im Moment nichts ein, dass mir die Arbeit mit dem Dreamweaver wirklich verleidet hätte.
Gut, der FTP-Client könnte besser sein, mehr Funktionen haben.
Für einfaches hochladen und aktualisieren von Internetseiten ist er aber vollkommen ausreichend.


***** Stärken *****

Die Stärken der 4er-Version im Vergleich zu den Vorgängern:
Jede Version bringt neue Features (und Bugs) mit, die anreizen sollen, auf die neue Version umzusteigen.
Im Vergleich zu seinen Vorgängern schreibt der vierte Traumweber einen noch schöneren Code, die Einrückungen sind sauberer und insgesamt wirkt der HTML-Code übersichtlicher.
Sogar kleine Flash-Filme lassen sich nun im Dreamweaver erstellen. Wunder darf man hier aber keine Erwarten. Für professionelles Flash-Design geht einfach nichts über Flash von Macromedia, das aber natürlich auch dementsprechend kostet; Flash soll hier aber nun nicht das Thema sein.
Die Integration bzw. Zusammenarbeit mit anderen Programmen wie Photoshop, ImageReady aber auch Freehand, Fireworks und Flash klappt noch viel besser, als schon mit den Vorgängern.


***** Dreamweaver im Vergleich *****

Dreamweaver ist im Vergleich zu FrontPage von Microsoft oder GoLive von Adobe um einiges übersichtlicher, verständlicher und vor allem leistungsfähiger. Allerdings kostet er auch etwas mehr.
Frontpage würde ich eher dem Privatanwender empfehlen, der eben mal die Homepage für seine Familie machen will („Willkommen auf der Homepage von Fam. Dambacher“ ;-).
Der Traumweber zielt hier eher auf das professionelle Umfeld: Internetseiten von Firmen, die regelmäßig gepflegt werden müssen, größere (auch private) Internetprojekte etc. Aber vor allem in Multimedia-Firmen und Werbeagenturen ist der Dreamweaver zu Hause.
Im direkten Vergleich hängt er seine beiden bekanntesten Konkurrenten auf jeden Fall weit ab, was im übrigen einige Tests in Computerzeitschriften (z.B. c’t) immer wieder eindrucksvoll belegen.


***** Fazit *****

Für mich ist der Dreamweaver bisher unschlagbar. Die intuitive Bedienung, der Leistungsumfang aber
vor allem auch die Professionalität und die „Zusatztools“ wie der Site-Manager machen das Programm zum absoluten Spitzen-Tool. In der täglichen Arbeit in der Agentur ärgert mich der kleine zwar auch immer mal wieder, verglichen mit anderen HTML-Editoren sind das aber eher kleine „Neckereien“ ;-)
Der Dreamweaver hat mir meine Internetprojekte immer sehr erleichtert und es macht immer wieder Spaß mit ihm zu arbeiten :-)
Da ich den Dreamweaver von Anfang an kenne (seit der ersten Version) und ich sozusagen mit ihm gewachsen bin, gibt es eigentlich nur ein Fazit: „Bis das der Tod uns scheidet“ ;-)

In diesem Sinne,
Alsion

Fazit: