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DEINE persönliche Online-Zeitung
Infogate

Name des Mitglieds: edgarallan
Produkt:
Infogate
Datum: 08.12.00, geändert am 08.12.00 (24 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Stell Dir Deine abonnierte Zeitung/Zeitschrift vor - OHNE den Teil, mit dem Du noch nie etwas anfangen konntest
Nachteile: Kein Geruch von Papier, kein Rascheln beim Blättern
Das US-Unternehmen Infogate bietet seinen mittlerweile mehr als einer Millionen registrierten Nutzern die Möglichkeit, sich personalisierte, also auf den Einzelnen zugeschnittene Nachrichten unterschiedlichster Themenkategorien auf den heimischen Bildschirm schicken zu lassen. Als Infogate-Abonnent bin ich also gleichsam Abonnent der Edgarallan-Zeitung, ein Produkt, das Nicholas Negroponte in seinem Buch "Total Digital" (1995: 192, englisch: "Being Digital") als “Meine Allgemeine” (englisch: "Daily Me") bezeichnet hat: “Diese “Zeitung” können Sie sich dann in einer Auflage von einem Exemplar drucken lassen” (ebd.: 191).
Das Procedere, das bei Infogate zur personalisierten Zeitung führt, beginnt mit der Nutzerregistrierung . Jeder Nutzerzugang (“account”) umfaßt einen User-Namen und ein Paßwort. Nach der Registrierung werden neue Abonnenten durch die verschiedenen Personalisierungsoptionen der Infogate-Seiten geführt. Die Themenselektion, die der Nutzer auf diesen Seiten vornimmt, ergibt schließlich jene Nachrichten, die auf den Infogate-Laufbändern am unteren Rand den heimischen Monitors vorbeiziehen (vergleichbar etwa n-tv), sobald man erneut online ist. Infogate recherchiert selbst keine Nachrichten. Die themenspezifischen Informationen, die unter dem Link “My Content” angewählt werden können, entstammen anderen Medien: Wer sich unter diesem Link sein persönliches Themenportfolio zusammenstellt (“My News”), kann etwa in der Rubrik “CNN” zwischen “US News”, “Sci-Tech” oder “ShowBiz” wählen – alles also Themenkategorien mit NACHRICHTEN, die Fernsehrezipienten bei CNN verfügbar sind . Unter dem Link “My Stocks” können solche BÖRSENWERTE markiert werden, für deren Kursentwicklung man sich interessiert. Der Link “My Alerts” schließlich ermöglicht die Eingabe bestimmter Stichwörter z
u Themen, die den einzelnen Nutzer besonders interessieren: Wer etwa die “keywords” “Schroeder” (mit "oe", sonst funktionierts nicht), “Berlin” oder “Germany” eingibt, wird durch einen “Alarm”-Hinweis (“news alert”) am oberen linken Monitorrand auf aktuell eingegangene Artikel zu einem der drei Themen gesondert aufmerksam gemacht, sobald er wieder online ist.
Betrachtet man sich dieses Funktionsprinzip, so wird Kevin Kellys Gedanke vom “Prosumenten” mit Leben gefüllt. In seinem Buch "NetEconomy" beschreibt Kelly den Konsumenten der Zukunft als "Prosumenten". Dieser Neologismus bezeichnet eine Mischform aus PROduzent und KonSUMENT, eben: den Prosumenten, der seine Wünsche bezüglich Produkten oder Dienstleistungen in Absprache mit dem Hersteller verwirklicht - also etwa bei Infogate eine persönliche Auswahl aus einem standardisierten Grundangebot von Nachrichtenkategorien trifft (Leistung des Konsumenten am Gemeinschaftsakt), die der Anbieter Infogate verfügbar macht (Leistung des "Produzenten" am Gemeinschftsakt). Es paßt doch als schönes kleines, das Funktionsprinzip von Infogate beschreibendes Abschiedswort, wenn Don Tapscott in "Digital Economy" (1996: 225) schreibt:
“In a fully digital world, readers or subscribers can create their own publications or at least request a certain kind of information. The role of the publisher changes. The reader has been the passive recipient of information in printed form. In the digital age, the reader can proactively decide very quickly what information is desired and when it is desired. (...) The consumer could become a quasi-publisher.”
Ohne Worte.
Probierts einfach mal.
Und sei es nur wegen der US-Perspektive etwa zu Themen wie "BSE" oder (schade, daß das ÜBERHAUPT ein Thema ist...) "NPD".
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Anwendung


