Gravity
Endlich frei! - Gravity Anwendung

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Endlich frei!
Gravity

+falk.duebbert

Autor-Name: falk.duebbert

Produkt:

Gravity

Datum: 25.04.02, geändert am 25.04.02 (68 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Großer Funktionsumfang, macht auf Anhieb regelkonforme Postings, leistungsfähige Filter

Nachteile: nur english, nur mit Morver voller Europäischer zeichensatz, X-Face nur mit patch

Auch wenn es sicher viele Communities im Web gibt/gab, die Fragen beantworten konnten, bekommt man die echt heißen Insiderinformationen nur im echten Leben oder der Ersatzdroge, dem Usenet.

Das Usenet ist älter als das Internet und wird letzteres wahrscheinlich auch überleben. Um aus dem Usenet Informationen zu bekommen braucht man weiter nichts als etwas Geduld und eine Usenetsuchmaschine.

Fast jede Frage wurde schon mal gestellt und von vielen Leuten auch beantwortet und die Antworten wurden heiß wie innig und engagiert diskutiert, umstritten, bestritten, verteidigt und verworfen.

Will man aktiv am Usenet teilnehmen braucht man neben dem Netzzugang 5 Dinge:
- einen Zugang/Account für einen Newsserver.
- eine Software, so genannter Client oder auch Newsreader
- einen echten Namen (aus Vor- und Zunamen)
- eine antwortfähige Emailadresse
- einen großen Sack Geduld

Newsaccounts gibt es frei (dfn) oder beim Zugangsprovider. Den echten Namen kann man im Personalausweis nachlesen. Die antwortfähige Emailadresse gibt auch (noch) frei, sonst nimmt man seine Hauptemailadresse. Den Sack Geduld gibt in der ruhigen Stunde.

Im Usenet steht man zu dem, was man schreibt und benutzt deswegen seinen richtigen Namen. Das macht das Usenet so viel interessanter und nutzvoller als Anonyme Benutzerforen im Netz.

Bleibt der Newsreader.
Ein Newsclient sollte in der Lage sein mehrere Newsgroups zu verwalten und die Beiträge sinnvoll geordnet anzeigen zu können. Er sollte eine ?schwarze? Liste führen können und eine komprimierte Datenbank benutzen. Letztlich sollte er auch lesbare Postings produzieren können.

Fast jeder, der Windows mitsamt Internet Explorer installiert hat, hat auch Outlook Express mit installiert. ?Rausguck schnell? kann sogar Newsgroups lesen, aber damit hat es sich auch schon. Die Verwaltung der schwarzen Liste ist nicht komfortabel und an das Erstellen von Mitteilungen f
ür eine Newsgroup sollte man nicht denken, bevor man sich nicht mit den Problemen von OE befasst hat.

Zurück zu Microplanet Gravity? Die Firma Microplanet ist Geschichte und das zu Unrecht! Der Newsclient Gravity ist weit und breit der leistungsfähigste Reader. Er ist nicht perfekt aber gut.

Gravity kann mehrere Newsserver auf einmal laden und anzeigen. So kann man neben dem offiziellen Usenet auch Firmennewsserver laden und Newsgroups von dort lesen ohne viele Klicks machen zu müssen. Man kann für jede Newsgroup entscheiden ob Gravity nur ein Online- oder auch ein Offline-Reader sein soll.


Eine Newsgroup zu verfolgen ist wie Trinken mit einem Feuerwehrschlauch:

Man wird platschnass, aber hatte angesichts der verbrauchten Wassermenge nur wenig getrunken. [Der Vergleich ist alt und auch nicht von mir, aber treffend.]

Deswegen hat man kein Interesse alles zu lesen, sondern selektiert. Gravity kann die Anzeige von sich aus nach ungelesenen, gelesenen, als ?wichtig? markierten und anderen Merkmalen filtern.
Dann kann Gravity mit Regeln programmiert werden, so dass Threads (Diksussionfäden) mit bestimmten Stichworten andersfarbig markiert werden oder auch Postings (Nachrichten in einem Thread) löschen, wenn bestimmte Regeln gebrochen wurden. Man kann ebenso ein Punktesystem verwenden, das Nachrichten erst ab einer gewissen ?Mindestqualität? anzeigt.

Auch kann man Schreiber, die erkenntnisresistent oder einfach nur ungenehm sind in eine Schwarze Liste, den Bozo Bin, verbannen. Gravity markiert deren Beiträge dann als ?gelesen?, was eine Nichtanzeige in der Standardansicht ?nur ungelesene? zur Folge hat. Die Verbannung kann mit oder ohne Ablaufdatum erfolgen. Ein Ablaufdatum wird allerdings von Gravity immer wieder aufs Neue gesetzt, wenn es auf den Delinquenten stößt. Es soll also nicht als zweite Chance dienen, sondern dem User das Löschen der Trolls (die böse Variante vom Dau) ersparen. Es steckt also
eine andere Strategie als mit Killfiles, die Trolls ganz löschen oder gar nicht erst laden, dahinter. Durch Wechsel der Ansicht kann man so ohne noch mal online gehen zu müssen sehen, auf welches ursprünglich ignorierte Posting reagiert wird.

Folgt man einer Diskussion und ist der Schreibdrang angesichts des eigenen Sachverstandes um das behandelte Thema zu groß oder hat man eine wirklich neue Frage, so kann man ein Posting schreiben. Hierbei gibt es allerhand Fußangeln, Stolperdrähte und Fallgruben. Postings müssen neben der Netiquette auch vielen formalen Regeln genüge tun. Einen Freischuss hat man meist, aber dann muss es auch klappen. Während andere Newsreader Schwächen zeigen vor allem beim Zitieren, so kann Gravity hervorragend Zitate einstaffeln. Auch wenn beim Zitatzitatzitieren durch die drei Zitatzeichen ?>? die Zeilenlänge von 80 überschritten wird, bringt Gravity das in Ordnung ohne den Kontext unlesbar zu machen. Wer sich ein solches unlesbares Etwas anschauen möchte, kann mal auf ?Kammquoting? googeln.

Gravity warnt bei vielen Standardfehlern, die man begeht und bewahrt den User so vor Schaden am Ruf.

Microplanets Newsreader kann um Postings eine persönliche Note zu geben diese mit einer Signatur versehen. Wobei MG mehrer Signaturen verwalten kann.

Sicher ist man mit Gravity am Anfang etwas erschlagen, weil es nur in englisch und sehr technisch gehalten ist. Nach der einfachen Installation und einer kurzen Einarbeitungszeit hat man aber den Bogen raus und weiß viele Funktion zu schätzen. Vor allem aber den für ein Windowsprogramm erstaunlich störungsarmen Betrieb lernt man lieben.

Nichts ist perfekt (und sei es der Mangel an Makeln). Gravity kann bei der Diskussionsfadenanzeige nur aufsteigend sortieren, sprich das neueste unten. Auch ist Gravity nicht in der Lage, sich per Passwort und Kennwort bei einem SMTP-Server anzumelden. [Super-Gravity also 2.6 kann das angeblich] Auch ist Gravity nicht in der
Lage, das ? zu schreiben. So muss man auf die Freeware Morver zurückgreifen um ihm das beizubringen. Ebenso muss man die 2.5 er Version patchen und X-Faces zu sehen. X-Faces sind kleine Bildchen die, man dem Posting als Textzeile anhängen kann. Der Patch funktioniert (noch) nciht mit der 2.6er Beta.

Der aktuelle Preis der Version 2.5 macht aber alle Fehler wett: 0,00 $.

Beim Abtritt der Fa. Microplanet hat man Gravity zur Freeware gemacht. Es gibt Gravity bei vielen Downloadseiten zu haben z.B. bei zdnet.

Fazit: