
Neuester Testbericht: ... von Browser, Datei Manager, Dokumentbetrachter und Präsentationsprogramm. Der KDE Konqueror war geboren und die Version 3.0 ist mittle... mehr
Explorer, Navigator, Opera, Konqueror??
KDE Konqueror

Name des Mitglieds: _matthias_
Produkt:
KDE Konqueror
Datum: 20.02.02, geändert am 20.02.02 (160 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: kostenlos, Alternative, Dateibetrachter
Nachteile: Abstürze, langsam, RAM-Fresser
Es gibt doch eigentlich nur einen wahren Web Browser. Den Internet Explorer von unserem Microsoft-Giganten. Der Netscape Navigator scheint trotz größter Bemühungen immer mehr Marktanteile zu verlieren und der Undercover-Browser Opera fristet immer noch ein Mauerblümchendasein. Immer mehr Plugins sind nur noch auf den Inter Explorer abgestimmt und bei den Windows-Betriebssystemen ist er ja quasi schon installiert, wobei ich bis jetzt jegliche Ironie von mir weise. Auf einem anderen Gebiet jedoch hat der Browser des Monopolisten keine Chance: Linux. Aus nachvollziehbaren Gründen hat sich Microsoft bisher nicht dazu durchringen können, ein Produkt für das zweitgrößte Betriebssystem zu entwickeln. Das wäre wahrscheinlich so, als würde Ciao eine Suchfunktion für die Yopikategorien auf den Markt bringen.
Neben dem Netscape Navigator und einem Opera Browser gibt es für Linux-Systeme noch eine dritte Möglichkeit, durch das world wide web zu surfen, den KDE Konqueror. KDE steht für K Desktop Environment und ist eine grafische Benutzeroberfläche für Windows, die sehr an Windows erinnert, aber einige Verbesserungen mit sich bringt. Nun ist man stets bemüht, die gleiche Programmvielfalt anbieten zu können und setzte beim Konzept eines Web Browsers schon früh auf die Vereinigung von Browser, Datei Manager, Dokumentbetrachter und Präsentationsprogramm. Der KDE Konqueror war geboren und die Version 3.0 ist mittlerweile als Beta-Version unter http://www.konqueror.org herunterzuladen. Die Versionen 2.x sollen die stabilen Versionen kennzeichnen und ein sorgenfreies Surfen unter Linux ermöglichen.
Die Funktionsvielfalt ist unter den Aspekten der multiplen Verwendungsmöglichkeiten des Konquerors wirklich nicht schlecht, der Dateimanager ist eigentlich wirklich gut zu gebrauchen und benutzen, Schwächen zeigt der Konqueror aber leider im Einsatz als Web Browser. Neben den üblichen Einstellungsmöglichkeiten für Web Browser, die durchaus an den Explorer erinnern können,
scheint sich auch sonst zunächst nicht viel positiv oder negativ herausstellen zu können, aber je länger man surft, merkt man schon die eine oder andere Schwäche des Konquerors.
Zum einen werden "Secure Protocols" nicht unterstützt (zumindest in meiner Version 2.1.x nicht), das heißt dass man alle SSL-Logins oder Bankgeschäfte getrost vergessen kann. Eine Meldung "The protocol https is not supported" beendet alle in diese Richtung gehenden Versuche. Wer sich mit Linux gut auskennt, kann aber mit der Installation eines neuen Addons "Openssl" Abhilfe schaffen. Ebenso ist mit der Plugin-Fähigkeit nach der Installation von Shockwave das Ende der Fahnenstange nahezu erreicht. Java funktioniert nach Angbaen der Hersteller auf circa 90% der Webseiten, die dies verwenden, wobei ich allerdings eher einen Wert von 80% ansetzen würde. Javascript ist möglich, Cascading Style Sheets sind ebenso in den KDE Konqueror integriert.
Das Surfen verläuft leider sehr langsam. Allein das Starten des Programms dauert sehr lange und scheint relativ viel Arbeitsspeicher einzunehmen, denn nach circa 10 Fenstern läuft auf der grafischen Oberfläche so gut wie nichts mehr und nicht selten stürzen alle Fenster gleichzeitig, simultan und vor allem kommentarlos ab. Dies leider nicht nur unter einer bestimmten Konfiguration, sondern unter mehreren Distributionen, wie ich hörte (ich selber arbeite mit einer Debian-Distribution). Diese Effekte können natürlich von Konfiguration und Ausstattung des jeweiligen Rechners abhängen (bei mir sind es ein 300 MHz-Rechner mit 128 MB SDRam), insgesamt lautet mein Fazit bezüglich der Stabilität aber allenfalls "durchschnittlich". Die Ladezeiten von Internetseiten sind leider ebenfalls unterdurchschnittlich und man kann förmlich zuschauen, wie einige Bilder und Icons einzeln geladen werden.
Wie bereits erwähnt erinnert das Aussehen an die üblichen Webbrowser, die Menues sind bis auf einige Ausnah
men identisch und durchaus benutzerfreundlich gestaltet. Als benutzerfreundlich ist aber der Bereich Service und Support zu bezeichnen. Die kostenlose Software ist bei KDE-Oberflächen jeweils integriert, für andere Oberflächen gibt es auf der oben angegebenen Homepage eine ausführliche Installationsanleitung sowie für alle User und Fälle eine gute FAQ und einen Link zu einem Diskussionsforum, in dem weitere Fragen gestellt werden können, die dank der Philosophie vieler Linux-User auch in der Regel schnell eine Antwort finden.
Aufgrund der obigen Schwächen ist es mit dem KDE Konqueror als Web Browser allein sicher nicht getan. ine Installation vom Navigator oder dem Opera Browser scheint unumgänglich und daher scheint der KDE Konqueror redundant zu sein. Seine Eigenschaften als Datei- und Dokumentbetrachter sind allerdings ok, außerdem lassen sich Anwendungen leichter mit dem Konqueror als mit dem Navigator verknüpfen, sodass er für Notfälle doch einen guten Notnagel darstellt. Insgesamt bleiben aber trotz einigen positiven Eigenschaften nur zwei von fünf Sternen, weiterempfehlen kann ich den Browser ebenfalls eher nicht.
Browsende Grüße, euer mr.matze (c) 20.2.02
Wer klaut der soll einen Internal Server Error haben.
Respect all Colours.
Fazit:

