Family Tree maker
Verdammte Neugierde ! - Family Tree maker Anwendung

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Verdammte Neugierde !
Family Tree maker

anya66

Name des Mitglieds: anya66

Produkt:

Family Tree maker

Datum: 02.03.01, geändert am 02.03.01 (2269 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: tatsächlich intuitiv bedienbar, deutsche Version, übersichtlich

Nachteile: kann ich noch ein paar Vorteils-Felder haben bitte?

Ganz harmlos fing es an.
Meine Omma ist, wie ich, in Pegnitz geboren. Meine verdammte Neugierde brachte mich eines Tages dazu, als ich mit ihr durch die Straßen dieser Stadt wanderte, sie zu fragen.
"Duuu, Omma, wen hast'n da grad grüüüßt?"
Halt so wie Kinder fragen.
"Ja, weißt, - ja, - kennst den net, der is doch verwandt mit uns! Des is der G..'s Fritz."
Kurzes Überlegen.
"Duuu, Omma, wie is der denn mit uns verwaaandt?"
"Wart, da muß ich etz amal überleng. Ja, der hat freyers immer gsacht, ich bin sei Bäsla. Dann - naja, und wal er halt G... heißt, nacha müssn unnere Eltern - haltna, naa, da müssmern amal frong. Wal eingdlich - na, mei Mudder is a geborne G... - und wenn er halt G... heißt, dann muß sei Vadder der Bruder von meiner Mudder gwen sei. Aber da frongmern amal."

(Für diejenigen, die des Pegnitzerischen nicht mächtig sind: "Wohlan, da muß ich tatsächlich nachdenken. Er hat in unserer längst verflossenen Jugendzeit wiederholt geäußert, ich sei seine Cousine. Nachdem er G... heißt, müssen unsere Eltern - Nein, da müssen wir ihn persönlich interviewen. Denn da meine Mutter eine geborene G... ist, und er G... heißt, muß sein Vater der Bruder meiner Mutter gewesen sein. Wie gesagt, dazu müssen wir seine Meinung einholen.")

Nachdem - aufgrund meiner verdammten Neugierde - derartige Dialoge sich häuften und ich mit den ganzen Onkeln, Tanten, Großcousinen und -cousins nicht mehr Schritt halten konnte, begann ich mit handschriftlichen Aufzeichnungen.

(Leuten, die nicht viel Zeit haben, empfehle ich hier, ungefähr drei Seiten weiterzublättern, die Geschichte wird noch länger!)

Akribisch notierte ich mir Verwandschaftsbeziehungen, Namen, Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten, schrieb mir auf dem heimatlichen Friedhof Angaben von den Grabsteinen ab, stöberte in der Stadtchronik, fiel auf Familienfeiern allen auf die Nerven - und radierte nach jed
em Interview die Hälfte wieder aus.

"Mist, da fehlt scho wieder a ganze Generation. Weil die Omma hat gsacht, der Vadder von ihrer Cousine zweiten Grades mütterlicherseits hat Hans gheißen. Und der Onkel Kurt hat jetz aber gsacht, des stimmt net, Hans hat ihr Oppa gheißen. Ihr Vadder war der Sepp. Und die Uuurkundn hat er mir aa daglassn."

Puh, das artete in Schwerstarbeit aus. Vor allem war ich dankbar für den Berufsstart meines Cousins zweiten Grades - er hatte irgendwas mit Computern zu tun, mit den ersten alten, und brachte mir Endlos-Drucker-Papier für die ersten Versuche eines Stammbaums mit. Der war immerhin - selbst mit mikroskopischer Schrift - bereits etwa 1,5 m breit und 35 cm hoch.

Das heimische Kirchenamt zählte mich schon bald zum Inventar. Dort durfte ich ja, als hier Geborene und Ansässige, kostenlos in den alten handgeschriebenen Registern stöbern. - Ein Hoch auf meine Omma, die mir die Sütterlin-Schrift beigebracht hat! Es war schon so schwierig genug, die Schnörkel zu entziffern. Filmen, Knipsen, Fotokopieren ist wegen der schlechten Qualität des alten Papiers nicht erlaubt, und so war Hand-(Schreib-)Arbeit angesagt.

Das einzige gute aus der verabscheuungswürdigen NS-Zeit, die Ahnentafeln, die diese Generation brauchte, um heiraten zu dürfen, bescherte mir einen Schatz an Daten. Immer mehr Leute setzten sich mit mir in Verbindung, immer mehr Informationen erhielt ich.

Nach Abschluß meiner Ausbildung wagte ich den Schritt, den ich später nie bereut habe: Ich kaufte mir meinen ersten Computer.

In einer Zeitschrift fand ich dann auch einen Hinweis auf genau das, was ich brauchte: Ein Programm, das Ordnung in das Chaos meiner Verwandtschaft bringen sollte: "Familien Chronik. 1.1 - Brother's Keeper deutsche Version". Als Shareware konnte ich das ja erstmal ausprobieren.

(Nein, ich bin hier nicht in der verkehrten Sparte. Kommt schon alles noch, keine Panik!)
>Die Dos-Version (jaja, so alt bin ich schon!) war schnell installiert, nach etwas Einlesen im ausgedruckten Handbuch kam ich mit den vielen Sonderfunktionen und Tastenkürzeln (nix Maus!) zurecht und fing an, Echt-Daten einzugeben. Die Auswertungs- und Druckmöglichkeiten waren für ein Uralt-Dosprogramm schon beachtlich. Nach kurzer Zeit (d.h. ca. 6 Wochen) hatte ich satte 450 Personen mitsamt ihren Daten auf meiner Platte festgehalten. Kurz und gut: mit diesem Programm war ich einige Jahre zufrieden.

Dann kaufte ich mir einen neuen Computer: Windows 95. 32 MB Speicher. 1,2 GB Festplatte. Pentium I mit 133 Mhz (übrigens schreib ich da jetzt noch drauf :-).). - Aber: Das alte Dos-Programm wollte nicht mehr starten.
Eine Windows-Version von Brothers Keeper, egal ob englisch oder deutsch, war damals (!) nicht aufzutreiben. Ich übertrug also, solange der alte Compi noch lief, und um die wichtigen Daten nicht zu verlieren, alles in meine Tabellenkalkulation und druckte es aus.

Und dann fing ich wieder an zu suchen. Ich probierte einige Shareware- und andere Programme aus, war aber mit nix zufrieden. Ich brauchte immerhin ein Programm, das wie das alte mit mehreren Ehen (und Scheidungen) pro Person, mit adoptierten, Stief- und Pflegekindern - und vor allem mit bis zu 23 von dieser Sorte in einer (!) Ehe (!) zurechtkam. Die meisten scheiterten daran.

Eines Tages pflügte ich mich wiedermal durch die Sonderangebote einer Buchhandlung und stieß auf - Hey! - Jaaaa! - Endlich! - Suuuuper! - ein Programm namens "Familien-Stammbaum", das - nachdem ich im Geschäft in der bereitwillig geöffneten Packung das Handbuch in Augenschein nehmen durfte - mein gutes altes "Familien Chronik" ersetzen konnte und noch ein paar extra-Funktionen aufwies. Der Preis - damals 79 DM - war mir egal.

Heimkommen, Programm installieren, rein intuitiv anfangen, die Daten einzutippen - alles war eins. Ich war begeistert - und bin es noch immer!


Es handelt sich bei "Familien-Stammbaum" um die deutsche Version des unter Familienforschern beliebten Programms "Family Tree Maker", wie ich später herausfand.

Als echte Datenbank speichert Familien-Stammbaum beim Weiterschalten in den nächsten Datensatz (so geht nix verloren) und beim Beenden, es schlägt wie eine gute Tabellenkalkulation in den richtigen Feldern die richtigen Begriffe vor (sehr praktisch für Namen und lange Ortsbezeichnungen, hilft beim Vermeiden von Vertippern) und macht auf logische Fehler aufmerksam ("die Mutter dieses Kindes war bei dessen Geburt erst 5 Jahre alt - wollen Sie trotzdem speichern?" Neiiinnnn! ).

Man kann zu jeder Person nicht nur alle erdenklichen Daten, Adressen, Bilder, Töne und Videos, sondern unter anderem auch medizinische Angaben, Haus- und Spitznamen, Anekdoten, Angaben zum Militärdienst und Beruf speichern. Bilder können direkt im Programm bearbeitet werden.

Man kann Geburtstagslisten, Etiketten, Sammelalben, Statistiken, verschiedene selbstdefinierbare Listen und Kalender ansehen und ausdrucken, Ahnentafeln in verschiedenen Formaten ausgeben, man kann aber auch verhindern, daß bestimmte Daten öffentlich bekannt werden (z.B. daß der Franzl einen anderen Vater hat als allgemein bekannt - "aber sags ja der Mamma net, die derschlägt mich sonst heit noch!" oder "was der Hallodri ner mit dem Ali Mende immer ghabt hat ...")

Alles ist wirklich einfach zu bedienen. Die meisten Felder - sowohl in der Bildschirmanzeige als auch beim Ausdruck - lassen sich leicht den eigenen Wünschen anpassen.
Das Handbuch ist 74 Seiten stark, bietet viele Tips und Tricks gerade für Computer-Neulinge, aber man benötigt es eigentlich gar nicht. Intuition ist alles - konsequent durchgezogen bei diesem Programm! Die Online-Hilfe ist trotzdem da, wenn man sie tatsächlich braucht, mit genau den Hinweisen, die man gesucht hat. Eben vorbildlich.

Die
Telefon-Hotline braucht man sicher nicht. Es gibt aber ein gutes Gefühl, daß sie da wäre, - und mit einer 0130-Nummer sogar kostenlos für registrierte Anwender.

Inzwischen habe ich das Programm schon mehrfach für 20 oder 30 DM - allerdings ohne gedrucktes Handbuch - gesehen. Aber, wie gesagt, man benötigt es eigentlich nicht.

Über das Programm bekam ich auch Kontakt zu der hochinteressanten (amerikanischen) Internet-Seite zum Thema und zum Programm:
www.familytreemaker.com (bietet - englische - Updates, Suchfunktion nach Vorfahren, Bestellung von Passagierlisten von Auswandererschiffen im letzten Jahrhundert auf CD, Kontakt zu anderen Forschern, Hilfestellungen, wenn man beim Forschen nicht weiterkommt usw.)

Ein Austausch von Daten im Gedcom-Format ist, falls man mit anderen Forschern in Verbindung treten will, jederzeit möglich.

Die System-Anforderungen sind denkbar gering: Das Programm ist schon mit 4 MB RAM bei Windows 3.11 oder mit 8 MB RAM bei Windows 95 zufrieden. Ob es auf Win98 oder NT läuft? Keine Ahnung. Aber für Rückmeldungen wär ich dankbar!

Warum soll ich hier eigentlich Angaben zur De-Installation machen? Ich will es nie und nimmer de-installieren !!!

Jetzt kann ich richtig loslegen mit meiner Ahnenforschung. So macht es Spaß. Inzwischen sind - ohne großes Zutun, nur dadurch, daß die Leute wissen, daß ich die Daten sammle, über 1200 Personen in meiner Datenbank.

Die ältesten sind 1650 geboren.
Ich kenne meine Wurzeln.
Einige Ausläufer kann ich verfolgen bis Amerika und Kanada.
Ich bräuchte nur Zeit, um sie weiter zu ergründen.

Und das Programm "Familien-Stammbaum", um mir dabei zu helfen.

Mich juckt's schon wieder in allen Fingern - verdammte Neugierde!

Fazit: