M.A.M.E.
M.E.S.S. - M.A.M.E.s Bruder ;-) - M.A.M.E. Anwendung

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Neuester Testbericht: ... nicht alles hundertprozentig funktioniert (wie bei MAME auch). Mittlerweile haben sich da auch welche an Großrechner herangetraut ;-)))). ... mehr

M.E.S.S. - M.A.M.E.s Bruder ;-)
M.A.M.E.

kristallschaedel

Name des Mitglieds: kristallschaedel

Produkt:

M.A.M.E.

Datum: 09.11.02, geändert am 09.11.02 (1505 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: teilweise sehr genau, Emulationen sind individuell konfigurierbar, beinhaltet auch Exoten (z. B. ARCADIA 2001)

Nachteile: teilweise nicht ganz ausgereift, teilw. Absturzgefahr

Heute erzähle ich mal etwas über das M.E.S.S.-System:

Warum habe ich die Meinung in die Kategorie M.A.M.E. gepackt? Zwei Gründe: Ich habe keine andere Kategorie für M.E.S.S. gefunden (irgendwie gibt es auch keine "SONSTIGE EMULATOREN"-Rubrik - so eine Scheiße...) und zweitens ist es der "Bruder" von M.A.M.E. - ja! (immer diese vielen Punkte in diesen zwei Programm-Namen, ich lasse die jetzt einfach weg, ok? ;-)

Noch ganz kurz was zu MAME, bevor wir zu MESS (multi-emulation super-system) kommen: Mit MAME (das Programm ist frei und für mehrere Betriebssysteme zu haben) lassen sich mehrere tausend Spielhallen-Originale (ca. 1976 bis 1991) in ihrer Ursprungsform (also tatsächlich ooohrginooohl, nix Nachgemachtes ;-) auf dem PC mit Grafik, Audio und Steuerung betreiben - die ganzen Spielautomaten wurden mit ihrer gesamten Ausstattung und den Programm-Codes nachprogrammiert und alles in einem Programm vereint. Alles, was man braucht, ist eben dieser MAME und die Inhalte der Festwertspeicher-Bausteine der Automaten in Form von Dateien (die "ROM"-Dateien), wobei natürlich nicht alle Automaten hundertprozentig funktionieren. Sogar der Münz-Einwurf ist integriert ;-).

Ok, nun aber zu MESS: Das Grundsystem bei MAME und das Prinzip, alles in einem zu vereinen, schien einigen Leuten sehr zu gefallen und motivierte sie, auf diesem Programmcode aufbauend einen Vielfach-Emulator für die zahlreichen Konsolen und Heimrechnern (ca. 1976 - 1994) zu programmieren. Man hat, ebenfalls in einer großen Programmierer-Gemeinde, alle Rechner und Konsolen nachprogrammiert und diese Emulationen in einem Programm, dem MESS, vereint, und es kommen immer noch neue hinzu. Wie bei MAME auch, sind natürlich die ROMs erforderlich, doch die sind zu einem großen Teil mittlerweile frei zu haben. Auch MESS ist frei und für mehrere Betriebs-Systeme verfügbar, die Emulationen und Versionen des MESS sind aber noch in unterschiedlichen Entwicklungsstadie
n, so daß nicht alles hundertprozentig funktioniert (wie bei MAME auch). Mittlerweile haben sich da auch welche an Großrechner herangetraut ;-)))).

Laut Linzentvereinbarung ist es dem Anwender nicht gestattet, MESS oder MAME zusammen mit ROMs auf einem "physikalischen Datenträger-Medium" weiterzugeben (Urheberrechte und so), gleich ob diese frei sind oder nicht.

Ich wollte mich ja auf MESS konzentrieren, daher werde ich MAME jetzt "vernachlässigen", ist ja nicht das Thema hier.

MESS muß erst einmal installiert werden, es empfielt sich natürlich eine Festplatte. MESS trennt zwischen ROMs, Spielständen und Programmen, deren "Hauptverzeichnisse" (BIOS\, SOFTWARE\...) können an unterschiedlichen Stellen im Rechner liegen, und dürfen individuell festgelegt werden, auch andere Laufwerke sind zugelassen, wobei für Spielstände eine CD-ROM nicht unbedingt sinnvoll ist ;-)

Jedem der mehreren hundert integrierten Systeme (einschl. Modifikationen) ist ein fester Basis-Verzeichnisname zugewiesen worden, der nicht geändert werden kann und darf. Dieser hat maximal acht Zeichen, so steht z. B. A800PAL\ für die PAL-Version des Atari 800-Rechners. Dieses Verzeichnis A800PAL\ ist in jedem Datentypen-Hauptverzeichnis (z. B. BIOS\) aufzutauchen, sofern dieser Rechner nun emuliert werden soll. (jaaa, blöd zu erklären, ich weiß... ;-) - so sind die Spiele für A800PAL in SOFTWARE\A800PAL aufzutauchen, die ROMs in BIOS\A800PAL (die Verzeichnisse SOFTWARE\ und BIOS\ dürfen auch anders heißen, muß aber eingestellt werden).

Die Dateien der ROMs sind fest vorgegeben worden, diese sind strikt einzuhalten, wenn Probleme vermieden werden sollen. Dabei haben sie oft schwer zu merkende Namen (A6584JA.4IK für ein BASIC-ROM oder so), die wohl ROM-Modellnummern darstellen sollen. Einige Systeme (z. B. NES) brauchen keine System-ROMs.

Dateiendungen für Medien (Disketten, Kassetten mit Programmen) sind für jedes System eb
enfalls fest vorgegeben worden, sind aber oft von anderen Emulatoren des Systems übernommen worden, die Endungen sind meistens sinnvoll (DSK = Diskette, CAS = Daten-Kassette usw...).

Die Entwickler haben an Abwärts-Kompatibilität gedacht, so daß in Auswahllisten für Programme für den A800PAL\ auch jene für A800\ und A400\ auftauchen, die ja auch auf einem A800PAL\ (aber nicht unbedingt andersherum ;-) laufen. Das ist in meinen Augen sehr sinnvoll.

Die Konfigurationen (Steuerung, Grafik, Audio, Ablauf-Geschwindigkeit gemessen am Original) können in MESS für jedes System individuell eingestellt oder ganz vereinheitlicht werden. Das ist großartig und spart eine Menge Arbeit. MESS erkennt vor dem Start automatisch, ob ROMs fehlen oder nicht korrekt sind. Sinnvoll und kann Abstürze (dazu komme ich noch...) verhindern.

An MESS arbeiten viele Leute an vielen Systemen, und streben an, ihre Emulationen zu perfektionieren. Daß 100% Genauigkeit bei einer Emulation (theoretisch) nie erreicht werden können, brauche ich wohl nicht erwähnen, aber 99% gibt es ;-). Da permanent gearbeitet wird und auch immer wieder neue, noch unausgereife Emulationen hinzukommen, ist die Qualität der Emulation bei jedem System unterschiedlich, doch das Entwicklungs-Stadium einschl. noch bestehender Probleme wird bekanntgegeben - der Anwender wird also gewarnt ;-) - sehr sinnvoll und kann Frustrationen vermeiden. Einige Emulationen sind sehr gut (z. B. COLECOVISION, A5200), andere sind noch vorm Arsch (z. B. VCS2600) - gehen gar nicht oder nur sehr stark eingeschränkt.

In der Emulation verfügt der Bediener über eine integrierte, menübasierte Benutzeroberfläche, die er mit ROLLEN und TABULATOREN-TASTE (de-)aktivieren kann. Hier kann er virtuelle Medien einlegen (Disketten-Abbilder), Neustarts machen, Steuerungen ändern oder per ESC außerhalb des Menüs die Emulation beenden - genau wie bei MAME. Er sollte nicht vergessen, anschl. ROLLEN wieder zu deaktivieren (könnte
auch Probleme bereiten ;-). Diese werden dann auch gespeichert, nachdem der Bediener die Emulation verlassen hat. Leider gibt es in den teilweise sehr langen Auswahlmenüs kein BILD AUF und BILD AB, was eigentlich nervig ist.

Ich habe eben Abstürze erwähnt, ja es tritt so dann und wann mal einer auf, wenn eine Emulation nicht ausgereift ist. Da kann der Rechner tatsächlich mal hängenbleiben, es ist also auch etwas Vorsicht geboten. Doch der Nutzer wird gewarnt und kann die Emulation noch vor dem Start abbrechen (gut).

Viele Emulationen funktionieren aber reibungslos, andere schlecht bis gar nicht, doch diese werden irgendwann mal in verbesserten Stadien integriert (oder auch nie ;-)))). Bemerkenswert ist, daß viele Exoten emuliert werden können, für die es teilweise gar keine anderen Emulatoren gibt (bzw. von denen ich keine anderen kenne, z. B. CHANNELF\ (unausgereift) oder ASTROCDE\, auch sehr gut emuliert). Modernere Plattformen wie PSX2, DREAMCAST oder N64 wird man bei MESS nicht finden, dafür aber zahlreiche Klone älterer Systeme in teilweise anderen Sprachen (deutsch, ungarisch, schwedisch,... ;-).

Mit MESS kann man also, wenn man in ihm viele Systeme (die allermeisten System-ROMs sind ja mittlerweile mehr oder weniger frei) mit passenden Programmen (auch schon sehr viel frei...) integriert, ein richtiges, virtuelles Computer-Museum aufbauen ;-) - die optional anwendbare Benutzeroberfläche kann nervige Tipparbeiten an der Eingabemaske ersparen, hier können Einstellungen vereinheitlicht und Fotos der Rechner integriert werden ;-), Auswahllisten werden automatisch erstellt - alles großartig, aber leider funktionieren viele Emulatoren nicht so, wie sie sollen, aber was will man für ein freies Programm (Projekt) in dem Umfang verlangen...

Witzig ist auch, daß alte DOS-Rechner (mit 512K, DOS 3.0, EGA, 5.25"-Laufwerk und so) emuliert können. Was wie ein Spaß klingt, ist aber tatsächlich ernstgemeint ;-)

Mit dem Progr
amm kann ein Nostalgiker einerseits also auch mit Exoten viel Spaß haben, aber andererseits ist MESS noch nicht ganz ausgereift. Dennoch ist es sehr empfehlenswert und man sollte es sich mal ansehen, wenn man sich für die Computer-Vergangenheit interessiert.

Fazit: